Blinder Fleck Feminismus

Konservative männliche Narrative finden sich im Übermaß und stützen sich gegenseitig, gefühlt immer schon.

Das kann man, finde ich durchaus diskutieren, ob es nicht sinnvoll wäre, sich als linker Podcast nicht an linken Ideengeberinnen abzuarbeiten, das macht die Gegenseite nämlich nicht. Die halten zusammen.
Ob das Buch von Frau Herrmann nun wirklich so schlecht ist, kann ich nicht beurteilen. Ich hab’s nicht gelesen und die Podcast Folge konnte ich aus dem erwähnten Gefühl heraus auch nicht fertig hören.

Aber darum ging es mir ja auch nicht.

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und genau das ist mein Problem mit dem Kategorientausch.

Mich interessiert nicht, ob ein Buch von einer Frau oder einem Mann geschrieben wurde. (Bekenntnis: die Dynamik des Wissenschafts- und Publikationsbetriebes sind mir bekannt und ich verachte die misogynen Strukturen dahinter.)

Und mich interessiert nicht, ob konservative Männer konservative Frauen dulden, weil sie konservative Narrative stützen. Dann Frau Herrmann für ihre konservativen Narrative nicht zu kritisieren, weil sie eine Frau und “irgendwie links” ist und man ja gegen Konservative zusammenhalten sollte… da verstrickt man sich dann in moralischen Loyalitäten und aus dem Wunsch nach Erkenntnis wird der Wunsch nach Bekenntis (und man kann zum Rassismus von Alice Schwarzer nichts mehr sagen, weil sie ja Feministin ist…)

Man kann sich ja mal ein paar Folgen “Bundestalk” von der taz geben und überprüfen was da so von Frauen in einem “linksfeministischen” Medium für konservativer Unsinn verbreitet wird… oder man hört “Armutszeugnis” von Eva Völpel und Sabine Nuss, wenn man “mehr Wirtschaft von Frauen” hören will (ich höre die aber nicht, weil sie Frauen sind, sondern weil mich ihre Inhalte interessieren)

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Bundestalk ist tatsächlich eine totale Katastrophe.

Schaffe ich keine 10 Minuten.

Ich hätte aber lieber meinen Lieblingspodcast verbessert, statt woanders hin zu wechseln.

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Kann ich verstehen, aber das ist so ein Wunsch nach Reinheit, der sich nicht erfüllen kann. Warum sollten @Stefan und Wolfgang ins Mikro sprechen, was wir hören wollen und selbst wenn sie es täten: dann bräuchte ich sie nicht hören. Dann könnte ich mir selber Sprachnachrichten schicken und mich freuen, dass ich höre was ich selber denke.

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Das hab ich ja auch nicht verlangt. War nur ne Anregung/ Anmerkung.

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Da gebe ich Dir recht: Anlass gibt es genug.

Die nächste Frage die ich mir stellen würde ist: Wie würde ich mir denn als Frau wünschen, dass 2 Dudes das Thema besprechen?

Kann ich mir schon wieder schlecht vorstellen. Wolfgang hat noch nichtmal wirklich die Pointe von Barbie verstanden, obwohl er mit Sicherheit einer der Schlausten ist die ich so kenne.

Aber er kann sich ja auch nicht aus seiner Perspektive lösen.

Das Dilemma des Mannes ist ja, dass er im Patriarchat gleichzeitig Unterdrücker und Unterdrückter ist. Wolfgang hat das einmal thematisiert, als er sagte, ihm macht das Angst, dass man als Mann eben derjenige ist, der dann sterben gehen muss.

Da könnte man einhaken. Aber sowas würde ich eher in einem feministischen Special mit Wolfgang und einer schlauen Frau sehen als jetzt unbedingt im DNZ.

Aber was mich am meisten stört: Patriarchat ist ein System, keine individuelle Schuld. In einem patriarchalen System werden die Menschen so gemacht. Ähnlich wie ein rasssistisches System Menschen zu Rassisten macht.

Das also jetzt irgendwie den 2 Männern auf die Rechnung zu schreiben ist zwar konsequent neoliberal, aber nicht zielführend im Sinne das wir alle gemeinsam das Patriarchat überwinden müssen.

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Bezüglich der Frage kann ich die letzte Folge (vom 25. Januar) des Podcasts Geschlecht Macht Wissen empfehlen.

Am Anfang des Threads dachte ich ja noch, dass ich einfach falsch aufgetaktet hab hier, aber dieses ganze Forum ist so dermaßen toxic… findet ihr das gut wie es ist?

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ich hab beim lesen von deinem post gemerkt wie ich sofort anfange zu sortieren. ob man den vorwurf dem podcast wirklich anrechnen kann und so weiter. klassische erklärposition.

ganz ehrlich war mein erster gedanke kein zuhören. da waren sofort einwände. doch das ist doch ziemlich genau das muster das du beschreibst oder?

ich weiß nicht wie man das anders macht. ich frag das nicht rhetorisch:

wie klingt das für euch frauen wenn männer das thema aufgreifen. hilft das oder macht es einfach mehr lärm?

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Genau darum geht es in der oben erwähnten Diskussion in der Podcast-Folge “Cis-Männer im Feminismus: Ein Gespräch unter Feministinnen” (25. Januar 26) des Podcasts “Geschlecht Macht Wissen”. Da kann man sehr gut einfach mal zuhören und kriegt ne Reihe top Leseempfehlungen für die weitere Beschäftigung.

Gerade entdeckt:

Aktuelle Folge vom hä lol - Podcast.

Der war unterhaltend und auch sonst gut gemacht.

Die ältere Folge zum Thema:

21. März, Der Fall Ulmen und das Problem Mann

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Ich hatte das schon mal im Thread zu “richtigen” Feminismus eingeworfen; ich finde es zu leicht, einem Feminismus, der sich mit der Forderung nach Teilhabe an bürgerlicher Herrschaft und Subjektstatus für weiße, cisgeschlechtliche Mittelklassefrauen zufrieden gibt, den Status als Feminismus ganz abzusprechen. Er ist genauso, wie du es tust, für die Gleichsetzung von Feminismus und Frauenbefreiung, scharf zu kritisieren.

Aber wir machen es uns zu einfach, wenn wir leugnen, dass diese reaktionären, identitätspolitischen Tendenzen immer Teil feministischer Bewegungsgeschichte waren, und zwar der Teil, der innerhalb der Bewegung immer wieder kritisiert wurde, und gleichzeitig aus der Bewegung heraus oft die größte Sichtbarkeit und Strahlkraft genossen hat. Damit müssen wir uns auseinandersetzen, wenn wir nicht in dieselben Fallstricke geraten wollen.

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Ich denke das kommt eben auf die Definition von Feminismus an. Wenn man Feminismus als Identitätspolitik für Frauen versteht, die das Patriarchat prinzipiell anerkennt und auch stützt, dann passt das so. Ist dann halt ein ziemlich rechter Feminismus.

Wenn man aber Feminismus als kämpferische Bewegung gegen Unterdrückung begreift, dann fehlt der reinen Identitätspolitik einfach dieses Element.

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