Faszinierend… in einem Zug… ohne Schmerzen
und während “die Mitte” sich daran beteiligt ganz lau “und ohne groß für oder gegen was zu sein” Moskau in Brand zu setzen, den Gazastreifen zu säubern, Sammellager an den Außengrenzen zu errichten, zwangsrekrutierte Ukrainer fronttauglich zu machen, “Arbeitsscheuen” Wohnung und Essen zu nehmen, Ausländer nach Nützlichkeit zu sortieren… starrt man nach Neukölln und Magdeburg und schreit hysterisch nach der guten alten Mitte…
und ich bin der Clown…
Ja, lustig. ![]()
Ich glaube nicht, dass dir jemand unterstellt du wolltest nichts unternehmen.
Wenn ich für mich spreche, ich denke dass „etwas unternehmen“ graduell unterschiedlich ist, je nach Perspektive, ich setze einfach woanders an.
Es ist ein bisschen so, Wolfgang sagt, er vermisst die konkrete Programmatik, ich würde eher sagen die Programmatik muss sich aus den Grundbedürfnissen formulieren. Wenn @JakobB anmerkt, ein Grundrecht ist eine romantische Vorstellung, hat er Recht.
Ein eingeräumtes Recht kann genommen werden. Denn der Staat verhandelt nicht wenn ein politischer Prozess in einem Gesetz endet, er muss es durchsetzen.
Und da kommt unweigerlich die Frage auf ob es damit erklärbar ist zu sagen es gäbe eine Inkaufnahme von existenziellen Leid. Daran schließt sich in diesem System nämlich an, wer die moralische Hoheit inne hat. CDU/AFD oder Rot Rot Grün.
Wenn Moral mit diesem System verbunden wird, gibts die Guten aber das gleiche System. Je nach dem auf welcher Seite ich stehe, ist das System gut für mich - ich nehme dann aber in Kauf wenn andere dadurch existenziell leiden müssen.
Die Antwort kann dann nicht lauten der Markt regelt, denn der regelt mit Inkaufnahme. Programmatik gegen den Markt ist nur dann eine Antwort wenn definiert werden kann, wann etwas zu Markte getragen werden kann. Bisher ist diese Definition an Moral gebunden. Diese Definition braucht aber keine, denn es gibt objektive, unideologische Gegebenheiten aus denen diese Definition entstehen kann.
Das muss formuliert werden um den politischen Prozess unabhängig einer Mitte Mehrheitsfähig zu bekommen.
Das tue ich übrigens auch nicht!
Nachtrag, wenn die Mitte mit Habermas nicht zu einer entsprechenden Definition der Grundbedürfnisse fähig ist, dann braucht sie niemand.
Zu argumentieren die Verteilungskämpfe werden existenzieller - jetzt wo sich der Zusammenhang zur Radikalität auf dem Silbertablett präsentieren lässt, wird in der althergebrachten Logik gesagt, hier ist es schön, hier gibt’s die passende Ideologie - und lass dich bloß nicht von diesen radikalisierten Clowns beirren. Die Mitte ist die echte Hüterin der „richtigen“ Moral. (Wenn das so ist, was ist schiefgegangen? Wo kommt sie her die Radikalität? Liegt die Wahrheit doch nicht in der Mitte? Reicht Ideologie nicht mehr aus?)
Vielleicht ist es keine Rampe, vielleicht ist es auch kein Hufeisen, vielleicht braucht man eine ideologiefreie Definition von Grundbedürfnissen.
@HarmloserName es war dein Vorwurf die Gegenüberstellungen wären der Mixer der alles zu Brei macht.
Ich glaube der Weichspüler Mitte hat das schon vorher in Perfektion erledigt und kann es garnicht fassen, dass es plötzlich so radikal zugeht.
Ein Bekannter hat sich als FDP Fanboy darüber ereifert, wie ungerecht Vermögen verteilt ist. Also der Musk, das geht wirklich zu weit… bei der Erbschaftsteuer hat er im gleichen Atemzug gemeint, es wäre ja noch schöner jemanden doppelt zu besteuern. Der Erbe würde durch den erlittenen Entzug von Aufmerksamkeit in der Kindheit seitens des „Vererbers“ doch nur entschädigt. Als ich dann meinte jeder ist seines Glückes Schmied, ist er gegangen. Sei ihm zu radikal meinte er beim verlassen des Saales. Er war ganz in seiner ideologischen Mitte.
und damit kommen wir wieder ganz früher bei der Sozialen Frage an.
Wie werden Grundbedürfnisse befriedigt, was ist Verteilungsgerechtigkeit und ist eine Versöhnung der Klassen möglich… einmal 200 Jahre zurück…
(jetzt muss man sich aber entscheiden, ob man das “Ist” nehmen will, oder das “Sollen” der bürgerlichen Sozialbewegungen wiederholen möchte…)
Ich verstehe nicht, worauf du hinaus willst. Beziehst du dich irgendwie auf mich?
Zu dem um 1:37:00 angeschnittenen Thema des Buches, das Neoliberale (Denker) aufgrund fehlender anderer Möglichkeiten dazu neigen (aktiv ihre Ansichten ausleben) sich auf kulturelle und „rassische“ „Unterschiede“ zu beziehen um Unterschiede zu erklären und/oder als gegeben auszulegen ist unbedingt das kleine Buch „Hayeks bastards“ (nur auf Englisch bisher) zu empfehlen. Dort geht Quinn Slobodian genau dieser Thematik nach und arbeitet heraus wie verschiedene Vordenker heutiges rechtes Denken beeinflusst haben. Sowohl liest man hier, wem P. Thiel zugehört hat als auch dass „Deutschland schafft sich ab“, bzw. der Autor, maßgeblich von Leuten wie dem Historiker Hoppe beeinflusst wurde. Hier ist also der extreme Flügel des neoliberalen Projekts zu sehen, der sich in Leuten wie dem argentinischen Präsidenten oder der AfD dann Bahn bricht.
“vielleicht braucht man eine ideologiefreie Definition von Grundbedürfnissen.”
Menschenwürde wäre eine.
Ich dachte lange, enttäuschte Erwartungen würden eine größere Rolle spielen, aber das hat sich bei den Wahlen in den letzten Jahrzehnten nicht gezeigt.
Es scheint mehrere Menschenwürden zu geben wenn man sich das so anschaut…
Es ist ein fortlaufender Prozess, aber jeder hat einen Begriff davon. Oder was man so würdelos findet. Das können die allermeisten ziemlich schnell entscheiden, denke ich.
Außerdem ist das sehr oft ein Thema in Comics, Romanen, Filmen, etc.
da sind die Bedürfnistheoretiker weiter, weil sie sich eben nicht aufs Recht verlassen. Bedürfnisse hat jeder, ob ihnen Würde zugesprochen wird ist schon die Ableitung.
(Beispiel: Obdachlosigkeit beantwortet mit Obdachlosenheim. Die “Würde” ist gewahrt, das Bedürfnis nach Sicherheit nicht.)
Ich denke nicht, dass die Mitte jemals Programm war - der strukturelle Abbau staatlicher Verantwortung in Alltagsbelangen spricht dagegen, während die Themen des Alltags für die Leute essenziell in ihrer Lebenswirklichkeit sind. Die Mitte war nur ein hohles Motto, einschläfernd und täuschend.
Ein interessanter Punkt - wenn soziale Fragen das Thema sind (ich halte das für wahrscheinlich und facettenreich), ob jemand nun real betroffen ist oder einfach denkt betroffen zu sein (oder irgendwann zu werden), steht die AfD ebenso vor dieser Aufgabenstellung, wie alle anderen Parteien. Bei anhaltendem neoliberalem Programm heißt es dann: Was kommt nach der AfD?
Der Begriff wird ja auch ideologisch eingespannt. Nahles " Arbeit ist Würde für diese Menschen", hängt mir noch im Ohr. Taugt also doch nicht.
Will man etwas erreichen sind die Begriffe Grundbedürfnisse und Lebenshaltungskosten wirklich geeigneter und ideologiefrei. (Außer man heißt cdu und fordert unter dem Begriff der Gerechtigkeit Zugezogenen weniger grundlegende Leistungen zuzuteilen. )
Würde ist kein Rechtsbegriff, auch wenn es da vorkommt.
Ich glaube man muss einen Begriff verwenden, der wirklich zwingend durch Eindeutigkeit ist. Ich bin mir bei „Grundbedürfnis“ auch noch nicht sicher. Zumindest kann man nicht behaupten es wäre kein Grundbedürfnis zu wohnen. Die Frage wäre dann wie. Ohne Heizung, ohne Strom…
Das Grünenkonzept vom Klimageld, was ja gut war und dann fatalerweise mit der Ausrede vom Auszahlungsmechanismus nicht eingeführt wurde, wäre ja ausbaufähig.
Eine bestimmte Anzahl von Quadratmetern, Grundnahrungsmittel und so sollten wenig kosten, alles darüber kostet eben mehr.
Damit hätte man ein Stück weit Verteilungsgerechtigkeit hergestellt, ganz optimal kriegt man das in keiner Gesellschaft hin.
Frau Hermanns Planwirtschaftskonzept letztlich. Oder die antifaschistische Wirtschaftspolitik von Isabella Weber oder Konzepte von Maurice Höfgen. An Konzepten mangelt es nicht, nur an der Reichweite.
Auch interessant der grässliche Eilenberger, aber immerhin eine ganz gute Gesprächsrunde
Nee, ein elaboriertes Programm nicht, vielleicht eher ein Gefühl, das aber für das Selbstverständnis der Mitte entscheidend war. Das programmatische Korrelat dieses Gefühls war aus lauter Halbheiten zusammengesetzt, in denen man versucht hat, systemische Erfordernisse und Dynamiken mit einem bürgerlichen Selbstverständnis unter einen Hut zu bringen. Die Unbestimmtheit ist zugleich eine notwendige Bedingung dafür, in einem Schwebezustand der Selbsttäuschung verharren zu können.
Ja, aber die uns nähere Frage lautet erst mal, wie viel Schaden sie bis zu ihrem Niedergang anrichtet. Dass die AfD sich nicht dauerhaft aus sich selbst heraus erhalten kann, ist klar. Ich denke auch, dass dafür entscheidend sein wird, wie sehr sie es schafft, ihre Formatierung der sozialen Frage gegen eine linke durchzusetzen.
Zumindest, wenn demokratische Prozesse erhalten bleiben… Die Betrachtungsweise scheint mir doch etwas zu abstrakt zu sein, wenn sie auf Fragen des Machterhaltes antworten soll.