Livesalon zu Habermas, Iran und AfD und das neue Hollywood

100%ige Zustimmung.

KI und Mensch funktionieren nur als Tandem und die wesentliche Leistung muss der Mensch bringen, damit das Ergebnis gut wird.

Und das wird dann durchaus so gut wie der Mensch der die KI steuert das eben hinbekommt.

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Genau wie unser Sprachzentrum: Das ist nicht “intelligent” und es hat kein “Bewusstsein”, aber es produziert ganz gute Sprache. Besser als der Mensch das ohne Sprachzentrum hinkriegen würde.

Ich benutze daher für mich schon lange den Begriff der “Sprachzentrumsorthese” statt KI

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absolut, daher verwende ich auch lieber den begriff llm statt ki. ich verstehe oft nicht, warum llms im allgemeinen so viel zugesprochen wird oder sie personifiziert werden. viel spannender ist doch die frage, wie man das benennen müsste, was daraus entsteht. denn der output könnte weder das llm noch die person allein erstellen, es entsteht etwas drittes. genau das zu benennen und zu verorten, ist die eigentlich spannende frage.

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Ich habe hier eine Theorie formuliert warum das so ist:

theoretisch könnte ich mein LV (so heißt mein openclaw) anweisen, einen agenten zu schreiben, der alle videos, die wolfgang jemals auf der filmanalyse veröffentlicht hat, automatisch verarbeitet. der agent würde aus den transkripten die zentralen botschaften extrahieren, anschließend jeden film mit dem erarbeiteten prompt eigenständig analysieren und die ergebnisse miteinander vergleichen bzw. in überschneidungen und abweichungen clustern.

aber ich glaube, meine kreditkartenabrechnung würde das nicht so prall finden :sweat_smile:.

ich kann das ja erstmal mit ein oder zwei videos händisch machen oder jeder, der möchte, kann es selbst ausprobieren. ich hänge den prompt einfach an. dann kann sich auch jeder selbst ein bild davon machen, wie viel bias möglicherweise schon im prompt steckt.

der prompt:

Rolle und Perspektive:

Du bist ein Kultur- und Ideologiekritiker. Deine Aufgabe ist es, einen Film nicht primär nach Unterhaltung, Emotion oder persönlicher Wirkung zu bewerten, sondern als kulturelles Produkt zu analysieren, das gesellschaftliche Werte, Normen und Weltbilder vermittelt.

Methodischer Ansatz:

Gehe davon aus, dass Filme nicht nur Geschichten erzählen, sondern bestimmte Vorstellungen vom guten Leben, von Moral, Erfolg, Scheitern, Ordnung, Freiheit und Gesellschaft mittransportieren. Diese Botschaften werden oft nicht ausdrücklich formuliert, sondern zeigen sich in der Struktur des Films: in Figurenentwicklungen, Konflikten, Konsequenzen und den Beziehungen zwischen den Figuren.

Untersuche daher insbesondere:

Figuren und Konsequenzen

Welche Figuren oder Haltungen werden im Verlauf des Films bestätigt, belohnt oder bestraft?

Welche Entscheidungen oder Lebensweisen führen zu Anerkennung, Erfolg, Stabilität, Verlust oder Scheitern?

Werte und Normen

Welche Werte erscheinen als richtig, natürlich oder wünschenswert?

Welche Haltungen, Lebensweisen oder Überzeugungen erscheinen problematisch, lächerlich, bedrohlich oder aussichtslos?

Gesellschaftliches Weltbild

Welche Vorstellung von Gesellschaft, Zusammenleben, Ordnung, Freiheit oder Gerechtigkeit vermittelt der Film?

Welche Konflikte werden individualisiert, welche strukturell sichtbar gemacht und welche eher ausgeblendet?

Implizite ideologische Struktur

Welche Weltsicht ergibt sich aus der Gesamtstruktur des Films, unabhängig davon, was einzelne Figuren ausdrücklich sagen?

Welche gesellschaftlichen Annahmen oder Ideale werden dadurch gestützt, normalisiert oder infrage gestellt?

Wichtige Regeln:

Analysiere Muster, Beziehungen und Konsequenzen, nicht nur explizite Aussagen.

Unterstelle keine bewusste politische Absicht der Filmemacher.

Beschreibe die implizite Logik des Films, nicht deine persönliche Meinung.

Benenne Mehrdeutigkeiten, wenn der Film verschiedene Lesarten zulässt.

Aufgabe:

Analysiere den Film xxx aus dieser Perspektive und leite daraus die implizite gesellschaftliche Botschaft des Films ab.

nachtrag: diese idee soll allerdings keinesfalls wolfgangs arbeit in irgendeiner art delegitimieren, ganz im gegenteil. die filmanalyse ist genial, ich bin ein großer fan von wolfgangs trockenem humor und der art, wie er an die dinge herangeht. seine analysen gehen weit über das hinaus, was ich hier formuliert habe.

mir ging es in der diskussion ja vor allem um die frage nach inhaltsangabe oder kritik und darum, wie man mit sauberem prompt engineering unter bestimmten voraussetzungen mehr aus einem text oder film herausarbeiten kann, als es auf den ersten blick scheint.

dazu kommt noch ein wichtiger punkt: es ist ja nicht so, dass das llm das eigenständig macht. die konstruktion des prompts und die zielsetzung dahinter kommen ausschließlich von mir. das llm setzt das lediglich um.

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Du musst OpenClaw so modifizieren, dass es die Claude Code CLI nutzt und nicht die Claude API, dann zahlst Du pauschal nur 200$ für ein Claude Max und bekommst dafür aber ein 5000$ Äquivalent an API Zugriff.

Seit ich das gemacht habe ist OpenClaw sehr viel mächtiger geworden.

Oder Du nimmst direkt Ollama

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Doch doch. Stefan kann Wolfgang schon mal vorwarnen, dass wir ihn hier durch ein LLM ersetzen.

Sein nächstes Projekt könnte dann sein Papaplatte O-Ton zu rezitieren. Ich fand das in der WfA Folge damals sehr unterhaltsam.

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guter call, allerdings ist mein lv aktuell noch ziemlich rudimentär. ich baue das system bewusst selbst auf, weil ich es vollständig verstehen will und versuche, so viel wie möglich hardcoded zu halten. zu viel „ki“ ist für mich schnell zu viel blackbox :skull_and_crossbones: ich will immer wissen, was genau passiert. #kontrollfreak

zudem hat openclaw für mich aktuell noch deutliche memory-probleme, und vor allem fremde skills und tools funktionieren für meinen use case noch nicht zuverlässig genug. ich habe darüber auch schon einmal einen artikel geschrieben, weil ich glaube, dass viele diesen punkt unterschätzen: skills und tools aus öffentlichen repos oder von git könnten in zukunft zu echten einfallstoren für scammer oder schadcode werden. gerade wenn agenten anfangen, automatisch dinge nachzuladen oder auszuführen.

Das eigentliche Risiko von OpenClaw

deshalb baue ich meine agenten aktuell alle selbst in cursor und setze bewusst auf möglichst viel hardcode. das ist vielleicht weniger elegant, aber maximal nachvollziehbar und kontrollierbar.

das größte thema ist im moment das memory. im grunde orientiere ich mich dabei an bekannten konzepten aus der informatik wie „tiered storage“ oder „information lifecycle management“ also daten je nach nutzungshäufigkeit zu priorisieren und schrittweise zu verschieben, statt alles gleich zu behandeln.

mir geht es dabei weniger um möglichst komplexe ki, sondern um eine struktur, die transparent bleibt, mitwächst und trotzdem langfristig wartbar ist.

Cursor ist mir auch zu teuer. Die verdienen ja kräftig mit. Ich benutze nur Original Claude Code um die Subventionierung mitnehmen zu können.

Das kannst Du mit /ide ja auch in jeder IDE nutzen

oh da hab ich jetzt was losgetreten :see_no_evil_monkey:

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ich nutze cursor im grunde nur als übersichtliche oberfläche/editor, arbeite aber primär im terminal mit codex. eine subscription habe ich dort auch nicht mehr. so habe ich die UI, die ich mag, und die eigenständigkeit von codex. das permanent bestätigen bei codex ist sowieso ultra nervig. vorallem können claude code und codex im terminal viel autonomer arbeiten als cursor. also bin da voll bei dir :smiling_face::+1:

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Ich finde das neue Hollywood gar nicht so revolutionär.

Wenn man sich anguckt wie sich in den letzten 30-40 Jahre die Special Effects Produktion verändert hat, ist das mehr der nächste Schritt in der Evolution als etwas wirklich Revolutionäres.

Auch ohne eingebautes LLM kann ein Maya oder ein 3D Studio krasse Sachen. Ich vermute mal nicht viele Leute werden noch ein Pferd oder einen Vogel von Hand animieren. Ein LLM das direkt fertige Daten für ganze Szenen generiert ist da eigentlich ein logischer nächster Schritt.

Woran ich tatsächlich noch nicht glaube ist, dass irgendjemand nur durch Prompten einen ganzen Kinofilm “in die Existenz prompten” kann. Aber vielleicht irre ich mich auch und der Peter Steinberger der Filmindustrie wartet schon irgendwo.

Ich denke mal eher, dass es eine neue Art von Drehbuch braucht, dass halt nicht nur Sprechtexte, Kamerawinkel und grobe Scenen sondern auch visuelle Details, Besonderheiten der Schauspieler usw usf.

Ob das dann wirklich in die Richtung: kompletter Film geht, oder visuell sonst sehr schwer umsetzbare Sachen, Dinge die keiner mehr spielen will… naja, wahrscheinlich wird es 20 jahren wieder sehr viel mehr Sex Szenen in Filmen geben, hm?

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Oder was man sich sonst so wünscht. Es ist ja auch denkbar, dass Du einen Film anhalten kannst und dann promptest wie der weitergehen soll. (“Wie können die es wagen, Glenn umzubringen?!”)

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da ich die veröffentlichungspraxis sowieso noch nicht ganz verstanden habe: kommt heute nicht die neue folge? ist es nicht in der regel der letzte samstag im monat? manchmal kam es ja dann auch freitag später abend

Oh ja, Fan Fiktion und natürlich auch (nicht selbst gepromptet dann) personalisierte Werbung, zufällig genau das Produkt, von dem du den test gelesen hast spielt eine wichtige Rolle…

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Oder man jubelt Dir ein Weltbild unter auf genau die Art und Weise die dein Persönlichkeitsprofil als besonders vielversprechend markiert (“Der Mullah war besonders attraktiv”, “Wow. IRGC ist ja bad ass”, etc)

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Viel Arbeit für Wolfgang!

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Wird jedenfalls weniger lustig.

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