April-Salon: Links/Deutsch, Das Knappe Gut Arbeit

Zur KI-Arbeits-Debatte: Der Chef von Cloudfare erklärt, wieso er vor zwei Wochen 20 Prozent seiner Belegschaft entlassen hat.

“To understand the issue, I went back to a book published in 1954, 20 years before I was born: Peter Drucker’s “The Practice of Management.” Drucker explores the different roles inside every business, which I would categorize as builders, sellers and measurers….AI isn’t coming for builders or sellers, but it is coming for measurers….AI won’t kill all jobs. But it will change every business. Ultimately, it will prove Drucker right.”

Ach, ich wusste gar nicht, dass Reichelts „Wörterbuch“ im (ehemals?) links verorteten Westend-Verlag erschienen ist. Es gibt dort deswegen wohl gerade ein bisschen Zoff mit (ehemaligen?) Autorinnen und Autoren - Gregor Gysi, Ulrike Herrmann und so. Na ja…

Deren offener Brief findet sich am Ende des Artikels.

Prince benutzt Drucker, um eine Entscheidung nachträglich zu legitimieren, die er wohl aus ganz anderen Gründen getroffen hat – nämlich Kostensenkung durch KI-Automatisierung. Drucker liefert dafür eine intellektuelle Verpackung, die besser klingt als “wir haben 20 % der Belegschaft gefeuert, weil es günstiger ist.”

Also: Drucker hat nicht Unrecht – aber er wird hier etwas instrumentalisiert.


Ist von Claude, nicht von mir. Wirklich verdammt schlau, dieses LLM.

Dass ausgerechnet measurers anfangen sollten, über Umschulungen nachzudenken, ist angesichts solcher Schlagzeilen eine ziemlich ulkige Idee.

Zurück zu Reichelts seltsamem „Wörterbuch“. Es gibt ein paar Begriffe, bei denen Reichelt & Co durchaus einen Punkt haben und für mich gehört „Faktenchecker“ dazu. Ich zitiere aus dem Podcast:

„Der Faktenchecker. Im Auftrag regierungsnaher Medien tätiger Journalist, der stets nachzuweisen hat, dass die Kritiker etwas Falsches behaupten und die Regierung immer recht hat.“

Natürlich ist das polemisch zugespitzt, aber es hat einen wahren Kern.

@Stefan kommentiert das folgendermaßen: „So, also wenn wir jetzt Friedrich Merz einsortieren mit „der Faktenchecker gibt Friedrich Merz immer recht“ und die Faktenchecker sind aber immer Linke, die das einfordern, listen to the science, wie auch immer. Also es passt auch einfach nicht zusammen. Wir werden gerade nicht von Gregor Gysi regiert.”

Ich möchte dem entgegnen: Der Gysi-Take klingt logisch und ein bisschen lustig, aber er funktioniert nur, wenn man Reichelts Framing der Journalisten als „links“ übernimmt. Und genau DAS wollen wir ja ausdrücklich nicht.

Es gibt auch gar keinen Grund dazu. Wir werden seit Jahrzehnten von Rechts regiert: Merkel, Scholz, jetzt Merz. Das Aufkommen der Faktenchecker datiert - folgt man Norbert Häring und seiner Darstellung in „Der Wahrheitskomplex“ - auf die Zeit um den Beginn des Ukrainekrieges 2014. Erkennbar in Erscheinung trat das Phänomen „Faktencheck“ zumindest für mich ab 2020 mit der Corona-Krise.

Und da war es ganz klar so, dass die Faktenchecker immer auf Seiten der staatlichen Institutionen argumentierten und deren Kritiker kritisierten. Es war nie umgekehrt - wer dennoch ein Beispiel findet, möge es mir zeigen. Claude fand nichts.

Ein Beispiel unter Hunderten:

Ich will jetzt nicht auf Details eingehen, der Youtuber hatte bei den Zahlen jedenfalls recht - vgl. meine „kaputte Corona-Mathe“ - und die Bemühungen von Correctiv, ihn zu widerlegen, sind ebenso irreführend wie vergebens. Ein Muster wird hier aber erkennbar: Da den Faktencheckern eigene Expertise fehlt, berufen sie sich auf staatliche (und oft weisungsgebundene) Institutionen wie das RKI. Oder den Merkel-Berater Drosten. Was, wenn nicht das, verstehen wir unter „staatstragend“?

Hingegen gab es nie einen Faktencheck, der sich beispielsweise mit den Behauptungen einer Mai Thi Nguyen-Kim (MaiLab)
kritisch auseinandersetzte. „Impfpflicht ist OK“ - findet ihr…?

Wenn Wolfgang bei Jasmin Kosubek zum Thema Impfpflicht sagte „Was ich bereue ist, dass ich so leicht vertraut habe“ - offenbar den falschen Einflüsterern - dann hat das sehr wahrscheinlich auch damit zu tun, dass Faktenchecker (und der Mainstream-Journalismus ganz allgemein) während Corona immer kritisch gegenüber den Kritikern agierten und praktisch nie gegenüber staatlichen Akteuren und deren Institutionen.

Sie handelten staatstragend. Ganz ohne einen Kanzler Gysi.

Wer hat den Eindruck, das sei bei den Themen Ukrainekrieg, Völkermord in Gaza oder in Sachen Kriegstüchtigkeit wesentlich anders?

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Für die einen sind Fakten etwas was der Mehrheitsmeinung entspricht, für den anderen sind Faktenchecker die Gegenposition der eigenen Meinung.

Ich frag mich wo die Lösung liegt.

Wie du schon sagtest:

“Wir werden seit Jahrzehnten von Rechts regiert: (Kohl, Schröder) Merkel, Scholz, jetzt Merz. “

Den Wählern macht es offensichtlich gar nichts aus, belogen und manipuliert zu werden.

Natürlich ist das in neoliberalen social Media- Zeiten noch viel einfacher geworden.

Doch, das macht Menschen was aus, nur leider schlußfolgern sehr viele, dass die AfD hier die Lösung sei (weil die das Störgefühl ansprechen)

Zu Links/Deutsch:

Zitat @Stefan : “Die Transfrau ist kein Mann. Das ist empirisch widerlegte Biologie.”

Nein, ist es nicht. Bei Säugetieren gibt es zwei biologische Geschlechter.

Ich hoffe mal nicht, dass Stefan Biologie als rechte Ideologie betrachtet und daher ablehnt. Sollte er glauben, was er sagt, dann wäre das unter Transgenderideologie zu verbuchen (die nicht mit Biologie zu verwechseln ist), und sollte mal genauer von ihm betrachtet werden.

Für mehr Infos zum Thema empfehle ich diesen Podcast (wie auch die gesamte Podcastreihe):

Gegenaufklärung F08: Die Wissenschaftlerinnen Adenin und Ilse über Biologie

Die Annahme einer strikten chromosomalen Binarität (XX = weiblich, XY = männlich) ist eine Modellvereinfachung, die der empirischen Komplexität nicht standhält. Es existieren diverse Aneuploidien und Variationen in der menschlichen Population. Kürzer: Ich bin kein Bioreduktionist! Und ich verstehe auch nicht, warum sich Leute wie du ständig mit solchen ideologischen Verrenkungen befassen nur um irgendwem irgendwas abzusprechen.

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Wer sind diese Leute? Fakten halten sich nicht an Meinungen, aber umgekehrt wird möglicherweise ein Schuh daraus: Meinungen sollten sich an Fakten orientieren.

Auch hier: Wer ist dieser andere?

Und ich, was hier eigentlich die Frage ist… :wink:

dann kann man sich das ja einfach mal angucken… z.B. hier:

Genau, nur hast du ja in deinem Beitrag angemerkt dass das gar nicht so war. Was ich geschrieben habe, ist das, was sich während der Corona Pandemie abgespielt hat. Ich hab es nur zugespitzt.

Ich bin ein einfacher Mensch vom Land, komplizierte Fremdwörter wie „Bioreduktionist“ muss ich nachschauen. Alternativ dazu unterhalte ich mich neuerdings mit einer KI darüber. Das Ergebnis war für mich eben selber überraschend:

„Stefan begeht gleich mehrere Fehler auf einmal:

1. Der performative Widerspruch (den wir schon identifiziert haben) Er argumentiert biologisch, bestreitet dann Bioreduktionist zu sein.

2. Der Kategorienfehler (den wir auch schon hatten) Er widerlegt die strikte XX/XY-Binarität mit Aneuploidien – aber das hat mit Transgender nichts zu tun.

3. Er dreht den Vorwurf um @utabe wirft ihm Ideologie vor – Stefan wirft @utabe dasselbe zurück: „ideologische Verrenkungen". Aber Stefans Argument ist das ideologisch motivierte, weil es biologische Fakten für eine politische Schlussfolgerung instrumentalisiert, die daraus nicht folgt.

4. Er zitiert @utabe falsch (implizit) @utabe sagt nicht „Trans-Frauen dürfen keine Frauen sein". Er sagt: Biologie und Transgender-Identität sind verschiedene Kategorien – was exakt richtig ist.“

Und:

„Ein echter Nicht-Bioreduktionist würde sagen:

„Biologie ist eine Ebene – aber Geschlecht hat auch soziale, psychologische und identitäre Dimensionen, die nicht aus der Biologie ableitbar sind.“

Das hat er gerade nicht gesagt. Er hat die Debatte ausschließlich auf der biologischen Ebene geführt.“

Link zu Claudia:

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“Offshoring has been chipping away at back-office jobs for decades. Yet around 16.5 million Americans work in office- and administrative-support jobs like customer-service reps, office clerks and data-entry keyers, according to the Labor Department. That’s still more than the number working in manufacturing, but also down from around 18 million at the end of 2019. The number of customer-service representatives in metro Phoenix alone has tumbled 26% in the most recent four-year span the department measured.

Losses are expected to mount as AI takes over the kind of basic, repetitive tasks that are often back-office hallmarks. The Labor Department has projected employment in this broad sector will fall by 4% in the next eight years, the steepest drop among all major employment categories.

That has major ramifications for the American working class.” https://www.wsj.com/economy/phoenix-built-an-empire-of-cubicle-jobs-ai-is-coming-to-tear-it-down-fb64bb68?mod=hp_lead_pos7