Juni 2026: Hitze & WM, Rentenreform, Postliberalismus, Krieg und Aufrüstung,…

Ich glaube Post-Liberalismus Ist noch nicht einheitlich definiert. Was sich bisher zeigt, sind eher unterschiedliche Ausprägungen:

  • Die postliberale Rechte: Eine Strömung, die aktuell besonders einflussreich ist. US-Politikwissenschaftler Patrick Deneen oder US-Politiker wie JD Vance argumentieren, dass der Liberalismus durch radikalen Individualismus, unregulierte globalisierte Märkte und eine entkoppelte Elite die Gesellschaft und soziale Strukturen zerstört hat. Sie fordern eine Rückkehr zu traditionellen Gemeinschaftswerten.

  • Die sozial-ökologische / linke Kritik: Hier wird der Post-Liberalismus eher als Zustand verstanden, in dem die Versprechen des Liberalismus (wie Chancengleichheit und individuelle Freiheit) durch die ökonomische Realität des Neoliberalismus ausgehöhlt wurden. Diese Denker fordern, dass der Staat nicht mehr nur ein „neutraler Schiedsrichter“ sein darf, sondern aktiv das Gemeinwohl, soziale Sicherheit und ökologische Nachhaltigkeit steuern muss. Ich hab gerade an das Böckenförde-Theorem gedacht. … Wie auch immer. Das Bild des neutralen Schiedsrichterstaates ist bei dieser Sicht eher eine Unterstellung als eine Tatsache, denn es blendet Asymmetrien in den Möglichkeiten zur Machtausübung aus. Wenn ich allein an unsere langen Diskussionen denke, wer im Staat wirklich die Macht hat. …

  • Historisch-zeitdiagnostischer Begriff: Manche Leute nutzen den Begriff schlicht deskriptiv. Sie beschreiben damit eine Epoche nach der Hochphase des westlichen Liberalismus, in der neue, teils autoritäre oder populistische Regierungsformen weltweit an Bedeutung gewinnen.

Alle Bezüge teilen ein gemeinsames Fundament: Sie lehnen die liberale Kernidee ab, dass die Gesellschaft primär aus ungebundenen Individuen besteht, und fordern stattdessen die Stärkung von kollektiven Werten, Gemeinschaften und der steuernden Rolle des Staates.