Ich versuche mal beides zusammenzubekommen, @JakobB @Kokosmilch.
Was mich antreibt ist nicht die Einsicht dass ich einer höheren Macht ausgeliefert bin. Ich kann real nichts gegen staatliche Macht tun. Ich kann auch nichts gegen Elon Musk tun. Das ist mit Sicherheit so. Wonach ich suche ist der Weg wie ich mich selbst aus dieser Ausweglosigkeit emanzipieren kann. Wenn ich mich damit aufhalte wie schlimm das alles ist, bleibe ich stehen und fühle direkt wie sehr ich ausgeliefert bin. Das ist ein furchtbarer Gedanke wenn man ihn zu ende denkt.
Wenn mir jemand in irgendeinem Podcast sagt, du wirst dem nicht entkommen dann sage ich, nein, du lieber Podcaster wirst dem nicht entkommen, schon alleine dadurch, dass du das so formulierst.
Meine reale Welt spielt sich konkret dort ab, wo ich Einfluss auf die Sache nehmen kann. Ganz praktisch wenn ich arbeite, jede Arbeit die mit mehreren Menschen erledigt werden kann braucht den „Kampf“ um die bessere Lösung um den besten Prozess. Selbst wenn ich alleine bin, ringe ich mit mir selbst um so effizient wie möglich das Problem zu lösen.
Ich wende einen Trick an, ich frage nicht nach der Abhängigkeit, sondern wie ist mein gestalterischer Spielraum in dem ich mich bewegen kann.
Wenn dieser Trick nicht mehr funktioniert, kann ich die gestellte Aufgabe nicht mehr lösen und ich muss mir andere Arbeit suchen. Das ist ein Privileg was ich ohne meine direkte Umgebung nicht hätte, andererseits kann ich mein direktes Umfeld genauso direkt unterstützen indem ich das was mir diesen Vorteil verschafft hat, denen zu ermöglichen wenn sie es brauchen. Das funktioniert alles begrenzt - aber wenn es nicht funktioniert liegt das in den allermeisten Fällen an mir.
Um das so umzusetzen brauche ich keinen Foucault, keinen Adorno oder sonstige kritische Theorie.
Was ich dazu brauche ist einen Aushandlungsprozess. In diesem Prozess geht es ganz elementar um Macht. Wenn ich Macht negativ bewerte komme ich zu nichts, weil es mich lähmen würde. Wann ist der Moment Macht an andere abzugeben aus der Position des mächtigeren. Also zu sagen, du hast jetzt mehr Macht weil ich mich dir unterordne. Das kann nur ich selbst entscheiden. Ich kann aber gleichzeitig nicht erwarten dass mein Gegenüber genauso handeln würde. Das ist der Konflikt der ausgehandelt werden muss. Das geht nur auf persönlicher Ebene, alles was darüber hinausgeht - da wo mein Einfluss endet - geht es nicht mehr.
Aber natürlich gibt es auch die theoretische Ebene wie hier in diesem Forum. Selbe Situation, wir stimmen ideologisch überein dass Elon Musk ein Kotzbrocken ist. Er hat zu Unrecht diese Macht. Alle anderen Milliardäre genauso, ganz schlimm diese Leute.
Aber was kann ich tun, ich kaufe keinen Tesla, ich baue keinen Tesla, ich bin zumindest augenscheinlich in keine seiner Zaubereien involviert. Nur - was hat das für einen Effekt?
Der Spaß in diesem Forum zu schreiben ist solange Unterordnung solange ich das so denke. Denke ich so, fange ich an meine eigene Emanzipation zu zersägen. Die eigene Souveränität bedeutet nicht allen die Meinung zu geigen, und alles dafür zu tun diese durchzusetzen, die eigene Souveränität bedeutet die Schwäche anzuerkennen falsch zu liegen, Quatsch zu erzählen und die Enttäuschung oder Freude über Feedback als gleichwertig nehmen zu können. Das ist der Konflikt, den handle ich mit euch und mit mir aus.
Nur ihr könnt für euch entscheiden, macht das Sinn was der da erzählt? Das gilt für jeden hier und es gilt auch für unsere Podcast Hosts.
Die einen wehren sich dagegen, die anderen haben schlicht Bock eine These zu widerlegen, aus Sportsgeist oder so, wiederum andere sehen ihre Hegomonie gefährdet, kurz, eine wilde Gemengelage die ausgehandelt wird. Es kann erdrückend sein wenn sich jemand kristallin ausdrücken kann, es kann auch erdrückend sein einen elendslangen Text durchzugehen, es kann eine Einladung sein, so wie ich zum Beispiel den Podcast höre.
Das ist eine individuelle Entscheidung die jeder selbst treffen muss. Und wir sehen dass das längst nicht bei allen so offen gehalten wird. Wenn ich das bewerten will, brauche ich hier nichts mehr schreiben. Ich kann mich dazu äußern, ich kann sauer sein, dagegen sein, ich kann aber auch sagen das gehört dazu, was weiß ich was den Autor sonst so im Leben beschäftigt, hat er gerade Stress und hat einfach schlechte Laune? Was beherrscht ihn denn so im Alltag?
Jetzt hab ich lange genug geschrieben, ich sage, wir machen uns beherrschbar durch uns selbst. Die eigen Einstellung, die eigenen Gedanken machen uns beherrschbar.