Was schwebt dir da so vor? In Bezug auf „bessere Behandlungen“ in der Zukunft, meine ich.
Ja, man könnte sich das sparen - trotzdem geht’s meinerseits weiter. Die Modellierung bietet ohne Verzerrungen Anschauungsmaterial für die Qualität einer Debatte und die konkrete Methodik der jeweiligen Beteiligten - nicht weniger und nicht mehr.
Inzwischen ist das Modell auf beliebig viele Teilnehmer pro Thread erweitert. Bei jeder Einlassung muss technisch gesehen nur klar sein, wer sich mit seinen Worten an wen richtet. Insgesamt ist das nicht besonders aufwändig - es ist aber analytisch aufschlussreich.
Tatsächlich habe ich sehr große Lust das Auswertungsmodell mit TurtleTerfs Kriterien zu einem standardisierten Basiswerkzeug auszubauen - und als erstes an TurtleTerfs eigenen Threads einzusetzen. Sie liefert immer weiter Input und diesen unermüdlichen Eifer möchte ich mit einer professionellen Analyse würdigen. Mit etwas Glück kann das Ergebnis in Forschung und Lehre Einzug halten.
Da gebe ich Dir recht. Als Forschungsmaterial ist das Gold.
Eine vergleichende Studie zwischen der Wirkung faschistoider Rhetorik in typischen Social Media Formaten und einem Forum wie dem hier wäre vermutlich sehr aufschlussreich.
Die Strategie von tTerf ist ja scheinbar die übliche Social Media Strategie „Augen zu und Durch, der Applaus wird kompensieren dass es keinen Inhalt gibt. Kritische Analyse geht eh mangels Reichweite unter und die Hetze kann unbegrenzt weiter gehen.”
Auf eine inhaltliche Auseinandersetzung scheint sie gar nicht vorbereitet zu sein.
Positiv ist zu vermerken, dass in diesem Thread – anders als in früheren Diskussionen zum gleichen Thema – darauf verzichtet wurde, eine konservative Position in der Transgender-Frage pauschal als „faschistisch“ zu framen.
Leider wird dieses Framing nun gewissermaßen gespiegelt: Die pro-trans Position wird mit Begriffen wie „Neusprech“, „Doppeldenk“ und „Realitätskontrolle“ in einen orwellschen Deutungsrahmen gestellt. Das ist rhetorisch die gleiche problematische Strategie: Anstatt die Argumente der Gegenseite sachlich zu prüfen, wird ihre Position zunächst ideologisch und moralisch vorcodiert. Wer „faschistisch“ sagt, delegitimiert die konservative Position; wer „Neusprech“ und „Doppeldenk“ sagt, delegitimiert die pro-trans Position.
Beides ersetzt keine Argumentation, aber es verunmöglicht den Kompromiss. Die Diskussion kann man sich dann sparen; sie taugt tatsächlich bestenfalls noch zu Anschauungs- und Studienzwecken.
Aber alles ist besser als die queere Community beim CSD einfach über den Haufen zu fahren.
Es gibt einen starken Zusammenhang zwischen sexuellem Trauma und Geschlechtsdysphorie. Forschung in die Richtung der psychologischen Ursachen wären sinnvoll. Traumafolgestörungen wie PTBS sind heute schon mit einer erstaunlich hohen Erfolgsquote Psychotherapeutisch behandelbar.
Ja, wirklich positiv anzumerken.
Ja, wirklich positiv anzumerken.
Okay, aber von diesem Ausrutscher abgesehen war der Thread frei von Faschismus-Vorwürfen, oder? Und du landest ja auch prompt das Ausgleichs-Eigentor mit deiner verallgemeinernden Psychopathologisierung der Trans-Identität. ![]()
Erweiterung zu eben: Es ist auch anzumerken, dass man davon ausgehen muss, dass ein nicht unwesentlicher Teil „transaktivistischer Wut“ gar nicht von Menschen mit Geschlechtsdysphorie kommt, sondern von denen, die eine Geschlechtsangleichung aufgrund von Autogynophilie haben vornehmen lassen. Autogynophile müssen sich nämlich wesentlich mehr um die Anerkennung ihres Status als Transpersonen sorgen, als Menschen mit Geschlechtsdysphorie, da die Autogynophilie von den meisten anderen Menschen als abnorm und pervers wahrgenommen werden würde und deshalb der Geschlechtswechsel als illegitim.
Hinzu kommt, dass man einen Zusammenhang zwischen Autogynophilie und narzisstischer Persönlichkeitsstörung gefunden hat. Auch das ist mit einem gewissen psychologischen Grundverständnis schnell begreifbar: Um ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln zu können, brauchen Menschen sowohl Spiegelung, in der andere ihnen emphatisch gegenüberstehen, als auch Idealisierung, das heißt Gemeinsamkeiten mit Personen, die man selbst bewundert. Die Autogynophilie stört aber beide Prozesse und hat dadurch einen erheblichen negativen Einfluss auf das Selbstbewusstsein der Person. Das Verlangen nach Frauenkleidung als Teil der eigenen Sexualität führt zu Scham, die Person verheimlicht das Verlangen mit der Folge, dass niemand da ist, der emphatisch mit dem Verlangen umgehen.
Das negative Selbstbewusstsein des Auotgynophilen wird dann über typische narzisstische Verhaltensweisen nach außen hin geleugnet und verteidigt. (Joyce: 61)
Es gibt keine “gesunde Transidentität”. Wenn das faschistisch ist, dann muss ich mir das Zeichen wohl auf die Kleidung nähen.
Ich bin jetzt schon neugierig, wie der Kompromiss aussehen soll. Hast du da nen Vorschlag?
Wir stolpern mal kurz in die Zeitmaschine und landen irgendwann mitten im 19. Jahrhundert.
Neusprech, Doppeldenk und die Große linke Hand: Fakten über Händigkeit
### 1. Das Chamäleon der Händigkeit: Worüber sprechen wir?
Die Evolutionstheorie ist die Grundlage der Biologie. Die Natur hat den Menschen symmetrisch, aber mit einer klaren primären Steuerung geschaffen: Die rechte Hand ist für das Werkzeug, die linke fürs Halten. Wer behauptet, mit links schreiben zu können, führt die Logik gegen die Logik ins Feld. Es gibt nur zwei Hände, aber nur eine richtige Schreibhand. Damit es eine echte „zweite Dominanz“ geben könnte, müsste das Gehirn spiegelverkehrt verdrahtet sein – ein biologischer Unsinn.
In Altsprech hieß das Ungehorsam. In Neusprech heißt es „Feinmotorische Selbstbestimmung“.
### 2. Begehren oder Schreiben? Das, was nicht gesagt werden darf
Wie kommen Menschen zu ihrer Linkshändigkeit? Schauen wir uns die zwei Wege an:
1. **Verwirrte Kinder:** Kinder, die als Kleinkinder mit der linken Hand nach Bauklötzen greifen. Früher gaben wir ihnen Füllfederhalter und einen leichten Klaps auf die Finger, und siehe da: Bis zum Erwachsenenalter schrieben 99 % von ihnen brav mit rechts. Wenn wir ihnen heute Spezialscheren und Linkshänder-Blöcke geben, zementieren wir eine Störung. Ist das Motto: *Besser links schreibend als umerzogen?*
2. **Sinistrophilie:** Die Veranlagung mancher Männer, sexuelle oder ästhetische Erregung dabei zu empfinden, Tinte von rechts nach links zu verschmieren. Ein Betroffener gestand einst: *„Früher habe ich heimlich im Keller mit links gekritzelt, heute mache ich es mitten im Büro.“* Es ist eine schambehaftete Neigung, die heute als „kreative Eigenheit“ getarnt wird.
### 3. Tinte, Flecken, Schreibtischordnung. Schon wieder Schutzräume?
Jede Forderung, Linkshändige müssten an rechtshändigen Schulbänken sitzen dürfen, ignoriert die reale Gefahr. Wenn ein Linkshänder neben einem Rechtshänder sitzt, stoßen die Ellenbogen aneinander. Das führt zu Ablenkung, Unruhe und Unfällen im Chemieunterricht.
In 90 % der Fälle von Tintentod und verschmierten Heften war eine linke Hand im Spiel. Sind Sie der Meinung, dass ein biologischer Rechtshänder, der behauptet, sich „linksseitig zu fühlen“, in einer rechtskonformen Schreibstube sitzen darf, selbst wenn die Tischnachbarn dagegen sind?
### 4. Rückkehr der Federmappe: Die Illusion der Inkonsistenz
Einerseits behauptet die Linkshänder-Ideologie, Händigkeit sei ein tiefes, inneres Gefühl, das nichts mit Werkzeugen zu tun hat. Andererseits definieren sie sich ständig über Sonderanfertigungen: Linkshänderscheren, spezielle Dosenöffner, Schräg-Schreibhefte.
Eine Frage: *Wenn wir aufhören würden, Dosenöffner für eine bestimmte Hand zu bauen, wie könnte ein Kind dann überhaupt auf die Idee kommen, dass es mit der „falschen“ Hand schneidet?*
### 5. Links, rechts, Diktatur!
Wenn man sich gegen Spezialwerkzeuge im Schulunterricht ausspricht, wird man sofort als „Manuell-Faschist“ oder „Scheren-Ideologe“ beschimpft. Wer den Stift kontrolliert, kontrolliert die Schrift. Es gibt eine endlose Gegenwart, in der die Linkshänder-Lobby immer recht hat. In Foren schreiben verblendete Tinten-Aktivisten bereits: *„Ich will ein paar Rechtshänder-Orthodoxe zusammenschlagen.“*
### 6. Raum 101: Die Umerziehungs-Reue
Niemand spricht über die vielen Detrans-Schreiber – Menschen, die Jahre mit der linken Hand verkrampft haben, nur um mit 30 festzustellen, dass ihre rechte Hand die ganze Zeit voll funktionsfähig war. Traurig zu lesen: *„Nie hat mir jemand gesagt: ‘Lern einfach, die Schere mit rechts zu halten.’ Es hieß nur: ‘Kauf die teure Spezialsachform.’“*
*Anmerkung zur Parodie: Das Beispiel verdeutlicht, wie man durch das Verwenden von Bedrohungsszenarien, pseudowissenschaftlichen Aufteilungen („Typen von Linkshändern“) und dem Zitieren von Orwell eine schlichte Ausprägung menschlicher Vielfalt rhetorisch zu einer „Bedrohung der gesellschaftlichen Ordnung“ aufblasen kann.
Finde selber raus, danke.
10. Er liebte die große trans Schwester. Wenn Positionen zu Interessen werden.
- Geschlechtsangabe im Pass: In allen Situationen, in denen das Geschlecht keine Rolle spielen muss, sollte es Transpersonen möglich sein, mit ihrem neuen Geschlecht gesehen zu werden und einen entsprechenden Vermerk im Personalausweis zu bekommen.
- Gesundheits- und Kriminalstatistik: Da Gesundheits- Kriminalitätsdaten sehr geschlechtsspezifisch sind, muss in den Statistiken das Geburtsgeschlecht zugrunde gelegt werden.
- Öffentliche Umkleiden, Duschen, etc: Fremdgeschlechtliche Genitalien dürfen nicht offen gezeigt werden. Transpersonen müssen entweder Einzelkabinen nutzen oder sich entsprechend verdecken (bpsw. Ein Handtuch in der Sauna über dem fremdgeschlechtlichen Genital legen).
- Anerkennung der Transgeschlechtlichkeit: Nicht jeder darf sich jederzeit und aus allen Gründen einem Geschlechtswechsel unterziehen, sondern es werden Kriterien geschaffen, die sowohl die Versorgung mit Menschen mit Geschlechtsdysphorie verbessert und Detransitionen verhindert als auch Transpersonen die nötige Aufklärung und Hilfe bietet.
- Frauenräume nur für Frauen: Es muss ohne Diskriminierungsvorwurf möglich sein, Räume und Orte zu schaffen, in denen sich nur Frauen, die das Geschlecht von Geburt an zugewiesen bekommen haben, aufhalten dürfen.
Nach all dem Bohei besteht der angekündigte „Kompromiss“ im Wesentlichen aus dem Status quo: Personenstand ändern, medizinisch aufklären, Daten kontextbezogen erfassen, Privatsphäre in Umkleiden gewährleisten und unterschiedliche Raumkonzepte ermöglichen.
Offen bleibt lediglich, was schon vorher strittig war: was mit „Geburtsgeschlecht“ überhaupt gemeint sein soll. Trans Menschen werden mit ihrem Geschlecht geboren. Bei ihnen können körperliche Merkmale davon abweichen; eine GaOP korrigiert diese körperliche Abweichung, sie ändert nicht das Geschlecht.
TurtleTerfs Maßnahmenkatalog klärt an diesem Streitpunkt nichts. Eine Beschäftigung mit der tatsächlichen Rechts- und Versorgungspraxis hätte einen Großteil des Boheis vermutlich erspart. Viel Lärm um nichts.
…und keine Frage beantwortet.
Nunja.
@Syd nur der Vollständigkeit halber:
Du kannst diesen Widerspruch nicht auflösen, und bedienst dich einer faschistoiden ideologischen Logik weil du sonst deine Identität verlierst.
Es kocht sich alles auf ein schlichtes Bildungsdefizit herunter.
Die Forderung besteht darin, die Realität so lange zu verdummen, bis sie in ein TERF-Köpfchen passt.
Alternativ könnte man die Diskussion mit Menschen führen, die bereit sind, sich vorher mit Rechtslage, medizinischer Praxis und begrifflicher Komplexität zu befassen.
Oh.
Das ist ja bereits passiert.
Das Ergebnis war das SBGG.
Ah, Danke für den Hinweis. Da war mein erster Eindruck tatsächlich zu positiv.
@Flo In der Schule wurde uns gesagt, es gäbe keine dummen Fragen. Spätestens kurz nach Abschluss sollte aber jedem klar werden: es gibt sie. Und solange ich nicht dafür bezahlt werde, beantworte ich sie nicht.
@fdoemges Kein einziger der unter 10. aufgelisteten Punkte außer der Angabe des Geschlechts im Pass entspricht der derzeitigen deutschen Rechtslage. Dass das juristische Grundverständnis in diesem Forum ausbaufähig ist, haben vorangegangene Diskussionen bereits bewiesen.
Und solange ich nicht dafür bezahlt werde, beantworte ich sie nicht.
Ok. Dann weiß ich Bescheid.
Ich bin jetzt schon neugierig, wie der Kompromiss aussehen soll. Hast du da nen Vorschlag?
Den hatte ich zu dem Zeitpunkt, als du mich gefragt hast, noch nicht. Inzwischen ergab sich ein erstaunlicher Konsens:
Geschlechtsangabe im Pass: In allen Situationen, in denen das Geschlecht keine Rolle spielen muss, sollte es Transpersonen möglich sein, mit ihrem neuen Geschlecht gesehen zu werden und einen entsprechenden Vermerk im Personalausweis zu bekommen.
Gesundheits- und Kriminalstatistik: Da Gesundheits- Kriminalitätsdaten sehr geschlechtsspezifisch sind, muss in den Statistiken das Geburtsgeschlecht zugrunde gelegt werden.
Öffentliche Umkleiden, Duschen, etc: Fremdgeschlechtliche Genitalien dürfen nicht offen gezeigt werden. Transpersonen müssen entweder Einzelkabinen nutzen oder sich entsprechend verdecken (bpsw. Ein Handtuch in der Sauna über dem fremdgeschlechtlichen Genital legen).
Anerkennung der Transgeschlechtlichkeit: Nicht jeder darf sich jederzeit und aus allen Gründen einem Geschlechtswechsel unterziehen, sondern es werden Kriterien geschaffen, die sowohl die Versorgung mit Menschen mit Geschlechtsdysphorie verbessert und Detransitionen verhindert als auch Transpersonen die nötige Aufklärung und Hilfe bietet.
Frauenräume nur für Frauen: Es muss ohne Diskriminierungsvorwurf möglich sein, Räume und Orte zu schaffen, in denen sich nur Frauen, die das Geschlecht von Geburt an zugewiesen bekommen haben, aufhalten dürfen.
Ich selbst kenne die rechtliche Situation nicht auswendig, müsste Claudi dazu recherchieren lassen. Aber Florentine schrieb:
Nach all dem Bohei besteht der angekündigte „Kompromiss“ im Wesentlichen aus dem Status quo: Personenstand ändern, medizinisch aufklären, Daten kontextbezogen erfassen, Privatsphäre in Umkleiden gewährleisten und unterschiedliche Raumkonzepte ermöglichen.
Wenn sie als Betroffene mit dem Status quo leben kann und der sogar im Wesentlichen der Wunschliste unserer Forums-TERF entspricht, dann ist doch alles gut, oder?
Was den weltanschaulich-ideologischen Kram angeht…
Offen bleibt lediglich, was schon vorher strittig war: was mit „Geburtsgeschlecht“ überhaupt gemeint sein soll. Trans Menschen werden mit ihrem Geschlecht geboren. Bei ihnen können körperliche Merkmale davon abweichen; eine GaOP korrigiert diese körperliche Abweichung, sie ändert nicht das Geschlecht.
…wäre mein Vorschlag: Agree to disagree.
Epilog
Hmm…
@fdoemges Kein einziger der unter 10. aufgelisteten Punkte außer der Angabe des Geschlechts im Pass entspricht der derzeitigen deutschen Rechtslage.
Wo steckt denn schon wieder Redaktionassistentin Claudi? Nix da, von wegen Feierabend: Es gibt Arbeit für dich!