Der Satz macht schon Sinn, aber was ist für eine Quelle? Ich mein, Carl Schmitt hat 1984 nichts mehr groß veröffentlicht. Ist das aus einer Biographie, anekdotische Notizsammlung oder sowas?
Er hat es wohl kurz vor seinem Tod gesagt. Vgl hier
Dort auch Schmitts Angst vor Schallwellen, Strahlen, elektronischen Wanzen. Deshalb “Telefon, Radio und Fernsehen ließ er (= C. Schmitt) in seiner Wohnung nicht zu!”.
Simon ist in der ganzen Ecke Witten/Herdecke unterwegs und die sind “systemisch” und nicht systemtheoretisch.
Das liest sich ja gruselig z. T.
Zwei Jahre vor Carl Schmitt starb seine Tochter Anima nach langer Krebskrankheit. Dieser Tod habe den alten Mann endgültig gebrochen. Im Sommer 1984 brach seine Krankheit vollends aus. Zerebralsklerose, verbunden mit Wahnvorstellungen. „Es waren aber niemals Personen und Ereignisse der Vergangenheit,“ erzählt Ernst Hüsmert, „die dem Kranken Tage und Nächte zur Hölle machten.“
„Der Feind, der ihn quälte, blieb dunklen Ursprungs, wie real er ihm auch immer erscheinen mochte und wie konkret auch immer das Leid war, das er ihm zufügte […] Schallwellen drangen von allen Seiten ins Haus. Strahlen aus allen möglichen elektrischen Geräten vermittelten Stimmen von größter Klarheit über hunderte Kilometer Entfernung. Überall im Haus waren elektronische Wanzen versteckt. Seine Feinde holten zum letzten entscheidenden Schlag gegen ihn aus. Nichts blieb ihnen verborgen, sie mischten sich in die intimsten Angelegenheiten. Sie waren primitiv aber technisch versiert und unerhört gefährlich. Es waren weder Nazis noch Emigranten noch Angehörige einer etablierten Partei […] Schmitt erlebte 1984 sein Orwellsches 1984 […] "
Der besiegte Naziapologet mit der Angst vor einem letzten Schlag… So stellt man sich doch auch oft Hitler im Führerbunker vor, oder?
Die systemische Therapie kommt aus der Systemtheorie bzw. Sie schmückt sich mit Systemtheoretischen Konzepten und Simon hat Einführung in bspw. Systemtheorie Organisationssoziologie geschrieben (wenn auch keine gute)
jaja, “Meine Psychose, mein Fahrrad und ich” etc… da ist die esoterische Flanke weit offen…
Grandios! Wenn man schon von Paranoia geplagt wird, dann auf diese Weise! Aber wir Normalsterblichen müssen uns wohl damit abfinden, dass uns immer, immer wieder der Partner oder die Kassiererin betrügt… Und das soll man Leben nennen…
Am Ende kommt raus, dass die Kassiererin jedem Treupunkte vergibt.
Bei ca. 1 Std. 13: These: Menschen werden durch Konsum ruhiggestellt und lassen sich alles gefallen.
Das stimmt sicher für große Teile, kann ich nicht beurteilen. Wenn, dann war es vermutlich schon immer so (geringe “kritische Masse” bei großen Verändeurngen nötig). Das größere Problem ist m. E., dass denen, die sich engagieren wollen, jede Hoffnung genommen wird und diejenigen keinen Ansatzpunkt finden, etwas zu verändern. Bestes Beispiel war “damals” bei Fridays for Future: “Geht doch in die Politik, wenn ihr etwas verändern wollt.” (das hattet ihr ja auch schon kritisiert, wenn ich mich richtig erinnere. Oder war das noch in Aufwachen?).
Das lähmt, gerade wenn man auch noch die Alltagssorgen (z. B. junge Familie…) hat.
(Sollten nicht mal Transkripte veröffentlicht werden? In meinem Podcatcher habe ich leider keins.)
Das war aber keine Lähmung, sondern Selbstverblödung und hat Personen mit Karrierebewusstsein nach oben gespült. (Niemand mit Verstand kann sich die letzten 35 Jahre “Die Grünen” angucken und sagen: “Ja das ist doch mal ein Erfolgsmodell, wenn man sich für Frieden und Umwelt einsetzt! Lass uns das mal machen!”
Eine kleine Anekdote zu Alexander Kluge
In meiner Masterarbeit hatte ich mich auf Kluges und Negts Schrift Öffentlichkeit und Erfahrung bezogen, insbesondere auf den Begriff der industrialisierten Produktionsöffentlichkeit. Die Arbeit entstand während des Corona-Lockdowns, und trotz sehr guter Bewertung hatte sie für mich immer etwas Solipsistisches — geschrieben in der Isolation, ohne den Austausch, den akademisches Schreiben eigentlich braucht.
Zwei Jahre nach dem Uniabschluss schickte ich sie dann einfach ans Büro von Alexander Kluge. Ich bekam eine freundliche E-Mail zurück: Ich solle meine Telefonnummer aufs Titelblatt schreiben — Herr Kluge rufe bei solchen Einreichungen manchmal die Verfasser zurück.
Am nächsten Tag sitze ich auf der Arbeit, höre mir einen langweiligen Vortrag an, und werde plötzlich von einer Münchener Nummer angerufen. Noch beim Rausgehen gehe ich ran und denke: Nein, das kann jetzt nicht wirklich passieren.
Es war tatsächlich Alexander Kluge. Er erzählte mir sofort, er habe gerade erst den von mir behandelten Roman — Union der festen Hand von Erik Reger — gelesen, und er finde es sehr gut und wichtig, dass ich mich damit beschäftigt hätte. Als ich meinte, das sei ja ein Zufall, unterbrach er mich: „Nein, wissen Sie, das ist überhaupt kein Zufall, ja? …"
Es war ein freundliches, nur fünfminütiges Telefonat — aber auf Augenhöhe, und diese Augenhöhe stellte er sanft her, kam etwaigen Bewunderungsäußerungen meinerseits behutsam zuvor. Er erkundigte sich, was ich jetzt so machen würde, ob ich noch schreiben würde, und bestärkte mich im Weggang von der Akademie: „Heute kommt das Wichtige direkt vom Fach."
Zum Abschied wünschte er mir gute Zusammenarbeit — eine Zusammenarbeit, die mit dem Einreichen meiner Arbeit ihren Höhepunkt wohl bereits gefunden hatte. Aber immerhin tauche ich vielleicht als kleine Karteikarte irgendwo im Nachlass auf. Dass er mir dabei nicht das Gefühl gegeben hat, eine Randnotiz zu sein, finde ich bewundernswert — und für mich persönlich ein Vorbild im Umgang mit anderen Menschen.
Ein Gesprächspartner, bei dem fünf Minuten einen Unterschied machen.
Das ist ja Kants Erkenntnis im Grunde.
Ganz passend zu “Die Banalität des Großen” und dem Dominieren als einziges Ziel ist ein frisch erschienenes Video von Folding Ideas (sehr zu empfehlender Kultur-Kritik Channel) bei dem der Channel Betreiber zu den Dreharbeiten der letzten Beast Games Staffel eingeladen wird und sich unter anderem die Frage stellt wieso ausgerechnet er zu so einem Event eingeladen wird und wieso die Produktion, trotz des wahnwitzigen Budgets so grottenschlecht ist.
Wolfgang ist eben KEINE Orchidee!
Nach den Korbblütlern stellen die Orchideen die zweitgrößte Familie unter den (…) Blütenpflanzen dar.
Vielleicht beschreibt diese Pflanze Wolfgang besser, als die gewöhnliche Orchidee:
1. Dombeya mauritiana
Lange Zeit dachte man, dass die Dombeya mauritiana in der Wildnis ausgerottet worden sei. 1976 fand man einen einzigen Vertreter dieser Gattung und konnte glücklicherweise ein paar Stecklinge sammeln, die kultiviert werden konnten. Doch 2009 kam es zur Sensation: Forscher entdeckten eine weitere wilde Pflanze des Malvengewächses auf seiner Heimat Mauritius. Nun besteht die Hoffnung, dass die beiden Pflanzen genug genetische Varietät in sich tragen, um der Dombeya mauritiana wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Doch derzeit gilt das Malvengewächs noch als eine der seltensten Pflanzen der Welt.
Eben im Zeit- Feulleton gesehen, daß Trump und der Vatikan sich gerade eine Schlammschlacht liefern. Hegseth hat den Botschafter einbestellt und schon mal die Instrumente gezeigt.
Insofern gar nicht so weit weg, die historischen Beispiele aus dem Podcast.
Der war gut, mal anders herum, gelle? Früher hat der Vatikan bzw dessen Inquisition dem Gegner “die Instrumente” gezeigt.
Aber wenn ich ehrlich sein soll sehe ich hier nur Verlierer bei einem eskalierenden Streit. Aber das ist der Trump Regierung offensichtlich egal.
Ja, ich hab auch lachen müssen.
Allerdings werden sie wohl kaum Leo kidnappen und Ansprüche erheben. So wie ich den Artikel verstanden habe, ist die Anmaßung aber wenigstens halbernst gemeint.