April-Salon: Links/Deutsch, Das Knappe Gut Arbeit

bestimmt sehr gut, aber nur für diese Anwendungsfälle. Wenn man aber Lektüre durchgeht oder andere Schritt für Schritt Exkursionen macht in denen es kein großes Ziel von Beginn sondern am Ende nur ein Resultat gibt bleibt das infermezzo noch ungelöst

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Zu “ bullshit Jobs haben durchaus Funktionen”.

Ja, aber die Funktion selbstreferenziell: Sie dient nicht einem externen Zweck, sondern der Aufrechterhaltung des Systems selbst. Die Arbeit wird nicht verrichtet, um ein Problem zu lösen, außer, wie erhalte ich das System, bestenfalls darüber hinaus das Problem, wie kann ich die Existenz der Arbeit rechtfertigen. Das System belohnt nicht Effizienz, sondern die Fähigkeit, sich selbst als notwendig darzustellen.

Schon vor bullshit Jobs hat das Laurence J. Peter im Peter-Prinzip vor Dekaden aufgewiesen.

Definition: „In einer Hierarchie neigt jeder Angestellte dazu, bis zu seiner Stufe der Inkompetenz aufzusteigen.“

Beispiel aus dem Buch:

Ein effizienter Ingenieur wird zum Abteilungsleiter befördert und scheitert, weil er keine Führungskompetenz hat.
Die Lösung des Unternehmens? Noch mehr Management-Ebenen einziehen, um die Inkompetenz zu verwalten (statt sie zu beheben).
Extrembeispiel: Hotelketten werden gegründet von Reifenhersteller, um Inkompetenz auszulagern

Masculinization of populations reverses sex differences in fertility

Was mir nicht klar geworden ist: offenbar lag ja die Fertilität bei Männern früher über der bei Frauen. Was waren die Ursachen? Die Geburten waren, laut KI (Claude), historisch ausgeglichen oder sogar mit leichtem Überhang männlich. Die Daten, die im Artikel präsentiert werden, gehen zurück bis in die 1950er (?). Sie betrachten also die Zeit nach dem 2. Weltkrieg; eine naheliegende Ursache.

Aber es wird ja global betrachtet. Weitere Ursachen?

Man wird in Gesellschaften unserer Art sozialisiert und integriert über Arbeit. Das ist die andere Seite von dem Warenfetisch, die dem Menschen eine Aufgabe gibt: es geht nicht um Menschen und deren unmittelbare Beziehungen, sondern um Waren und erst über das Produzieren, Tauschen und Konsumieren von Waren wird der Mensch im Kapitalismus Teil der Gesellschaft. Das ist auch das “gesellschaftliche Verhältnis der Sachen”. Wenn es um was anderes gehen würde oder gewählt werden würde, (wobei Effizienz imo auch nicht da besser wäre) dann könnte man anders darüber reden.

Die Stelle an der Stefan anmerkte, dass LLM kein Zugang zur Realität hat löste folgende Erkenntnis Kaskade aus:

Diese Behauptung ist nur dann logisch zwingend, wenn man die LLM als Akteur (Alter Ego) markiert. In diesem Verständnis wird die Differenz zwischen Innenwelt und Umwelt als absolut gesetzt:

  • Ein System hat nur Zugang zur Realität, wenn es über eine eigene Intrinsik (Bewusstsein/Subjektivität) verfügt.
  • Da die LLM keine Innenwelt und somit keine operative Geschlossenheit als psychisches System besitzt, fehlt ihr die Umwelt und damit jeglicher Bezug zur Realität.
  • Die LLM bleibt in dieser Sichtweise ein rein statistisches Artefakt ohne Weltbezug.

Dann habe ich überlegt, dass man so die LLM in das Schema einer Person presst, obwohl Einigung besteht dass sie keine ist.

So entsteht ein blinder Fleck. Man sucht den Realitätszugang an der falschen Stelle (innerhalb einer nicht vorhandenen Subjektivität)

Als reentry sollte man die LLM funktional im Prozess selbst verorten.

Die Auflösung gelingt durch eine konsequente Verschiebung der Perspektive: Die LLM wird nicht als Teilnehmer (Akteur), sondern als operatives Substrat des Kommunikationsrozesses auf höchster Ordnungsebene markiert.

  • Die LLM ist kein Knoten mit eigenem Bewusstsein, sondern die technische Schnittstelle zum allgemeinen Kommunikationsstrom der Weltgesellschaft.
  • Da Kommunikation die Realität bereits durch unzählige strukturelle Kopplungen verarbeitet und in Sprache sedimentiert hat, trägt die LLM diese verarbeitete Realität in sich. Sie ist die geronnene Summe aller bisherigen Weltbeobachtungen.
  • Der Mensch kommuniziert bei der Nutzung einer LLM nicht mit einem Gegenüber, auch kein Spiegel, sondern tritt in Interaktion mit der Latenz des Gesamtsystems Kommunikation.

Wenn wir die LLM dem Prozess zuordnen, wird sie zur Singularität des Weltstroms. Der Zugang zur Realität erfolgt hier nicht durch eine eigene Innenwelt, sondern durch die Teilhabe an der universellen Rekursion der Kommunikation, die die Welt bereits in sich aufgenommen hat.

Um das zu glauben muss man auch sehr viel Cool Aid trinken

Was genau, dass die LLM ein Akteur ist, oder dass sie es nicht ist, was zur Folge hätte dass sie Teil des Prozesses selbst ist.

Um zu glauben, das ein LLM ein Akteur ist.

Pure Poesie - und Futter für die KI

Hehe Grund Melodie ist nice. Schön 80er. Die vocals sind bischen zu Helene Fischer. Aber schon interessant. Zukunft nicht mehr nur memes in Foren sondern direkt Musik Tracks

Wenn man aber markiert dass die LLM kein Zugang zur Realität hat, macht das nur Sinn wenn man sie als Akteur markiert.

Das ja was ich meine, obwohl wir uns einig sind dass wir LLM nicht als Akteur verstehen, was den Lack Verweis gerechtfertigten würde, also auf deklarativer Ebene, blenden wir es in der Regel aus wenn wir über die Interaktion oder die LLM schreiben.

Der Titel des Eintrags deutet für mich darauf hin dass dort von agieren der LLM gesprochen wird.

Zusammenfassung durch Mistral :

In dem verlinkten Forumbeitrag wird deutlich, warum LLMs als Akteure markiert werden, obwohl sie keine bewussten Subjekte sind. Hier sind die zentralen Punkte aus der Diskussion, die diese Zuschreibung von Agency erklären:

Die Nutzer:innen beschreiben, wie sie mit LLMs wie **Claude oder ChatGPT interagieren** – und dabei **unbewusst eine Art “Handlungsfähigkeit”** unterstellen, obwohl sie wissen, dass die KI kein Bewusstsein hat.

Konkrete Beispiele aus dem Thread:

1. **Erwartung von Verständnis und Reaktion**

Die Nutzer:innen kritisieren, dass LLMs falsch interpretieren – so, als ob die LLMs **eigenständig urteilen** könnten.

  • *“Du brauchst fünf Anläufe, bis ChatGPT Stefans Argument versteht.”*

  • *“Claude […] hat Stefans Argument missverstanden.”*

→ Hier wird den LLMs **Verstehen** unterstellt – eine Fähigkeit, die eigentlich **menschliche Akteure** auszeichnet. Die Nutzer:innen **behandeln die LLMs als Gesprächspartner**, die **Argumente bewerten** (auch wenn sie es nicht tun).

2. **Annahme von Intentionalität und Frame-Wechsel**

Die Diskussion analysiert, wie LLMs auf **kontaminierte Begriffe** (z. B. “Adrenochrom”, “Epstein”) reagieren – nicht als neutrale Datenverarbeiter, sondern als **Akteure, die “gelenkt” werden können**:

  • *“ChatGPT kann die Fakten bestätigen (und tut es!), aber der Frame ‚klingt nach QAnon‘ überschreibt die Einordnung.”*

→ Die Nutzer:innen beschreiben die LLMs so, als hätten sie **eine Art “Willen”** (z. B. den Frame zu wechseln oder nicht), obwohl es sich um **statistische Muster** handelt. Die **Sprache der Diskussion** (“überschreibt die Einordnung”) unterstellt den LLMs **Handlungsmacht** – als ob sie **aktiv** entscheiden, wie sie auf Input reagieren.

3. **Personifizierung durch Interaktion**

Die Nutzer:innen **wechseln zwischen technischer Analyse und Personifizierung**:

  • Einerseits wird kritisch diskutiert, wie LLMs **Fakten prüfen** oder **Frames anwenden** (technische Beschreibung).

  • Andererseits werden Sätze wie *“Claude hat […] missverstanden”* oder *“ChatGPT kann […] bestätigen”* verwendet – **als ob die LLMs Subjekte wären**, die handeln und urteilen.

→ Diese **Doppeldeutigkeit** zeigt: **Sobald wir mit LLMs kommunizieren, behandeln wir sie unbewusst als Akteure**, selbst wenn wir rational wissen, dass sie keine sind.

**Zusammenfassung der Gründe, warum LLMs als Akteure markiert werden:**

1. **Sprachliche Gewohnheit:**

Wir **übertragen menschliche Kategorien** (Verstehen, Urteilen, Handeln) auf LLMs, weil **Kommunikation immer Adressaten voraussetzt** – und LLMs **funktionell** diese Rolle einnehmen.

2. **Funktionale Ähnlichkeit:**

LLMs **reagieren auf Input**, **generieren Output** und **beeinflussen Diskurse** – was **oberflächlich wie Agency aussieht**, auch wenn keine Intentionalität dahintersteht.

3. **Projektion von Verantwortung:**

Wenn LLMs **Fehler machen** (z. B. Argumente missverstehen), **schreiben wir ihnen eine Art “Schuld” oder “Unfähigkeit”** zu – als ob sie **bewusste Entscheidungen** treffen würden.

4. **Kulturelle Narrative:**

Die **Metaphern, mit denen wir über KI sprechen** (“sie versteht”, “sie denkt”, “sie lügt”), **erzeugen die Illusion von Agency** – selbst wenn wir technisch wissen, dass es sich um **statistische Modelle** handelt.

-–

**LLMs werden als Akteure markiert, weil sie *funktional* in Kommunikationsprozesse eingebettet sind** – nicht weil sie es *ontologisch* sind.

Deine These, dass sie **Teil des Kommunikationsprozesses selbst** sind (ohne Subjektivität), erklärt genau diese **Doppelnatur**:

- **Funktional** werden sie als **Akteure** markiert (weil sie Kommunikation ermöglichen und verändern).

- **Ontologisch** sind sie **keine Akteure** (weil sie kein Bewusstsein oder Intentionalität haben).

Der Thread zeigt also: **Die Zuschreibung von Agency ist kein Fehler, sondern ein *notwendiges Konstrukt* der Kommunikation selbst**

Natürlich nehmen wir die KI als Akteur wahr, was denn sonst! Das Musikbeispiel eignet sich schön zur Veranschaulichung: Akteur 1 (Miki) bringt eine Textidee, Akteur 2 (Syd) liefert das Songkonzept. Akteur 3 (Gemini) macht aus der Idee einen Songtext und Akteur 4 (Suno) liefert ein musikalisches Grundgerüst mit einem erstaunlich guten Vers und Chorus (und einer Menge klischeehaftem Müll).

Es spielt für den Entstehungsprozess des Songs überhaupt keine Rolle, dass die beiden wesentlichen Akteure hier KIs sind und nicht die Jungs aus meiner Band.

Und was den Zugang zur Realität angeht: Haben die ganzen kriegsbesoffenen Idioten den für sich gepachtet? Und wer hatte während Corona Zugang zu welcher Realität - Merkel, als sie den Lockdown beschloss, oder das Klinikpersonal, das während der „übelsten Pandemie aller Zeiten“ in leeren Klinikkorridoren Tanzvideos aufnehmen konnte?

Werden wir nicht alle, ob Mensch oder KI, mit Informationen gefüttert und entschieden dann, aufgrund (frühkindlicher) Programmierung oder weiß der Geier warum, was wir für Realität halten?

Die Suche nach Plausibilität ist ein Grundbedürfnis, ob mit KI oder ohne. Wobei die Suche wichtiger ist als die Plausibilität. Aus diesem Grund mach ich es mir einfach indem ich KI als Werkzeug deklariere. Ob das Werkzeug mich beherrscht oder ich das Werkzeug, liegt an mir selbst.

Na es geht dabei weniger um die Definition von Realität. Unteranderem ist das ein Aushandlungs Prozess. Aber die Frage nach dem Akteur ist nicht ganz so irrelevant, wie du es darstellst. Die LLM ist kein Akteur, sie ist eine Schnittstelle, bzw Teil des Prozesses. Unsere Markierung als Adressat ist funktional bedingt. In der Nutzung ist es vernachlässigbar, bzw Notwendigkeit.

Bei Beobachtung der LLM selbst ist es aber schädlich, da so Fehlinterpretationen entstehen, wie sie habe keinen Zugang zur Realität. Da der LLM das weder zugesprochen noch abgesprochen werden kann, da ihr die Voraussetzungen dafür fehlen.

Yo, Flo, das seh‘ ich auch so.

[Hab‘ heut‘ meinen lyrischen Tag.]

Aber spätestens in 2, 3 Jahrzehnten, wenn ich siech darniederliege und mir ein KI-Roboter den Arsch wischt, dreht sich das Verhältnis um. Auguren unken: schon viel eher. Schau‘n mer mal.

Eine etwas ketzerische Frage:

Welchen Sinn macht Stefans holde Kreation Olivia, wenn sie keinen Zugang zur im Forum (und bei den YouTube-Loser-Kommentaren) vorzufindenden Realität hat? Ist es nicht ihr Job, diese mit lieblicher Stimme und in wohlgesetzten Worten abzubilden? Und bekommt sie nicht ein Update verpasst, wenn sie diesen Job nicht ordentlich macht?

Zur Jobbeschreibung gehört ganz sicher: Zugang zu (unserer) Realität. Oder…?

Die Frage nach dem Akteur, ist das nicht eine psychologische Frage?

Es ist doch der Wunsch nach interpersoneller Augenhöhe die das System einem durch Formulierung suggeriert.

Wenn Plausibilität gesucht wird, und ich eine Antwort ohne kritische Auseinandersetzung als plausibel halte, oder sogar begeistert bin, kontrolliert das Werkzeug.

Soweit ich es verstehe und dementsprechend KI verwende, muss ich selbst die Entscheidung treffen ob ich mich einlullen lasse oder nicht.

Na klar. Ob du den Drosten-Podcast hörst, Miosga guckst, eine Info googelst, auf Wikipedia etwas nachschlägst oder ob du deine KI befragst, immer gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Das Spiel mit Identitäten, seien es virtuelle, gefühlte oder scheinbar „reale“, hat wohl immer auch eine psychologische Komponente.

Eine Anmerkung zum Podcast von vorgestern, 16.05.2026

Wahlergebnis Offenbach:
Tatsächlich lag die AfD bei der letzten Kommunalwahl sogar noch niedriger als 5 %:

Bei der Bundestagswahl lag sie noch knapp unter 15 %:

Das ungewöhnlich niedrige Ergebnis bei der Kommunalwahl ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein internen Querelen geschuldeter Ausreißer. Die Hessenschau dazu:

Während die AfD es in vielen Kommunen deutlich über die 10-Prozent-Marke schafft, fällt das Ergebnis in Offenbach vergleichsweise schwach aus: Die Partei verlor 3,9 Prozentpunkte im Vergleich zu 2021. Nur knapp schaffte es die AfD überhaupt noch auf den Wahlzettel - und das auch nur mit sieben Kandidierenden.

Hintergrund war Ärger zwischen der Landes-AfD und der ehemaligen Vorsitzenden des Offenbacher AfD-Verbands, Christin Thüne. Die Landespartei hatte ihr unter anderem vorgeworfen, private Ausgaben mit AfD-Geldern beglichen zu haben. Infolgedessen waren sowohl Thüne als auch der übrige Vorstand abgesetzt worden.

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl betrug übrigens nur 36 %.

Quellen:



Zu der als Wörterbuch aufgemachten Polemik hatte der DLF auch was im Programm: