März 2026: Klingbeil im Klassenkampf

Ich möchte kurz das Thema Rentenlücke aufgreifen.

Es wird ja vorgerechnet, dass man vor dem Renteneintritt etwa 2500€ netto erhält. Dabei soll man ab Arbeitsbeginn ja rund 670€ weglegen, damit man die spätere Rentenlücke schließen kann.
Von 2500€ könnte man ja vielleicht von 670€ zur Seite legen, aber wie schaut es zum Berufseinstieg aus.
Wenn man von einer durchschnittlichen Lohnsteigerung von 2% (z.B. als Inflationsausgleich) bei 45 Arbeitsjahren ausgeht, kommt man auf ein Einstiegsgehalt von rund 1000€. Da wird Mieten (oder gar Immobilienerwerb) und Sparen echt herausfordernd.
Möchte man eine Lohnsteigerung von 3% haben, liegt der Einstieg bei rund 660€. Dann bleibt man am besten im Kinderzimmer wohnen, verzichtet auf alles und kann das Gehalt direkt weglegen.
Wenn das mal keine Perspektive ist!

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Ich fand gut, daß Stefan das aufgedröselt hat, sind echt aberwitzig, diese Summen - nicht nur für Berufseinsteiger.

Die Werbeveranstaltung von der Versicherung richtet sich an wohlhabende Eltern. Die sollen das für Ihre Kinder abschließen.

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Ich möchte zu der Diskussion noch beitragen, dass diese realen rechtlichen Grenzen (Maastricht Vertrag usw.) für die BRD de facto auch nur fiktive Grenzen sind und die Ausführungen von @fdoemges durchaus zutreffen.

Denn was würde passieren, wenn die BRD ein massives Haushaltsdefizit fährt? Vorwürfe der Scheinheiligkeit? Vielleicht ein intensiveres fordern von Eurobonds? Eine Mehrheit für eine Apassung der Gesetze, wenn der größte Gegner von Anpassungen die Seite wechselt?
Was auf jeden Fall nicht passieren würde: Die Bundesrepublik wird unter die Kontrolle einer Troika 2.0 gestellt. Das würde der deutsche Staat nicht akzeptieren und ob der Euro und die EU einen Austritt Deutschlands überleben würde, wage ich zu bezweifeln.

Daher ist es schon richtig, dass das Dargestellte in der Eurozone nur mit Einschränkungen gilt. Griechenland hat das auch hart gespürt. Die Durchsetzung der Einschränkungen gegenüber dem politischen und wirtschaftlichen Schwergewicht Deutschland wäre aber praktisch unmöglich.

Mein sehr kleinkarierter Kritikpunkt an der ursprünglichen Aussage wäre eher, dass das so nicht für alles Geld auf Konten gilt. Denn es gibt deutlich mehr Versprechen, Euro auszuzahlen, als es wirklich Euro gibt. Beides findet sich aber auf den Konten. Daher sind viele Euro auf den Konten gar keine Euro. Das ist außerhalb massiver Finanzkrisen auch kein wirkliches Problem und auch genau so vorgesehen. Außerdem ist es für die eigentliche Aussage bezüglich der Beschränkung Geld gegenüber Ressourcen irrelevant und ohne die weitergehende Diskussion hätte ich es auch nicht erwähnt.

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Ja, fdoemges Text ist schon MMT in Reinform, deshalb aber nicht weniger richtig: denn im Kern ist sie bestenfalls eine deskriptive Theorie, die den realen Stellenwert des Geldes im Fiat-System beschreibt. Dass dessen Potenzial durch Schuldenbremsen und Zentralbanken eingeschränkt wird, liegt daran, dass nach wie vor ältere Geldsysteme das Bild bestimmen, das man sich vom Finanzhaushalt macht. Wenn man wie Janno einen anarchistischen Kommunismus anstrebt, dürften einem diese Hürden aber noch eher klein vorkommen. Allerdings wäre das Ziel eines solchen Systems ja mutmaßlich auch eine völlig andere Wirtschaft, bei der die MMT kaum noch anwendbar wäre.

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Von meinem Verständnis her gehört zu MMT noch ein bisschen mehr. So Sachen wie eine Jobgarantie zum Beispiel.

Dass das Geld verschwindet, wenn der Staat Steuern einnimmt kannst Du auch ganz normal aus Buchhaltungsregeln herleiten, wenn Du den Staat bilanzierst.

Nicht das Bild, sondern die auch im Jahr 2026 noch gelebte Realität.

Ja. :smiley:

Jo, war natürlich keine umfassende Darstellung der MMT, aber das Bild des Geldes kommt schon daher.

Die gelebte Realität basiert ja gerade auf falschen Grundannahmen, über die die MMT aufklärt…

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MMT ist - wie der Name schon sagt - eine Theorie. Ob sie jemals in die Realität umgesetzt wird und ob sie dann auch funktioniert bzw. mit welchen Nachteilen sie verbunden ist (Inflation?), kann bislang keiner wissen.

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Und deshalb kann ich nur wiederholen: Ich rede nicht von MMT. Ich rede von Buchhaltung.

MMT ist ein Strohmann, den DU eingeführt hast, nicht ich.

Aber versteh mich gerne weiter falsch, wenn Dir meine Meinung zu langweilig ist.

Nochmal: MMT ist eine deskriptive Theorie, die den Stellenwert des Geldes im Fiat-System beschreibt. Man kann sie nicht in dem Sinne “umsetzen”. Alles, was aus diesem Verständnis heraus von einzelnen MMTlern gefordert wird (z. B. dass es sinnvoll wäre, eine Jobgarantie einzuführen) ist kein Teil der Theorie, sondern eine Forderung, die aus ihrer Anwendung abgeleitet wird.

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Mir fällt schon auf, dass hier öfter mal auf Basis von materiellen Fakten argumentiert und einem dann ein „nein, stimmt ja nicht“ auf Basis von Ideologie entgegengebracht wird. Wenn jemand behauptet, dass der deutsche Staat sich im aktuellen Rahmen nicht unendlich stark verschulden darf, stimmt das. Die Kritik, die dann kommt, führt ins Leere, weil damit ja gar nicht bezweifelt wird, dass es anders gehen könnte.

Natürlich kann die EU beschließen, direkte Staatsfinanzierung durch die EZB zu erlauben. Dann wäre es möglich, dass der deutsche Staat dort Schulden aufnimmt. Aber wenn man dafür argumentiert, diese Regeln zu ändern, sollte man von Haus aus das offenlegen und nicht diesen Zwischenschritt überspringen.

Überspitzt gesagt, wird niemand behaupten „ja, man darf Leute bestehlen“ und erst auf Nachfrage „ach so, derzeit ist das nicht erlaubt, aber Gesetze sind änderbar“.

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Gesetze sind nicht in Stein gemeißelt und können geändert werden, die darunter liegenden Mechanismen aber nicht.

Die Ökonomie ist die materielle Realität. Die Gesetzeslage ist ideologisch.

Das ist richtig, aber immer noch kein materieller Fakt.

Er basiert auf Begriffen und Ideen und vor allem auf änderbaren Gesetzen.

Und ob die Wegnahme von Eigentum nun “Stehlen” ist oder “Beschlagnahme” ist eine pur ideologische Frage

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Es sind beides Umstände, die sich aus den Gegebenheiten ableiten. Die herrschenden Ideen sind die Ideen der herrschenden Klasse. Und hier ist das Herrschen zu unterstreichen. Das ist ja genau der gegebene Rahmen und auf den hat man sich in der Diskussion zuvor bezogen.

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Ich weiss jetzt nicht wer dieser ominöse Mann ist, aber ich hab mich auch nicht darauf bezogen.

So oder so sind Gesetze “Gegebenheiten” da stimme ich Dir zu, aber es sind keine “materiellen Fakten”, es sind “ideologische Setzungen” oder von mir aus auch “begriffliche Setzungen”

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Nein, es sind nicht einfach begriffliche Setzungen. Es sind Instrumente der zur Durchsetzung und Wahrung der Eigentumsverhältnisse. Das ist ein materieller Fakt.

Ich würde dir auch widersprechen, dass die darunterliegenden Strukturen nicht änderbar seien. Und ja, damit werden eben auch Gesetze änderbar.

Wo materialisiert sich das denn?

Wo kann ich hingehen und darauf zeigen?

Wüsste ich jetzt nicht. Ergo: Rein ideologisch

es würde der Diskussion gut tun, wenn Du argumentieren würdest anstatt nur Meinung rauszuhauen.

Das ist aber eine sehr einfache Konzeption: Wenn ich nicht drauf zeigen kann, ist es Ideologie.

Falsch: wenn ich nicht drauf zeigen kann ist es nicht materiell. Und kein Fakt.

dann ist es Interpretation von Kommunikation. Das passiert üblicherweise auf Basis von Ideologie.

Um genau zu sein sind die Buchhaltungsmechaniken die ich hier als materiell bezeichnet habe dann auch kein Fakt.

Im Grund haben wir hier verschiedene Ebenen von Ideologie

Worauf genau willst du hinaus? Janno hat seinen Beitrag auf der Annahme aufgebaut, dass der Staat Geld, das er ausgibt, erst einnehmen muss; fdoemges hat darauf hingewiesen, dass die Möglichkeiten des zu schaffenden Wohlstandes stattdessen von den verfügbaren Ressourcen abhängen. Dies ist keine Ideologie (ich bin übrigens generell dagegen, jegliche Art von Meinung/Weltbild/weltanschaulicher Disposition als Ideologie zu bezeichnen), sondern ein Fakt, dessen Potential dem Geld im Fiat-System nun auch definitorisch zugeschrieben ist, allerdings aus Unwissenheit, Eigennutz oder ideologischer Verblendung nicht genutzt wird.

Der Einwand war berechtigt, da Janno das bei den skizzierten einigermaßen utopischen globalen Umverteilungsmaßnahmen und der damit zusammenhängenden kommunistischen Gesellschaftsform nach wie vor anscheinend als natürliche Schranke gesehen hat, die in der Natur des Geldes selbst liegt.

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