Ok, sorry, habe mich vor allem über JakobBs Kommunikationsweise geärgert. Den Bezug zu meinem Text kann ich allerdings immer noch nicht erkennen. Oder sind die Fragen davon unabhängig und ich hab sie fälschlicherweise auf ihn bezogen?
Alles nicht schlimm.
Ich bin teilweise auf den Podcast eingegangen und teilweise auf deinen Kommentar. Vielleicht war es deshalb etwas verwirrend.
Ich bin eigentlich ziemlich bei @JakobB auch worüber ihr im anderen Thread diskutiert.
Für mich besteht das „Problem“ der Mitte in der Konturlosigkeit, die Annahme es gäbe etwas wie Vernunft dort zu verorten ist für mich ein abenteuerlicher Gedanke.
Zugeben, ich mochte noch nie die „Mitte“.
Es gibt einfach zwei Sichtweisen, Mitte als Weichspüler radikaler Positionen, oder der Hort wo sich alles sinnvoll zusammenfügt.
Manchmal scheint es hin und her zu pendeln, aber in der jetzigen Lage wird nichts sinnvoll zusammengefügt.
Weshalb ich sage, die politische Forderung hat Priorität. Da stört die Mitte gerade würde ich sagen.
Vergiss die Fragen, wenn du sie nicht beantworten willst, geht die Welt nicht unter.
und “wir” hatten den “Extremismus der Mitte” ja auch schon auseinanderklamüsert…, waren also schon weiter.
Das kommt noch hinzu. In der Mitte werden die Grausamkeit mit Hingabe wechselseitig zelebriert
@Ernst anderer Thread, ich weiß…
Meine (zugegeben simple) Formel:
Soll = Habermas
Ist = @JakobB
Soll ist gut und wichtig, Ist hat mehr Priorität weil sich daraus etwas Ableiten lässt, was PS auf die Straße bringt.
Na, da decken sich unsere Ansichten ja erstmal.
das ist zu viel der Ehre.
aber dem kann ich mich anschließen. Es wird sich häufig im “Soll” verzettelt, ohne erstmal das “Ist” klar zu haben. Da wird die 11. Feuerbachthese nur in der zweiten Hälfte ernstgenommen, man krempelt die Ärmel aktivistisch hoch, versucht mit Worten Realität zu ändern (Worte schaffen ja Realität! Lest die französischen Poststrukturalisten!) und die Herzen der Massen zu gewinnen (Lest doch endlich Gramsci! Er weist den Weg aus der Dunkelheit!), man glaubt wenn “der Mob” eine “linksgrünversiffte Presse” konstatiert habe man wieder einen Punkt gemacht…
(dann kommt aber auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der dümmste aller Vorwürfe: Luhmann wollte mit seiner Beschreibung des “Ist” das “Ist” legitimieren! Er sagt, dass alles so bleiben soll, wie es ist! Nein hat er nicht, nein wollte er nicht.)
und nebenbei implodiert die CDU, die AfD steigt auf, die Soziale Frage erscheint wieder auf der Weltbühne und die Presse führt eine geschlossen erscheinende Kampagne durch…
(und die kritische Pädagogik kommt wieder mit Erziehung zum mündigen Bürger… (jaja hatten wir schon (“Erziehung nach Auschwitz”-Gaza))
Wenn wir die These der Mitte als Entität vs geometrische Mitte und “das Verschwinden” dieser diskutieren, dann liegt der Schluss nahe, dass ein Verschwinden kein auflösen bedeuten kann, weil auf einer Linie, die sich natürlich auch insgesamt komplett im Koordinationsystem verschieben kann (da trifft die Rampe dann möglicherweise zu, kommt drauf an wie wir die Achsen definieren, Gerade oder Parabel…?) immer irgendwo eine Mitte ist. Ein Verschwinden kann hier dann nur eins bedeuten: ein Zerbrechen der Gesellschaft in wirklich getrennte Lager.
Im Zusammenhang mit der Diskussion im anderen Thread stelle ich mir dann die Frage, ob die unterschiedlichen Ansichten in der Diskussion vlt schon ein Indiz für diesen Bruch darstellen. Könnte dieser Bruch der Systembruch Kapitalismus neoliberaler Spielart vs Sozialismus / Abundance sein?
Ich sach ja “Es war nicht alles schlecht im Kapitalismus” kann man anfangen zu üben…
In jedem Krankenhauszimmer ein Bett “zu viel”. In jedem Haus eine Wohnung “zu viel”. In jeder Wohnung ein Zimmer “zu viel”. Überfluss in der Daseinsvorsorge ohne Gewinnmöglichkeit vs. Bitte zu Hause gepflegt werden. Bitte schnell aus dem Krankenhaus raus. Bitte genau überlegen ob Du dir ein Kind leisten kannst. Verknappung der Lebensnotwendigkeiten zu Steigerung der Gewinne…
(Das wirklich wirklich witzige ist ein sehr lang gewanderte Pointe: Der Vorwurf der “Mitte” an die Marxisten man habe mit “Klassengesellschaft” eine verkürzte Perspektive und müsse eher in Schichten, Milieus, etc. über Gesellschaft nachdenken führte zur Eröffnung des Klassenkampfes von Oben in dem “die Mitte” das erste Opfer wird… Nelsons “HA HA!” liegt irgendwie nahe…)
Ja. So liest eben jeder nach seiner „Fassong“.
Für mich ist es so: Je höher die Bildung, desto weiter kann der Gedanke vor den Füßen aufschlagen. Aber er schlägt eben auf. Zu Ende gedacht hat bis jetzt noch keiner (was vielleicht auch ganz gut ist).
Wegen der Ehre oder der zu vielen Ehre, ich sehe täglich wie der Gedanke auf die Füße fällt - nicht einen Meter schafft - nicht einmal ein Zentimeter - und er klatscht auf den Boden. Direkter Fall.
Dein Zurückbinden passt hier garnicht ins Bild, aber es zeigt eben den direkten Fall und den Verlauf wenn der Gedanke ein paar Meter schafft. Das macht schon Spaß und ich hab es schätzen gelernt.
vielleicht liegen die Schmerzen bei @HarmloserName aber auch daran, sich “die Mitte” nicht als AfD denken zu wollen…obwohl man es müsste.
Das ist wohl so, aber das ist mir lieber als Krieg. Obwohl das natürlich drinsteckt.
Ich will nicht sagen das braucht es, aber in der friedlichen Zerstörung des mittigen Narrativs formt sich etwas Neues, wenn auch mit der verbundenen Gefahr.
Blöder Satz mit aber. Ohne Kampf wird es trotzdem nicht gehen. Der kann politisch ausgefochten werden.
und da würde ich mittlerweile sagen: Der Kampf hat nie aufgehört, man kann ihn jetzt nur besser sehen (Freude über die Auflösung der Mitte).
All die moralischen Anwürfe mal abgekratzt: AfD ist doch nur CDU+FDP ohne Manieren. (Upsi! Deswegen ist die FDP überflüssig und die CDU wird es. Die SPD überlegt wie immer, an wen sie sich anhängen kann und wie sie die Linke daran hindern kann die SPD überflüssig zu machen)
Gut, ich persönlich würde im Zusammenhang mit JakobB weder von Ansichten noch von Diskussion sprechen. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie du die Frage meinst, aber für mich klingt das ähnlich der Tendenz von Wolfgang und Stefan, die eher davon ausgeht, dass nach Zeiten der Konsens-Vernebelung der Mitte-Dominanz nun eine neue Klarheit in die politische Landschaft einzieht. Ich glaube das nicht, da die AfD mit ihrem Gute-Laune-Populismus und den volksfesthaften Wahlveranstaltungen, wie man sie jüngst in Sachsen-Anhalt gesehen hat, die Einigkeitsideologie der Mitte in extremistischerer Form fortschreibt. Und Wolfgang betont ja selbst immer zurecht, dass der Übergang zur AfD kein Bruch darstellt, sondern schleichend passiert. Das scheint mir ein Widerspruch dazu zu sein, in das Verschwinden der Mitte große Hoffnungen zu setzen.
Zum Verschwinden der Mitte: ja, mittig ist immer ein Bereich, die Mitte, von deren Verschwinden man jetzt spricht, hat ihr Mittig-Sein aber zusätzlich als Programm gesehen, gemäß dem Sprichwort “die Wahrheit liegt immer in der Mitte”.
und da reden wir dann aber über dein “Sollen” und nicht über das “Sein”. Die Mitte die Du dir da vorstellst hat es nie gegeben.
Aber ist diese von der AfD ideologisch abgeholte Mitte der uninformierte Kreuzchen-Brei, der aufgeklärte Bürger oder sogar der Ausdruck der Partizipation?
Ich sehe, dass dich die Beiträge vom bei mir als Zynismus-Beauftragten vermerkt nicht kriegen, aber ich finde sie pointiert und treffend.
Wir können alle nur Motivationen für AfD Wähler vermuten. Genauso kann ich vermuten, ob du vlt auf systemische Hürden der Enteignung oder Vergesellschaftung hinweist, weil du vlt selbst betroffen sein könntest. inhaltlich hat hier ja niemand was dazu zu sagen gehabt, wie es jetzt genau funktionieren könnte, vlt weil wir alle keine Juristen sind. Aber grade deshalb finde ich die Analogien gut, die zeigen: wenn der Staat will, dann zieht er es durch, und zwar völlig egal ob mein Kreuz vorher mal partizipativ (ich könnte mitmachen oder mache es vlt sogar) oder ob einfach nur die Dame am Wahlstand nett war und der geschenkte Kuli gut schrieb.
da kommen halt verschiedene Vorstellungen zusammen.
Die, die Du hier nennst ist eine Vorstellung der Handlungstheoretiker: Hinter jeder Handlung ein Motiv. Jetzt kann man sich die Handlung “AfD-Wählen” nicht erklären (Die sind doch “Pfui”, so viele Menschen können doch nicht “Pfui” sein!), also geht man auf Motivsuche (Vielleicht wurden hier unmündige Bürger verführt! Es muss der Populismus sein. Ich selber bin schlau, also müssen die dumm sein.).
Man gleicht seine eigenen Motive zur Wahl ab (wenn ich gute Motive habe zu wählen, und die wählen etwas schlechtes, dann haben die schlechte Motive) und damit ist dann alles geklärt. Moralisch ist man aus dem Schneider. Ich bin gut, die anderen sind schlecht.
Jetzt gerät man aber in kognitive Dissonanzen, wenn um einen herum die große Wanderung von Hui! zu Pfui! einsetzt. (CDU Mitglieder stimmen für die AfD, auf EU-Ebene wird aktiv zusammengearbeitet, Florian Schröder sieht das Weltjudentum, Uwe Steimle macht Zyklon-B-Witze). Dann kriecht die Angst langsam in die Knochen: Meine Hui!-Mitte löst sich auf! Das Pfui! wird immer größer!
Vielleicht sollte man im ersten Schritt nicht von sich auf andere schließen (Ich bin vernünftig und Hui!, ich bin Mitte, also ist die Mitte vernünftig und Hui!.) Sondern man müsste prüfend sich selbst zuwenden und sich fragen: Was habe ich da vorher eigentlich gedacht und mir selbst für Hui! erklärt?
nur weil man vorher keine Grausamkeiten empfangen hat, heißt es nicht, dass keine ausgeteilt wurden, sondern vielleicht nur das andere sie empfangen haben…
Wenn man nicht sehen kann und will, dass “der Wohlfahrtsstaat” das einzige ist, was diesen “Laden” zusammengehalten hat und man “die Mitte” seit Kohl für ein “politisches Wechselbad” hält, dann kann und will man nicht sehen, dass man seit Kohl im selben Wasser sitzt, dass eben stetig kälter wird (Weber will also warmes Wasser nachgießen). Die Mitte sieht im “Wohlfahrtsstaat” einen Feind (Geschenke für Unten! Unverdient! Exportnation soll unser Ziel sein!), den es zu bekämpfen gilt und schafft sich damit selber ab. “Wohlfahrt” wurde zuerst von Oben aufgekündigt, wenn sich jetzt von Unten so verhalten wird wie Oben es predigt, kann man natürlich über Unten schimpfen… oder nach Oben gucken…
Die “geistig moralische Wende” (1980) und die “Ruck-Rede” (1997) kann man ja mal beispielhaft zur Kenntnis nehmen…
(und Hannes Wader singt seit 1977 “und nun ist es kalt trotz alledem, trotz SPD und alledem”…)
De facto hat sich wahrscheinlich gar nicht so viel geändert. War die CDU etwas übersptitzt gesagt, Ausdruck einer arrivierten Wohlstandspose, in der es einem zu anstrengend ist, groß für oder gegen etwas zu sein oder über irgendwas groß nachzudenken, während man sich durch seinen Polittalkshowkonsum davon überzeugte, Teil einer "gelebten Demokratie zu sein, ist die AfD Ausdruck eines verbitterteren Gefühls.
Ja, aber es wird eben seine Zeit dauern. Schon interessant, wie der Clown dieses Forums es geschafft hat, dir und Flo den Floh (sorry!) ins Ohr zu setzen, ich sei irgendwie dagegen, dass etwas unternommen wird. Ebenfalls habe ich mich nirgendwo mit Motivationen von AfD-Wählern beschäftigt. Und natürlich drückt sich in dem Wahlergebnis ein Wählerwille aus, so kann man doch denke ich den Erfolg der Linken in Berlin ohne viel Spekulation der Wohnsituation zuschreiben. Dass der Clown immer nur den einzelnen Wähler und das Aussehen von dessen Kreuz betrachtet, ist albern.
genau.. war alles so schön lau…
Horst Köhler ist zurückgetreten, weil er mit einem kalten Eimer Wasser (Handelswege freischießen) kam… 5 Grad später reden wir nicht mehr von einzelnen Handelswegen, sondern von ganzen Kontinenten und man planscht fröhlich mit dem geistigen Badeentchen einfach weiter…
man hält die Reduzierung der Bundeswehr auf schnelle weltweit verfügbare Eingreiftruppen zur Intervention für einen Abrüstungsbeitrag (netter Badezusatz!), den Wechsel auf “stärkste Armee Europas” hält man für eine Notwendigkeit um den Stöpsel zu sichern…
Alles nur Wohlstandspose… und um einen herum werden in der “gelebten Demokratie” “Arbeitsscheue”, “Asoziale”, “Ausländer”, “Unterschicht” vermessen, bearbeitet und mit “wohltemperierter Grausamkeit” bedacht und man selber planscht weiter… die AfD-Wähler sind ja einfach nur verbittert…