SWR Forum aus einer anderen Realität?

Ich fand die spießige reichenzentrierte Familienpolitik der CDU immer schon fies.

Daher ist Spahns Rücktritt mit Glückwünschen auch nebensächlich, weil die ganze CDU immer schon unsoziale Frauen- und Familienpolitik gemacht hat. Den Rücktritt gabs nur, um davon abzulenken.

Ob nun Prostitution, Abtreibungsrecht, Carearbeit, Quote oder oder, von den meisten politischen Akteuren hierzulande wird keinerlei frauenfreundliche Gesetzgebung zu erwarten sein.

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Da ist viel schönes dabei. Ich suche mal nach Reibung, damit uns nicht langweilig wird.

Erstmal nur ein Gefühl, aber ich glaube, bei der Kritik am Sexarbeitsbegriff wird oft was übersprungen, und zwar, dass das Framing als “normale Arbeit” in erster Linie eine Reaktion auf die Stigmatisierung und Ausgrenzung ist, die Sexarbeiter*innen erfahren. Das vergisst man, glaub ich, manchmal, wenn man selbst eine Person nicht anders behandeln würde, weil sie Sex für Geld hat oder Nacktbilder verkauft.

Dass darin die Falle lauert, dass Kommodifizierung als solche normalisiert wird, stimmt natürlich trotzdem, und dass sich gegen diese Art der liberalen Vereinnahmung zu wenig gewehrt wird auch.

Bestimmt ist auch was dran, dass der Zugriff auf den lohnarbeitenden Körper hier außergewöhnlich unmittelbar und damit besonders sichtbar ist und, wenn man es clever angeht, der daraus resultierende Ekel ein Anknüpfungspunkt sein kann, über den man zum kritischen Nachdenken darüber einladen kann, was wir alles normal finden. Damit das wirklich funktioniert, sollte man sich allerdings sowohl bei sich selbst als auch beim Gegenüber sicher sein, dass es nicht in Wahrheit doch der Ekel vor der Hure war.

Ich denke, dass die Frage, ob auf Weidel, die Heinis von der LGB Alliance und die restliche Assimilationist*innenbande ein böses Erwachen wartet, demnächst fundierter beantwortet werden kann, wenn wir besser abschätzen können, ob diese Episode Spahns böses Erwachen war.

Ich glaube nicht viel, was meinst du?

Ich befürchte, das ist ein Widerspruch in sich.

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Was soll denn heißen “ was wir normal finden"?

Du vielleicht.

Da langweile ich mich doch lieber.

nach einigen Tagen ohne Internet:

Vielleicht hat die aktuelle Folge schon alles geklärt?

Vielleicht zeigt sich hier gerade, dass „Selbstbestimmung“ allein noch keine befriedigende Antwort liefert.

Die konservative Position beansprucht, darüber zu entscheiden, welche Familie legitim ist. Der Markt macht Schwangerschaft zur kaufbaren Leistung. Die paternalistische Kritik spricht der Frau ihre Entscheidung wieder ab, sobald Geld im Spiel ist. In allen drei Fällen wird am Ende von außen festgelegt, welche Entscheidung als wirklich frei gelten darf.

Das heißt nicht, dass ein Vertrag Machtverhältnisse verschwinden lässt. Ökonomischer Druck, internationale Ungleichheit, Vermittlungsagenturen und die körperlichen Risiken gehören selbstverständlich zur Beurteilung. Daraus folgt aber auch nicht, dass jede Frau, die sich unter solchen Verhältnissen entscheidet, nur noch als getäuschter oder gekaufter Körper beschrieben werden kann. Das wäre erneut eine Form der Enteignung ihrer Perspektive.

Vielleicht liegt genau darin die Schwierigkeit: Eine Gesellschaft kann reproduktive Arbeit weder einfach dem Markt überlassen noch Frauen vor ihr schützen, indem sie ihnen die Entscheidung abnimmt. Entscheidend wäre, Verhältnisse herzustellen, unter denen Zustimmung materiell etwas bedeutet – und die Frau trotzdem als handelndes Subjekt ernst zu nehmen.

Vielleicht liegt hier eine Antwort auf die Frage warum es keine ideologische Interessengruppe „Ich-möchte-gerne-meinen-Körper-als-Leihmutter-zur-Verfügung-stellen“ gibt.

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