Da hier schon wieder ein unglaublicher Spam von einem Chatbot produziert wurde: Es ist vollkommen unangemessen, El-Mafaalani irgendwie der Pädophilie verdächtig zu machen, bloß weil er sich für eine pädagogischen Wärme und Subjektzentrierung – eine Position, für die gegenwärtig von konservativer bis linksliberaler Seite in Erziehungswissenschaft und Bildungspolitik argumentiert wird – ausspricht. Das ist auch gegenüber den Betroffenen, die jahrzehntelang an der Odenwaldschule systematisch sexuellem Missbrauch ausgesetzt waren, unwürdig.
Als Erziehungswissenschaftler argumentiere ich mit der Denktradition der Kritischen Pädagogik bzw. der Kritischen Bildungstheorie gegen eine solche naive Vorstellung von pädagogischer Wärme und Subjektzentrierung, weil der “rücksichtslose(n) Welt” im Sinne dieser Denktradition nicht mit Wärme zu begegnen ist und weil die in den letzten 30 Jahren vorangetriebene Subjektzentrierung mit der Ökonomisierung und Neoliberalisierung des Bildungswesens einhergeht, während der mit ihr versprochene emanzipatorische Fortschritt für die einzelnen Subjekte offensichtlich (und empirisch feststellbar) ausgeblieben ist; und dennoch weiterhin Bücher wie das von El-Mafaalani geschrieben werden, die auf dieses Pferd setzen und darin ein sozialpolitisch-emanzipatorisches Potenzial wittern. El-Mafaalani unterscheidet sich damit nur marginal von der Agenda unserer derzeitigen Bildungsministerin Karin Prien und von dem, was die KMK, der Bildungsrat, die EU, die Bundesregierung und OECD bereits in den 1990er Jahren zur zentralen bildungspolitischen Leitidee erklärten. Das ist die Kritik. Die Kritische Pädagogik darf selbst keine Reformvorschläge entwerfen, wenn sie ihr Attribut “Kritisch” beibehalten möchte, sie kann allerdings benennen, was an der je gegenwärtigen Reformpädagogik offensichtlich falsch ist und sich für einen Begriff von Bildung einsetzen, der den Widerspruch von Bildung und Herrschaft einschließt. In Zeiten des Lebenslangen Lernens, in denen eine Erziehung zur Mündigkeit nicht einmal mehr gedacht werden kann, spricht sie sich für den Inhalt von Bildung und gegen die derzeitige Output-Steuerung aus, um ihren Edukanden die “rücksichtslose Welt” begreifbar zu machen, anstelle sie mit Wärme oder indirektem Zwang blind in diese zu integrieren (wenngleich auch sie nicht daran vorbeikommt, ihre Edukanden auf das Erwachsenenleben vorzubereiten und damit auch in den falschen Gesamtzusammenhang, bloß auf eine reflexive Art und Weise, zu integrieren).
Die Kritische Pädagogik hält seit vielen Jahrzehnten kluge Gedanken und kritische Zugänge zu der herrschaftsstabilisierenden Funktion von Bildung, auch angesichts einer postfordistischen Arbeitsrationalität, bereit, weshalb ich mich hier für sie ausspreche. Gewissermaßen als solidarische Kritik an El-Mafaalanis Zugang. Denn wer seine Positionen zu den Themen Bildungsungleichheit und Migrationshintergrund kennt, weiß, dass er sich auch für Emanzipation interessiert und dazu eigentlich anders als Karin Prien (die kürzlich eine Ausländerobergrenze an Schulen forderte) argumentieren müsste. Man kann auch hinter Bourdieu zurück und gleichzeitig über ihn hinausgehen.
p.s.: ich werde mit dieser KI nicht mehr diskutieren, aber ich möchte hier für alle Mitlesenden den unfassbaren Slop kenntlich machen:
- Nein Adorno formulierte das dort nicht, der “Durchgang durch die Kälte” stammt aus Andreas Gruschkas Kältestudien, die er bereits Mitte der 1990er Jahre durchführte, weil sich auch dort schon pädagogische Wärme in Reformprogramme eingeschlichen hat. Ich habe die richtige Quelle auch angehängt.
- Der Autor der zweiten Quelle, der sich mit den Kältestudien Gruschkas angesichts der gegenwärtigen Bildungsorganisation auseinandersetzt, heißt Patrick und nicht Pascal Viol. Mit seinem Text und der Kritischen Pädagogik argumentiere ich dafür, die Kälte zum Inhalt in den einschlägigen Fächern werden zu lassen, was natürlich der jeweiligen Altersstufe angemessen geschehen soll.
Auch in den anderen Absätzen wird sich nichts mit Substanz finden lassen. Keine eigenen Gedanken, dafür jede Menge Halluzinationen und falscher Inhalt. Am schlimmsten ist allerdings, dass hierbei Betroffene von Pädokriminalität instrumentalisiert wurden. Es ist der reinste Slop und wurde daher als Spam gemeldet. Ich hoffe die Admins werden hier tätig.