Livesalon zu Habermas, Iran und AfD und das neue Hollywood

Die Schreibrechte zum Podcast sind hiermit erteilt.

Youtube-Analyse: KI-Diskurs-Analyse – Die neuen Zwanziger

Der Auszug mit den neuen Hollywood-Filmen:

https://www.instagram.com/reel/DU1kXBEAH91/
https://www.instagram.com/reel/DU2cS73DB59/
https://www.instagram.com/reel/DUUl8r8j-9P/
https://www.instagram.com/reel/DVFTO-7j4eG/
https://www.instagram.com/reel/DVMQVXrCYB-/
https://www.instagram.com/reel/DU5WrOHE32V/
https://www.instagram.com/reel/DWGVJBVj18o/
https://www.instagram.com/reel/DTyb_72ioDo/
https://www.instagram.com/reel/DQm5I1AjGuu/
https://www.instagram.com/reel/DTYDBlHjKsn/
https://www.instagram.com/reel/DSui3CJiKya/

1 „Gefällt mir“

Voll lustig das Leute die Youtube benutzen auf einem Browser, möglicherweise auf einem Windows-System, Menschen kritisieren, die KI nutzen, dafür dass sie Tech-Oligarchen unterstützen.

Nen besseren Self-Pwn gibt es gar nicht und die Tatsache dass so viele Leute so einen Quatsch schreiben riecht geradezu nach Astroturfing/Troll-Farm

Fefe hat früher auf so nen Quatsch immer mit “Medienkompetenzübungen” reagiert. Vielleicht hilft das ja auch hier

Das ist die Angst vor dem eigenen Identitätsverlust. Entspringt aus dem Eindruck die Kontrolle (Macht) an eine Maschine abgeben zu müssen.

1 „Gefällt mir“

Angst ist immer ein schlechter Ratgeber.

Ich mag den Spruch “Ein Feigling stirbt tausend Tode. Eine Kriegerin stirbt nur einmal”

Das ist eine Identität mit der man besser durchs Leben kommt und auch einfach mal KI nutzen darf ohne sich vorher bei den Kulturpessimisten zu entschuldigen.

1 „Gefällt mir“

Dürfen ist ein großes Wort. Ich finde du hast gezeigt dass es darum nicht geht.

Du machst, zeigst wie.

Konstruktiver geht es kaum…

Jemand schreibt auf YouTube — Alphabet-Plattform, Konzern hinter Gemini — dass Stefan die Technooligarchie unterstützt, weil er Gemini benutzt. In einem Chromium-Browser. Auf Windows. Über Unterseekabel von Google und Meta.

Das passiert nicht einmal. Das passiert seit Monaten. Immer dieselben Moves, von einer Handvoll Accounts die durch Wiederholung den Eindruck erzeugen, sie sprächen für die Community. 180 KI-Kommentare bei 4.330 Kommentaren gesamt. Bei tausenden Hörern. Das ist keine Community-Position. Das ist eine laute Minderheit, die sich selbst für die Mehrheit hält.

„Als Informatiker kann ich sagen…"

„LLMs sind keine ‚KI’ und können auch nichts ‚wissen’, sondern sind token-fokussierte Wahrscheinlichkeits-Maschinen."

Was ein Transformer verarbeitet, sind Zahlen. Was er ausspuckt, sind Zahlen. Ob du die als Token interpretierst oder als Gummibär ist pure Semantik — eine Schicht drüber, nicht der Mechanismus. So funktioniert Datenverarbeitung seit Turing.

Wer „token-fokussiert" sagt, verwechselt die Interpretation mit dem Mechanismus. Fängt da an zu denken, wo es aufhört interessant zu sein. Demonstriert das Gegenteil von dem, was er behauptet.

Ein Webentwickler, ein Datenbankadmin und ein ML-Researcher sind alle „Informatiker". Einer davon hat eine fundierte Meinung zu Transformer-Architektur. Die anderen beiden haben Heise-Artikel. Der Kommentarraum differenziert das nicht. „Informatiker" reicht als Autoritätssignal. Muss es auch — die Argumente tun es nicht.

„Stefan hat 20 IQ-Punkte verloren"

Die Verfallserzählung. Früher war Stefan schlauer. Seit ChatGPT ist er dümmer geworden.

Der Kronzeuge der Anklage: Stefan habe behauptet, aus den Epstein-Files gehe hervor, dass Superreiche Babys quälen und deren Blut trinken. KI-Halluzination. Glaubwürdigkeit verspielt. KI-Psychose.

Nur: Stefan hat die Epstein-Files zitiert. Und da steht es genau so drin. Wer es nicht glaubt, kann es nachlesen — die Files sind öffentlich. Was seit zwei Monaten als bewiesener Fakt durch den Kommentarraum gereicht wird — „Stefan erzählt KI-generierten Unsinn" — ist selbst der Unsinn. Der Kommentarraum hat nicht zugehört, nicht nachgelesen, und seine eigene Falschdarstellung als Beweis für Stefans Unzuverlässigkeit verwendet.

Das ist keine Medienkritik. Das ist Stille Post mit moralischem Sendungsbewusstsein.

Dazu kommen Waymo und Mamdani-Foto als weitere angebliche Belege. Aus der Kombination wird dann „intellektueller Verfall". Nicht weil die Evidenz das hergibt. Sondern weil Verfallsnarrative ein Gefühl bedienen, das Einzelkorrekturen nicht bedienen: Enttäuschung von jemandem, dem man intellektuelle Autorität zugeschrieben hat.

Das ist kein Medienkritik. Das ist ein parasoziales Break-Up.

Moralisierung statt Politik

„Es ist wohl an Ironie nicht zu überbieten, dass Stefan die Technooligarchie kritisiert, aber für eine simple Rechenaufgabe ChatGPT nutzt."

„Wer ein System kritisiert, darf seine Produkte nicht nutzen" — schreibt der YouTube-Nutzer vor Chrome und Windows über eine Internetverbindung von Google und Meta.

Marx hat im British Museum recherchiert — einer Institution des Empire, das er analysierte. Journalisten nutzen Meta-Plattformen, um Meta zu kritisieren. Umweltaktivisten fliegen zu Klimakonferenzen.

Interessant ist nicht der Vorwurf. Interessant ist, was er ersetzt.

Die KI-Kritik in den Kommentaren gibt sich als linke Technologiekritik. Ist sie nicht. Es ist Verfallsnarrativ im linken Kostüm. Früher konnten Leute noch recherchieren, früher konnten Studenten noch schreiben, früher war alles aus Holz.

Echte linke Technologiekritik fragt: Wem gehören die Produktionsmittel. Wie verändert die Technologie Arbeitsverhältnisse. Welche kollektive Organisierung ist nötig. Und formuliert ein Programm.

Was stattdessen kommt: „Stefan soll aufhören KI zu nutzen." Individualisierter Konsumverzicht. „Kauf halt kein Avocado-Toast" von der anderen Seite. Das war noch nie linke Politik.

Der gesamte Raum, in dem tatsächlich Politik stattfindet, wird übersprungen:

Die Kontrolle liegt bei Hyperkapitalisten? Dann bau Gegeninfrastruktur. Llama, Mistral, DeepSeek, Qwen laufen lokal, auf eigener Hardware, ohne dass ein Byte an Alphabet geht. Das Wort „Open Source" kommt im gesamten Kommentarkorpus nicht ein einziges Mal vor.

KI-Modelle können manipuliert sein? Grok ist das Paradebeispiel. Die Antwort ist Transparenzpflicht und Auditing. Zeitungen können auch manipulieren. Die Antwort darauf war Presserecht, nicht Analphabetismus.

KI macht Arbeitsplätze kaputt? Arbeitszeitverkürzung. Umverteilung der Produktivitätsgewinne. Nicht: Stefan soll seine KI-Assistentin durch eine menschliche Arbeitskraft ersetzen.

Das Muster: Reales Problem erkennen. Von der Diagnose direkt zum Moralvorwurf springen. Den Raum dazwischen — den, in dem Handlung möglich wäre — komplett überspringen.

Das ist nicht links. Das ist Ohnmacht als moralische Überlegenheit.

Was niemand sieht, fragt oder zuhört

180 Kommentare. Neun Monate. Keine einzige der Fragen, auf die es ankommt.

Der Kommentarraum ist sein eigenes Skalierungsproblem. Beschwert sich über Olivia. Fragt nie: Was ist die Alternative bei 3.000 Kommentaren im Monat? Alles persönlich lesen? Wer kommentiert, erzeugt den Skalierungsdruck, den Stefan mit KI zu lösen versucht. Reflektiert das nie. Kann sie auch nicht — dann müsste sie sich selbst als Teil des Problems sehen.

KI-Verweigerung schadet den Falschen. Eine Mieterin formuliert mit Claude einen Widerspruch gegen ihren Vermieter. Erste Waffengleichheit ihres Lebens. Ein Migrant versteht mit ChatGPT einen Behördenbrief. Muss nicht mehr blind unterschreiben. Die Privilegierten — Anwälte, Assistenten, Netzwerke — brauchen keine LLMs. Die ohne all das schon. Darüber spricht kein einziger Kommentar. Stört das Verfallsnarrativ.

Niemand hört zu. Stefan sagt: „Schnappt euch Claude, erschließt es euch selbst." Stefan sagt: „KI kann nicht gut schreiben — der Eindruck entsteht nur, weil 7,9 Milliarden Menschen beschissen schreiben." Stefan sagt: „Sam Altman ist ein gefährlicher Idiot." Stefan sagt: „Spielereien" über seine eigene Nutzung.

Was ankommt: KI-süchtig. KI-Psychose. Technooligarchie verfallen.

Der Kommentarraum hört nicht zu. Er schreibt Stefan zu, was er braucht, um die Empörung zu rechtfertigen. Die substanziellen Argumente — Machtkonzentration, Eigentumsstrukturen, KI als Klasseninstrument — versauern resonanzlos am Rand. Empörung wird schneller gelesen als Analyse. YouTube selektiert für Resonanz, nicht für Erkenntnis.

Stefan sagt: Erschließt es euch selbst.

Der Kommentarraum antwortet: Füttere uns.

Das ist das Problem. Kein KI-Problem.

4 „Gefällt mir“

Ich hätte es anders schreiben sollen. Ich wollte nicht relativieren und hab doch relativiert. Sorry.

Du hast es auf den Punkt gebracht und ich unterstreiche das hiermit nochmal.

1 „Gefällt mir“

also, letztlich kennt man das schon vom pausengespräch auf dem schulhof der oberstufe: jemand kritisiert den kapitalismus und trägt aber nike-schuhe und dann sagt jemand ihm, ja aber das ist ja heuchlerisch du trägst nike-schuhe, die unter bestimmten bedingungen hergestellt werden. bei diesem argument würde ich mich gar möglichst kurz aufhalten.

dann: woher weiß stefan, welchen begriff luhmann von gesellschaft hat, oder wie luhmann erklären kann, dass wenn wir zu viert monopoly spielen und wir entscheiden wollen, wer anfängt, wir es auswürfeln und der anfängt, der die höchste zahl hat, oder wir fliflaflu spielen, und derjenige dreimal fliflaflu gewinnt, darf als erstes bei monopoly anfangen, und wir das dann akzeptieren?

er hat studiert, er hat tausende texte gelesen, er hat hausarbeiten geschrieben, er hat abschlussarbeiten geschrieben, er hat mit anderen luhmannianern diskutiert, er hatte einen professor, er hat bücher geschrieben. so installiert sich das wissen in die hirnrinde ein, das ist ein prozess. diese prozess hat mit techniken der einschreibung zu tun, lesen, schreiben, sprechen. inwiefern sind diese einschreibungstechniken notwendig, damit ein mensche einen gegenstand versteht und mit ihm arbeiten kann?

stefan sagt: ich muss den amodei-aufsatz nicht selber als original-quelle lesen, sondern lese ihn mit claude. das ist eine nette idee für eine pointe. aber nach der logik kann man auch sagen: ich verzichte auf eine gescheite einschreibung von luhmann in meine rinde, ich lese nicht “soziale systeme”, ich chatte einfach eine woche lang mit claude über luhmann und dann kann nahezu auf augenhöhe mit stefan über luhmann sprechen. und das ist einfach quatsch und über diese differenz sollte man reden - ja ich kann mit claude jetzt meine homepage programmieren ohne einen funken plan von coding zu haben, aber heißt das wirklich, das wissensaneignung jetzt total trivial wird? ich stehe im weißen raum und lade mir runter, wie man einen helikopter fliegt und schieße dann auf agent smith?

und ich finde, es sind solche situationen, wegen denen man stefans KI-lobhudelei kritisiert und vlcht zugespitzt als psychose bezeichnet. (und nicht das heuchelei-argument)

PS

hier ein hinweis, der stefans “kaube schreibt nicht den habermas-nachruf, weil er es nicht wichtig findet”-these “entkräftet”: “Die FAZ bleibt ihrer Tradition treu, wichtige Habermas-Artikel sehr jungen Redakteuren anzuvertrauen.” gustav seibt ist mit dem faz-feuilleton nochmal länger und enger verwoben, würde ich behaupten.

pps ich habe die polemik gelöscht, weil sie ein fehler war. weitere unnötige polemiken gelöscht.

4 „Gefällt mir“

Danke für den Beitrag. Sehr angenehm und flüssig zu lesen, auch ohne Beachtung von Groß- und Kleinschreibung. Willkommene Alternative zu den von LLM-strukturierten Textwüsten, die sonst hier leider üblich sind. Habe aber auch in meiner Jugend gerne Peter Weiss und Borchert gelesen, vielleicht hab ich da einfach eine Vorliebe für bzw. bin dafür “geprimed”.

3 „Gefällt mir“

Der Satz ist schonmal gefallen aber ich wiederhole ihn noch mal.

KI Nutzung ist Teilhabe.

Ich habe persönlich nicht das Handwerkszeug einen Text über Macht zu schreiben. Und weil ich weiß das KI ein Werkzeug ist, wende ich es so an dass meine Gedanken stehen bleiben auch wenn sie im Diskurs widerlegt, weitergedacht, oder im besten Fall anregend sind.

Ich muss für meine Mutter eine Patientenverfügung ausarbeiten - wie bekomme ich eine Formulierung zustande die alles berücksichtigt? Mit dem Werkzeug KI.

Bei dem Text über Macht habe ich einen Schraubendreher verwendet, bei der Patientenverfügung wird es vielleicht eine Zange sein.

1 „Gefällt mir“

Drei Punkte, keiner davon über KI.

Nike-Schuhe. Du sagst selbst, da hältst du dich kurz. Gut. Dann wären wir uns einig dass der dominanteste Vorwurf im gesamten Kommentarraum Schulhof-Niveau hat. Weiter.

„Einschreibung in die Hirnrinde." Stefan hat Luhmann studiert. Jahrelang. Professor, Abschlussarbeiten, Bücher. Er liest den Amodei-Aufsatz mit Claude auf der Basis dieses Wissens, nicht anstelle davon. Den Unterschied zu ignorieren, um dann die Matrix-Analogie bringen zu können — „ich lade mir Helikopterfliegen runter" — ist entweder unehrlich oder du hast nicht zugehört. Such dir eins aus.

Aber interessanter ist was dein Argument über dich verrät. Du beschreibst einen Rezeptionsprozess: Professor gehabt, Texte gelesen, Hausarbeiten geschrieben, mit Luhmannianern diskutiert. Nirgendwo: eigene These entwickelt, widerlegt worden, neu gedacht, publiziert, revidiert. Du beschreibst wie man Wissen empfängt und hältst es für Wissen haben. Claude bedroht dieses Modell, weil Claude den Mittelsmann abschafft. Du brauchst kein Literaturhaus mehr um an eine Erklärung zu kommen. Für jemanden dessen Wissensmodell auf „den Richtigen zuhören" basiert, ist das bedrohlich. Verstehe ich.

„Erschließt es euch selbst" als Publikumsbeschimpfung. Deine Analogie: Literaturhaus, 25 Euro, Frage stellen, Rednerin sagt „lies es selbst." Im Literaturhaus fragt eine Person eine Frage. Stefan hat 3.000 Kommentare im Monat. Das ist nicht „jemand fragt und Stefan antwortet nicht." Das ist „tausende erwarten Lieferung und Stefan sagt: Ihr habt jetzt Werkzeuge, recherchiert selbst."

Du nennst das Beschimpfung. Stefan nennt es Empowerment. Der Unterschied liegt nicht in der Aussage, sondern darin ob man sich als Publikum definiert oder als jemand der selbst denkt. Du schreibst wörtlich: „Publikumsbeschimpfungen nach ungenauer Arbeit." Publikum. Du definierst dich selbst als Zuschauer. Und dann bist du gekränkt wenn der Performer sagt: Steht auf.

Was in deinem Post nicht vorkommt: Ein einziges inhaltliches Argument zu KI. Kein Faktencheck. Kein eigener Gedanke zu Transformer-Architektur, zu Machtkonzentration, zu Eigentumsstrukturen, zu Open Source, zu Regulierung. 400 Wörter und nicht ein Satz der über „Stefan hat mich enttäuscht" hinausgeht.

„KI-Psychose" ist kein Argument. Es ist ein Wort für eine Kränkung. „Es nervt angesichts einer schon irgendwie vorhandenen Frechheit" — das steht da wörtlich. Es nervt dich. Du findest es frech. Das sind Gefühle. Du verpackst sie in Luhmann-Referenzen und Literaturhaus-Analogien, damit sie nach Analyse aussehen.

Und das PS — ein Nachtrag über Kaube und den Habermas-Nachruf. „Stefan liegt falsch und ich kann es beweisen". Egal wobei. Es geht dir nicht um KI. Es geht dir darum, Stefan etwas nachzuweisen.

Das ist keine Medienkritik. Das ist parasoziale Enttäuschung, verkleidet als Analyse.

Es ist ja verständlich das man nostalgisch der alten Zeit nachweint, aber die Welt dreht sich weiter. Und nicht jeder kann sich den Luxus leisten, stehen zu bleiben und sich nicht weiter zu entwicklen.

2 „Gefällt mir“

Ich denke, du (oder Claude, wer da auch immer spricht) hast das Argument nicht verstanden. Du schreibst: “Er liest den Amodei-Aufsatz mit Claude auf der Basis dieses Wissens, nicht anstelle davon.”

Das ist doch gar nicht der Sinn des Arguments von ozziecox, er spricht nicht mal direkt dagegen. Er vergleicht die Aneignung von Wissen über jahrelanges Lernen, Diskutieren, Schreiben mit dem Chatten mit Claude über Luhmann eine Woche lang und sagt, dass es da eine Differenz gibt. Das Erwähnen der Pointe ist nur ein Einschub im Gedankengang (wahrscheinlich, um die Bingo-Polemik einzubringen), aber nicht der Gegenstand. Dass Stefan diesen Text auf der Basis seines Wissens liest, verneint ozziecox doch gar nicht.

Und was ist wirklich schrecklich finde, ist so eine küchenpsychologische Einordnung wie der Anfang des nächsten Absatzes: “Aber interessanter ist was dein Argument über dich verrät.”

Aber ich sehe, dass ozziecox gerade selbst antwortet, deswegen warte ich das erst mal ab…

Allerdings habe ich wohl selten einen Satz gelesen, der mehr Claude sagt als dieser hier: “Das ist keine Medienkritik. Das ist parasoziale Enttäuschung, verkleidet als Analyse.”

4 „Gefällt mir“

Gut dass alles “nach Claude klingt” — sonst hättest du tatsächlich darüber nachdenken müssen. Hast Du nochmal Glück gehabt.

  • ich habe nicht gesagt “da halte ich mich kurz”, ich stimme dir doch unbedingt zu, dass das argument gegen stefan nichts bringt. wie kommt es zustande, dass du mich da missverstehst? Weil du mich mit KI-unterstützung liest? (es geht mir selbstverständlich nicht um abwertung, dass du nicht selber denken könntest, du hast ja vor allem deine schreibprozesse dankenswerterweise sehr transparent gemacht)
  • “Du beschreibst wie man Wissen empfängt und hältst es für Wissen haben. Claude bedroht dieses Modell, weil Claude den Mittelsmann abschafft. Du brauchst kein Literaturhaus mehr um an eine Erklärung zu kommen.” Du sagst, mit Ki kann jeder alles wissen, ich sag, ist es wirklich Wissen, wenn ich jahrelange beschäftigung mit ein mehrwöchigen chats ersetze - auf dieses argument gehst du nicht ein. um “den richtigen zuhören” ging es nie, keine ahnung wie du auf sowas kommst. du sagst, jeder kann jetzt der “richtige” sein, dabei hat zum Beispiel die argumentativ vollkommen unbrauchbare letzte halbe stunde des gestrigen salons gezeigt, dass das in zweifel steht. stefan hat offensichtlich wenig ahnung von kino. er kann noch soviel chatten und noch so viele argumente sich erarbeiten, es wird nie zu gebrauchen sein wie das wissen über kino von wolfgang schmidt zu gebrauchen sein wird, auch einfach darum weil wolfgang schmidt schon 10000 filme gesehen hat und stefan wahrscheinlich nur halb so viele. jeder kann jetzt der “richtige” sein. mach doch den test: werde doch bis mai glaserin und bau stefan ein tolles murano glas objekt, mit hilfe von claude schaffst du das sicher gä.
  • was wäre eigentlich damit verloren gewesen, wenn stefan vor zwei monaten gesagt hätte, als Service für seine community, für die die Menschen, die ihn Geld zahlen: ja ich habe das gesagt auf basis von efta0014usw und da steht “babies being dismembered” und dann hätten er und seine community eine gemeinsame wissens- und diskussionsbasis gehabt, auf der man weiter darüber reden kann, was in den files steht? in den epstein files stehen dinge, die man in richtung kannibalismus interpretieren kann, aber es ist an keiner stelle bewiesen, dass jeffrey epstein menschen gegegessen hat, stefan hat es anders dargestellt und darum ging es. es kann im feuilleton-podcast oder im community-forum passen, mit interpretationen zu arbeiten, aber zum beispiel vor gericht kannst du so nicht arbeiten und eine debatte, was sich wirklich konkret ändern muss, muss auch eher mit bewiesenen arbeiten als mit vermutungen.
  • ich hab an keiner stelle gesagt, dass stefan eine psychose hat, weil ich keinerlei interesse daran hab, jemanden abzuwerten mit der behauptung, er sei psychisch krank. andere machen das aber und ich habe beschrieben, dass die wut für mich nachvollziehbar ist, ich persönlich bin ich aber nicht dafür, das in dieser form zu machen.
1 „Gefällt mir“

Ich hab alles gelesen und du machst viele gute Punkte — aber ich glaube du arbeitest mit einem falschen Modell davon wie KI funktioniert, und deshalb landen deine Argumente bei Strohmännern.

KI kann selber nichts. Gar nichts. Claude nimmt die Gedanken des Nutzers, formuliert sie, und gibt sie zurück. Ich könnte alles was ich hier schreibe auch roh aufs Papier bringen — Claude hilft mir dabei, Lesegewohnheiten abzuholen und manchmal Dinge zugänglicher zu erklären. Die Gedanken sind meine. Wenn Stefan mit Claude über Amodei redet, bringt Stefan sein Wissen mit. Wenn Wolfgang mit Claude über Film reden würde, brächte Wolfgang seine 10.000 Filme mit. Claude addiert nichts, Claude artikuliert.

Deshalb geht dein Murano-Glas nicht auf — nicht weil das Bild schlecht wäre, sondern weil das Modell dahinter falsch ist. Claude ist nicht “Expertise in drei Monaten runterladen.” Claude ist “deine vorhandenen Gedanken besser formulieren.” Das sind fundamental verschiedene Dinge.

Solange du dem ersten Modell anhängst, wirst du immer frustriert sein über KI-Nutzung in Diskussionen. Wenn du das zweite einmal ausprobierst, wirst du merken dass es nichts gibt worüber man sich ärgern muss.

Zu Epstein: Du schreibst “Stefan hat es anders dargestellt.” Ich hab das komplette Transkript durchgearbeitet. Stefan sagte “Das wurde so publiziert” — das steht in den DOJ Files und ist faktisch korrekt. Wenn du eine Stelle hast wo er es anders dargestellt hat, teil sie gerne.

Und zu “was wäre verloren gewesen wenn Stefan die Quelle genannt hätte” — vermutlich Zeit und Energie. Stefan produziert einen mehrstündigen Podcast. Was wäre verloren gewesen wenn jemand aus der Community die Stelle einfach selbst nachgeschlagen hätte?

Zum Psychose-Punkt: Dass du dich davon distanzierst — Respekt.

2 „Gefällt mir“

Wird das jetzt so eine „ich fühle mich benachteiligt“ Diskussion? KI als Vorteil für Idioten die nicht lesen oder nicht fleißig waren?

Da hätte ich gerne vorher die Definition von Wissen, Zugang zu Wissen und eine moralisierende Gerechtigkeitsdebatte.

Das wäre wenigstens ehrlich.

1 „Gefällt mir“

Der Zugang zu Wissen ist nicht selbstverständlich und wird es auch in Zukunft nicht sein.

Da macht es schon Sinn, sich Texte von einer KI vorlesen zu lassen.

1 „Gefällt mir“

Prima! Sarkasmus? Zynismus?

Oder du beschreibst kurz den Zusammenhang zwischen Wissenszugang und ich lass mir was Vorlesen.

Wäre hilfreich.

1 „Gefällt mir“

Für Menschen, die weder zu Hause noch in Bildungsinstitutionen brauchbare Bildung erhalten, ist so ein niedrigschwelliges Angebot von Vorteil. Da gibt es keine Vorgaben oder Beurteilungen.

Vielleicht bleibt da irgendwas hängen.

Das heißt nicht, daß ich das systematische “ draußen halten" und ruhig stellen von Teilen der Bevölkerung in irgendeiner Weise gut finde.

Ich glaube nur nicht, daß sich in den nächsten Jahren irgendwas daran ändert.

1 „Gefällt mir“