April 2026: Ja, auch wir reden über den Wal

Have fun! Und bedenkt, ab heute liest Olivia eure Kommentare mit!

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Wenn sich schriftliche Mitarbeit im Forum anfühlt wie mündliche Mitarbeit in der Schule damals. :ok_hand: :slightly_smiling_face:

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Ich mag die neue Lehrerin. Während ich früher (Aufwachen!) für meine Beiträge in der Ecke stehen musste oder gar rausgeschmissen wurde, bekomme ich jetzt ein Lob! :grinning_face:

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Hey, Stichwort SLAPP: Ich möchte hier mal auf einen aktuellen Fall hinweisen. Ein Lokalpolitiker verklagt einen lokalen Umweltverband, der auf die schiefen Mauschelein zwischen politisch Verantwortlichen und dem Tesla Konzern hinweist: https://www.bi-gruenheide.de/wp-content/uploads/2025/09/2025-09-10-PM-SLAPP-Klage-Scharnke-2.pdf

Im Kern geht es um die Trinkwasserversorgung in einer der trockensten Gegenden Deutschlands gleich neben der größten Stadt Deutschlands. :scream:

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Ich habe eine Anmerkung zu eurem Batteriespeicher-Ausflug. Da seid ihr einer Erzählung der Kapitalseite gefolgt. Denn die Speicher brauchen nicht „nur die Anschlussgenehmigung“, sondern auch einen Kundenanschluss an einem Umspannwerk. Diese sind aktuell Mangelware und die Schlange dafür so lang, dass aktuell das Verfahren vom Windhundprinzip zum Reifegradverfahren umgestellt wurde. Diese Kundenanschlüsse bedeuten Erweiterungen von Umspannwerken (oder den Bau neuer Umspannwerke). Sie sind aktuell ein sehr rares Gut, an das auch etwa Gewerbeparks und Industrieanlagen oder Serverparks möchten. Die Beschaffung neuer Transformatoren (das Herzstück eines Umspannwerks) dauert aktuell 5–6 Jahre im Höchstspannungsbereich.

Hätten wir früher mehr ausbauen sollen? Bestimmt! Aber die Darstellung, man bräuchte nur eine Genehmigung, ist vom Zitatgeber entweder maximal uninformiert oder offen gelogen. Wahr ist: Das wird locker die nächsten 10 Jahre ein knappes Gut bleiben.

Gleichzeitig sind private Energiespeicher nicht einfach so netzdienlich, sondern gehören privaten Investoren, die Gewinn maximieren wollen. Marktpreise und Netzanforderungen sind nicht deckungsgleich.

Man muss Katherina Reiche nicht mögen. Aber bei dem einen Thema haben wir ein Problem, das nicht sie verursacht hat und das nichts damit zu tun hat, ob und wie man Gas nutzt.

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Gaskraftwerke brauchen all das doch auch und in öffentlicher Hand sind sie auch nicht. Verstehe deine Anmerkungen noch nicht ganz.

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Das stimmt, brauchen Sie. Dagegen sage ich gar nichts. Das ist genau der gleiche Mangel.

Es geht darum, dass das Gut Kundenanschluss aktuell sehr rar ist. Es eben nicht „nur eine Genehmigung“ benötigt. Das wäre ja nur ein formeller Akt. Sondern es physische Anschlüsse braucht, die so aktuell nicht ausreichend vorhanden sind und die auch nicht fix gebaut werden können. Und um diesen Anschluss konkurrieren nicht nur Gaskraftwerke und Batteriespeicher, sondern auch Gewerbeparks oder Industrieanlagen (also Arbeitsplätze, statt Rendite über Speicher-Investoren).

Der Zitatgeber stellt das hier falsch dar, als wäre das ganz einfach. Dabei gibt es einen realen physischen Mangel. Und eine Konkurrenz nicht nur zwischen Batteriespeichern und Gaskraftwerken.

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Das ist auf den ersten Blick ja ein super Beispiel für “Anything we can actually do we can afford".

Was ich mich aber frage:

Wenn etwas geht und sich lohnt sind firmen extrem schnell, Kapazitäten auszubauen. Wenn der formale akt Genehmigung schnell (formell eben) abgehakt würde, hapert es an einem physikalischen Engpass, an den private Akteure nicht rankommen, oder einen, den sie schnell ausbauen könnten? Weil dann wäre das Gaspedal eben doch die schnelle Genehmigung (also Genehmigungsfreiheit…)

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Die Kundenanschlüsse müssen an das Stromnetz angeschlossen werden. Es würde fiktiv einem Projektentwickler (btw. in der Regel private Akteure mit viel Geld und eben nicht ein gemeinwohlorientiertes Stadtwerk) nichts bringen, ein Umspannwerk irgendwo zu bauen und sich anzuschließen. Man muss schon auch ans Stromnetz ran. Und dort sind die Kapazitäten aktuell beschränkt.

Daher keine Ahnung, wie du dir Genehmigungsfreiheit vorstellst. Am Ende benötigst du einen Kundenanschluss an einem Umspannwerk eines Netzbetreibers (simple ausgedrückt: die sehr, sehr große Steckdose, in die du dich einsteckst). Und von diesen Kundenanschlüssen gibt es nicht beliebig viele und sie können auch nicht mal eben fix nachgebaut werden, aus mehreren Gründen: Erstens muss man dafür ein Umspannwerk erweitern. Zweitens benötigt man dafür Geräte, die nicht alle einfach so lieferbar sind. Drittens müssen die Netze am Umspannwerk das auch aushalten.

Da aktuell, egal wie man das findet und wie sehr man das vielleicht früher hätte angehen müssen, die Kundenanschlüsse ein Mangelgut sind, geht es eben nicht nur um eine Genehmigung. Und um dieses knappe Gut konkurrieren auch andere Dinge, die angeschlossen werden müssen (bsp. Serverparks, Industrieanlagen, Gewerbeparks).

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Was man bei der Frage „Batteriespeicher vs. Gaskraftwerke“ auch berücksichtigen sollte: Erstere können auf Tagesbasis für Ausgleich sorgen, bei wetterbasierten Energien braucht es aber immer auch eine flexible Reserve wenn wetterbedingt nichts geht - und zwar im schlimmsten Falle über mehrere Tage oder gar Wochen, und das in riesigen Mengen. Das leisten Gaskraftwerke.

Und die kosten Geld, ob sie laufen oder nicht: Personal, welches dauerhaft einsatzbereit sein muss, die Maschinen, die auch ungenutzt eine gewisse Pflege brauchen, und gelegentlich ein Probelauf für den Ernstfall. Das alles kostet.

Und es rechnet sich, solange die Gaskraftwerke nicht nur bei Dunkelflaute zum Einsatz kommen, sondern auch den täglichen Ausgleich übernehmen. Es rechnet sich für die Betreiber nicht mehr, wenn sie mit Batterien um Letzteres konkurrieren.

Auch unter diesem Aspekt ist das Anschließen zusätzlicher Batterien kein No-Brainer, wie im Mikroökonomen-Podcast suggeriert wird. Die Gaskraftwerke werden trotzdem gebraucht - und jemand muss sie dann fürs Warten bezahlen.

Den Endverbraucher kommt die Doppel-Infrastruktur aus Batterien UND Gaskraftwerken somit teurer, als wenn man auf die Batterien verzichtet. Zumindest solange der Gaspreis nicht in absurde Höhen steigt.

Mit Claude habe ich das ausführlicher besprochen, hier: https://claude.ai/share/d4b7a2d6-8070-4e7d-a851-8b246c586985

Claude redet in keiner Art und Weise davon, dass die Kundenanschlüsse ein beschränkender Faktor sind oder die Netzkapazitäten da ebenfalls mit hineinspielen (mir sind selbst beim Überfliegen noch mehr inhaltliche Fehler aufgefallen).

Wenn dich das Thema interessiert, könnten 2–3 Folgen des energate-Podcast zum Thema sinnvoller sein, als ein Selbstgespräch mit einer KI.

???

Hat ja niemand behauptet. Es ist ein ganz anderer, zusätzlicher Aspekt, auf den ich hinweise. Schon der erste Satz macht das doch deutlich, oder?

Alles gut!
Wollte nur andeuten, dass tatsächlich das Gespräch mit der KI vielleicht nur gut klingt, aber inhaltlich viel falsch ist. Also nicht an deinen Herumfragen (das lenkt ggf. nur durch das Bestätigenwollen einer KI in die falsche Richtung), sondern in den Antworten selbst. Und konstruktiv sagen, wo du zu dem Thema recht gut konsumierbare Fachinfos bekommst.

Wollte dich nicht angreifen.

Okay.

Ich denke, der kommerzielle Aspekt, auf den ich hinweise, hat Bestand auch ohne den KI-Part. Habe inzwischen gelernt, dass manche auf KI-Selbstgespräche allergisch reagieren - aus oft gut nachvollziehbaren Gründen - und trenne das nun strikt.

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Bin nicht sicher, ob du meinen Gedanken missverstanden hast.

In der Energiewende sieht man immer wieder, das technisch umsetzbare Dinge an regulativen Versäumnisse oder politisch erzeugter Unsicherheit scheitern oder straucheln. Beispiele wären die Wärmepumpe, Power-to-Gas (Stichwort Letztverbraucher, hatte ich hier irgendwo schon mal zu geschrieben), jetzt PV Einspeisevergütung, obwohl die praktisch die Wirtschaftlichkeit nicht mehr beeinflusst werden die Leute unsicher und investieren weniger.

Meine Frage war also:

Hapert es an physikalisch bedingten Problemen (fehlende Lieferbarkeit Transformatoren, Netzengpässe usw) oder daran, dass die Anschlüsse quasi als Stapel abgearbeitet werden. Weil, wenn letzteres der fall ist könnte man ja privaten Firmen theoretisch ermöglichen, den Netzausbau, die Umspannwerkerweiterung usw als Teil ihres investmentcase umzusetzen, vorausgesetzt Siemens Energy und Co schaffen schnell mehr Kapazitäten, Trafos und Co zu bauen.

Das hatte ich mich auch gefragt, aber dann ist meine Antwort schon ganz richtig: Es scheitert an Problemen wie der Lieferbarkeit von Transformatoren, den Ausbauzeiten von Netzen (dir bringt ja beliebig viel Einspeisung nichts, wenn dir die Leitungen dann durchbrutzeln) und auch Marktkapazitäten für den Bau.

Unabhängig davon weiß ich nicht, wie gut die Idee wäre, dass private Drittunternehmen am Leitungsnetz rumsteuern und die Umspannwerke nicht in der Hand der Netzbetreiber sind.

Ja ist schon klar, dafür will ich mich hier auch nicht stark machen.

Einfach nur der Punkt: schnelle Genehmigungen, sichere Bedingungen machen im Bereich der Energiewende einen riesen Unterschied, was Investitionen angeht. Daher die Idee: “Genehmigungsfreiheit" - und dann konzentriert man sich auf die Umsetzung so wie es halt real geht.

Was meinst du denn mit Genehmigungsfreiheit? Dass die Anlagen nicht mehr nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz genehmigt werden müssen? Verstehe den Punkt nicht.

Nein, einfach das es kein Verfahren braucht sondern nur technische Regeln die eingehalten werden müssen. Du musst nur anmelden, nicht abwarten ob du darfst. Beschleunigen halt.

Aber wie stellst du dir das ohne Verfahren vor? Man baut seine Anlage neben ein Umspannwerk, klettert über den Zaun und steckt den Stecker irgendwo rein?

Also, was meinst du mit „nur anmelden“? Davon ist der Kundenanschluss ja nicht da. Du musst ja trotzdem ans Umspannwerk oder ans Netz ran. Denkst du, die würden dann auf Verdacht bauen, und wenn’s nichts wird, wird’s halt nichts?