September 2026: Inside CDU, Lanz & die Brandmauer, Enteignung, Die CDU muss sterben, Florian Schroeder, Vonovia kaufen, Klarnamenpflicht, Gehalt in Deutschland, Mamdanis Oper

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Stefan hat drei Wochen Markus Lanz seit den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gesichtet und liest die Sendungen gegen Justus Benders Szenario »Deutschland 2033«: erst Linke und Enteignung, dann die Brandmauer in Politik und Medien und die These, dass die CDU verschwinden muss. Wolfgang bringt Lanz’ Wahlabend, Tagesthemen und Florian Schroeder, einen Vorschlag zum Kauf von Vonovia, die Debatte um Altersnachweis und Klarnamen, den Instagram-Kanal »Gehalt in Deutschland« und Zohran Mamdanis Freikarten für die Oper mit.


00:00:00 Es war September

Wolfgang hat die ZDF-Doku-Reihe »Inside CDU« gesehen, in der sich Philipp Amthor im Kanzleramt inszeniert, samt Strandkorb, den er inzwischen zurückgibt. Er beschreibt sie als bebilderte Fassung des Machtwechsel-Podcasts, in der dieselben Journalisten wie dort kommentieren. Stefan und Wolfgang sprechen über Politiker als Stars, über die Taktung dieser Formate und darüber, dass Sachthemen darin kaum vorkommen. Stefan stellt Emmanuel Macrons Rede vor den Vereinten Nationen dem Kanzler gegenüber, der wegen der Landtagswahlen nicht reist.

00:11:57 Lanz-Wochen und Benders »Deutschland 2033«

Stefan erklärt sein Vorgehen: alle Lanz-Sendungen seit der Wahl in Sachsen-Anhalt und dazu Justus Benders Buch »Deutschland 2033«. Er zählt die Gäste der Wochen auf und kündigt einen roten Faden an, der über die Linke zur Brandmauer führt.

00:15:52 Lanz und die Linke: der Antisemitismus-Vorwurf

Zum Einstieg halten Markus Lanz und Nikolaus Blome Gregor Gysi vor, dass die Linke sich als Anti-Establishment-Partei versteht. Danach folgen Clips, in denen Lanz Ralf Stegner und Michael Bröcker zu einer Koalition mit der Berliner Linken befragt und einen Einspieler von einer Wahlkampfbühne in Neukölln mehrfach zeigt. Stefan und Wolfgang beschreiben, was der Einspieler zeigt, und fragen, wofür der Antisemitismusbegriff hier gebraucht wird. Wolfgang benennt Äußerungen, die er selbst für falsch hält, und verlangt eine genauere Unterscheidung. Stefan vergleicht das Vorgehen mit dem Umgang mit Andrej Holm.

Quellen

  • Markus Lanz (ZDF), 9. September 2026
  • Markus Lanz (ZDF), 15. September 2026
  • Markus Lanz (ZDF), 16. September 2026
  • Markus Lanz (ZDF), 17. September 2026
  • Markus Lanz (ZDF), 22. September 2026

00:41:50 Enteignung: das eigentliche Wahlthema

In Clips zieht Lanz eine Geschichte über Enteignungen in Putins Russland heran, ein Gast spricht von »autoritärem Gift«, Monika Schnitzer warnt vor ausbleibenden Investitionen. Stefan und Wolfgang halten dagegen, dass Kauf und Vergesellschaftung von Wohnungen sich über die Mieten refinanzieren und das Geld im Land bleibt.

Quellen

  • Markus Lanz (ZDF), 17. September 2026
  • Markus Lanz (ZDF), 22. September 2026
  • Markus Lanz (ZDF), 24. September 2026

00:53:35 Die Brandmauer – was soll sie eigentlich?

Stefan fragt, ob die Brandmauer die AfD von der Macht fernhalten oder klein halten soll. In Clips zählt Andreas Rödder vier Probleme der Brandmauer auf, Felix Banaszak unterscheidet zwischen Funktionären und Wählern, Stegner spricht über die deutsche Geschichte, Martin Machowecz kritisiert die »permanente Verteufelung«. Stefan liest dazu aus Bender und stellt Tanjev Schultz’ Text in der Frankfurter Rundschau und Harald Stauns Kolumne in der FAS zur medialen Brandmauer vor. Weitere Clips mit Bröcker zu Berlin und Manfred Weber zu »pro Europa, pro Ukraine, pro Rechtsstaat«.

Quellen

  • Markus Lanz (ZDF), 7. September 2026
  • Markus Lanz (ZDF), 10. September 2026
  • Markus Lanz (ZDF), 15. September 2026
  • Markus Lanz (ZDF), 20. September 2026
  • Markus Lanz (ZDF), 23. September 2026
  • Justus Bender: »Deutschland 2033. Ein Szenario« (C.H. Beck 2026), vorgelesen
  • Tanjev Schultz, Frankfurter Rundschau: »Eine mediale Brandmauer zur AfD existiert nicht«, vorgelesen
  • Harald Staun, Kolumne »Die lieben Kollegen«, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, vorgelesen

01:19:28 Will die AfD überhaupt regieren?

Anhand von Clips mit Justus Bender, Sepp Müller und Christian Sievers geht es um Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Stefan beschreibt die AfD-Fraktion in Sachsen-Anhalt aus Direktkandidaten, die sich untereinander kaum kennen, und die Lage in Mecklenburg-Vorpommern, wo keine CDU mehr im Landtag sitzt, die eine Zusammenarbeit normalisieren könnte.

Quellen

  • Markus Lanz (ZDF), 8. September 2026
  • Markus Lanz (ZDF), 9. September 2026
  • Markus Lanz (ZDF), 20. September 2026

01:29:33 Die CDU zwischen Auflösung und Vernichtung

Clips mit Tino Chrupalla, Leif-Erik Holm, Kerstin Münstermann, Herfried Münkler, Albrecht von Lucke, Sepp Müller und Peter Neumann. Stefans These: Die CDU war das Containment für Wähler, die heute die AfD wählen, und ihr Verschwinden versperrt der AfD den Weg zur Normalisierung. Münkler nennt die Brandmauer eine Eingrenzung der zentrifugalen Kräfte in der CDU, Wolfgang sieht Journalisten, die sich an ein Publikum mit AfD-Anteil anpassen. Zum Schluss Benders Ausblick auf 2033.

Quellen

  • Markus Lanz (ZDF), 7. September 2026
  • Markus Lanz (ZDF), 8. September 2026
  • Markus Lanz (ZDF), 20. September 2026
  • Markus Lanz (ZDF), 23. September 2026
  • Markus Lanz (ZDF), 24. September 2026

02:06:43 Die mediale Brandmauer: Lanz und Holm

Lanz findet bei Holm »keine wirklich radikalen Äußerungen«, Stefan liest Benders Passage über die Ambivalenz der AfD. Es folgen Clips zu Friedrich Merz’ Satz über Remigration und ethnische Säuberung, Lanz’ Vorwurf an Banaszak, er mache den Leuten Angst, und Machowecz zur Remigrationsdebatte. Weitere Clips: Lanz zu Bodo Ramelow und Nazis, Gordon Repinski zum Regierungsviertel, Rödder und Robin Alexander, die über den Fall der Brandmauer sprechen.

Quellen

  • Markus Lanz (ZDF), 9. September 2026
  • Markus Lanz (ZDF), 10. September 2026
  • Markus Lanz (ZDF), 22. September 2026
  • Markus Lanz (ZDF), 23. September 2026
  • Markus Lanz (ZDF), 24. September 2026
  • Justus Bender: »Deutschland 2033. Ein Szenario« (C.H. Beck 2026), vorgelesen

02:41:11 Warum die CDU sterben muss

Nach einem Clip von Merz’ Wahlkampfrede gegen die AfD hören Stefan und Wolfgang Rödder, der der CDU den Weg in die Offensive empfiehlt, und Sepp Müller, der den Vertrauensverlust mit den Schulden nach der Bundestagswahl erklärt.

Quellen

  • Markus Lanz (ZDF), 8. September 2026
  • Markus Lanz (ZDF), 24. September 2026
  • Friedrich Merz, Wahlkampfrede zur AfD vor der Bundestagswahl 2025

02:47:39 Termine: Literaturdistrikt, Schlager-Show, Salon

Wolfgang weist auf den gemeinsamen Auftritt beim Literaturdistrikt in Essen am 4. November hin, auf seine Schlager-Show mit Ole Nymoen am 30. Oktober im Saalbau Bornheim in Frankfurt und auf die nächsten Salon-Lektüren: Isabella M. Webers »Antifaschistische Wirtschaftspolitik« und Richard David Prechts »Auserzählt?«.

Tickets: Literaturdistrikt Essen, 4. November · Schlager für alle!, Saalbau Bornheim, 30. Oktober

02:50:39 Wolfgangs Clips: Lanz am Wahlabend

Wolfgang hat die Live-Sendung von Lanz am Wahlabend mitgebracht, mit Mariam Lau, Michael Bröcker, Markus Feldenkirchen und Albrecht von Lucke. Clips zur »Lieferando-Demokratie«, zu Sievers’ Zahlen über die CDU unter fünf Prozent und die jungen Wähler in Berlin, zu Merz’ Auftritt am Wahlabend und zu Stabilität als Argument.

Quellen

  • Markus Lanz (ZDF), Live-Sendung am Wahlabend, 20. September 2026, mit Mariam Lau, Michael Bröcker, Markus Feldenkirchen, Albrecht von Lucke und Christian Sievers

03:10:07 Rente, Reformen und ein neuer Wahlkalender

Feldenkirchen lobt die Rentenkommission, Bröcker schlägt der Koalition einen Neustart vor, von Lucke spricht über die Linke als Catch-all-Partei. Stefan und Wolfgang fragen, was »Reform« hier bedeutet, und sprechen über Johannes Winkel. Zum Schluss Feldenkirchens Vorschlag, Landtagswahlen zu bündeln.

Quellen

  • Markus Lanz (ZDF), Live-Sendung am Wahlabend, 20. September 2026

03:32:30 Tagesthemen und Florian Schroeder: die Linke als Hamas

Nach einem Clip von Micky Beisenherz fragt Jörg Thadeusz in seinem Tagesthemen-Kommentar SPD und Grüne, ob sie noch zum Auschwitz-Gedenken gehen wollen, wenn ihre Berliner Verbände mit der Linken koalieren. In einem Satire-Video nennt Florian Schroeder die Linke einen »deutschen Ableger der Hamas« und verbindet die Enteignungsdebatte mit Antisemitismus. Stefan und Wolfgang sprechen über die Suche der Sender nach konservativen Stimmen.

Quellen

  • Micky Beisenherz, Instagram-Ausschnitt aus »Apokalypse & Filterkaffee«
  • Jörg Thadeusz, Kommentar in den Tagesthemen (ARD), 21. September 2026
  • Florian Schroeder, Video »Enteignet Juden!? Die Linke erobert Berlin!« (YouTube)

03:52:12 Vonovia einfach kaufen?

Im Deutschlandfunk schlägt Matthias Günther vom Pestel-Institut vor, Vonovia an der Börse zu kaufen statt zu vergesellschaften, und daraus eine Bundeswohnungsgesellschaft zu machen. Wolfgang hält den Gedanken für wichtig, steht aber eher auf der Seite der Enteignung. Stefan will Wohnen als Landessache und plädiert für eine Landes-Wohnungsbaufirma oder einen Schutzschirm für Genossenschaften.

Quellen

  • Deutschlandfunk, Jessica Sturmberg im Gespräch mit Matthias Günther (Pestel-Institut)

04:06:31 Klarnamen, Social-Media-Verbot und Altersnachweis

Clips mit Friedrich Merz bei »Jugend forscht« zur Klarnamenpflicht und Ursula von der Leyen zu Social Media und Kinderschutz. Wolfgang hält den Kinderschutz für vorgeschoben, Stefan hält den Kampf um Anonymität im Netz für längst verloren. Dazu Clips aus dem Podcast »Haken dran« mit Gavin Karlmeier, Carsta Maria Müller und Dirk von Gehlen.

Quellen

  • Friedrich Merz bei »Jugend forscht«, Frage nach der Klarnamenpflicht
  • Ursula von der Leyen, Rede zur Lage der Union 2026
  • »Haken dran« (c’t), mit Gavin Karlmeier, Carsta Maria Müller und Dirk von Gehlen

04:43:40 Gehalt in Deutschland

Wolfgang stellt den Instagram-Kanal »Gehalt in Deutschland« vor, dessen Betreiber bei Arbeitgebern anruft und nach Löhnen fragt. Clips zu Pizzafahrern, Lkw-Fahrern, Elektrikern in der Zeitarbeit und Dachdeckern.

Quellen

  • Instagram-Kanal »Gehalt in Deutschland«

04:50:52 Die Linke jenseits der Städte

Wolfgang spricht über die Linke als urbanes Phänomen und ihre Verluste in den Ländern. Stefan hält dagegen, dass Parteimitglieder in den Städten nicht für den ländlichen Raum zuständig gemacht werden können. Zum Schluss ein Clip zu Fliesenlegern.

Quellen

  • Instagram-Kanal »Gehalt in Deutschland« (Fliesenleger)

04:57:01 Mamdani: Oper für alle

Wolfgang spielt einen Clip, in dem Zohran Mamdani 70.000 Freikarten für die Metropolitan Opera ankündigt, verlost an New Yorker, die lange nicht dort waren. Stefan spricht über Mamdanis ausgeglichenen Haushalt und die Steuer auf teure Zweitwohnungen.

Quellen

  • Zohran Mamdani, Ankündigung von »Opera for All« an der Metropolitan Opera

05:01:11 Harald Schmidt, Heino und Freddy Quinn

In einem Clip aus »Der Tag« im Deutschlandfunk Kultur kontert Harald Schmidt eine These von Joschka Fischer mit einer Anekdote über Freddy Quinn und Heino. Wolfgang erzählt, dass Heino Quinn zum 95. Geburtstag einen versöhnlichen Brief geschrieben hat.

Quellen

  • »Der Tag« (Deutschlandfunk Kultur) mit Korbinian Frenzel, Gast Harald Schmidt

05:03:35 Salon und Abschied

Hinweis auf die Salon-Lektüren und darauf, wie man den Podcast über Steady, Apple oder Patreon unterstützen kann.

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Lanz schauen heißt dem Lobbyismus beim arbeiten zusehen.

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Liebe Leute, ab jetzt bitte statt Florian Schröder, „…Schröder“.

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Interessant ist bei Markus Lanz auch dieser Chamäleoncharakter. In dem Lanz&Precht-Podcast zur Vergesellschaftung klingt er wie dort insgesamt meist merklich moderater. Es scheint mit sein vorrangiges Bestreben zu sein, es sich mit niemandem zu verscherzen, der aufmerksamkeitsökonomisch relevant sein könnte, und so nutzt er das intime Zwiegespräch des Podcasts auch ausführlich zur Beziehungspflege, indem er von gefühlt jedem, auf den er referiert, erst einmal sagt, wie sehr er ihn mag - den einen, weil er “so gut zuhören kann, immer differenziert denkt und kein Problem damit hat, Fehler auch mal einzugestehen und Aussagen zu revidieren, denn das ist sehr wichtig für unsere Demokratie, dass es solche Menschen gibt”, den anderen, weil er “kein Blatt vor den Mund nimmt, auch mal unangenehme Wahrheiten ausspricht, keine faulen Kompromisse eingeht und sich auch von Widerständen nicht beirren lässt; denn das macht doch unsere Demokratie aus, dass es solche Menschen gibt”. In dieser Hinsicht ist er apolitisch wie wahrscheinlich viele dieser Moderatoren und Podcaster. Und dieses apolitische ist für die politische Mitte sicher auch notwendig, um flexibel zu bleiben und in dieser Funktion Karriere zu machen. Könnte auch eine vielversprechende Arbeitsdefinition der Mitte sein: sie ist medial dort, wo die Aufmerksamkeitsökonomie frei fluktuiert und sich noch nicht zu einem Weltbild verfestigt hat.

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Wieso sollte auch ein Multimillionär die Position der kleinen Leute verteidigen? Im Podcast frisst er manchmal etwas Kreide, weil er weiss dass Precht da ordentlich Widerspruch leisten würde.

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Wieso nicht, wenn es einen gut kleidet? Teile der Mitte vertreten doch schon jetzt gehemmte AfD-Positionen, von denen man sich eher quantitativ als von den Grundsätzen her unterscheidet. Man ist gegen Migration, aber nicht so, dass man die eigene Position als inhuman gespiegelt bekommt, man ist für Patriotismus, aber nicht für Nationalismus, man ist dafür, die stärkste konventionelle Armee Europas aufzubauen, fühlt sich aber bemüßigt, fürs Militärische immer noch Begründungen zu basteln, die etwas mit westlichen Werten zu tun haben. AfD-Politik ist so gesehen in vielen Punkten die Politik der Mitte, wenn diese sich ehrlich machen würde. Damit man damit nicht konfrontiert wird, kann es durchaus hilfreich sein, sich hier und da für soziale Politik einzusetzen; denn daran, dass man nicht die AfD ist, knüpft man derzeit noch stark sein politisches Selbstverständnis. Außerdem ist dafür die permanente gegenseitige Versicherung des Hufeisens wichtig, damit aus dem Unbewussten ja nicht das Bild einer Rampe aufsteigt, deren Spitze die AfD ist.

Bei manchen ist das sicherlich eine bewusst gewählte Fassade; bei Markus Lanz habe ich eher den Eindruck eines weitgehend unreflektierten inneren Zwiespalts, der ein auch nur rein in sich stimmiges Weltbild verhindert und anfällig für Meinungsmoden macht.

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Tolle Folge. Ich finde ihr hättet sie auch “Death to the CDU” betiteln können. :face_with_hand_over_mouth:

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Ich lass mal folgenden Gedanken hier, der mir im Zusammenhang mit der Bedeutung des Scheiterns der CDU an der 5% Hürde kam:
Es war sehr knapp und nur dank der hohen Wahlbeteiligung entsprach das 4,9%. In allen vier vorangegangenen Landtagswahlen in MV hätte diese absolute Zweitstimmenzahl von 49.629 gereicht: 2021 = 5,43%, 2016 = 6,15%, 2011 = 7,28%, 2006 = 6,07%
So sehr mir der Gedanke gefällt, dass dieses Scheitern evtl. die AfD zunächst etwas ausbremst und die CDU nun schwer durchschüttelt - es brauchte mit 78,1% die zweithöchste Wahlbeteiligung in MV seit 1998 (damals 79,4% weil zeitgleich mit Bundestagswahl). Ich wage nicht zu hoffen, dass sich das so schnell in irgendeinem anderen Land wiederholt.

Also zum Thema EU Kontrolle und Altersbegrenzung usw. teile ich die Einschätzung von Wolfgang komplett.

Warum sollten wir jetzt der EU vertrauen und hoffen das unsere Daten dort irgendwie sicher sind oder die schon wissen was die richtigen Nachrichten usw. für uns sind?

Dagegen finde ich die Einschätzung von Stefan sehr gefährlich bzw. klingt es als hätte er aufgegeben.

Nur weil es mit Google (Alphabet) und Apple eine Marktmacht gibt, heißt es nicht das wir jetzt einfach den Kopf in den Sand stecken sollten und quasi jeden Widerstand für ein freies Internet aufgeben sollten. Genau so klingt es aber.

Es gibt mit /e/ OS von Murena oder Graphene OS durchaus mobile Systeme die du komplett ohne Konto nutzen kannst und die gleichzeitig auch keine Daten von dir wollen oder verschicken. Du kannst die sogar fertig mit Handy bspw. bei Fairphone kaufen oder selbst installieren.

Dasselbe gilt für Linux und diverse Apps für PC oder Mobil.

Also nur weil das aktuell nicht die Mehrheit ist, sollten wir doch nicht aufhören das zu nutzen und sogar zu bewerben und zu pushen.

Ich habe kürzlich selbst alle Rechner bei mir und im Bekanntenkreis auf Linux (Fedora mit KDE Plasma) umgestellt und nutze schon mehrere Jahre /e/ OS und alles hauptsächlich mit FOSS Apps. Jedes bisschen mehr Freiheit fühlt sich super an und zeigt: Es geht!

Es ist ein bisschen wie beim Vegan leben.

Es ist evtl. in der aktuellen Welt hier und da etwas unbequemer, aber lieber lebe ich möglichst nach meinen Werten und Überzeugungen, statt mich den Konzernen und jeden Versprechungen und Bequemlichkeiten bereitwillig hinzugeben und jeden Kampf und Widerstand dabei aufzugeben.

Diesen Anspruch sollten wir uns bewahren

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Ja, genau so sagen es Mark Zuckerberg und Sundar Pichai auch, wenn sie vorm Kongress aussagen.

Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen überrascht über diese verkürzte Antwort auf meine ausführliche und, wie ich finde, doch sachliche Kritik.

Mir ist nicht ganz klar was am Ende dieser Aussage steht.

Wird ohne Nachweis unterstellt das alle quasi genau dasselbe Ziel haben und genau wie Pichai und Co. korrupt und böse sind? Das es eh keinen Unterschied macht? Das quasi alles egal ist und man sich letztendlich den Tech-Giganten einfach hingeben soll?

Ist es sinnlos noch für was einzustehen und nach bestem Wissen und Gewissen Alternativen zu nutzen? Wir lassen die eifach machen und geben auf und machen einfach mit?

Ich bin neugierig was aus der Haltung und den Aussagen folgt und was Entwicklern von /e/ OS und anderen Apps hier anscheinend pauschal unterstellt wird.

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Das unterstelle ich dir doch. Warum gibst du den Vorwurf einfach zurück? Was hast du nicht verstanden?

@blackneko Wenn du es mit veganem Leben vergleichst, hätte ich dir auch den selben Einwand gebracht, den auch Stefan gebracht hat.

Man kann gerne für sich vegan leben oder Im IT-Bereich Self-Hosting- und FOSS-Alternativen wählen. Wenn es darum geht die Konzerne selbst nicht zu unterstützen. Dass du dich dem persönlich entziehst ändert aber nichts daran, dass es ein gesellschaftliches Problem ist, dass diese Konzerne so viel Macht haben und dass man davon auch betroffen ist, selbst wenn man sich selbst entzieht.

Und die Konzernchefs verweisen gerne darauf, dass der Konsument ja vegan bzw. digital souverän leben kann, weil er ja frei die Alternativen wählen kann. Das ist deren Argument warum ein staatlicher Eingriff gegen sie nicht notwendig ist. Und da spielt das Plädoyer gegen Eingriff für individuelle Alternativen in deren Hände.

Wo Wolfgang einen Punkt hat, ist die Abwehr gegenüber des Staates selbst. Da spielt es eben ne große Rolle ob es die Alternativen gibt und wie einfach sie für den Endnutzer verfügbar sind. Beim der Abwehr gegenüber des Staates geht es eben doch darum als Individuum ne Alternative zu haben.

Da ist es wie mit Bargeld. Es ist okay, dass die meisten digitale Zahlungswege benutzen es ist notwendig im Einzelfall wenn es wichtig ist auf Bargeld ausweichen zu können.

Und wenn Wolfgang sagt, dass ein Ausweis-Internet in der Abwehr gegenüber des Staates ein Problem ist, finde ich Stefans Einwand, dass man keine Sim-Karte ohne Perso bekommt und Android nicht ohne Google-Account nutzen kann, zu kurz gegriffen. Denn wenn man für die Relevanz von Bargeld aus Freiheitsgründen plädiert, ist es auch kein guter Einwand, dass die Leute alle PayPal, ApplePay oder zumindest Online-Banking und Kartenzahlung verwenden. Denn die Relevanz von Bargeld besteht dadurch, dass ich im Zweifelsfall auch noch Bargeld als anonymes Zahlungsmittel noch habe. Auch beim Geld gäbe es ohne Bargeld noch andere Mittel und Wege, aber die sind für den normalen Menschen in der Nutzung mit Hürden verbunden, dass man die nicht so einfach umgehen kann. Daher muss Bargeld bleiben wenn es um Privatsphäre geht. Und so ist es auch bei sowas wie einem Ausweisinternet. Dann wäre es für den normalen Nutzer kaum noch umgehbar und aktuell ist es das schon noch, auch wenn die Mehrheit der Nutzer es nicht macht.

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Zum Thema Kinder und Mediennutzung, eigenes Smartphone etc

Zum Thema Identität im Internet:

Behörden (Polizei und die Nachrichtendienste) haben auch ohne hinterlegten Personalausweis die ganze Bandbreite an Bestands- und Nutzungsdatenabfragen bei Unternehmen (ohne Gerichtsbeschluss). Natürlich kann es da mal gelingen, nicht identifiert zu werden, aber wenn man ein durchschnittlicher Internetnutzer ist, wird es schwer, gerade wenn man, wie Stefan sagt, irgendwo mal was bezahlt hat. Auch eine VPN beispielsweise hilft da nur bedingt. Damit ist man nicht wirklich anonym unterwegs.

Nachtrag: Nutzungdaten unter Richtervorbehalt

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Die Logik hinter dem Argument, dass mehr Wohnraum von den Privaten gebaut werden müsse, macht für mich überhaupt keinen Sinn.

Erst mal wer garantiert denn, dass die Kosten und Mieten nicht wieder astronomisch sein werden? Die Reichen werden sich als erstes diese Wohnungen unter den Nagel reißen (wahrscheinlich sogar mit der Hilfe der Politik), und sie werden dann Luxuswohnungen bauen und hohe Mieten verlangen.

Es heißt zwar „Immobilienmarkt“, aber Wohnraum funktioniert nicht wie ein normaler Markt, da das Angebot so langsam steigt, dass man annehmen kann, dass es konstant ist. Wohnraum wird auch nur einmal bezogen und dann Ende. Angebot und Nachfrage wirken nicht in dem Bereich. Angebot und Nachfrage funktioniert nur auf Massenproduktion.

Zweitens: Das Argument, dass man „Bürokratie“ oder Bauvorschriften abschafft, damit günstiger gebaut werden kann.

Ok, man kann natürlich Vorschriften abbauen. Man kann dann mit Asbest gebaute Bruchbuden hinstellen, wie die Häuser in Entwicklungsländern, aber wollen wir das? Und wenn die Qualität von Wohnraum sinkt, dann hat man am Ende mehr Kosten wegen den Reparaturen. In den USA zum Beispiel kann man mit dem Bleistift durch die Wände stechen. In Deutschland kannst du mit einem Kleinwagen dagegen fahren und das Haus steht noch. Abgesehen davon, wieso sollten die Bewohner auf einen guten Lebensstandard verzichten, nur weil die Bauunternehmen günstig bauen und Gewinn machen wollen?

Die Aussage, dass der private Sektor günstigen Wohnraum schafft, ist ein Widerspruch in sich. Der private Sektor möchte immer einen Gewinn erwirtschaften und deswegen ist es unmöglich, dass der private Sektor günstigen Wohnraum schafft, egal in welcher Form auch immer.

Viele verstehen auch nicht die Ursache für die hohen Kosten bei Immobilien. Es hat damit zu tun, dass die Vermögens und Einkommensungleicheit in den letzten Jahrzehnten in Deutschland massiv gestiegen ist. Die Reichen und Normalverdiener konkurrieren beide um die knappe Ressource Wohnraum. Die Bauunternehmen und Vermieter ziehen deswegen ihre Preise hoch, auch bei neuem Wohnraum.

Mir kommt es oft so vor, dass das Argument, dass man mehr Wohnraum bauen soll, einfach nur unkritisch nachgeplappert wird. Auf die Ökonomen kann man sich sowieso nicht verlassen, weil sie in ihrer eigenen Sekte leben und nur einen einseitigen Blick auf die Wirtschaft haben. Dazu empfehle ich das Interview von Tilo Jung mit Tom Krebs, wo es um dieses Thema geht.

Es gibt übrigens noch ein zweites Argument für die Vergesellschaftung. Es ist ja Vergesellschaftung und keine Verstaatlichung. Das Modell von Deutsche Wohnen und Co. Enteignen sieht ja vor, dass die Mieter dann die Eigentümer sind. Es soll eine räteähnliche Struktur geschaffen werden mit dem Name „Einrichtung öffentlichen Rechts“ und damit sollen die Mieter dann selbst entscheiden können. Die Vergesellschaftung bedeutet also auch eine Demokratisierung von Wohnraum!

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Das ist ja nur die eine Seite. Die andere Seite ist: Die Nachfrage bleibt auch konstant. Du musst Wohnen. Die Rede vom Markt suggeriert eine Freiheit wo keine ist. Das gleiche bei “Arbeitsmarkt”.

All diese “Bauchschmerzen” und “Diskussionsbedarfe” verwischen eigentlich nur eines: Kapitalismus im Endstadium muss auf den Tisch. Das Finanzkapitalismus Wohnungen als Anlagemöglichkeit und nicht als Befriedigung von Nachfrage verwertet ist kein “Unfall”, sondern folgerichtig und man muss doch zumindest feststellen, dass genau da die Preise steigen, wo Markt behauptet wird. Du musst wohnen, Du musst essen, Du musst heizen, Du musst arbeiten, Du musst Gesundheitsdienstleistungen in Anspruch nehmen.

Der “Kunde” kann sich eine gewisse Zeit anpassen, höhere Mieten, schlechtere Wohnungen, dickere Socken, stagnierende Löhne, schlechterer Zahnstatus, Discounter-Eigenmarken, weniger Autofahren etc. aber irgendwann ist das Ende der Spielräume erreicht… ohne jetzt mit einer marxistischen Verelendungstheorie auf diesen Zeitpunkt zu hoffen kann man doch die Rückkehr der Sozialen Frage beobachten…

(Aber man kann natürlich auch das Gegenteil ausspielen: “Zieh doch nach Köthen, da gibt es günstige Wohnungen! Wie dumm bist Du zu glauben, dass jeder in Berlin oder Hamburg leben kann! Bitte mehr Eigenverantwortung.” und wenn es dann Beschwerden aus Köthen gibt: “Ja was wohnst Du auch in Köthen? Natürlich gibt es da keine Arbeitsplätze. Wie dumm bist Du denn? Für was soll denn noch gesorgt werden? Bitte mehr Eigenverantwortung!”)

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Der Rapper Issa Remmo bzw. seine Familie besitzt Immobilien und die Verbindung zur Linkspartei besteht auf Grund von Mietverhältnissen. Die Enteignungen würden seine Interessen gefährden. Daher sollte man sich mal fragen, ob er mit seiner scheinbaren Solidarisierung nicht in Wahrheit das Ziel hatte der Linkspartei zu schaden.

Gute Argumente zum Wohnungsbau

Anti-establishment

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Ich sag einfach nochmal wie ich die Aussage verstanden habe.

Ich glaube wir reden aneinander vorbei.

Ich meinte das man Alternativen nutzen kann und die Daten da nicht zur Ware werden und man nicht zwangsläufig ausspioniert wird und Kontrolle zurückerhält.

Du meintest dass Pichai und Co. das auch erzählen.

Meine Interpretation deiner Aussage:

Die sagen von sich auch dass sie sicher sind und nix böses machen. Also quasi das Linux Entwickler und Co. das auch nur behaupten, aber in Wirklichkeit nicht anders sind wie Alphabet und Co. und das es egal ist was man nutzt und man eh keine Wahl hat und dem ganzen hilflos ausgeliefert ist.

Wenn ich das falsch verstanden hab, korrigiert mich gerne.

Da mir deine Argumentation im Podcast so alternativlos vorkam und als hättest du schon aufgegeben was die großen Konzerne und Datenhoheit angeht, wollte ich nur aufzeigen das es durchaus auch anders geht.