Live-Salon Käs 2026: Malaria in Schwanheim, Rafael in Osnabrück, Poschardts Heraklit, das Weiße Haus auf Instagram, Nathusius' Brandmauer

Der Live-Salon aus der Käs in Frankfurt, aufgezeichnet am 18. September 2026. Wolfgang verfolgt die deutsche Aufrüstung von ein paar Interviewsätzen bis in die Werkshalle nach Osnabrück, wo künftig statt Volkswagen ein israelischer Rüstungskonzern produzieren soll, und endet bei der Frage, wer sich hier eigentlich auf welche Seite stellt. Stefan geht danach durch die Kanäle, auf denen die amerikanische Regierung ihr Bild von sich selbst herstellt — Trumps Truth Social und den Instagram-Account des Weißen Hauses. Zum Schluss die CDU-Politikerin Clara von Nathusius, an deren Videos sich besichtigen lässt, wie politische Kommunikation aussieht, wenn sie aus Erklärvideos besteht.

Alle im Salon gezeigten Instagram-Beiträge sind unten verlinkt — bei den beiden Kapiteln, zu denen sie gehören.

0:00:00 Vorgespräch

Vor dem Saal, bei Pizza: Wolfgang kündigt seinen Block über Osnabrück an, wo künftig keine Autos mehr gebaut werden, sondern Waffen für ein israelisches Unternehmen, und droht schon einmal damit, dass er bei Ulf Poschardt enden wird — ein Podcast, den ihm ein Bekannter wochenlang ans Herz gelegt hatte und den er sich lange nicht antun wollte. Stefan hat sich vorgenommen nachzusehen, was die amerikanische Regierung so debattiert, und hat dafür die letzten zehn Tage des Weiße-Haus-Accounts durchgesehen. Dazu der Ausblick auf den Oktober-Salon: Isabella Webers lange angekündigtes Buch zur antifaschistischen Wirtschaftspolitik und Richard David Prechts Essay „Auserzählt" darüber, wie künstliche Intelligenz die Kultur abschafft. Weil ein großer Teil des Abends aus Bildmaterial besteht, gibt es den Salon für Mitglieder auch als Video.

0:07:24 Willkommen in Frankfurt

Stefan klärt zur Begrüßung, dass zwei Stunden und zwölf Minuten Rohmaterial an Clips bereitliegen, gut zwanzig Minuten davon von Wolfgang, und das Intro läuft ausdrücklich in einfacher Geschwindigkeit. Als Ortsbestimmung dient ein tagesschau-Beitrag über den an Malaria gestorbenen Menschen aus Frankfurt-Schwanheim samt der Satellitenkarte mit dem Sieben-Kilometer-Radius um den Flughafen. Stefan wohnt im selben Stadtteil und beschreibt die Berichterstattungsschleife: Über drei Sendungen hinweg werde immer wieder dieselbe Frage gestellt, ob die Krankheit von Mensch zu Mensch übertragbar sei.

Quellen:

  • tagesschau, Bericht über den Malaria-Fall in Frankfurt-Schwanheim

0:12:53 Wer dient wem?

Wolfgang beginnt seinen Block mit drei Ausschnitten. Felix Banaszak antwortet bei Tilo Jung auf die Frage, was Soldaten unter einem AfD-Verteidigungsminister tun sollten, sie könnten immer noch desertieren — sein ganzes politisches Handeln sei darauf ausgerichtet, dass es dazu nicht komme. Ulrich Siegmund erklärt, man verteufele die Produktion von Rüstungsgütern nicht pauschal, weil man bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensiven entsprechende Hilfsmittel brauche. Der dritte Clip stammt von einem Influencer, der bei einer Juso-Veranstaltung berichtet, er habe bei einem Termin mit Selenskyj seinen Bankpin auf eine Kampfdrohne geschrieben, die an die Front geschickt werde. Stefan weist darauf hin, dass Banaszaks Argument voraussetzt, die CDU werde eine AfD-Regierung verhindern — in Sachsen-Anhalt sei von der CDU aber nicht mehr viel übrig. Dazu Ursula von der Leyens Rede zur Lage der Union, in der sie knapp eine Milliarde Euro Aufbauhilfe für Gaza in Aussicht stellt und Europa die Rolle zuschreibt, die Flamme der Zweistaatenlösung am Leben zu halten; Wolfgang stellt dem Schätzungen von rund 75 Milliarden Euro Wiederaufbaukosten gegenüber.

Quellen:

  • „Jung & Naiv" — Felix Banaszak im Interview bei Tilo Jung
  • Ulrich Siegmund zur Rüstungsproduktion in Sachsen-Anhalt
  • Rede zur Lage der Union von Ursula von der Leyen

0:22:34 Wismar, Brüssel, Washington

Die tagesschau zeigt die Werfthalle in Wismar, in der künftig U-Boote gebaut werden: Dreharbeiten nur noch eingeschränkt möglich, die Belegschaft vom Unternehmen zur Verschwiegenheit verpflichtet, die Zahl der Mitarbeiter soll in drei Jahren von 500 auf 1.500 steigen. Vor der Kamera spricht allein der Vertreter der IG Metall, und er sagt, im Kern stünden die Leute dahinter. Der Wismarer Bürgermeister führt die Skepsis vor Ort auf die Sozialisierung der Menschen in den neuen Bundesländern zurück, was Wolfgang zurückweist: Wer heute jung sei, habe mit der Sowjetunion nichts zu tun. Es folgt das Treffen von Boris Pistorius und Pete Hegseth samt gemeinsamer Erklärung zur Rüstungspolitik. Stefan liest die Begrüßungsgeste — wer wem auf der Treppe entgegenkommt — und verweist auf den zweiten Konferenztag, an dem der Ton gegenüber den Deutschen ein anderer gewesen sei.

Quellen:

  • tagesschau, Bericht aus Wismar über den U-Boot-Bau bei TKMS
  • tagesschau, Treffen von Boris Pistorius und Pete Hegseth

0:30:46 Osnabrück

Das Kernstück des Abends, vor allem entlang einer längeren Strecke von Deutschlandfunk Nova. Das VW-Werk Osnabrück geht an das Land Niedersachsen und den Finanzinvestor Aurelius, produzieren soll dort der israelische Staatskonzern Rafael. Der Automobilexperte Frank Schwope erklärt, es gebe bislang nur eine Absichtserklärung; rund 1.400 der noch 1.800 Beschäftigten bekämen voraussichtlich einen Anschlussjob, zunächst für zwei Jahre. Dass Aurelius zwischengeschaltet wird, führt er auf das Emirat Katar im VW-Aufsichtsrat und dessen Verhältnis zum Staat Israel zurück. Der Osnabrücker IG-Metall-Chef nennt drei verfolgte Optionen — ein weiteres Auto, eine andere Tätigkeit im Konzern, der Ausstieg — und fasst das Ergebnis als „friss oder stirb" zusammen: entweder Defense, oder 1.800 Menschen verlieren ihre Arbeit. Auf die Frage nach Alternativen nennt er Landmaschinen, Maschinenbau und Busse; eine Straßenbahn wäre super, aber der Markt dafür sei derzeit nicht groß. Daraus entsteht Stefans Vorschlag für einen Satz, den man bei jeder Meldung aus dem Nahen Osten sagen könne: Straßenbahn wäre besser gewesen. Die Zusicherungen im Beitrag stehen alle unter Vorbehalt — keine Munition am Standort, keine Waffen für Israel, und ob man aussteigen würde, wenn sich das ändert: „Aus heutiger Sicht ja." Wolfgang hält dagegen, dass die Kooperation eine politische Entscheidung sei und das Geld des Landes auch in etwas anderes hätte fließen können.

Quellen:

  • ZDF, Nachricht über die Rafael-Ansiedlung in Osnabrück
  • Deutschlandfunk Nova, „Unboxing News" über den Osnabrücker Deal

0:52:01 Was Rafael baut

Wolfgang trägt zusammen, was über die Produkte des Konzerns öffentlich zu finden ist. Ein Mitarbeiter beschreibt den Wandel von „Boutique"-Waffen zur Standardproduktion und sagt, man habe den langanhaltenden Krieg seit Jahren antizipiert. Ein Erklärvideo stellt das Lenkungssystem SPICE vor, das ohne GPS auskommt: Vor dem Einsatz wird ein Bild des Ziels einprogrammiert, die Bordkamera gleicht das Gelände im Flug damit ab, die angegebene Trefferabweichung liegt bei drei Metern. Ein Werbefilm greift Michelangelos David auf, dessen Stein sich in eine SPICE-Rakete verwandelt, und blendet ein: forged by our ancestors, refined by us. Ein indisches Verteidigungsmagazin führt den Einschlag im Libanon als Lehrbuchbeispiel für einen Präzisionsangriff vor. Declassified UK zeigt schließlich, dass die 2022 in London registrierte Tochtergesellschaft vollständig dem israelischen Staatskonzern gehört. Stefan fragt, ob die Zerstörung Rafahs als Trainingsplatz gedient habe, an dem sich lernen lasse, ein Haus einstürzen zu lassen, ohne das Nachbarhaus mitzunehmen.

Quellen:

  • Firmenvideos von Rafael Advanced Defense Systems zu SPICE
  • Indisches Verteidigungsmagazin zum Einsatz der SPICE-Bomben
  • Declassified UK über die Londoner Tochtergesellschaft

1:04:14 Der Vater aller Dinge

Der Block endet bei einem Podcast von Daniel Stelter und Ulf Poschardt. Stelter sagt, Rüstungsgüter seien eben auch Exportgüter, und nennt deutsche Ausfuhrgenehmigungen zu langsam; Wolfgang hält dagegen, Deutschland stehe in der Weltrangliste der Waffenexporteure auf Platz drei. Poschardt zeigt sich beeindruckt von der deutschen Defence-Tech-Szene, in der die alten Kategorien von Dichtern, Denkern und Tüftlern wieder funktionierten — bei etwa 30 bis 45 Prozent der Deutschen seien die Sekundärtugenden noch intakt. Er zitiert Heraklit mit dem Satz, der Krieg sei der Vater aller Dinge, und führt als Beispiel die deutschen Rechenmaschinen zur Steuerung der V2 an. Wolfgang entgegnet, hier werde Staatskapitalismus beschrieben: Der Staat könne Innovation auch ohne Zerstörung anstoßen, er wolle es nur nicht. Am Ende steht ein Ausschnitt, in dem Poschardt sagt, irgendwann werde man in Europa die Kirchen verteidigen müssen. Wolfgangs Fazit: Jeder sucht sich seinen eigenen Kriegsgrund, die einen nennen es Kirche, die anderen liberale Demokratie, am Ende sitzen alle im selben Graben.

Quellen:

  • „Make Economy Great Again", der Podcast von Daniel Stelter und Ulf Poschardt
  • Ulf Poschardt bei „ungeskriptet"

1:21:50 Truth Social

Ab hier übernimmt Stefan, ausgehend von einer Zusammenstellung, die The Atlantic über den KI-Schrott auf Trumps eigenem Netzwerk veröffentlicht hat. Zu sehen sind ein Ölgemälde mit Trump und Washington zu Pferde, Trump zwischen Kriegsgenerälen, Trump als Hulk Hogan, ein Eishockey-Cartoon in Richtung Kanada, ein Kommandopult im Orbit vor brennender Erde und die Umbenennung des Lake Ontario in Lake America — samt bewaffneter Kanadagänse mit Trump-Frisur. Wolfgang vergewissert sich zwischendurch, dass es sich nicht um Fan-Content handelt, sondern um Originalbeiträge des offiziellen Accounts.

Quellen:

  • The Atlantic über den KI-Schrott auf Truth Social
  • Die Beiträge selbst stammen aus Trumps Account bei Truth Social

1:26:22 Das Weiße Haus auf Instagram

Stefan beschränkt sich auf die letzten zehn Tage des offiziellen Accounts und sucht nach der Logik dahinter. Ein Röhrenfernseher wird eingeschaltet, Trump läuft durch eine Zelda-Landschaft, aus dem Sega-Logo wird Maga, unter einer laufenden Trump-Rede läuft im Hochkantformat ein Arcade-Spiel als zweiter Bildschirm mit. Das meistgesehene Video ist das Intro von Rick and Morty mit dem Weißen Haus; ein anderes überträgt den Vorspann von Game of Thrones auf Washington und stellt den eisernen Thron ins Oval Office. Wolfgang ordnet das kulturhistorisch ein: Jede Präsidentschaft habe bisher eine eigene Ästhetik hervorgebracht, die Trump-Ära bringe nichts Eigenes hervor, sondern drehe Vorhandenes noch einmal durch die Maschine. Bei einem Transformers-Video, in dem die Einwanderungsbehörde als Optimus Prime auftritt und Megatron die Freilassung namentlich genannter Migranten fordert, hält er fest, dass hier Fiktion nur noch als Gebrauchsanweisung diene. Dazu kommen ein Labor-Day-Video aus einer vollautomatisierten Stiftfabrik ohne einen einzigen Arbeiter, ein Gebet im Hangar, Pete Hegseth über europäische Strände, die von gefährlichen Ideologien gestürmt würden, und der Sommer-Lesewettbewerb der Second Lady über zwölf Bücher. Stefan stellt die Inszenierung einer D-Day-Rede gegen eine dokumentarische Aufnahme, in der Trump bei der Verleihung der Medal of Honor ein Bein nachzieht. Zum Schluss liest Trump vor Publikum vor, die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente würden um 300, 400 und 500 Prozent sinken — gesendet wird es ungeschnitten.

Die Beiträge (@whitehouse) — die Sammlung, aus der Stefan an dem Abend ausgewählt hat, geordnet wie im Rundown:

Loading … — der Staat als Spielhalle

  • Loading … — Videokassette ins Weiße Haus (03.09. · 2,6 Mio, Aufrufe): Instagram
  • The Legend of Trump (09.09. · 7,5 Mio, Aufrufe): Instagram
  • Arcade.gov — High Score Check (04.09. · 231 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Build the wall. Deport. — die Spiele (03.09. · 1,0 Mio, Aufrufe): Instagram
  • Easily distracted? — Trump-Rede mit Flappy-Adler (04.09. · 2,2 Mio, Aufrufe): Instagram

Popkultur, gekapert

  • Hop in … — Rick-and-Morty-Parodie (27.07. · 9,0 Mio, Aufrufe): Instagram
  • The Capital: Restored — Game of Thrones (10.08. · 3,4 Mio, Aufrufe): Instagram
  • Transformers: Age of Deportation — das Plakat (09.09.): Instagram
  • Transformers — der Trailer mit den Namen (09.09. · 655 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Tim und Moby erklären die Bildungspolitik (24.08. · 2,2 Mio, Aufrufe): Instagram

Jackpot — Geld, Wunder, neue Namen

  • All bets are in — der Steuer-Jackpot (05.08. · 367 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Vance: die 5.000-Dollar-Trump-Dividende (10.09. · 922 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Fifth UFO Drop (07.08. · 745 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Lake Ontario heißt jetzt Lake America (27.08. · 1,9 Mio, Aufrufe): Instagram

Der Arbeiter

  • Labor Day: der Stift mit Trumps Unterschrift (07.09. · 1,6 Mio, Aufrufe): Instagram
  • Workin’ Man Blues — Schuhe (07.09. · 1,3 Mio, Aufrufe): Instagram
  • Grenzschutz dankt den Arbeitern — den legalen (07.09. · 95 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Vance zapft Bier in Ohio (25.08. · 241 Tsd. Aufrufe): Instagram

Samstag in Amerika

  • It’s Saturday in America — die KI-Landschaft (05.09. · 1,3 Mio, Aufrufe): Instagram
  • College Football is back — der Adler (29.08. · 298 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Football is back — Trump tanzt (13.09. · 805 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Freedom 250 — das Autorennen (26.08. · 652 Tsd. Aufrufe): Instagram

Krieger und Gebet

  • On the Shoulders of Giants — der Werbefilm (30.07. · 722 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Vaterunser im Hangar (16.08. · 627 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Hegseth: Europas Strände werden gestürmt (31.07. · 636 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Our destiny is written by God (10.09. · 839 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Medal of Honor Museum (10.09. · 1,2 Mio, Aufrufe): Instagram
    1. September — Never Forget (11.09. · 244 Tsd. Aufrufe): Instagram

Wahlbetrug, Betrug, Kriminalität

  • Fox-News-Schlagzeile: Wahlbetrug (13.09.): Instagram
  • Fraud Task Force: 230 Milliarden (10.09. · 279 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Kriminalität so niedrig wie nie (15.09. · 257 Tsd. Aufrufe): Instagram

Die sanfte Seite

  • Usha Vance: Sommer-Lesewettbewerb (03.09. · 303 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Melanias Tennis-Pavillon (12.09. · 201 Tsd. Aufrufe): Instagram

Zum Schluss: die ganze Rede (optional)

  • The Great Healthcare Plan (15.01. · 8,5 Mio, Aufrufe): Instagram

1:51:37 Clara von Nathusius

Stefans Einstieg ist das erfolgreichste Video der CDU-Politikerin, in dem sie nacherklärt, was sie am Abend zuvor im Bericht aus Berlin über die Brandmauer gesagt hat, und ankündigt, man müsse zuvor Kohärenz herstellen. Beim Betrachten fällt auf, dass ihre Videos beschleunigt wirken. Am Beispiel des temporären Freibads vor der Volksbühne, das an einem Tag nur schwarzen Menschen offenstand, beschreibt Wolfgang das Muster: ein Erklärvideo mit historischem Kontext, hier ein Gerichtsurteil aus Baltimore von 1954 — die Art Kontext, die sich heute in Minuten erzeugen lässt. Stefan hält ihr entgegen, dass sie Politikern rate, weniger über ihre Arbeit und mehr über ihre Meinung zu sprechen, während er selbst wissen wolle, was jemand in der Woche im Bundestag getan hat. In einem Ausschnitt sagt sie über die aus dem Pentagon abgezogenen Journalisten, sie seien nicht hinausgeworfen worden, sondern selbst gegangen. Es folgen ihre Wahlabend-Videos aus Sachsen-Anhalt, wo sie im Wahlkampf die Reihe „Kunst braucht Freiheit" mit Dieter Hallervorden moderiert hat, ihre Ablehnung eines AfD-Verbotsverfahrens und ein Gespräch mit Andreas Rödder, der die Brandmauer als das genialste Machtinstrument bezeichnet, das die politische Linke je in der Hand hatte. Bei zwei Wohnungsvideos fällt auf, dass dieselbe Konstruktion zweimal verwendet wird: Enteignung sei, als kaufe man eine Buslinie und finanziere den Kredit über den Ticketverkauf, der Mietendeckel, als werfe man einen Toaster in die Badewanne und kaufe beim nächsten Mal einen größeren. Wolfgang hält das für eine Kommunikationsform, die sich flächendeckend durchsetzen wird.

Die Beiträge (@claranathusius) — die Sammlung, aus der Stefan an dem Abend ausgewählt hat, geordnet wie im Rundown:

Der Aufhänger — nach dem Bericht aus Berlin

  • »Das bin ich gestern Abend beim Bericht aus Berlin« (14.09. · 230 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Das Freibad der Volksbühne (12.08. · 104 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Politiker-Videos ohne Meinung — im Berlin Playbook (20.08. · 21 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Holt die Leute von Instagram in die Hintergrundrunden (29.07. · 52 Tsd. Aufrufe): Instagram

Die Beraterin — Sachsen-Anhalt vor und nach der Wahl

  • Wahlabend: »raw and uncut« (06.09. · 183 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Hallervorden, Schulze und »Kunst braucht Freiheit« (04.08. · 67 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Die AfD will Fahnen vor den Schulen (01.08. · 79 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Unter fünf Prozent bei den Jungen (09.09. · 264 Tsd. Aufrufe): Instagram

Das Angebot — »Basic Common Sense«

  • »Ich kann diese Aussage nicht so stehen lassen« — Antwort an Merz (08.09. · 167 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Nein zum AfD-Verbotsverfahren (08.09. · 152 Tsd. Aufrufe): Instagram

Die Brandmauer in zwölf Tagen

    1. August: Unvereinbarkeitsbeschluss? Nein! (31.08. · 105 Tsd. Aufrufe): Instagram
    1. September: Weg mit Brandmauer und Unvereinbarkeitsbeschlüssen (12.09. · 133 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Rödder: Die Brandmauer als Machtinstrument der Linken (15.09. · 136 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • »Aufkündigung einer Vormundschaft« (16.09. · 26 Tsd. Aufrufe): Instagram
    1. September: Der Blick in den Rückspiegel — mit Brille (16.09. · 49 Tsd. Aufrufe): Instagram

Der Toaster in der Badewanne — Vergleiche und Vorbilder

  • Enteignung ist wie eine Buslinie kaufen (06.08. · 112 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Mietendeckel ist wie ein Toaster in der Badewanne (01.09. · 124 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Bernie Sanders und die Robotersteuer (26.08. · 43 Tsd. Aufrufe): Instagram

Vorrat: lange und ernste Stücke (optional)

  • Lesbos, das Stadtbild und der Rucksack (10.09. · 114 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Der »Bist du vernünftig?«-Test (30.07. · 60 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Nach dem Anschlag auf den CSD (26.07. · 117 Tsd. Aufrufe): Instagram
  • Die Causa Spahn (17.07. · 146 Tsd. Aufrufe): Instagram

2:14:20 Merz muss bleiben

Zum Abschluss die Frage, ob Friedrich Merz im Amt bleibt. Wolfgang wünscht es sich ausdrücklich, weil die Mobilisierung gegen ihn — alle gegen einen — erst einmal etwas Positives sei, das man auskosten und weiter skalieren solle, während ein einigender Kandidat den Unmut auflöse. Stefan gesteht, sich im Fernsehpodcast zu dem Satz haben hinreißen lassen, er würde Hendrik Wüst akzeptieren, und schließt sich Wolfgang genau deshalb an. Wolfgang erinnert an eine Talkshow, in der Howard Carpendale einen Kanzlerkandidaten damit begründete, der habe ihm gut gefallen — ein Mechanismus, den er für weit verbreitet hält. Der Abend endet mit Applaus des Publikums, ausdrücklich als Solidaritätsbekundung für den Kanzler.

In der Kanzlerfrage ist Wolfgang also auf dem Weg zum Akzelerationismus? Oder Ruf der Leere?

Ich befürchte ja, dass wir Spahn wieder auf den Plan tritt, wenn Merz geht.

Ulf Poschardt is going places. Ich dachte, der wäre immer noch hohler FDPler, aber bei der Aussage, dass noch 30 bis 35 Prozent der Deutschen deutsche Tugenden hochhalten, kann er ja nur noch zusätzlich zu seinen FDP-Kollegen die AfD-Wähler*innen meinen, dachte ich (ohne den Kontext, des Podcasts zu kennen).

Ich hoffe auf so was.

“Nachdem die FDP nach der Bundestagswahl 2013 erstmals nicht mehr im Bundestag vertreten war, gab Rösler am 23. September 2013 seinen Rücktritt als Parteivorsitzender bekannt. Zu seinem Nachfolger wurde am 7. Dezember 2013 Christian Lindner gewählt.”

Passend zum Rüstungsfirmenthema

EU-Beamte sind verpflichtet im Land ihrer Dienststelle zu wohnen und müssen wenn gefordert auch an Homeoffice-Tagen binnen zwei Stunden im Büro sein können. An einer begrenzten Zahl Tagen im Jahr können die Mitarbeiter auch vom Ausland aus Homeoffice machen.