Eure Sicht auf die Corona-Zeit

und da baust Du Dir einen Gegner auf, den es nicht gibt.

An keiner Stelle habe ich das behauptet und wenn Du meinen “so habe ich Corona erlebt” Post anguckst, siehst Du das auch. Verwechsel mich bitte nicht mit Dir nur mit umgekehrten Vorzeichen.

Wenn ich nachts an einer roten Ampel stehen bleibe singe ich weder in Gedanken die Nationalhymne und Danke diesem Staat, dass er sich so gut um mich kümmert weil “alle Macht geht vom Volke aus!”, noch halte ich ein Überschreiten dieser Ampel für einen revolutionären Akt.

und Du schließt wieder mit

auf dieser Ebene argumentiere ich überhaupt nicht, Du weigerst Dich aber das zur Kenntnis zu nehmen…

Das ist schlimm und ich wünsche gute Genesung: Möge es irgendwie gut ausgehen für Sie!

Man kann (und sollte!) da lange drüber reden, was und wie an welcher Stelle gut oder schlecht gelaufen ist in der Impfkampagne.

Das eigentliche Problem scheint mir ein anderes. Und das ist die Frage, welche Rolle das persönliche Leid spielen sollte in solchen Situationen: Der eine unter tausend, der/die dran glauben muss, wird in Kauf genommen. Eine Zumutung für das Individuum? Ohne Zweifel. Aber was hilft es? Man kann darüber sprechen, ob die Kalkulation (Nebenwirkungen vs. Schutzeffekt) richtig war bzw. ist - aber am Ende geht das Individuum hier verloren und ist bedeutungslos. Und ich würde argumentieren, dass das auch richtig so ist - sogar moralisch geboten.

Die Herausforderung - und da kann ich Vorwürfe nachvollziehen - ist die Frage, wie wir das Individuum anschließend wieder ins Spiel bringen.

Daß in der Coronazeit alles auf gestorben/ nicht gestorben reduziert wurde und die negativen Folgen der Maßnahmen, z.B. wie verläuft Dein Leben nachdem du keinen Schulabschluss bekommen hast, sehr auffällig vermieden wurden, ist dem Regierungshandeln geschuldet gewesen. Die Linke hat sich genau gar nicht für Ihre Kernklientel eingesetzt, die haben sich tot gestellt. Unverzeihlich für mich.

Mit dem Aufbau linker Kommunikation hast du recht, ich denke, das wird aber nichts werden, weil das eben in weiten Teilen linkes Selbstverständnis ist, sich nicht um verständliche Sprache zu bemühen. Das steht die Eitelkeit und teils bestimmt auch Unvermögen im Weg, ökonomische Sachverhalte einfach zu vermitteln.

Ich habe genau verstanden, auf welcher Ebene du argumentierst und auf welcher nicht. Magst Du zu dieser („meine Haltung zu den Corona-Maßnahmen“) wechseln? Mit der Precht-Plicht-Ebene bin ich durch. Zumal er sie ja dann selbst verlassen hat, als es um die allgemeine Impfpflicht ging (ich glaube, aus Sorge um seinen Sohn).

und da frage ich mich (seit dem ersten Post wohlgemerkt), was das bringen sollte. Man könnte auch fragen “was ist Deine Haltung zu roten Ampeln?”.

Jeder kann dann etwas dazu erzählen, denn Sinn herausarbeiten, den Unsinn dagegenstellen, eine eigene Geschichte dazu beisteuern…

Ich vermute, dass ich mit

genauer getroffen habe als ich dachte. Du fühlst Dich zu Unrecht behandelt, Du hast Akten über das Unrecht geführt und einen unerschöpflichen Vorrat an Beweisen für dieses Unrecht.

Das schenke ich Dir einfach alles und sage einfach: Du hast recht!

und jetzt?

Genau das wollte ich hören.

:wink:

Dann kann ich mich nachher dem Glauben an die Wissenschaft widmen. Oder den Fauci-Tagebüchern - beides gehört ja zusammen.

Es hätte eben eine bessere Aufklärung über die Risiken geben müssen und eine wirklich freie Entscheidung darüber, ob man sich impfen lassen will. Damit hätte sich schon viel Ärger vermeiden lassen.

Zum Kontext, ich hab damals in der Pflege gearbeitet. Ich wollte meine Arbeit nicht verlieren. Ist also indirekter Zwang. Nachdem über Risiken der Impfung berichtet wurde (Thrombose etc), mussten wir trotzdem alle zum Impftermin.Danach bin ich dann 2 Wochen durch die Gegend gehumpelt.

Nach Impfung 2 hab ich innerhalb von wenigen Minuten so hohes Fieber, daß ich in Ohnmacht gefallen bin. Danach hatte ich dann kognitive Probleme.

Ich war bestimmt kein Einzelphänomrn.

Vorher müssen wir aber noch unbedingt eine weitere Frage besprechen:

Findet ihr das chinesische oder das schwedische Ampelsystem besser? :wink:

War das denn überhaupt möglich in deer kurzen Zeit?

Hier kackt die Ente: Da man sich relativ früh politisch und in der Kommunikation darauf versteift hatte, dass eine Impfung auch eine Weiterverbreitung durch die geimpften Person reduziert, kam diese staatliche Zwangsimpfung ins Spiel (vorher noch der Part wo man nur am gesellschaftlichen Leben teilnehmen durfte wenn man geimpft war).
Und damit hatte man den Salat. Auf zu wenig wissenschaftlichen Daten wurden Annahmen getroffen. Nur glaube ich nicht daran, dass hier böse Mächte (Bill Gates oder die Pharmalobby) im Spiel waren, man brauchte Lösungen und hat die kurzen Strohhalme ergriffen.

Keine Ahnung. Aber ich find‘s gut, dass wir aus der DDR nur das Ampel- und das Sandmännchen übernehmen und alles andere drüben gelassen haben.

:smiley:

[Oh, Shit. Merkel haben wir ja auch bekommen…]

Es gab die Infos. Lief genau einmal im Radio und würde dann unter den Teppich gekehrt oder runtergespielt.

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und auch da könnte man viel produktiver diskutieren, denn Du verwechselst wieder Funktion mit persönlicher Zustimmung. Nur weil Du das Ampelmännchen schöner findest, ist die Funktion von “Rot” und “Grün” genauso totalitär (nämlich kollektiv bindend), hüben wie drüben. Die eine Totalität findest Du aber “gut”, die andere “schlecht”…

aber das können wir ja an anderer Stelle diskutieren, Du hattest diesen Thread ja ausgegliedert um nicht zu derailen und das will ich Dir nicht kaputt machen.

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Keinesfalls bin ich die Stimme der Gegenmacht. Ich denke aber nicht, dass die Gegenmacht eine direkte Antwort auf diese Frage geben kann. Sie setzt bereits im Vorfeld strukturell an, also dort, wo Bürgerpflichten generiert werden. Da hätte es auf jeden Fall andere Optionen gegeben, als die politische Praxis sie in Deutschland hervorgebracht hat. Insofern müsste überhaupt niemand im Gefängnis sitzen. Ich sehe aber auch @JakobB s Punkt zum Verhältnis von Staat zu Staatsbürger als handfest. Eine Gegenmacht hätte im Idealfall schlecht begründete Restriktionen abgelehnt und statt Polarisierung als Repressionsvehikel die Vorteile nützlicher persönlicher Maßnahmen stärker betont (auch nicht beschränkt auf Abstand halten und Maske tragen). Eine Gegenmacht hätte persönliche Bereicherung und Strohpuppenargumente transparent gemacht und unterbunden. Eine Gegenmacht würde nicht zum Verstoß gegen Gesetze ermuntern - sie möchte ja selbst gesetzliche Grundlagen platzieren, nur eben keine asozial neoliberalen oder solche, die massive Bereicherung Einzelner zu Lasten des Gemeinwohls befördern. Die Frage, welche Regelungen eine Gegenmacht konkret als Angebot an den Start gebracht hätte, finde ich interessant genug, um darüber nachzudenken. Das Ziel der Gegenmacht ist es, grundlegende Alltagsprobleme von Menschen zu lösen, die auf Klassenkampf von oben zurückzuführen sind. In diesem Sinne ist eine Pandemie einerseits eine Herausforderung, andererseits bieten sich auf jeden Fall gestalterische Möglichkeiten. Kurz und gut: Ich kann deine Frage jetzt und hier nicht zufriedenstellend beantworten, es gibt aber Potenzial.

Auf einer übergeordneten Ebene kann man die Frage stellen, warum der Staat bei der Durchsetzung von Regelungen zur Corona-Pandemie sehr vehement agiert hat, und zum Beispiel bei der Durchsetzung von Regelungen zum Mietrecht gegenüber den Vermietern, das nicht mit der gleichen Konsequenz durchführt (Gesetzesverstöße sind dort beinahe selbstverständlich) - da wird dann der mündige Bürger (Mieter) sich selbst und seinen eigenen Möglichkeiten zur Durchsetzung des Rechts überlassen.

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Nochmals: Mein Bedauern, was Ihnen wiederfahren ist. Auch, dass es anderen passiert ist, ist tragisch. Es ändert nur leider nichts. Damals ging es weder um Sie noch um mich. Es ging um uns. Und das in dem Wissen, dass einige einen Preis zahlen müssen.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich war erst voll für eine Impfpflicht. Als sich herausstellte, dass die Impfung die Ansteckung nicht wirklich unterbindet, hat sich meine Einstellung geändert. Abseits der Frage, wie es unsere Gesundheitsinfrastruktur belastet, wenn tausende oder hundertausende von Menschen behandelt werden müssen, wurde es ab diesem Punkt aber zunehmend wieder eine individuelle Frage für mich.

Ein Sonderfall waren die Impfungen in Ihrem Berufsfeld. Wenn ich mich recht erinnere, wurden die Menschen im Gesundheitssektor aber recht früh geimpft. Da war noch die Annahme, dass es die Ansteckung Dritter verhindern würde.

Aber das geht alles am Punkt vorbei: Aufklärung hätte vermutlich besser sein können - ist aber ebenfalls irrelevant, wenn die Entscheidung auf Basis der Statistik getroffen wurde, die über die Bevölkerung durchgerechnet hat, was die “Intervention Impfung” bringt: Die sogenannten “Impfopfer” sind einkalkuliert. Die Frage der freien Entscheidung wird zu Frage, wie die Gleichung sich ändert mit oder ohne Wahlfreiheit.

Das ist alles sehr brutal und entmenschlichend. Ich verstehe die Zumutung.

Ich habe die in einer “Light-Variante” selbst erlebt (bitte nicht falsch verstehen: ich will hier mein Erlebnis nicht mit gesundheitlichen Folgen gleichsetzen, die Sie offenbar durchmachen mussten).

In der Philosophie sind Gedankenexperimente wie folgendes beliebt: Fünfzig Leute sitzen in einer Höhle fest und der Sauerstoff wird knapp. Dummerweise ist der Ausgang blockiert: Ein Fettsack blockiert den Eingang. Geht nicht vor - nicht zurück. Keine Vaseline, keine Drücken und Ziehen hilft. Er steckt eben fest und HIlfe von außen ist völlig ausgeschlossen. Aber: Die Insassen der Höhle haben das Material, um den Fettsack wegzusprengen. Jetzt diskutieren bitte, ob das ok ist.

Muss ich erwähnen, dass ich übergewichtig bin?

Naja. Das System mit Kindertagesstätten hätten wir übernehmen können. Auch das System mit Gesundheitszentren scheint recht gut gewesen zu sein. Bin selber Wessi - d.h. hier spricht nicht die Nostalgie.

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Es geht nicht um mich.

Es gab Aufklärung. Ich hatte damals 2Stunden Zeit für die Entscheidung und hab mich eben unter Druck falsch entschieden.

Die Impfzentren hätten damals aber vor der Impfung aufklären sollen. Und der wichtigste Punkt: Die Meldungen wurden verharmlost und kamen in der medialen Debatte fast nicht mehr vor. Mit eben der Absicht, keine neutrale Debatte zu führen und die breitgestreute Kommunikation, die Impfungen seien ungefährlich beizubehalten.

Insgesamt haben die Lügen und Unterlassung ja erst zu dem ganzen Misstrauen und Spaltungen geführt.

Nein, aber es schadet auch nichts. Übergewichtige gehörten tatsächlich zur Risikogruppe. Fitte, junge Menschen wie der Fußballer Joshua Kimmich nicht. Trotzdem drängte man ihn zur Impfung - daran beteiligten sich auch Vertreter deiner „Strukturen, die Wissen bereitstellen“, Prof. Melanie Brinkmann zum Beispiel.

Interessanter ist der Punkt davor. Dazu gibt’s nämlich mehr als Gedankenspiele: Ein Urteil des BVerfG. Kennst du das Luftsicherheitsurteil von 2006? Dort erklärte das Gericht:

„Der Staat darf Menschen nicht zum bloßen Objekt staatlichen Handelns machen.“

Ein Abschuss eines von Terroristen entführten Flugzeugs mit Unschuldigen an Bord sei unzulässig – auch zur Rettung vieler. Die Grundrechte auf Leben und Menschenwürde sind nicht disponibel.

Überträgt man diese Maßstäbe auf die Corona-Impfpflicht, bedeutet das: Der Staat darf Einzelne nicht zwangsweise medizinisch behandeln, um andere zu schützen – zumindest nicht ohne belegbare, hochwirksame Schutzwirkung und ohne vertretbare Risiken. Beides war bei der COVID-19-Impfung im Jahr 2021 nicht hinreichend gesichert.

Nein. Das haben nicht nur leicht esoterische Podcasts regelmäßig thematisiert. Auch in Zeit und Spiegel kam das Thema der Nebenwirkungen regelmäßig auf und es gabe eine Debatte um Astra Seneca (ist das richtig geschrieben?) und es gab unterschiedliche Empfehlungen, wer welchen Impfstoff erhalten sollte.

Natürlich geht es auch um dich.

Das PEI verschleppt immer noch die Auswertung der Daten bzgl. Nebenwirkungen aus der SaveVac-App. Angeblich haben sie Personalmangel.

ja und es gab noch ein spannendes Urteil zur Schulpflicht bzw. Schulschließungen, was dabei völlig untergegangen ist, ist die Feststellung dass Du als Bürger nur einklagbaren Anspruch auf minimale Bildung (Absatz 15) hast.

Das hat aber die Staatsidealisten nicht weiter berührt, die glauben lieber an das “humboldtsche Bildungsideal” als das, was dieser Staat ihnen direkt ins Gesicht sagt und dieser dummen Politikeraussage man würde “Armut mit Bildung bekämpfen” wollen und können… Wir müssen nämlich nichts an der Verteilung ändern, wenn Du dich nämlich ordentlich anstrengst und dich “bildest” wird das schon!

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