Deutschland wird in der Straße von Hormus verteidigt

Bei Atombomben ist generell die Herausforderung geeignete Ziele zu finden.

Die dürften im Iran knapp sein.

Selbst wenn sie eine taktische Nuklearwaffe auf Teheran werfen können sie damit den Krieg nicht beenden.

“A whole civilization will die tonight”, solche tweets absetzen und im nächsten moment neben dem osterhasen weiter über den iran ranten. das ist keine simulation, das ist eine wahr gewordene south-park-folge.

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Auf. Zu. Auf. Zu.

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Wer hätte gedacht, dass die Staatsräson an der Zapfsäule endet und der Kanzler eine direkte Forderung an Israel richtet…

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Armin Laschet lässt sich sogar zu einem hysterischen Ausfall gegen einen Journalisten hinreissen.

Spannender Einblick in die Dünnhäutigkeit der Staatsräson…

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hatte nicht mehr weiter geschaut, um was es konkret ging - hatte es doch nicht gestimmt, dass eine amerikanisches schiff getroffen wurde?

Die Aufnahme auf dem Bild gab es schon im März.

Daher war mir das ohne Bestätigung zu unsicher.

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um es nochmal wieder hochzuholen:

die Taz schwankt noch zwischen “irgendwie sind wir dann auch im Krieg” und “man müsste schon krasser auffahren, als nur Minenräumung”

und stolpert in Beschreibung über seine eigenen Geschichten:

denn bei einer zentralen Frage wollen Frankreich, Großbritannien und Deutschland ganz bestimmt nicht mitmachen: die Meerenge im Zweifel freizuschießen, sollte Iran die Weltgemeinschaft nach dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg weiterhin mit einer Seeblockade bestrafen. Das Vertrauen der europäischen Staaten, die den Hormus-Einsatz vorbereiten, in den skrupellosen US-Präsidenten ist groß.

300 Argumentationsschritte später sieht man in vollkommener Offenheit, wie Argumente keine Rolle mehr spielen und jeder versucht mitzunehmen was zu holen ist.

Die Straße von Hormus, die Sprengung von Nordstream, der Tod der deutschen Autoindustrie, die weltweite Sicherung von Ressourcen und strukturschwache Städte werden zusammengerührt und in köstlicher Naivität innerhalb von 19 Minuten serviert.

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@JakobB :raising_hands: Wirklich anschaulich, was du hier über Monate zusammengetragen hast - zwischen amüsant und gruselig, mit Blick auf die mediale Performance.

Wenn ich das Schaffen des ÖRR sehe, ist mein erster Impuls, Ideen zusammenzuphantasieren, wie man diese Arenen auf ihre ursprüngliche Rolle zurückführen kann.

Der große Hebel steht bereit: Der ÖRR hat den verfassungsrechtlichen Auftrag, die gesamte Bevölkerung mit einem umfassenden Programmangebot aus Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung zu versorgen. Keine Minimalversorgung - inhaltlich vielfältig für alle gesellschaftlichen Gruppen und Blickwinkel. Er muss ausdrücklich staatsfern und unabhängig organisiert sein, und Aufsichtsgremien müssen pluralistisch mit verschiedenen Vertretern relevanter gesellschaftlicher Gruppen besetzt sein. Und so weiter. Streitigkeiten sind dazu längst im Gange und tatsächlich ist es inzwischen sogar zulässig, einzelne Sendungen gerichtlich auf die Einhaltung der Standards prüfen zu lassen.

Mir würde allerdings eher vorschweben, bestimmte Sendestudios und Formate in ihrer Agenda auf pragmatische Weise, und dabei verbindlich, auf den Verfassungsauftrag festzunageln. Bleibt die Frage, ob die Reichweite des ÖRR die Mühe lohnend macht - ich denke an Stefans „Oma Erna“. Andererseits sollte man die Frage vielleicht so nicht stellen, weil niemand wissen kann, wohin der Zirkus noch führt, wenn zum Beispiel andere Kanäle (als der ÖRR) durch Beschlüsse der Realpolitik eingedämmt werden. Es darf aber immer der schlechteste denkbare Fall unterstellt werden.

Es wird von Verteidigung und Abschreckung gesprochen - die üblichen pseudodefensiven Phrasen. Der Emdener Bürgermeister wirkt fast schon fröhlich. Vielleicht ist ihm noch nicht aufgefallen, dass von führender westlicher Seite ein waschechter Krieg gegen Russland vorbereitet wird - ohne diplomatische Begleitung, dafür mit viel Gehirnwäsche - und, dass sein erhoffter schicker Marinestützpunkt eine der attraktivsten Zielscheiben sein dürfte. Dann wär‘s in Emden ungemütlich. Vorher hat aber wenigstens die Wirtschaft in der Kommune nochmal ein bisschen gebrummt.

Bei 6 Minute 2 Sekunden ein unfreiwillig sehr humorvoller Einwurf der Sprecherin: „Risikostreuung wäre auch ein Grund, einen zweiten Hafen in der Nordsee zu bauen.“ Risikostreuung für wen? Zwischen den Zeilen könnte man interpretieren, dass Risikostreuung generell keine Erhöhung des Risikos ausschließe - so sei es also nicht gemeint gewesen. Würde mich nicht überraschen, wenn das noch irgendjemand aus den Reihen der deutschen Falken zum besten gibt.

Es wird noch besser, als der Oberbürgermeister sagt: „Wir sehen für Emden eine unheimliche Entwicklung“. Dem stimme ich buchstäblich zu - vor allem nach dem Krieg, der gerade von einigen herbeigeredet wird. Unheimlich ist es aber auch jetzt schon.

In Bremerhaven hätten einige auch gerne die Marine (Chance: Wirtschaft), andere nicht (Risiko: Krieg). Die Grünen sind natürlich an Bord, sonst wären sie nicht die Grünen.

das Stück ist wirklich gerade wegen seiner geringen journalistischen Qualität wirklich ein Lehrstück. Da werden die individuellen Motive einfach blank ins Mikrofon geredet und (jedenfalls ging es mir so) es kommt bei den Beteiligten schon fast Freude auf den nächsten Krieg auf, weil dann “endlich mal was los ist”.

Die völlig unreflektierte Verstrickung einer kommunalen Haushaltslage mit potentieller Kriegsbeteiligung usw. erinnert stark an “Die Schlafwandler” und man steht daneben und bekommt den Mund nicht mehr zu…

Ja, es ist ein Lehrstück an Verweigerung journalistischer Arbeit zugunsten ideologischer Ziele. Aus meiner Sicht (auf Sendungsebene) ein klarer Verstoß gegen die Verfassung. Krieg wird als Grundton einfach vorausgesetzt, wenn auch als Konjunktiv - und die Naivität des Beitrags wirft die Frage auf, ob überhaupt Journalismus praktiziert wird. Ziel laut Verfassung ist ja nicht, dass ein Journalist etwas von sich gibt, sondern, dass journalistische Qualität geboten wird. Man kann nur hoffen, dass die Mehrheit der Zuhörenden diesen dümmlichen Formaten nicht auf den Leim geht.

Mir gefällt übrigens im Zusammenhang mit der ÖRR-Medien-Leistung (oder auch Nichtleistung) deine Metapher von „Jeder Tag ist Tag eins“.

aber die ist von @Stefan :wink:

Dieser Moment im öffentlich-rechtlichen Interview, einmal aufgetaucht - inzwischen überall: Gast oder Gefragter sagen etwas nachweislich Hohles oder Halbgares – eine Ankündigung, eine Behauptung, eine Zahl ohne Herkunft, ein „wir nehmen das sehr ernst” – und die Moderation nickt, atmet, und greift zur nächsten Karteikarte. Die Nachfrage, die jetzt fällig wäre, ist keine Kür. Sie ist der Beruf. Sie ist der Grund, warum da überhaupt jemand sitzt, der vorgeblich journalistisch arbeitet.

Stattdessen läuft das Gespräch ab wie ein Videospiel-NPC mit drei Dialogoptionen: „Wie ordnen Sie das ein?”, „Was macht das mit den Menschen?”, „Danke, dass Sie da waren.” Man könnte die Sendung von einer Sprachsoftware moderieren lassen – auffallen würde es allenfalls am fehlenden Räuspern.

Die interessante Frage ist längst nicht mehr, ob das so ist. Die interessante Frage lautet: Wissen diejenigen, die so agieren, das selbst?

Option eins: Performance. Die weiche Frage ist die klügere Karriereentscheidung, denn die harte macht Ärger, Ärger macht Gremiensitzungen, und Gremiensitzungen macht kein Mensch freiwillig. Dann ist die Naivität ein Kostüm – maßgeschneidert, beitragsfinanziert, und das Publikum zahlt den Eintritt für eine Vorstellung, die es längst nicht mehr besucht.

Option zwei: Es ist echt. Dann sitzen da Menschen, die Journalismus studiert haben, ohne zu lernen, einer Antwort auch mal zu misstrauen, oder den Kern einer Sache zu ergründen. Ein Türsteher, der nach zwanzig Berufsjahren noch jedem glaubt, der behauptet, er stehe auf der Liste. Irgendwann steht der ganze Club voller Leute, die nie auf der Liste standen – und der Türsteher nickt weiter.

Vermutlich ist die Wahrheit banaler als beide Optionen, und genau deshalb schlimmer: Die Naivität ist antrainiert. Harmlos sein muss man für diesen Job nicht. Aber harmlos wirken können hilft enorm. Und wer das lange genug überzeugend spielt, verliert irgendwann die Fähigkeit, den Unterschied noch selbst zu bemerken. Methode ist vom Menschen dann nicht mehr zu trennen.

Bleibt als Verlustrechnung: kein Skandal, keine Haltung, keine Ideologie. Nur eine Sendung nach der anderen, in der die spannendste Frage zuverlässig die ist, die nie gestellt wird.

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Option 3: Selber als Journalist eine Agenda haben und diese in Interviews verfolgen. Da werden schon kritische Nachfragen gestellt, wennn der Gast etwas gegen die eigene Agenda sagt. Ist er derselben Linie unterwegs, kommt die nächste Karteikarte.

Stimmt. Das ist aber schon eine andere Kategorie, würde ich sagen. Diese Moderationen wirken häufig in weiten Strecken naiv - sind es aber nicht, was sich daran erkennen lässt, dass vom ersten Satz an Framing durchdrückt und die Präsenz der Agenda klarmacht. Dort wird das Gespräch auf ein bestimmtes Ergebnis hingetrimmt.

Die Verlustrechnung ist in diesem Fall: echter Skandal, naiv bemäntelte Haltung, hinter „edler Ethik“ versteckte Ideologie. Ebenso eine Sendung nach der anderen, in der die spannendste Frage zuverlässig die ist, die nie gestellt wird.