Als Ansatz zu den Einwänden es würde durch die Herangehensweise in dem Modell unangemessen mit bestehenden Modellen umgegangen, und oder die Aspekte die den Menschen ausmachen, zb der Wert der Emotionen aufgehoben.
Modell als Meta Layer
Das Modell ist kein Ersatz für traditionelle Ethiken, sondern eine Meta-Ebene, die bestehende Werte und Normen rekursionsfähig macht. Statt zu sagen „Verwerft eure Ethiken!“ fragt es: „Wie können Werte so gestaltet werden, dass sie sich selbst tragen – auch in unendlicher Wiederholung?“
In diesem Sinne ignoriert es Emotionen nicht, sondern nutzt sie als früheste Warnsysteme für Inkonsistenzen.
Beispiele:
Wut = Hinweis auf Gerechtigkeitsfehler (wie ein Alarm im System).
Liebe = Bestätigung stabiler Verbindungen (wie eine erfolgreiche Datenübertragung).
Schuld = Signal für Widersprüche zwischen Handlung und selbst gesetzten Mustern (wie ein Compiler-Fehler).
Nicht als phänomenologische Erstbeschreibung, sondern als Audit der Verarbeitung des jeweiligen Ethik Modells im Kontext des Anspruchs auf Rekursionsfähigkeit.
Emotionen werden nicht geleugnet, sondern als kritische Systemkomponenten anerkannt.
Die Trauer über Vergänglichkeit ist kein Makel, sondern der Hinweis darauf, wie kostbar jede Iteration ist.
Menschliche Werte (Liebe, Gerechtigkeit, Freiheit) werden nicht ersetzt, sondern auf eine stabilere Grundlage gestellt.
Somit lautet dann im Prüflauf die Frage an jede Ethik: „Wie würde dein Wert aussehen, wenn er unendlich wiederholt würde?“
Beispiel „Menschenrechte“:
Traditionell: „Schützt die Würde des Menschen!“
Anschließende Prüfung: „Gestalte Menschenrechte so, dass sie keine Selbstwidersprüche erzeugen (z. B. durch Bürokratie oder Heuchelei), die sie in der Wiederholung zerstören.“
Ziel: Maximale Laufzeit des Musters – egal, ob das Universum ewig ist oder nicht.
→ „Es geht nicht um ‚Ewigkeit als Minimalanspruch‘, sondern darum, dass dein Muster solange es existiert, nicht an seinen eigenen Fehlern zerbricht.“
Die Unendlichkeit gilt als Horizont der möglichen Tragweite der Laufzeit, der Menge an Rekursionen.
Kein „Entweder-oder“, sondern „Sowohl-als-auch“:
Nutze deine menschlichen Werte (Liebe, Gerechtigkeit, Freiheit) –
aber gestalte sie so, dass sie rekursionsfähig sind.
In dieser Ausprägung stellt das Modell keinen Feind der Menschlichkeit dar – es ist ein Weg, sie zu bewahren. Denn alles, was nicht rekursionsfähig ist, wird in der Wiederholung scheitern – und das gilt auch für Liebe, Gerechtigkeit und Hoffnung.