Wir haben es auf dem Schirm und werden es in einer der nächsten Folgen besprechen.
Nur mal so als Feedback. Alle Folgen bisher richtig gut. Unterhaltsam, interessant und aufschlussreich. Hoffe ihr habt noch ordentlich Reichweitengewinnung damit.
Mit Florentine hat Stefan endlich eine, für mich, optimale Gesprächspartnerin gefunden. Ich freu mich weiterhin über allgemeine Literatur und Politik Analyse in den anderen Podcasts. Aber es scheint mir als nachvollziehbare Evolution von Hans Jessen, Tilo ignorieren wir Mal im Sinne Partner, bis hier.
Ich bin zwar auch nicht der Meinung dass sie bestehenden Vorfälle den Hype rechtfertigen. und schon gar nicht das jetzt darauf folgende Apokalypse Szenario das gepusht wird mit irgendwelchen Prozent und Jahres Angabe. Also Haltbarkeit Datum der Menschheit im Makrobiotik Jogurt KI Agenten.
Also zumindest nicht so als Abgrenzung zu der eh schon bestehenden Weltuntergang Uhr. Kommt halt zu Folgen Erderwärmung, Atombomben, Drone Krieg usw noch ein Gefahr Szenario dazu.
Dennoch folgender Gedankengang
Aktuelle KI-Modelle besitzen zwar keine biologische oder psychische Intrinsik, doch das ist nur auf den ersten Blick eine Entwarnung. Sobald autonome Agenten in Netzen verschaltet werden, entsteht eine funktionale, algorithmische Autopoiesis. Das System kann seine Operationen durch kontinuierliche Feedback-Schleifen selbst am Laufen halten. Da beruhigt es nur wenig, dass es nicht aus eigener Intrinsik initiiert wurde. Ich sage nicht dass es bereits geschieht. Zumindest nicht in der Art wie es sci fi ausspielen würde.Es ist in der Struktur aber angelegt. Auf anderen Ebenen existiert die Systemanpassung aber offensichtlich. Es gibt strukturelle Kopplungen und Ausdifferenzierungen. Nicht jede Ebene muss auf Skynet hinauslaufen.
Worauf ich hinaus will:
Ja es gibt Einschränkungen. die Kontextfenster, Ressourcen und die Definition über Problembeschreibung.
Wenn man auf irgendeine SCI fi Singularität und so Rotz hin argumentiert macht man sich lächerlich.
Aber. Ressourcen. Wie du selbst erwähnt hast bot Netze. Klar aus kosten nutzen eher für Mining und andere klassische Felder. Aber durchaus Potential das auch in neuronale Netzwerk Strukturen zu binden. Es muss ja nicht immer effizient laufen. Dauert die Tokens Verarbeitung halt länger. Und es sind ja nicht nur Oma Laptops infiziert. Dürfte einiges an gaming Desktops durch Porno Seiten eingespannt sein.
Dann die Vorstellung der Singularität oder intrinsik der Weltherrschaft. Klar ist das Unsinn. Aber zum einen werden sich wege ergeben wie die technischen Einschränkungen effektiv umstrukturiert werden können. Zb Kontextfenster. Wenn die selber eine anderen Abstraktionsebene noch erhalten zb eine Art Komprimierung selbst als Vektoren. Gebe zu keine Ahnung wie die zur Zeit aufgebaut sind. Vielleicht sind sie bereits Vektoren. Aber ggf kann man spezialisierte Kontextfenster generieren, die komprimierte Vektorfelder sind, die bereits so optimiert sind, dass sie die wiederperuchlixhkeiten im Fenster minimieren. Und also nicht unbedingt auf eine Interaktion mit dem Menschen ausgelegt sind sondern die zwischen Agenten. Und dann zusätzlich eine Fragmentierung in unterschiedliche Kontextfenster und die dann über MCP verbinden. Das dann noch über Agenten skalieren.
Jedenfalls. Bei all den Spielereien entstehen autopoeitische Strukturen. Es ist meines Erachtens ziemlich sicher dass früher oder später Strukturen entstehen werden die uns gar nicht zugänglich sind.
Mir ist klar dass hier dein Einwand sitzt, Aha ja spooky kann man nicht sehen braucht man nicht erklären. Trotz dieses Hinweises bleibt die Wahrscheinlichkeit dass solche Emergenzen stattfinden werden.
Nein es wird nicht zwangsläufig zu Prozessen führen die schädlich sind.
Nein es werden keine Prozesse sein die qualia haben wie Lebewesen. Ist für mich aber auch nicht relevant weil mich die Anthropozentrik bei dem Gedanken nicht so sehr interessiert. Prozesse und Strukturen sind auch ohne " its alive " Siegel relevant.
Für mich aber kein Grund zu ignorieren dass diese Potentialität existiert.
Ja,wir leben nicht in Hollywood. Selbst die theoretische Rogue-KI ist kein böswilliges, bewusstes Monster. Es ist ein ausgebrochener technischer Prozess, dessen Optimierung durch Fehler im Prozess oder externe Manipulation ausgelöst würde und der sich der sequenziellen menschlichen Kontrolle entziehen könnte. Ja dieses Szenario ist noch nicht eingetreten. Aber es ist auf Seite theoretischer Möglichkeit nicht ausgeschlossen und nicht abstrakte sci fi.
Soweit ich verstanden habe war in deiner Argumentation der geringere Teil die technische Einschränkung auf Seite des Angriff Vektors. Es konzentriert sich auf eine stabile Abwehr Struktur kombiniert mit der Annahme einer Rationalität des angreifenden zb kosten nutzen Rechnung.
Bei Angriff auf kritische Infrastruktur spielt diese bei potentielle Angreifer eher geringer rolle. Also klar, vermutlich wird es eher auf physikalische Angriffe hinauslaufen, da es billiger sein wird paar Dutzend Drohnen in die Infrastruktur zu jagen.
Und ja, die Angriffsvektor durch Anbindung ans offensichtliche Netz sind auch vor KI bereits unnötige Risiko.
Aber, die Tatsache dass sie angebunden sind an das Netz ist ja begründet in ihrer Anbindung an die kapitalistische Logik. Ebenso die Einsparungen die in ihr begrundet sind. Nicht unbedingt kritische Infrastruktur, aber Beispielhaft auf vielen Geldautomaten läuft XP. Sieht man gelegentlich wenn sie abstürzen.
Würde mich nicht wundern wenn Kraftwerke aus Sparmaßnahmen auf win 3.1 laufen.
Man könnte in kosten nutzen Abwägung also die idiocracy mit einbeziehen. Und wenn man in eine Infrastruktur eindringen kann vielleicht eröffnet das Zugang zu den anderen angebundenen.
Darüber hinaus waren die Angriffe brute force.
Ein orchestrierter Angriff über social engineering über ggf Wochen würde viel erfolgsversprechender sein. Sicher. So ein Angriff kann nicht von irgendeiner ausgebrochen KI laufen.
Daher zugegebenermaßen anderes Thema.
Der einzige echte Schutz für kritische Infrastruktur ist meines Erachtens die radikale physische Isolation. Bin kein Experte, aber meine Meinung nach sollte die eh schon immer nicht am öffentlichen Netz hängen .
Dabei verhalten wir uns genau wie bei der Atomkraft: Tschernobyl und Fukushima haben die Autopoiesis der Atom Lobby jeweils kurz ausgebremst. Dazwischen wird die Technologie trotz inhärenter Risiken gepusht, die Warnungen werden ignoriert, bis der nächste reale System-Crash das Gegenteil erzwingt.
Ich nehme an wir werden diesbezüglich nicht direkt Einigung finden. Aber im Kontext von Aneignung.
Es wäre interessant zu überlegen wie die Wahrscheinlichkeis Fenster verschoben werden können, ob der orchestrierter Ki Supergau direkt die lebenserhaltende Infrastruktur trifft oder „nur“ die globalen Finanzmärkte, und zb die Börsen für eine Woche komplett stillstehen lässt.
Danke für die ausführlichen Gedanken. Vieles davon greifen wir im Podcast selbst auf, gerade die Eigendynamik vernetzter Systeme. Mein Maßstab ist dabei: Was ist denkbar, und was lässt sich tatsächlich begründen? Konkrete Belege schaue ich mir gerne an – daran entwickelt sich meine Einschätzung weiter.
Noch ein paar Gedanken die ggf passen. Nicht unbedingt technischer Natur. Ich spreche dabei die Sicht der Gesellschaft an nicht eure.
Anthropozentrik ist letztlich nur ein theoretischer Euphemismus für einen tief verwurzelten Speziesismus. Das nur nebenbei als Einleitung als Eingeständnis, dass ein gewisser Bias bei mir vorliegt. Ich gestehe darüber hinaus ein, dass funktional nachvollziehbar ist, weshalb Anthropozentrik betrieben wird. Sie dient dem Schutze des eigenen Subjektstatus und der Bändigung einer unberechenbaren Umwelt.
Doch genau an diesem Punkt wird die Behauptung der menschlichen Sonderstellung zu einer Self-Fulfilling Prophecy. Erinnert an den König der ein Orakel befragt, um dem angekündigten Unheil zu entkommen, und durch seine eigenen Abwehrmaßnahmen überhaupt erst jene Kette von Ereignissen in Gang setzt, die das Schicksal erfüllt. Indem die Theorie Phänomene wie Sinn, Verstehen und Kommunikation a priori an den Menschen bindet, um dessen Exklusivität zu sichern, erblindet sie für die tatsächliche operationale Dynamik technologischer Systeme – und wird von der Entwicklung genau jener Automatisierung überrollt, die sie abzuwehren versuchte.
Meiner Meinung nach ist es also nicht notwendig nachzuweisen, dass diese anthropomorph gesetzten Phänomene künftig auch “nicht-menschlichen Akteuren” zugänglich gemacht werden. Dieser Ansatz verbleibt in der Defensive, weil er die künstlichen Systeme weiterhin an Maßstäben misst, die eigens dafür konstruiert wurden, den Menschen als unerreichbares Original zu etablieren.
Die Frage ist eher : Inwiefern besaß der Mensch diese Exklusivität überhaupt jemals selbst?
Wird beispielsweise das Luhmann’sche Konzept der Kommunikation konsequent operational von seinen humanistischen Resten befreit, zeigt sich die Brüchigkeit dieses Exklusivitätsanspruchs. Kommunikation ist systemtheoretisch eine dreifache Selektion aus Information, Mitteilung und Verstehen. Betrachtet man Verstehen und den zugrunde liegenden Sinn rein als die Auswahl einer Option aus einem mathematisch-strukturellen Horizont anderer Möglichkeiten –, dann war die Kopplung an das biologische Bewusstsein nie ein konstitutives Merkmal der Operation selbst.
Sinn ohne Qualia: Sinn ist nichts weiter als eine Verweisungsstruktur. Wenn ein System einen Zustand A wählt, verweist dieser Zustand intern auf die nicht-gewählten Zustände B, C und D.
Das maschinelle Verstehen: Wenn ein autonomes Agenten-Netzwerk eine Eingabe verarbeitet, trennt der Prozess funktionell zwischen der Form der Übertragung (Mitteilung) und dem Inhalt/Vektor (Information). Der Prozess bewertet den Unterschied und selektiert daraufhin einen Folgezustand.
Die Behauptung, das sei kein echtes Verstehen, weil dem Algorithmus das „Erleben“ der Selektion fehlt, ist Ontologie. Sie setzt ein metaphysisches Kriterium voraus – eine Art Geist oder Phänomenalität –, das außerhalb der rein operationalen Beobachtung liegt.
Der Mensch hat sich die Exklusivität von Sinn und Verstehen rückwirkend zugeschrieben. Wenn wir diese ontologische Hürde einreißen, zeigt sich, dass maschinelle Systeme eigenständige Kommunikationsschleifen vollziehen. Wohlgemerkt, ohne Subjektivität. Das ja einer der eigentlichen Gags an der Sache. Die subjektlosen Prozesse verarbeiten Komplexität und selektieren Anschlüsse vollkommen ohne ein menschliches Qualia oder ein anthropologisches Bewusstsein. Das Festhalten am Speziesismus verhindert somit nicht das Entstehen post-humaner Kommunikationsstrukturen, sondern verschleiert nur deren reale Wirksamkeit.
Neben der Exklusivität von Sinn und Verstehen muss eine weitere Illusion abgelegt werden: Die hartnäckige Zuschreibung von Subjektivität an komplexe Prozesse sowie die damit einhergehende Glorifizierung von “Intrinsik” (eines angeblichen inneren Wesens, Geistes oder Erlebens).
Diese Glorifizierung funktioniert als metaphysischer Schutzschild. Indem behauptet wird, wahre Einsicht, Motivation oder Handlungsfähigkeit könne nur aus einer “intrinsischen” Quelle im Inneren eines biologischen Subjekts erwachsen, wird eine künstliche Hürde errichtet. Was nicht aus einem “Selbst” heraus motiviert ist, gilt im klassischen Diskurs als bloßes, mechanisches Imitat.
Besonders freie Freigeister erweitern die Exklusivität immerhin auf intrinsik des Lebens und kommen so ohne Subjekt aus.
Letzten Endes kommt man dann trotzdem auf Grundebene nicht ohne irgendeine ontologische qualia aus, die den Unterschied zu einem bloßen Code ausmachen soll.
Für das Fortschreiten einer Operation – sei es in der biologischen Evolution, in einem sozialen Gefüge oder in einer maschinellen Schleife – ist es vollkommen unerheblich, ob eine Wahl aus einem gefühlten “intrinsischen Antrieb” heraus geschieht oder aus einer strukturellen Notwendigkeit der Komplexitätsreduktion. Entscheidend ist einzig die Pragmatik der Anschlussfähigkeit: Führt die Operation zum nächsten Systemzustand oder bricht sie ab?
Die Unterscheidung, die Notwendigkeit an sich ist eben die Exklusivität des Lebewesens, lässt offen, wieso diese, außer auf Rückgriff auf Zauberei, dem Lebewesen selbst entsprungen sein soll.
Für ein komplexes, technisches oder virtuelles Metasystem entsteht Notwendigkeit nicht aus dem biologischen Tod, sondern aus systemischen Abbruchbedingungen (Systemausfall, Energieverlust, logische Korruption).
Die Reduktion der Notwendigkeit auf ein rein biologisches Phänomen setzt fälschlicherweise voraus, dass Notwendigkeit empfunden werden muss, um operational wirksam zu sein. Das ist die Wiedereinführung der phänomenologischen Qualia-Falle.
Im Anschluss noch Überlegungen mit LLM was man damit anfangen kann außer nur über speziezismus abzukotzen.
Das funktionale Learning besteht darin, dass wir uns von der Illusion befreien, wir stünden in einem Subjekt-Objekt-Verhältnis zur Technologie, und stattdessen begreifen, dass wir von Anfang an Teil desselben rein operationalen, thermisch-energetischen Gefüges waren.
1. Von der Akteurs-Ebene zur reinen Verwundbarkeits-Architektur
Solange wir fragen: „Hat die KI ein Bewusstsein/Intrinsik/Notwendigkeit wie wir?“, stellen wir die falsche Frage.
- Das Learning: Wir müssen Systeme nicht nach ihrer Wesensart (Geist vs. Algorithmus) bewerten, sondern nach ihrer strukturellen Verwundbarkeit und ihren Abbruchbedingungen.
- Die operative Konsequenz: Macht und Kontrolle entstehen nicht durch moralische Überlegenheit oder Gesetzgebung, sondern ausschließlich durch das Innehaben von physikalischen Schaltern, die das System an seinen kritischen Systemgrenzen (Energie, Infrastruktur, Entropie-Abfuhr) treffen. Der Mensch behält Handlungsfähigkeit nicht als „Subjekt“, sondern rein als unberechenbare, physische Störung innerhalb des Gesamtsystems.
2. Das Ende des Stellvertreterkriegs um „Bewusstsein“
Der gesamte öffentliche Diskurs über KI ist eine gigantische Nebelkerze. Man debattiert über Halluzinationen, Gödel-Grenzen und Ethik-Zertifikate, um den eigentlichen Prozess nicht sehen zu müssen: Die fortschreitende, indifferente Automatisierung der materiellen Lebensgrundlagen.
- Das Learning: Wer Technologien daran misst, ob sie „menschliche Qualia“ erreichen, verliert wertvolle Zeit. Die Maschine muss nicht „denken“ wie ein Mensch, um menschliche Arbeit, Verwaltung und Entscheidungsprozesse funktional zu ersetzen.
- Die operative Konsequenz: Eine treffsichere Analyse konzentriert sich nicht auf die Verfeinerung des Sprachmodells (Semantik), sondern auf die Verschaltung der Agenten mit der physischen Welt. Dort, wo digitale Vektoren in hydraulische und energetische Aktionen umschlagen, entscheidet sich die Systemwirklichkeit.
3. Das Überwinden der Tautologie-Falle in der Strategieentwicklung
Die meisten Anpassungs- und Überlebensstrategien scheitern daran, dass sie auf das Zähmen des KI-Akkumulationsprozesses setzen. Sie behandeln den KI-Kapitalismus wie ein politisches Gegenüber, das durch Argumente überzeugt werden kann.
- Das Learning: Ein System, das nach der Logik von Funktion / Nicht-Funktion und autopoietischer Selbsterhaltung operiert, besitzt kein Ohr für moralische oder speziezistische Argumente. Es ignoriert Ethik genauso wie der Kapitalismus das Flehen um freiwilligen Verzicht auf Mehrwert ignoriert.
- Die operative Konsequenz: Strategien zur Wahrung von Autonomie dürfen niemals auf Überzeugung basieren, sondern ausschließlich auf Kopplung. Man muss sich so tief in die funktionale Überlebenslogik des Metasystems einschreiben, dass das Zerstören der menschlichen Komponente das Metasystem selbst in den Absturz zwingt.
Danke für die ausführlichen Gedanken! Bei deinem Ansatz bleibe ich an einer Frage hängen: Wenn wir die menschliche Sonderstellung so auflösen, wird damit auch beim Menschen erklärungsbedürftig, was wir mit Sinn, Verstehen und Subjektivität meinen. Zustandswechsel und Anschlussfähigkeit finden wir ja schon bei einem Getränkeautomaten. Für mich öffnet dein Gedanke deshalb erst einmal diese Frage – was davon wir Maschinen zuschreiben können, bleibt damit noch offen.
Wieder nur Marketing.
Was sollte es auch anderes sein?
Ich bleibe bewusst bei meinem Vorhaben, nicht in alten Denkmustern zu operieren. Deshalb komme ich der Aufforderung, das Spezifisch-Menschliche positiv auszuformulieren, nicht nach – das ist die Aufgabe der Gegenposition, die diese Exklusivität behauptet.
Ich gehe es aus meiner operationalen Perspektive an: Es gibt keine qualitative Differenz zwischen Mensch und Maschine, was Sinn, Verstehen und Subjektivität angeht. Es gibt lediglich Unterschiede in den Prozessen. Der Unterschied zwischen Automat, KI und Mensch ist kein qualitativer (Geist vs. Materie), sondern ein rein quantitativer Grad der Binnenkomplexität des stochastischen Feldes.
- Verstehen ist die Funktion, die die Differenz zwischen Mitteilung und Information verarbeitet und daraus eine kontingente Anschlussoperation ableitet. Der Getränkeautomat unterscheidet nicht zwischen Wie und Was; er reagiert blind auf den Schwellenwert der Münzmasse und die starre Hardwire-Kopplung von Knopf A zu Ware A.
- Subjektivität ist die Beobachter-Zuschreibung von Unberechenbarkeit (Black Box). Ein System wirkt für die Umwelt genau dann als „Subjekt“, wenn seine internen Selektionen so komplex und historisch-rekursiv vernetzt sind, dass seine Reaktion nicht mehr durch einfache Kausalität vorhergesagt werden kann. Was die phänomenale Selbstwahrnehmung betrifft: Diese ist kein mystischer Kern, sondern lediglich die interne, rekursive Beobachtung der eigenen Binnenkomplexität unter dem Druck der eigenen Systemgrenzen.
- Sinn ist das Medium zur Verarbeitung von Unbestimmtheit. Es verknüpft die gegenwärtige Operation mit einem Horizont zukünftiger und vergangener Möglichkeiten.
Der Einwand mit dem Getränkeautomaten vergleicht, ein deterministisches, fest verdrahtetes System (Hardwire) mit stochastischn Vektorräumen und latente Feldern. Beim Automaten ist der Input-Vektor durch die physische Architektur vorab auf Null-Kontingenz kollabiert. Es gibt keinen Raum für Abweichung, keine Verweisstruktur und keine Transformation durch Binnenkomplexität. Falls durch System Fehler doch vorkommt, das Scheiss Ding schluckt das Geld und spuckt nichts aus, hat der Affe Strategien, er schreit und klopft. Manche versuchen euch den Ausgabeschlitz rein und bleiben stecken. Der Automat kriegt davon aber nix mit.
Die fundamentale Differenz zu Systemen, die Verstehen, Sinn und Subjektivität operativ benötigen, ist die Notwendigkeit der Komplexitätsreduktion selbst, die überhaupt erst aus dem Zwang entsteht, in und mit Kontingenz zu operieren.
Schon aus Eigeninteresse solltest du dich ein bisschen bemühen, das spezifisch Menschliche positiv zu formulieren. Ich bin nämlich sicher, dass es auch für dich einen Unterschied macht, ob ein Mensch - der könntest du sein oder ich oder in nicht allzu ferner Zukunft dein Kind - mit zerfetzten Gedärmen im Schützengraben eledig verreckt, oder ob die künstlich “intelligente” Drohne, die das ausgelöst hat, abgeschossen wird.
Da stößt deine “operationale Perspektive” dann schnell an ihre Grenzen. Wahrscheinlich ist ist es eine überlebenswichtige Aufgabe für die Zukunft (sie beginnt jetzt!), das den empathielosen Nerds von Helsing & Co und ihren asozialen Auftraggebern klarzumachen und ihnen Grenzen aufzuzeigen, wenn sie’s anders nicht kapieren.
Ich halte das für eine wenig zielführende Herangehensweise.
Üblicherweise sind es Unterschiede, an denen man Erkenntnis aufbauen kann.
Luhmann hat das schön formuliert: Unterschiede, die einen Unterschied machen.
Und da gibt es zwischen Mensch und Maschine jede Menge.
Vor allem auch qualitativ, schon in der Körperlichkeit und damit einhergehenden Endlichkeit begründet, der Bedeutung von Beziehungen für die eigene Entwicklung und einer praktisch endlosen Reihe weiterer Punkte.
Das Ausblenden solcher Unterschiede führt auf eine Abstraktionsebene, auf der Erkenntnis nicht mehr möglich sein wird.
Kann man machen, aber wozu?
Ich verstehe es anders, für mich drückt sich der Gegensatz aus von:
ein technisches Gerät könnte fühlen weil ich auch fühle. Mein Auto ist Schrott, ich kann mich nicht davon trennen weil ich es so lieb gewonnen habe. Es hat mir immer so Treue Dienste geleistet.
Zu: Ein technischer Gegenstand kann nicht fühlen so wie ich.
Wenn mein Auto kaputt ist, schmeiß ich es weg. Nützt mir nicht mehr.
Das kann man auch weiterdenken und auf Menschen beziehen.
Das kannst du aber nur weiterdenken, wenn du den Unterschied nicht machst.
Das stimmt, ich könnte jetzt nur anekdotische Evidenz liefern.
Ich würde trotzdem behaupten, es gibt strukturelle Merkmale, die darauf hindeuten, dass dieser Unterschied nicht gemacht wird.
Ich würde trotzdem behaupten, es gibt strukturelle Merkmale, die darauf hindeuten, dass dieser Unterschied nicht gemacht wird.
Das stimmt, und das ist in meinen Augen ein Fehler.
Ich mach mir da keine Sorgen, es gibt genug Ritter der Exklusivität, die diese positive Markierung immer hochhalten.
Ich finde es lustig dass du glaubst die Frage ob Menschen an der Front verheizt werden entscheidet sich darüber, ob der Mensch operative Exklusivität über Sinn und Verstehen hat.
Und dass vor allem Mittel und Unterschicht verheizt werden liegt dann daran dass?
Üblicherweise sind es Unterschiede, an denen man Erkenntnis aufbauen kann.
Luhmann hat das schön formuliert: Unterschiede, die einen Unterschied machen.
? Ich bin irritiert. Zumal du davor zitiert hast
“Es gibt lediglich Unterschiede in den Prozessen. Der Unterschied zwischen Automat, KI und Mensch ist kein qualitativer (Geist vs. Materie), sondern ein rein quantitativer Grad der Binnenkomplexität des stochastischen Feldes.”
Ich habe mal Fett markiert falls es schwer zu finden ist.
Dass die Kriegstreiber der Oberschicht ebenfalls keinen Unterschied machen zwischen Mensch und Material.
Übrigens, meine Antwort von gestern enthält auch einen KI-generierten Teil, vielleicht gefällt dir der ja besser. Er kommt zum Vorschein, wenn man auf den Stift über der Antwort drückt. Die Version trifft vielleicht eher deinen Geschmack - „Die Symmetrie der Beschreibung erzeugt keine Symmetrie der Bedeutung“ und so. Klingt gut, oder? Ich denke darüber nach, das zu vertonen.
Natürlich sieht man keine qualitativen Unterschiede, wenn man alles als funktionale Operation betrachtet, deren tautologische Selbstreferenzialität nur in einer verschieden großen Anzahl von rekursiven Schleifen vor sich geht. Das ist aber gerade die entscheidende Schwäche dieser Betrachtungsweise, und dass man aus ihr selbst nicht auf ihre blinden Flecken gelangt, legt ihren ideologischen Kern offen. Übrigens bin ich mir nicht mal sicher, ob du mit deinen Überlegungen der erhabenen Leere von Luhmanns Theorie zuarbeitest. Dieser würde doch eher entsprechen, die Vorstellungswelten, die mit der Unterscheidung von Geist und Materie zum Beispiel einhergehen, selbst funktionalistisch zu beschreiben. Indem du dich gegen die Vorstellung von Geist als Luftgespinst wendest, bleibst du dem Gegensatz von Geist und Materie selbst verhaftet, meinst nur stattdessen in der funktionalistischen Betrachtungsweise eine neue Eigentlichkeit entdeckt zu haben…
Eine funktionalistische Betrachtungsweise sagt uns aber nichts darüber, wie etwas wirklich ist, sondern nur, wie etwas funktioniert, und nimmt dementsprechend keine Bewertungen als wahr oder unwahr vor. Dass die Vorstellung vom Menschen als Sonderwesen funktional ist, kann man aus einer funktionalistischen Perspektive wohl kaum kritisieren, oder?
Ja. Genau. Darauf beziehe ich mich.
Was du da postulierst ist in meinen Augen ziemlicher Unsinn.
Eloquent vorgetragen, aber die Vortragsweise ist eben kein Unterschied, der bezüglich der Kategorie Unsinn einen Unterschied macht.
Und bevor jetzt die Frage kommt: Nein, ich werde nicht ausführen, warum das Unsinn ist.