Ich habe Redecker noch nicht gelesen, deshalb muss ich darauf vertrauen, dass die Darstellung bislang ihrer tatsächlich entspricht, aber deine Umkehrung beider Beispiele fand ich sehr interessant.
Worin besteht denn überhaupt die Notwendigkeit einen historischen Begriff so schwammig neu zu definieren? Was hat Redecker sich davon erhofft?
Überlegenheit: Zweigeschlechtlichkeit ist eine biologische Tatsache.
Phantombesitz: Die Zweigeschlechtlichkeit wird als universell menschlich verteidigt.
Liquidation: Das rechtliche Geschlecht muss einer wissenschaftlichen Tatsache zugrunde liegen, um alle Interessen von Transsexuellen, Schwulen, Lesben und anderen Gruppen, die sich durch ihr Geschlecht definieren, rechtlich sauber durchsetzen zu können. Rechtsunsicherheit muss verhindert werden. Das Ziel ist Klarheit aller beteiligten, da alle durch das Geschlecht definierten Gruppen unterschiedlichen Schutz bedürfen.
Syd:
Überlegenheit: Transgeschlechtlichkeit wird als moralisch oder politisch überlegen gesetzt, weil sie als inklusiver und integrativer gilt.
Phantombesitz: Die subjektive Geschlechtsidentität und das Recht auf ihre gesellschaftliche Anerkennung werden als exklusiver Besitz des Individuums behandelt.
Liquidation: Die biologischen Kategorien „Mann“ und „Frau“ verlieren ihre eigenständige gesellschaftliche Bedeutung, indem sie durch subjektive Identität überschrieben oder ineinander überführt werden; die darauf beruhenden sozialen Institutionen – insbesondere die Familie – werden dadurch aufgelöst.