“Die Linke” hat mit einem ähnlichen Konzept im letzten Bundestags-Wahlkampf relativ viel Erfolg gehabt. Was haben sie getan? Die Mitglieder sind durch die Stadtbezirke gefahren, haben an Türen geklingelt und gefragt, wer Probleme mit der Miete und der Bazahlbarkeit von Heizung hat. Und dann haben sie anscheinend geholfen, mit Formschreiben an die Vermieter, mit Formschreiben an die Kommune für Unterstützung, etc.
Sie haben sich die aktuellen Probleme der Menschen angehört und geholfen. Und damit 8,8% geholt, wo ihnen vorher eher 4% zugetraut wurde. Klar hatte das auch mit der Zerlegung des Bündnis SWK zu tun, aber ich glaube schon dass solche Aktionen helfen. In Kommunen ein verlässlicher Ansprechpartner sein. Natürlich ist das ein dickes Brett, dass da gebohrt werden muss, und man muss auch Rückschläge einstecken wie man aktuell sieht.
Das zweite Mal noch denselben Strohmann wieder gebracht. Es ist keine Internalisierung des Arguments, sondern eine Analyse der Machtoption. Und ich kann FÜR die Regulierung von Kapital sein und trotzdem die Methode anzweifeln, weil es diese Machtoption gibt.
Beim darüber nachdenken fragte ich mich dann, inwieweit man sich hier auch an die eigene Nase fassen muss, alternative Denkmuster und Optimierungsziele gedanklich zulassen und vorbildhaft selbst zeigen zu können.
Ich finde persönlich die lokalen Veränderungspotentiale am spannendsten, und weil ich beruflich damit zu tun habe den Bereich erneuerbarer Energien und Wohngebäude.
Aber so grundsätzlich:
Pyramide der Lebensqualität
Umdrehen der aktuelle Logik, bei der das Individuum einer misstrauischen Bürokratie entgegensteht und die Wirtschaft über dem Wohlergehen steht.
In dieser Struktur dient jede Schicht der darüberliegenden, wobei das Fundament die stabilste und wichtigste Komponente ist.
Die Pyramide der strukturellen Wohl-Optimierung
Selbstentfaltung (Die Spitze)
Das Ziel des Systems. Zeitliche Souveränität, kreative Arbeit, soziale Kohäsion und Muße.
Messgröße: “Flow-Stunden” pro Bürger, psychische Gesundheit, subjektives Sinnerleben.
Freiheit ist nicht die Abwesenheit von Regeln, sondern die Anwesenheit von Möglichkeiten.
Befähigung: Bildung & Infrastruktur
Die Hardware der Gesellschaft. Schneller ÖPNV, freies Internet, lebenslanges Lernen ohne Verwertungsdruck.
Transformation: Bildung ist kein “Humankapital-Update”, sondern das Werkzeug zur Schicht 1.
Materielle Sicherheit als Grundrecht. Energie, Wohnen, Nahrung, Gesundheit.
Logik: Wenn die Basis gesichert ist, sinkt das Stresslevel (Cortisol) der Gesellschaft.
Abgrenzung: Hier ersetzt “Versorgungsgarantie” das Prinzip “Wettbewerb um das Überleben”.
Metrik: Wohlbefinden statt BIP
Das Betriebssystem wird umgeschrieben. Erfolg wird nicht mehr in Geldflüssen (BIP) gemessen, sondern in Lebensqualitäts-Indizes.
Wenn das System auf “Wohl” optimiert, handeln Akteure automatisch anders, ohne dass sie “besser” sein müssen. Die Anreizstruktur ändert sich.
Das Fundament: Radikales Vertrauen & Schlanke Komplexität
Default-Vertrauen in das Individuum.
Die Umkehrung: Bürokratie existiert nur dort, wo Strukturen so komplex sind, dass sie den Einzelnen überfordern (z.B. Netzmanagement, globale Logik, Steuern für Konzerne), aber niemals zur Kontrolle des Bürgers (z.B. Hartz IV-Logik, Antragsdschungel).
Bürokratie ist die Dienstleistung der Struktur für das Individuum, nicht die Fessel des Individuums durch die Struktur
Ich versteh Deinen Punkt nicht ganz. Entweder hast Du die Macht oder halt nicht. Wenn Du die Macht hast, dann kannst Du politisch entscheiden, das durchzusetzen. Wenn Du keine Macht hast, dann halt nicht. Aber wenn Du die Macht hast, wen interessant die Meinung der Ohnmächtigen? Die kommen potentiell in 4 Jahren wieder dran oder eben nicht.
@Stefan hat das glaube ich mal in einer Sendung als den Bulldozer bezeichnet.
Da stimme ich größtenteils zu, aber ich dachte, sich über Strategie Gedanken zu machen, ist McKinsey-Logik.
Das finde ich sehr wichtig, ist aber ein sehr langer, hartnäckiger Prozess und verlangt eine erfolgreiche Massenmobilisierung.
Das finde ich ja durchaus interessant, weil eigentlich zu weichgewaschen und ist eigentlich nicht, was so eurem Konsens entspricht, weil ihr ja noch weitergeht und sagt, Unternehmen sollen notfalls abwandern, Kapitalverkehrskontrollen sollen eingeführt werden usw. Entspricht nicht “weg mit dem Kapitalismus”, aber geht bedeutend weiter als Steuerschlupflöcher schließen.
Das ist etwas, das ich sowieso immer wieder sage. Angebote schaffen, Alltagsökonomie, weniger Fokus auf individualistischen bedarfsorientierten Geldleistungen, den Menschen das Leben leichter machen.
Du könntest der Fairness halber wenigstens anführen, wo du glaubst, dass ich einen Strohmann liefere, habe ich bei euch auch gemacht. Ich habe schon geschrieben, worauf ich hinaus möchte und wir sind nun eh wieder beim Thema. Nur lass ich mir nicht unterstellen, ich würde für Duckmausertum plädieren, was ein absolut gottloser Strohmann ist.
Ich dachte es geht um die große Frage Hoffnung. Du stürzt dich auf das Detail Firmenwegzug. Mehrere Menschen versuchen dir darzulegen, dass es zwar ein reales Problem sein mag, aber es nicht die Grundlage linker Forderungen sein sollte, sich mit diesem von rechten Positionen propagierten Sachverhalt selbst zu kastrieren, bevor man überhaupt seine Positionen darlegen kann.
Du hast das als Strohmann gebrandmarkt und ich habe geschrieben, dass du damit Tango tanzt, weil ich meine dass du unverhältnismäßig stark darauf rumreitest.
Zu unterstellen ich hätte unterstellt (können wir folgen?) Du hättest für Duckmäusertum plädiert ist übrigens ein 1 A Stroh…ne man: du denkst an der stelle einfach duckmäuserisch, und das hab ich ja auch geschrieben.
Seitdem ich kürzlich von einer Marx21-Ortsgruppe erfahren habe (ich verrate nicht welcher), die vollständig in zwei Polyküle aufgegangen ist, plädiere ich halbironisch für den Polysindikalismus; wir machen also quasi Anarchosyndikalismus, herrschafts- und klassenlose Gesellschaft, aber anstatt das komplette Organisationsmodell von der Produktionsarbeit her zu denken, könnte man es ja mal mit der Reproduktions- und Fürsorgearbeit als ordnendes Prinzip und dem Polykül (Man könnte auch sagen: der Wahlfamilie/dem Clan/den Leuten, die wir im weitesten Sinne lieb haben), als kleinster Einheit der kollektiven Willensbildung versuchen.
Von David Graeber wissen wir ja, dass alle Produktion am Ende eh nur Produktion von und Sorgearbeit für unsere Mitmenschen ist.
Bitte mal einen Gang runterschalten. Ich trolle mit Sicherheit nicht.
Wenn du selbst sagst, dass meine Argumentation in dem eine Punkt duckmäuserisch sei, bestätigst du eben meine Aussage über dein Urteil zu meinem Argument. Ich halte nur fest, dass ich nicht in irgendeiner Art unterwürfig oder ähnlich argumentiert habe.
Mir geht es am Nerv, dass mir die Worte im Mund umgedreht werden und man meine Klarstellung nicht akzeptiert, sondern weitermacht und mir die Internalisierung von Kapitallogik unterstellt.
eine Partei ist eine Partei. Darüber darf man sich nicht täuschen.
Das heißt aber nicht, dass man keine Partei unterstützen oder wählen muss.
Was ein wenig untergeht ist die lokale (kommunale) Ebene, bei der schon längst Parteien nicht unbedingt eine Rolle spielen, sondern parteilose Kandidaten antreten und ganz banal Alltagsgestaltung betreiben.
und auch hier ist die entscheidende Frage: Wird Dein Alltag besser?
Hilft mir (auf dem platten Land) akut ein Fahrradweg zum Bahnhof, oder die Bundesdiskussion “wie viel Staatsbudget wollen wir zur Subventionierung von Mineralölkonzernen ausgeben” aka Spritpreispaket?
Hilft mir das verschenkte Kommunenbauland, oder eine Bundesdiskussion über “wie viel Geld wollen wir Mietkonzernen schenken?” aka Wohngelderhöhung?
Die Ideen, die gesammelt werden müssen sollten in diese Verbindende Richtung gehen, also Nebenkostenabrechnung prüfen ist schon mal super, aber was gibt es, was noch mehr Schichten betrifft?
Vielleicht so?
Der “Daseinsvorsorge-Check“
Was die Nebenkostenprüfung für die Wohnung ist, ist der Infrastruktur-Check für das Quartier.
Die Maßnahme: Gesetzliche Standards für die Erreichbarkeit von Essentials (Arzt, Kita, Glasfaser, Supermarkt, Grünfläche) innerhalb von 15 Minuten (ohne Auto). Wo diese fehlen, sinken lokale Abgaben oder es gibt Direktinvestitionen.
Schichtenverbindung: Das betrifft die alleinerziehende Mutter im Plattenbau genauso wie den Rentner im Speckgürtel oder den Freelancer auf dem Land. Es schafft einen gemeinsamen Standard für Lebensqualität.
Lebensqualität ist kein privates Luxusgut, sondern eine messbare Netz-Eigenschaft der Umgebung.
Oder so:
Die „Daten-Rückhol-Zentrale“
Plattform-Monopole (Amazon, Google, Uber) nutzen Daten-Asymmetrien aus, um Preise zu treiben oder Löhne zu drücken.
Die Maßnahme: Eine öffentlich-rechtliche Software-Infrastruktur, die es Bürgern ermöglicht, ihre Daten kollektiv zu bündeln, um Marktmacht gegenüber Konzernen auszuüben (z.B. kollektive Preisverhandlung bei Strom oder Versicherungen).
Schichtenverbindung: Konsumenten aller Klassen hassen versteckte Aufschläge und Algorithmus-Willkür. Es verbindet den „Uber-Fahrer“ (Arbeitsbedingungen) mit dem „Akademiker-Kunden“ (Datenschutz).
Macht wird durch dezentrale Koordination (Technik) statt durch zentrale Befehle (Gesetze) umverteilt.