Von der Pflicht

Kaiser liest Precht - Bereinigtes Transkript

Im Hinblick auf das Verhältnis zur Pflicht erscheint die Corona-Krise wie ein Brennglas. Sie erzeugt ein aufrechtes, virtuelles Bild, welche Haltungen Menschen in unserer Gesellschaft heute im Angesicht von Unsicherheit und Ungewissheit einnehmen.

Zurückgeworfen auf die biologische Verletzbarkeit und auf den medizinischen Schicksalszusammenhang, in dem wir mit anderen Menschen stehen, wird, wie Albert Camus in „Die Pest" schildert, unser Verhalten existenziell. Jede Haltung, die wir im Umgang mit dem Virus einnehmen, ist damit keine reine Privatangelegenheit mehr. Sie ist Teil nicht nur einer Ethik des Lebens, sondern auch des Zusammenlebens, und insofern eine Frage von Pflicht und Verpflichtung.

Für die meisten Menschen in Deutschland, die den Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt haben, ist diese Ausnahmesituation völlig neu. Haben wir uns nicht durch Hygiene und Wohlstand gegen die meisten Unbilden der Natur immunisiert? Haben wir das Hereinbrechen massenhaften Sterbens nicht durch eine lange Friedenszeit vermieden? Ist der Tod – selbst wenn er sich durch allgemeine Phänomene wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs in unser Leben schleicht – nicht eine Privatsache, weil meine Krankheit andere nicht gefährdet?

Eine Gesellschaft wie unsere, die darauf konditioniert ist, Probleme durch Technik zu lösen, nötigt ihren Bürgern gemeinhin keine kollektiven Verhaltensänderungen ab, auch nicht in der Frage von Leben und Tod. Einzig die Anschnallpflicht in unseren Autos und das öffentliche Rauchverbot sind als Maßnahmen gesundheitlicher Erziehung noch schwach im Gedächtnis – so selbstverständlich sind sie inzwischen, dass der vormalige Aufschrei längst verheilt und kaum noch erinnert wird.

Vor diesem Hintergrund wirken die staatlich verordneten Maßnahmen zu Verhaltensänderungen in der Covid-19-Krise auf manche Menschen geradezu brachial und verstörend. Angemessenen Anstand und angemessenen Abstand zu wahren, nötigt einem der liberal-demokratische Staat gemeinhin nicht ab, sondern überlässt es jedem Einzelnen, mehr oder weniger anständig zu sein. Hat er überhaupt das Recht, auf diese Weise ins Privatleben seiner Bürger einzugreifen? Steht es ihm zu, an die Tugend zu appellieren und eine Ethik des Zusammenlebens anzumahnen?

Verhaltensaufforderungen treiben Widerspruch hervor, schon bei Kindern und noch mehr bei Erwachsenen, deren Selbstverständnis darauf gründet, stets selbst zu wissen, was das Richtige ist. Kein Wunder, dass staatliche Appelle zur Solidarisierung sich nicht nur der Einsicht der Mehrheit, sondern auch des Widerspruchs einer lautstarken Minderheit sicher sein können. Wer Solidarisierung mit den Schwachen fordert, kann eben so mit einem gehörigen Quantum an Entsolidarisierung rechnen.

Beweggründe, echte und vorgeschobene, gibt es viele. Güterabwägungen und Fragen der Verhältnismäßigkeit sind in der Tat nicht leicht zu beantworten: Wie viel Leiden verursachen die wirtschaftlichen Konsequenzen, welche Nebenfolgen gibt es zu berücksichtigen? Und natürlich haben Menschen in Altenheimen das Recht, für sich selbst zu entscheiden, sie stürben lieber an Corona als an Einsamkeit – aber sie sind eben nicht allein in ihrem Heim und riskieren mit ihrer Entscheidung das Leben vieler anderer. Zweifel sind das eine, eine vollständige Entsolidarisierung etwas anderes. Welches Argument ist so stark, dass es tatsächlich eine Entpflichtung rechtfertigt? Denn was immer die Entscheidungsmotive im Einzelnen sein mögen, die Scheidelinie in der Covid-19-Frage verläuft letzten Endes zwischen Leben und Tod: so viel Leben wie möglich zu retten gegen ungehinderte Auslese, dem fahrlässigen Sterbenlassen der besonders Gefährdeten.

Während die meisten Einsicht in die Lage zeigen, allgemeines Verständnis – für viele, wenn auch nicht notwendig für alle Maßnahmen – aufbringen und Rücksicht praktizieren, treiben Unverständnis, fehlende Empathie und mangelnde Rücksicht die völlig Trotzigen ins trübe Gewässer fundamental alternativer Deutungen. Dabei überwiegen gewiss die unterschwelligen: jene, die jede staatliche Maßnahme grundsätzlich nörgelnd zur Kenntnis nehmen. Auffälliger dagegen ist die kleinere Gruppe der Lauten. Die Pflicht ruft, wie es bei Kant heißt, zurück: „Nicht mein Verhalten soll sich ändern, sondern lieber die Realität." Die Verschiebung der Perspektive stuft sich in der Weise ab, wie stark die Wirklichkeit verschoben werden muss, damit man mit sich und seinem Trotz im Reinen bleiben kann.

Da kaum jemand sich selbst als egoistisch oder unsolidarisch wahrnimmt, müssen Egoismus und Solidaritätsbruch der anderen Partei zugeschrieben werden. Diese wird im gleichen Maße dämonischer, wie der eigene Teufel einen reitet. Nimmt man jene kleine Gruppe von Demonstranten aus, die „Lieber an Corona sterben als mit den Maßnahmen leben" plakatieren und sich damit bewusst zum Sterbenlassen der Schwachen bekennen, musste die Realität dessen, was die überwältigende Zahl der Epidemiologen erklärt, angezweifelt und durch eine andere Realität ersetzt werden.

Das Benennen von real vorhandenen Unsicherheiten und Ungereimtheiten im Wissen über das Virus, seine Herkunft, Wirkung und Übertragung, bildet dann den Ausgangspunkt einer psychischen Entwicklung, die nach einem neuen Lager im Imaginären verhandelt, das dem eigenen Spekulationskonstrukt festen Halt geben soll. Meinungsmacher mit höchst unterschiedlichen Beweggründen haben darin ihren Spaß, Detektiv zu spielen und Ungereimtheiten zu entdecken – das ist eigentlich unschuldig und kann sich als Aufklärung verstehen. Sorgt diese vielfache Skepsis im Detail jedoch für harte Verdächtigungen, erzeugt allgemeines Misstrauen und streut Gerüchte, ist der Schritt von der Aufklärung zur Denunziation getan.

Das dankbare Publikum solcher Beeinflusser nimmt die Wahl zwischen den Deutungsangeboten zur Pandemie gerne an – die einen die weicheren, die anderen die härteren. Auf einfachster Stufe ist Covid-19 dann nur eine Grippe, als sei das Benennen des Wortes „Grippe" bereits die Route, die den Dämon auf immer austreibt. Zwar haben Covid-19 und Influenza-Viren tatsächlich viele Übereinstimmungen, was den Vergleich nicht abwegig macht, aber sie sind damit trotzdem nicht dasselbe. Menschen, die mit Unsicherheit nicht gut umgehen können, scheint das Wort „Grippe" einen provisorischen Halt zu geben – allerdings versehen mit dem Fragezeichen, aus welchem Grund der Staat eine Grippe nicht als Grippe einschätzt. Das Motiv dafür kann dem Staat und seinen Gesundheitsexperten keine flächendeckende Naivität unterstellt werden, kann nur ein bizarres und finsteres sein. Das Tor in die Unterwelt der Verschwörungserzählungen steht damit sperrangelweit offen.

In der Kulturgeschichte der Menschheit sind solche Erzählungen ein stets verlässlicher Begleiter von Umbruchsituationen und Katastrophen; ihr erstes Kapitel handelt immer vom geheimen Verursacher. Und tatsächlich erschienen schon im März 2020 wahlweise der vermeintliche Impf-Oligarch Bill Gates, die Wall Street, das World Economic Forum in Davos, die chinesische Staatsführung oder gar die unheilige Allianz aus allen Vieren als die Teufel der Moderne. Besonders originell ist auch die Variante, das Virus schlichtweg als nicht existent zu definieren und ihm den Status einer Fiktion zu verleihen, oder man verweist auf frühere Coronaviren, die weniger tödlich waren als Covid-19, und setzt das neue Virus leichthändig mit früheren gleich, als sei es gerade nicht die Eigenschaft von Viren, sich stark zu verändern.

Menschen, die ihre Abneigung gegen Mitbürger zum Gemeinschaftsgefühl steigern und sich in Deutschland 2020/21 auf Entsolidarisierungskundgebungen solidarisieren, sind stolz auf ihr feines Gespür für Ungereimtheiten bei Expertisen und staatlichen Maßnahmen. Doch als hätten sie ihr Kapital an feinsinnigen Differenzierungen damit verbraucht, überkommen sie offensichtlich keine Skrupel, im Einklang mit Demonstranten zu marschieren, die die Existenz des Virus entweder leugnen, es Bill Gates zuschreiben oder es für ungefährlich halten. Bunte und wilde Erklärungen werden wie gut verschlossene Gefäße mit markigen Aufschriften weitergereicht, in die man lieber nicht hineinsieht – wie Gates vermeintliche Leistung, in seiner Hexenküche in Seattle mit oder gegen die Chinesen ein nicht existentes oder ungefährliches Virus gepanscht zu haben, gleichwohl teuflisch sein kann, offenbart sich allerdings in keinerlei von Selbstzweifeln geplagten Gehirnen. Und wie sich ausgerechnet ein Virus dazu eignen könnte, der Menschheit Mikrochips einzupflanzen, bleibt ebenso dunkel.

In der öffentlichen Echokammer einer Demonstration besiegt das Gefühl, im Recht zu sein, nonchalant jeden Reflexionsanspruch eines gehobenen Selbstwertgefühls, und unbestreitbare Wahrheit erfüllt das Bewusstsein einfach dadurch, weil alle anderen bekanntlich lügen. Wenn Wahrheit zur Wahrheit wird schlichtweg als das Gegenteil von der Lüge der anderen, kommt es auf Konsistenz und Kohärenz nicht an – die Empörung verträgt problemlos, 5G-Funkmasten anzuzünden, weil auch sie Teil der Covid-19-Verschwörung sind. Und ob Gehirnwäsche nun durch einzelne digitale Oligarchen oder die Staaten der Welt erfolgt, oder ob sie durch Mobilfunkgeräte, Mikrochips oder Zwangsimpfungen erfolgt, ist kein Unterschied, der einen Unterschied macht. Der einzig wichtige Unterschied ist, dass Staat, Mediziner und Massenmedien lügen, wogegen die Rebellen gegen diese Lügen automatisch auf der Seite der Wahrheit stehen. Das muss auch nicht bewiesen werden, sondern ist bereits durch das Rebellentum selbst bewiesen: Wer beim Lügen der Mächtigen nicht mitmacht und Verschwörungen aufdeckt, spricht die Wahrheit, und wo ich bin, ist richtig.

Tatsächlich ist es, auf Corona-Demos zu gehen und dort und woanders keine Maske zu tragen und keinen Abstand zu wahren, per se nicht heroisch. Objektiv betrachtet handelt es sich zunächst einmal nur um eine Entsolidarisierung und eigenhändige Entpflichtung gegenüber staatsbürgerlichen Anforderungen. Der Wert solcher Handlungen speist sich nicht aus Rebellentum als Haltung, sondern die Bewertung zivilen Ungehorsams bemisst sich an dem, wogegen Ungehorsam geleistet wird. Für die allermeisten derjenigen, die sich entsolidarisieren, ist es der Staat, der das Unheimliche – nach Friedrich Schelling: das, was im Verborgenen hätte bleiben sollen und hervorgetreten ist – verkörpert.

In Zeiten der Pandemie werden Krankheit, Verfall und Tod sichtbarer. Man denke an die Bilder aus Bergamo und New York oder aus Brasilien, wo die Toten sichtbarer sind als in Deutschland, wo oft nur jemand jemanden kennt, der jemanden kennt, der an Covid-19 gestorben ist. Gleichwohl springt auch bei uns der Tod ins Auge, und sei es nur in den täglich präsentierten Statistiken, Grafiken, Kurven und Berechnungen. Die Pandemie als solche bleibt gleichwohl unfassbar, ganz im Gegensatz zum omnipräsenten Staat, der durch Verordnungen und Ordnungshüter viel sichtbarer wird als sonst, in seiner fordernden und auffordernden Haltung – manchmal ist es sogar nur ein Bitten und Flehen. Der Staat, seine Vertreter und die ihn beratenden Ärzte und Epidemiologen werden gleichsam zum Gesicht der Pandemie.

Für Menschen, die sich in der von ihnen nicht als solche akzeptierten Notsituation entsolidarisieren, füllt der böse Staat damit die Lücke, die bei der Frage nach dem Schuldigen der Pandemie aufklappt und nicht gefüllt werden kann. Wo die Moral ins Leere greift und niemanden zu fassen bekommt, entsteht ein für manchen Geist unabdingbares Feindbild, das dazu verhilft, die Krise im uralten Narrativ von Gut und Böse, Schuldigen und Unschuldigen, zu denken. Wer den Staat und seine hunderttausend Helfer als Täter identifiziert, bedient sich dabei zugleich eines alten erzählerischen Motivs, ohne das kein Märchen, keine Sage, kein Drama und kein Film auskommt: den geheimen Wunsch nach Weltherrschaft, die dunkle Seite der Macht, den unbändigen Willen zu Lug und Trug im Namen des Bösen.


[Musik]

[Applaus]


Ich habe mal auf „stoppen" gedrückt – es hört halt leider nie auf, irgendwie. Es ist halt krass, vor allem, weil ja niemand sich selbst als egoistisch und unsolidarisch sieht – und ich habe das ja auch irgendwann mal geschrieben: Niemand empfindet sich selber als gehorsam und konform, sondern sagt halt, man ist so – und dann kommt man halt nicht weiter, weil man sagt: „Eure Solidarität ist nur Gehorsam", und die anderen sagen: „Eure Freiheit ist nur Entsolidarisierung und egoistisch."

Precht:

„In der Kulturgeschichte der Menschheit sind solche Erzählungen ein stets verlässlicher Begleiter von Umbruchsituationen und Katastrophen; ihr erstes Kapitel handelt immer vom geheimen Verursacher. Und tatsächlich erschienen schon im März 2020 wahlweise der vermeintliche Impf-Oligarch Bill Gates, die Wall Street, das World Economic Forum in Davos, die chinesische Staatsführung oder gar die unheilige Allianz aus allen Vieren als die Teufel der Moderne.“

Precht vergisst hier interessanterweise einen möglichen Verursacher, der seit März 2020 ebenfalls diskutiert wird, nämlich das zum Teil mit US-Geldern finanzierte Bio-Labor in Wuhan, das unweit des Tiermarktes liegt, der üblicherweise als Ursprung der Virusverbreitung genannt wird.

Dass Precht vom Laborursprung nie gehört hat, ist unwahrscheinlich. Aber jeder kennt den Trick, beispielsweise aus Forumsdiskussionen: Lass den Gegner möglichst dämlich aussehen und gehe auf das, wo er möglicherweise einen Punkt machen könnte, erst gar nicht ein.

Drosten und einige andere Experten rund um Anthony Fauci gaben sich schon früh alle Mühe, einen möglichen Laborursprung als „Verschwörungstheorie“ zu framen. Interessierter als irgendwelche Spinner, die von Chips im Impfstoff faselten, fand ich schon immer diese Akteure und ihre Interessenkonflikte. [Precht offenbar nicht, der lies sich von einer ihm genehmen Propaganda einlullen und übernahm sie bereitwillig.] Ich war somit auch nicht überrascht, als in 2025 Berichte auftauchten darüber, dass der Bundesnachrichtendienst schon 2020 zu der Einschätzung kam, die Corona-Pandemie sei möglicherweise durch einen Laborunfall in Wuhan ausgelöst worden – mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 bis 95 Prozent (Tagesspiegel, SRF).

Grundlage der Einschätzung

  • Die Einschätzung basierte auf einer nachrichtendienstlichen Operation mit dem Codenamen „Saaremaa" aus dem Jahr 2020 (Blick).
  • Dabei wurden wissenschaftliche Daten aus chinesischen Forschungseinrichtungen ausgewertet, unter anderem aus dem Wuhan-Institut für Virologie. Es soll dort Gain-of-Function-Experimente gegeben haben, bei denen Viren künstlich verändert werden, um neue Eigenschaften zu entwickeln (Tagesspiegel).
  • Laut den Berichten sah der BND Hinweise auf zahlreiche Verstöße gegen Laborsicherheitsvorschriften (Tagesspiegel).

Politischer Umgang damit

  • BND-Präsident Bruno Kahl informierte das Kanzleramt persönlich – sowohl unter Angela Merkel als auch nach dem Amtsantritt von Olaf Scholz (Blick).
  • Die Einschätzung wurde jedoch unter Verschluss gehalten: Weder das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestages noch die WHO wurden informiert (Blick).

Neuste Entwicklung in dieser Sache:

  • Dr. David Morens, langjähriger enger wissenschaftlicher Berater Faucis am NIAID, bekannte sich am 19. August 2026 in einem Bundesgerichtsverfahren wegen Verschwörung zur Vernichtung von Regierungsunterlagen und Verheimlichung von Beweisen im Zusammenhang mit dem Ursprung der Pandemie schuldig (Washington Examiner).
  • Morens war im April angeklagt worden, nachdem eine Kongressuntersuchung ergeben hatte, dass er seine Position nutzte, um umstrittene Fördergelder für Peter Daszak, seinen Freund und Leiter von EcoHealth Alliance, für ein Fledermaus-Coronavirus-Projekt am Wuhan-Institut zu schützen (Washington Examiner).
  • Er soll seinen privaten Gmail-Account genutzt haben, um dienstliche Kommunikation gezielt öffentlichen Auskunftsansprüchen (FOIA) zu entziehen (US News).
  • Morens drohen bis zu fünf Jahre Haft, das Strafmaß wird im November festgelegt (Forbes).

(Kursives von Claudi)

Na ja. Mich würde interessieren, was Precht heute zu seinem Pamphlet von damals sagt.

Die Frage die nicht beantwortet wird ist:

Kommt das Virus aus einem Labor?

Es gibt Indizien, aber keinen Beweis.
Wobei es mir nicht um den Beweis geht, sondern um das Geraune rund um die Indizien.

Warum kann man nicht sagen:

Die Indizien legen Nahe, das Virus könnte aus einem Labor stammen.

Das ist die Realität, und alles andere ist Geraune mit Absichtsvermutung.

Was würde sich denn in der Nachbetrachtung ändern, wenn das Virus seinen Ursprung aus einem Labor in China hatte?

Mit dieser Frage kommt man auf jeden Fall nach einiger Zeit in die große Resignation. Edle Ethik trifft auf „gute“ Gründe und abwegige Motivationen. Irgendwer findet sich immer, der etwas versuchen will. Wahrscheinlich reicht die Einsicht, dass so ein Virus im Labor erzeugt werden kann, ohne dass es so gewesen sein muss. Dann kommt man drauf, dass es keine Versicherung dagegen gibt. Kontrollfreaks werden natürlich die totale Überwachung wollen, weil sie sich dann besser fühlen können, bis wieder etwas aus dem Ruder läuft.

Schreib ihm mal einen Brief.:wink:

Das eigentlich Spannende, insbesondere an der aktuellen Entwicklung, die ich oben kurz skizziert habe, ist, dass sich die Indizien bezüglich Laborursprung verhärten. Man darf gespannt sein, was noch kommt.

Gute Frage, warum konnte man das nicht schon im Februar 2020? Warum fühlte „man“ (konkret: Daszak, Drosten et al.) sich stattdessen veranlasst, den Lancet-Brief zu verfassen, der diesbezügliche Überlegungen als „Verschwörungstheorie“ diskreditierte?

Das wiederum ist ein Framing, das ich, zusammen mit dem eingangs zitierten Precht-Pamphlet, als anti-aufklärerisch bezeichnen möchte.

In der Nachbetrachtung? Weiß ich nicht.

Die Konsequenz daraus könnte aber eine weltweite Ächtung der Gain-of-Function-Forschung sein. Der Gedanke liegt nahe, dass eben diese Ächtung durch die allmählich ans Licht kommende Vertuschung verhindert werden sollte.

@Syd ernstgemeinte Frage: Wie alt bist Du?

(Weil “Dein Corona”, war vielleicht “mein Irakkrieg”)

Der erste (Brutkastenlüge) von Bush Senior oder der zweite vom Junior 2003 mit den „Massenvernichtungswaffen“?

Ich bin so alt, hab‘ sie alle durch… :sweat_smile:

Bin ich voll bei dir.

Was ich mich frage ist, warum heißt der Thread „Von der Pflicht“ und nicht „Gain-of Function Forschung sollte geächtet werden“.

Weil er mit der Lesung aus Prechts Buch „Von der Pflicht beginnt, ganz einfach. Die Vorgeschichte dieses Threads findet sich hier:

Fein, ich bin wahrscheinlich kognitiv etwas einfach gestrickt und brauch deshalb die Schlagzeile.
Über 300 Beiträge haben mir dein Ziel nicht näher gebracht. Jetzt weiß ich worum es dir geht.

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Es geht mir ja selbst auch so: Die Dinge werden erst dann allmählich klar, wenn man über sie nachdenkt oder (so ist das bei mir) über sie schreibt. Umwege über 300+ Beiträge sind zwar lästig, aber manchmal nötig, und - wenn am Ende eine neue Erkenntnis steht - auch akzeptabel.

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