Wie würdet Ihr es finden wenn DNZ (Salon) auch "Klassiker" behandeln würde?

Ich als begeisterter Hörer von DNZ habe über die Jahre hinweg immer wieder gedacht wie spannend ich es doch fände, wenn die beiden verehrten Hosts hin und wieder mal einen, für ihr Denken prägenden Klassiker im “Salon-Style” lesen würden. Was haltet ihr davon? Fändet ihr das überhaupt auch so interessant wie ich? Was wären eure Ideen dazu? (Sowohl inhaltlich als auch formal)

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Wie würden diese Klassiker denn ausgewählt? Das ist ja nicht ganz so einfach wenn man plötzlich einen so großen Zeithorizont hat.

Glaube nicht, dass das zu dem Format passen würde. DNZ lebt ja davon, eben alles aktuell zu kommentieren. Klassiker passen meiner Meinung nach nicht.

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also fürs das forum wäre das jedenfalls perfekt, DNZ behandelt ja primär zeitdiagnose, gesellschaftsanalyse, politische theorien etc. man stelle sich nur vor die würden “Der Staat” von Platon oder “Leviathan” von Thomas Hobbes beackern. haben viele gelesen oder sogar arbeiten darüber verfasst. da gäbe es massiv streitbares futter fürs forum. haha

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Man könnte zB, den Ansatz der Historisierung der Gegenwart verfolgend, einen aktuellen Diskurs mit der Brille eines bestimmten, passenden Klassikers analysieren. Oder aber man nimmt eine Lektüre, wie zB aktuell Sloterdijk zum Anlass einen Klassiker (zB Machiavelli) damit neu zu lesen (oder umgekehrt). Oder man liest tatsächlich einen Klassiker ohne den konkreten kontextuellen Überbau mit zu liefern, einfach weil dieser für das eigene Denken von allgemeiner, struktureller Bedeutung ist. Das wäre wohl der Ansatz den ich persönlich am spannendsten fände, bin mir aber durchaus bewusst, dass es gleichzeitig derjenige ist welcher am wenigsten ins bisher verfolgte Konzept passt.

Im Idealfall bringt die Zeitdiagnose in aktuell veröffentlichten und gelesenen Büchern ja genau diese Reflexionsebene mit. Nimm z.b diese Analyse von dem Youtube Kanel Vsauce, https://www.youtube.com/watch?v=xHd4zsIbXJ0 ab 16:36 bis 17:35.

Dort ist die Transferleistung schon erbracht den “klassichen” Text auf die Zeit des World Wide Webs zu beziehen. Was noch fehlt ist eine breitere gesellschaftliche oder politische Einordnung.

Vielleicht ist das nicht die Art von “Klassikern” die du meinst aber ich sehe nicht wie man das ins Korsett geschnürrt bekommt wenn man noch weiter auf die Grundlagen zurückgeht ohne sich zu weit von dem Eigentlichen, von der Einordnung zu entfernen.

Heißt nicht das es da keinen Bedarf gibt. Heißt nur das es vielleicht die eine Brücke zu weit ist.

ich finde die idee super, denke aber (auch), dass das format noch einen zusätzlichen twist bräuchte, da eine serie “klassiker nochmal lesen” in der form schon bekannt ist und wahrscheinlich seit jahrzehnten vorkommt. vlcht immer als zusatz zu einem aktuellen buch, beispielsweise “das knappe gut arbeit” + “überwachen und strafen” - könnt aber auch schiefgehen. zur diskussion stände auch, welche “klassiker” - wirklich platon, was andere gerade im grundstudium lesen, ne oder? cool wäre auch, wenn die beiden eine auswahl zur abstimmung anbieten und zum beispiel das forum und andere hörer/zuschauer dann abstimmen, welcher klassiker in der nächsten folge reinkommt.

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Ich hab zu Abundance ja mal eine Literaturempfehlung (auch hier im forum) von einem sci fi Werk aus den 70ern gebracht - weil da sind halt einige Ideen die jetzt grade aktuell werden schon mal durchdacht. (Allerdings für DNZ vor allem das Nachwort des ersten Buches relevant, die Story ist zwar cool, aber nicht wirklich relevant für eine Besprechung)

Ich bin nicht fürs Klassiker lesen, ich mag den zeitgenössischen Bezug im Podcast.

Andererseits läßt sich eine entsprechende Diskussion ja auch hier in einem Thread führen.

Die Sloterdijk Lektüre wird bestimmt noch öfter aufgegriffen.

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Fände ich schon gut, vor allem Der Untergang des Abendlandes, vom Spengler, der ja im Europabuch von Sloterdeijk viel erwähnt wurde. Das würde ich sehr feiern.

Wohlstand für Alle macht das ja regelmäßig und hat sich neben Belletristik auch bereits Wirtschaftstheorie und andere Sachbücher angeschaut.

Bei DNZ find ich persönlich auch den aktuellen Bezug besser.

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DNZ ist für mich ja kein Literaturformat, auch wenn hier Bücher vorgestellt werden (weiterhin auch nur im Salon, also für zahlende Hörer). Hier geht es aber immer um die Einordnung zur aktuellen Lage. Ob da Belletristik bzw Schriften aus der Vergangenheit einen essentiellen Beitrag zu leisten kann, mögen andere beurteilen. Man kann sicherlich auch Marx oder Kahneman lesen.
Ich finde den Salon so, wie er ist, perfekt.

Ich sehe nicht, wieso man auf Klassiker von vornherein verzichten sollte. Man kann sie ja auch mit aktuellem Bezug lesen. Auf jeden Fall müsste irgendein neuer Aspekt dabei rauskommen, denn Inhaltsangaben et cetera gibt es ja schon genug, wenn es sich um kanonisierte Texte handelt…

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Ein Klassiker ab und an könnte durchaus erhellend und spannend sein. Viele Debatten heute sind nicht neu und ein Blick darauf, was wann wie gedacht wurde, durchaus erhellend.

Kürzlich habe ich Polanyis ‘The Great Transformation’ (an das, meine ich, ‘The Great Global Transformation’ anknüpft) gelesen. Es beschreibt die Umwandlung vornehmlich westlicher Gesellschaften aus der Stände- in die liberale Gesellschaft mit der Ideologie des ‘freien Marktes’. Graeber, z. B.war von Polanyi beeinflusst. Es sind Abschnitte z. B. zu Ursachen von und dem Ringen um Sozialgesetzgebungen enthalten, die ich mit Blick auf den aktuellen Angriff auf unsere Sozialgesetzgebung sehr relevant fand.