CDU/CSU und SPD entziehen möglicherweise Psychotherapiepraxen die Existenzgrundlage

Dem Anschein nach wurden im Hinterzimmer kurzfristig bei der psychotherapeutischen Versorgung weitere Einschränkungen bei der GKV-Reform reinverhandelt.

Das zeigt für mich einmal wieder, wie wenig die Bundesregierung von dem Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und Produktivität versteht.

Die verstehen es schon, sie haben nur eine andere Lösung.

Das Instrumentarium um dich mit psychischer Erkrankung wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern ist ja an anderer Stelle verfeinert worden (Krankmeldungsregelung, Grundsicherung, Vollsanktionierung etc.), da kann man an dieser Stelle ja abbauen.

Ob Du aus Angst vor Jobverlust zur Arbeit gehst, oder weil es Dir “Spaß” macht, ist der Wirtschaft doch egal.

Hello again :smiley:

auf der eine Seite stimmte ich dir zu, dass es Akteure in der Wirtschaft gibt, denen das egal ist.

Aber, selbst in einigen größeren Unternehmen ist den leitenden Personen bewusst, dass eine entsprechende (psychische) Gesundheit der Angestellten durchaus von Vorteil ist, wenn es um weniger Krankentage und Produktivität geht. Da hat in den letzten Jahren durchaus eine Sensibilisierung stattgefunden, was im Umkehrschluss nicht bedeutet, dass viele nach wie vor in der Sanktions-Logik denken.

Letztendlich gibt es sicherlich beim wissenschaftlichen Dienst des Bundestages das Wissen darüber, dass zusätzlicher Druck die Produktivität einer Gesellschaft eben gar nicht bis kaum erhöht, aber in der aktuellen Politik herrscht nun mal ein ziemlich einfältiges Menschenbild.

Ja das stimmt. Niemandem hilft es und es ist kontrafaktisch. Es wird trotzdem so entschieden und auf kurze Sicht wird es sogar “funktionieren” (deswegen würde ich das Produktivitätsargument einfach nicht gelten lassen, denn die Maßnahmen sind ja wirklich geeignet Krankmeldungen oder das erfasste Ausmaß von psychischen Erkrankungen zu reduzieren…)

Da magst du Recht haben. Je nach dem, welche Kriterien zur Messung von Produktivität genutzt werden.

Dennoch werden Stellen in Deutschland eher abgebaut und es gibt kaum die Möglichkeit für Arbeitssuchende (natürlich je nach Branche) eine Stelle zu finden. Vielleicht erhöhen sich temporär die geleistet Arbeitsstunden, was ja nicht unbedingt mit einem Produktivitätszuwachs einhergeht. Aber sicherlich würde sich das der Öffentlichkeit als Erfolg verkaufen lassen, wenn mehr Stunden gearbeitet wird.

und genau das meine ich, gerade sind die Kriterien für Produktivität “erfasste Krankheitstage” und “erfasste psychische Erkrankungen” und “geleistete Überstunden”, und in diesen Kategorien werden die Maßnahmen auch “Erfolg” haben. Es geht nicht um qualitative Kriterien, sondern um quantitative.

Zu dem thema gibt es hier eine entsprechende Petition:

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