Das Geschwätz der Zero-Covid-Philosophin passt halt leider nicht immer. Die Toten an der Front sind echt, kein Phantom. Ebenso die Verkrüppelten, die abgetrennten Gliedmaßen und die Prothesen, sofern verfügbar. Auch die Toten und Verwundeten im Hinterland sind kein Phantom.
Dazu bei uns der wirtschaftliche Niedergang und der mit Kriegswirtschaft einhergehende Sozialabbau - alles echt, kein Phantom. Und verantwortet von denen, die aktuell regieren.
Man sollte die Dinge beim Namen nennen und sich nicht von Worterfindern aus dem Elfenbeinturm einlullen und verwirren lassen.
Syd, die Botschaft ist nicht, alles sei nur Phantom. Eher ist der Ansatz, dass viele Phantome ins Feld geführt werden, um beim Publikum bestimmte Gefühle und Reaktionen auszulösen. Die Folgen anschließender Handlungen auf allen Ebenen sind real - darin steckt der Zynismus. Ignoranz oder Blindheit derer, die zum Befördern eigener Ziele jedes Ereignis nach Bedarf rahmen, ohne differenzierte Betrachtungsweisen anzubieten sind Treiber der aktuellen Entwicklungen.
„Der Schneider von Panama“ skizziert das mit dem Gedanken, das Leben folge der Kunst (dort gemeint als Erzählung, die - platziert an politischen Schaltstellen - reale Konsequenzen nach sich zieht). Die daraus resultierende Eskalationsdynamik wird selbst dann nicht mehr aufgehalten, als es noch möglich ist, damit die vorherige Manipulation nicht eingestanden werden muss. Anschließend ergreifen diejenigen die Flucht, die es können und üben sich in mentalem Eskapismus. Zurück bleiben die Verheerungen für alle anderen.
@Ernst , ich kenne den Bezug des Podcasts zum “Phantom”-Begriff und weiß, warum Stefan den aktuell gerade schick findet; ich kenne die Salon-Diskussion darüber. Ich habe auch verstanden, was Redecker damit meint und wo sie “Phantombesitz” verortet und wo nicht (nämlich bei sich und in der eigenen Blase).
Dass oft “Phantome” ins Feld geführt werden, um beim Publikum bestimmte Gefühle zu erzeugen, musst du mir nicht erzählen - soll ich mal wieder ein bisschen über Corona dozieren? Ein Bericht über Drostens Reaktion auf die Fauci-Files steht noch aus - Stichwort:
Ich persönlich halte es für zielführender, die “Phantome” jeweils beim Namen zu nennen. Im Fall der Leipziger Drohne sind das “unbelegte Anschuldigungen” oder, etwas schärfer, “haltlose Anschuldigungen”.
Ein anderer Begriff, der im Podcast gerade in Mode ist und dort immer wieder auftaucht, ist der “Herr Hegemon”. Da könntet ihr mir wirklich mal helfen (u.a. @Ernst ): Wo hat der Begriff seinen Ursprung (ein im Podcast besprochenes Buch wie im Fall von Redeckers “Phantombesitz”)? Was meint @Stefan , wenn er den Begriff verwendet?
Meine Versuche, die Wortbedeutung aus dem Kontext zweifelsfrei zu entschlüsseln, schlugen bislang fehl.
Die Formulierung legt nahe, dass eine Schlussfolgerung und das Argument für diese Schlussfolgerung aus einem Feindbild entsteht.
Die Frage war ernst gemeint, nicht spitzfindig: was bleibt übrig wenn das Feinbild weg ist?
Trägt dann das Argument für klare Sprache noch gegen eine beschreibende Beobachtung der öffentlich gemachten Argumentationen zur hybriden Kriegsführung?
Ich finde eher nicht, denn ich brauche kein Feinbild um festzustellen klare Sprache ist genau in diesem Zusammenhang extrem wichtig.
Phantomisierung macht genau darauf aufmerksam und fordert klare Sprache. Die klare Sprache wird mit Feindbild allerdings unklarer aus meiner Sicht.
ich weiß, dass es folgenlos bleiben wird, aber (wie bei den Fauci-Tagebüchern)
Es spielt keine Rolle.
für alles Folgende ist es völlig gleichgültig ob es
überhaupt eine Drohne gab
von wem sie stammt
was hätte passieren können
welche konkreten Personen beteiligt waren
jetzt kann man stundenlang wie Tilo Jung in der Bundespressekonferenz nach Beweisen fragen, oder man nimmt zur Kenntnis, dass das Thomas-Theorem wirkmächtiger ist als “die Wahrheit”.
Das Handeln des Staates ist schon jetzt legitimiert. Ob mit oder ohne persönlich befriedigende Beweise. Wie kommst Du immer auf die Idee, dass der Staat auf Deine Zustimmung angewiesen ist und sich darum sorgt?
Der einzige Unterschied wäre vielleicht noch “die öffentliche Meinung” (und hier kommt der Herr Hegemon durch die Tür), und deren generelle Haltung zur eigenen Beteiligung in der hybriden Kriegsführung…
Denn “Beweise” als Begründung für einen offenen Kriegseintritt kann man haben oder produzieren, beendet werden Kriege wenn nicht durch reine Niederlage, dann auch durch das Kippen “der öffentlichen Meinung” (Heimatfront)…
Armin Mohler (1920–2003) war ein Schweizer Publizist und gilt als einer der wichtigsten Vordenker und Begründer der sogenannten Neuen Rechten in Europa. [1, 2, 3]
Der Begriff des „Herrn Hegemon“ bezeichnet in diskurs- und gesellschaftstheoretischen Analysen (unter anderem rezipiert in linken und medienkritischen Debatten über Deutungsmacht) die jeweils vorherrschende, meinungsangebende Instanz oder den Inhaber der kulturellen und politischen Hegemonie in einem sozialen Raum. [1]
Armin Mohler – Die Kernaussagen
Die Konservative Revolution: Mohler wurde vor allem durch seine 1949/1950 veröffentlichte Dissertation „Die Konservative Revolution in Deutschland 1918–1932“ bekannt. Er prägte und popularisierte diesen Begriff, um antidemokratische, nationalistische und kulturkritische Strömungen der Weimarer Republik zu bündeln und salonfähig zu machen. [1, 2, 3]
Kampf gegen den Liberalismus: Sein Hauptgegner war der westliche Liberalismus und die parlamentarische Demokratie. Er plädierte stattdessen für Ordnungs- und Machtdenken sowie nationale Identität. [1]
Kulturelle Hegemonie: Mohler vertrat die Ansicht, dass politische Veränderungen einen langen Vorlauf im Kulturellen und Geistigen brauchen. Rechte Strömungen müssten zuerst die geistige Deutungsmacht erlangen, bevor sie Staat und Gesellschaft umgestalten können – ein Konzept, das spätere Akteure wie das Institut für Staatspolitik übernahmen. [1]
Ablehnung der Aufarbeitung: Er forderte ein Ende der intensiven nationalsozialistischen Vergangenheitsbewältigung („Schuldkult“-Kritik) und plädierte für einen unbelasteten Patriotismus. [1]
Der „Herr Hegemon“ und die Neue Rechte
Im Kontext der Strategie der Neuen Rechten geht es stets darum, den amtierenden „Herrn Hegemon“ – also den etablierten liberal-demokratischen Mainstream und dessen Werte – herauszufordern. [1, 2, 3]
Mohlers Ansätze (wie der von ihm und späteren Rechten analysierte „agonale Stil“, also die reine Freude am polemischen Streit) werden von Kritikern als Taktik entlarvt, um den liberalen Pluralismus zu attackieren, ihn für eigene autoritäre oder illiberale Ziele zu nutzen und schließlich selbst die Hegemonie zu erlangen.
Live in Frankfurt: Rechtes Denken, Herr Hegemon, Let Them Theory
und da verstellt die KI-Wand den Blick… Mohler hat sich auf Gramsci bezogen. “Herr Hegemon” ist keine Erfindung Mohlers… da ist der kleine Wiki-Link vielleicht hilfreicher…
Immerhin war meine Sprache klar genug, damit du anhand der Begriffswahl (“Geschwätz”) eine Art “Feindbild” vermuten konntest. Kontext und Begründung wurden - zumindest für die, die mich hier ein bisschen kennen, und das ist bei dir der Fall - gleich mitgeliefert: “Zero Covid”, also der linksliberale Corona-Autoritarismus.
Wobei “Feindbild” ein bisschen zu hart ist. Ich lehne ja nicht alles ab, was sie sagt: Der Begriff “Phantombesitz” ist durchaus clever und macht in Bezug auf “Heimat” oder “Ehefrau” durchaus Sinn. Über dessen nicht immer vorhandene Tauglichkeit im Diskurs - Entkräftung eines darauf basierenden Arguments durch Spiegelung - schrieb ich hier bereits an anderer Stelle. Das ist eine sachliche Kritik, kein Feindbild.
Der Corona-Autoritarismus beruhte auf Dummheit oder Unwissenheit. Auch hier finde ich “Feindbild” etwas zu hart. Sollte diese Blase allerdings im Kontext des Krieges ihren Hang zum Autoritarismus wieder rauskramen, dann passt der Feindbild-Begriff. Oder sagen wir besser: Sie ist dann der politische Gegner.
Den Fatalismus des braven Soldaten @JakobB teile ich nämlich nicht.
Es wäre so schön, wenn Du sinnentnehmend lesen würdest. Denn ich habe einen Unterschied zwischen Deinem persönlichen Glauben an staatlichem Interesse Dir gegenüber und “der öffentlichen Meinung” gemacht.
Stimmt! Und wenn die 84 Millionen endlich herausgefunden haben, dass die Ukraine Nordstream gesprengt hat, dann steigen “wir” endlich aus diesem Krieg aus.
Versprochen!
und wenn wir ganz laut fragen “Wo sind die Beweise für Leipzig? Das sind ja nur Vorwürfe!” dann machen “wir” nicht mehr mit in der hybriden Kriegsführung,
Nein. Jeder Dorftrottel und sogar ich weiß, was “Hegemonie” bedeutet oder “Hegemon” - ganz ohne Wikipedia. Was hier fehlt ist die Personifizierung durch das vorangestellte “Herr” und diesbezüglich war Lymis KI-Content, zusammen mit dem Hinweis auf eine Podcast-Folge, hilfreich.
Für diesen Fall war’s hilfreich. Ich wußte auch nicht mehr, was es mit Herrn Hegemon auf sich hat. Eine Definition in einem Satz für Stefans Begriffsnutzung steht aber noch aus; vielleicht liefert die noch wer, so oft, wie der benutzt wird.