Danke für die neue Zwanziger-Folge. Ich feier euch und eure Analysen. Eure Haltung und euer genauer Blick trösten in diesen Zeiten.
Übrigens fehlt auch mir als 55jährige Menschenfreundin eine Identifikationsfigur, nicht nur den jüngeren Frauen. Mit Elif Eralp oder Ines Schwerdtner kann ich mich mehr identifizieren als mit der gesammelten Frauenunion und ehrlich gesagt auch als mit den grünen oder SPD Frauen (außer vielleicht z.B. Jutta Paulus auf EU-Ebene).
Ich stimme grundsätzlich zu, sonst würde ich`s mir ja nicht anhören. Allerdings finde ich es schon etwas merkwürdig und skurril, dass man zur Analyse ein Buch hernimmt, das nichts mit Fakten zu tun hat und Stefan akribisch daraus zitiert, als sei Justus Bender ein Wissenschaftler, der ein Szenario schildert, das genau so oder so ähnlich kommen wird. Das Buch Deutschland 2033 ist einzuordnen wie ein Roman, Fiktion, mit haufenweise Konjunktive : hätte, wäre, könnte, möglicherweise…bla…bla…bla… Und das ist kein Einzelfall. Stefan ist schon vor einigen Jahren mit dem Buch von David Wallace aufgefallen, das er sich komplett zu eigen gemacht hat, obwohl es einfach nur ein übertriebenes Science Fiktion ist.
Wenn "Ein unendlicher Spaß " von David Foster- Wallace gemeint ist, das ist mein Lieblingsbuch. Hab ich gar nicht mitgekriegt, daß Stefan das besprochen hat.
Die Literatur ist oft viel früher dran, als die Wissenschaft.
Ich denke mal es geht um "die unbewohnbare Erde " von David Wallace-Wells glaube ich. Kann mich aber gar nicht an die Besprechung erinnern. Das Buch war… nicht gut zu lesen
“Deutschland 2033: Einhundert Jahre nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten steht Deutschland vor einer Bundestagswahl - und die AfD geht als Siegerin hervor. Die Brandmauer hält nicht: In der Hoffnung, die AfD in der Regierung zu entzaubern, gibt die Union nach. Doch das Kalkül scheitert. Die Rechtspopulisten demontieren Schritt für Schritt den liberalen Verfassungsstaat. In nur einem Jahr wächst ein autoritäres Regime heran, das Menschenrechte und Demokratie verachtet.
Der Zusammenbruch kommt leiser, als viele dachten: ohne revolutionäre Gewalt, ohne fanatisierte Massen - nur durch Verwaltung, Paragrafen und eine politisierte Justiz. Die Republik stirbt, aber es ist still im Land. Die Menschen sind müde und ratlos, Widerspruch verhallt. Sie hätten früher handeln müssen. Nun ist es zu spät. Justus Bender erzählt von einem Untergang ohne Spektakel - gerade das macht seine Vision so realistisch. Das Buch spielt in der Zukunft, handelt aber in Wahrheit von einer Gegenwart, in der es noch Hoffnung gibt: Es erklärt im Detail, welche Politik und Kommunikation heute nötig sind, um das Scheitern von morgen zu verhindern.”
Na ja, jedem seinen Angstporno. Die Rechten in meiner X-Timeline holen angesichts der Berlin-Wahl gerade ihren Houellebecq aus dem Regal und rufen: “Unterwerfung!”
Dabei machte der abgehalfterte Prof in dem Buch am Ende doch 'nen guten Schnitt, wenn ich mich recht erinnere…?
Ich denke gerade über einen Gasmangel-Roman nach, so im Stil von “Blackout” (Marc Elsberg). Problem: So langsam, wie ich schreibe, holt uns die Realität ein, bevor das erste Kapitel fertig ist.