Nochmals: Mein Bedauern, was Ihnen wiederfahren ist. Auch, dass es anderen passiert ist, ist tragisch. Es ändert nur leider nichts. Damals ging es weder um Sie noch um mich. Es ging um uns. Und das in dem Wissen, dass einige einen Preis zahlen müssen.
Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich war erst voll für eine Impfpflicht. Als sich herausstellte, dass die Impfung die Ansteckung nicht wirklich unterbindet, hat sich meine Einstellung geändert. Abseits der Frage, wie es unsere Gesundheitsinfrastruktur belastet, wenn tausende oder hundertausende von Menschen behandelt werden müssen, wurde es ab diesem Punkt aber zunehmend wieder eine individuelle Frage für mich.
Ein Sonderfall waren die Impfungen in Ihrem Berufsfeld. Wenn ich mich recht erinnere, wurden die Menschen im Gesundheitssektor aber recht früh geimpft. Da war noch die Annahme, dass es die Ansteckung Dritter verhindern würde.
Aber das geht alles am Punkt vorbei: Aufklärung hätte vermutlich besser sein können - ist aber ebenfalls irrelevant, wenn die Entscheidung auf Basis der Statistik getroffen wurde, die über die Bevölkerung durchgerechnet hat, was die “Intervention Impfung” bringt: Die sogenannten “Impfopfer” sind einkalkuliert. Die Frage der freien Entscheidung wird zu Frage, wie die Gleichung sich ändert mit oder ohne Wahlfreiheit.
Das ist alles sehr brutal und entmenschlichend. Ich verstehe die Zumutung.
Ich habe die in einer “Light-Variante” selbst erlebt (bitte nicht falsch verstehen: ich will hier mein Erlebnis nicht mit gesundheitlichen Folgen gleichsetzen, die Sie offenbar durchmachen mussten).
In der Philosophie sind Gedankenexperimente wie folgendes beliebt: Fünfzig Leute sitzen in einer Höhle fest und der Sauerstoff wird knapp. Dummerweise ist der Ausgang blockiert: Ein Fettsack blockiert den Eingang. Geht nicht vor - nicht zurück. Keine Vaseline, keine Drücken und Ziehen hilft. Er steckt eben fest und HIlfe von außen ist völlig ausgeschlossen. Aber: Die Insassen der Höhle haben das Material, um den Fettsack wegzusprengen. Jetzt diskutieren bitte, ob das ok ist.
Muss ich erwähnen, dass ich übergewichtig bin?