Wie wir uns selbst beherrschbar machen — eine Ideologiekritik am Beispiel des New-Yorker-Artikels über Sam Altman

das können wir nur mit Vertrauen lösen: Du musst mir vertrauen, dass ich mich um Klarheit bei dem Verfassen von Texten bemühe und ich muss Dir vertrauen, dass Du meine Texte auch liest (das kannst Du dann nicht an eine KI outsourcen, weil sie dir nur ein Ergebnis anzeigt, ich aber auf den Prozess verwiesen habe.)

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Okay, akzeptiert. Ich werde neu ansetzen beim Versuch, deine Ansammlung von Stichworten, teilweise verbunden mit :heavy_equals_sign:, neu zu dechiffrieren. Und ich werde mir Mühe geben dabei, versprochen! :slightly_smiling_face:

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das war ja nur eine (in meinen Augen notwendige) Verkürzung, um keine endlosen Sermone zu verfassen, wenn ich nur den Prozess von Problembearbeitung im Wechselspiel zwischen Struktur und Person zeigen wollte.

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Ich würde sagen ihr habt da gut zusammen gearbeitet, Euch misszuverstehen.
Du scheinst mir ein kluger, kritischer Geist zu sein und Du hast Biss ein Thema auch endgültig zu klären, aber dass Dein Misstrauen gegenüber den Absichten von Leuten scheint schonmal über zu schiessen, wenn Dir etwas nicht sofort klar ist.

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Ich glaube die Frage des Vertrauens ist ein sehr spannender Teil des ganzen. Die Abstraktion zu einem 35seitigen Artikel der sich mit einem Vorwurf gegen eine Person richtet, ist völlig logisch. Es ist das Aufdecken einer Schuld, die sich gegen das mächtige Individuum richtet. Damit hat der Verfasser einen Vertrauensvorschuss. Das ist sehr leicht herstellbar und beschreibt so ein Blame Game was mehr oder weniger überall stattfindet.

Es findet statt. Das braucht keine Agenda, es könnte aber auch eine Agenda zugrunde liegen. Alleine das zu unterscheiden ist schwer genug.

Ich beobachte das immer wieder, Vertrauen nach außen gerichtet als Ersatz für das Vertrauen in sich selbst, führt zuverlässig in den Strudel.

Die Unsicherheit ist schwer auszuhalten und da ist es ganz erleichternd so ein hübsches Betriebssystem zu haben, was einen durch Vertrauen in die eine oder andere Seite schützt.

Es ist eine aktive Entscheidung sich durch die eigene Zuordnung mit einer bestimmten Seite zu identifizieren, fdoemges hat sich dagegen entschieden, wenn ich das so sagen darf.

Ob das taugt und ob das die Lösung ist…

Die Entscheidung ist der wichtigere Schritt, im Sinne der Navigation. Denn wenn ich keine Entscheidung treffe, ist Navigation nicht möglich. Man kann/darf/soll/muss sich um entscheiden, weil das der Prozess ist auf den es ankommt. Die Richtung muss stimmen, von Innen nach außen, selbstbewusst und dadurch stark.

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Hier der Podcast zu diesem Thema:

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Sehr spannende Analyse des Artikels und interessante, psychologische und strukturelle Ideologiekritik.
Mir fällt beim Lesen auf, dass doch weder festgestellt werden kann, ob Sam Altman absichtlich lügt oder unbewusst “kompartmentalisiert”, um kognitive Dissonanzen zu vermeiden, oder ? Steckt nun eine Strategie dahinter, das Unternehmen zu Beginn als idealistisches Unternehmen mit sozialer Verantwortung darzustellen oder ist der zunehmende Abbau und Wiederaufbau der Kontrollstrukturen ein Systemfehler, bedingt durch die Akteure und das System selbst? Die Kritik am Journalismus als systemstabilisierend würde ich unterschreiben, allerdings aus einer anderen Warte heraus.

Ich würde gerne eine zusätzliche Perspektive einbringen. Nils Kumkars Polarisierungstheorie, die auch im Podcast vorgestellt wurde:
Um Anschlusskommunikation zu ermöglichen und Komplexität zu reduzieren, müssen sowohl Sam Altman als auch der New Yorker in den Medien polarisieren. Das heißt ein kommunikatives Ordnungsmuster erzeugen. Der New Yorker mit der Frage Vertrauen/nicht Vertrauen? und Sam Altman mit den unterschiedlichen Aussagen in den unterschiedlichen Kontexten. Seine (vielleicht unbewusste) Strategie der Widersprüchlichkeit zwingt das Gegenüber zur Polarisierung. Da er keine konsistente Sachposition anbietet, muss die Umwelt ihn entweder als „Heiland“ oder als „Betrüger“ einsortieren. Er liefert den Treibstoff für das Ordnungsmuster.

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das “unternehmerische Selbst” ist doch der Heiland in der Logik. Der New Yorker ist doch nur stellvertretend enttäuscht für das neoliberale Publikum.

“Der Betrüger” wird auf den Scheiterhaufen geschoben und der Zirkus geht weiter.

Seit 20 Jahren brennt der Scheiterhaufen der Betrüger…

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Der Punkt ist nicht die Feststellung „Heiland“, der Punkt ist ob ich bereit bin das so zu definieren oder darüber hinauszugehen.

Wenn ich bei der Frage ende wer polarisiert und warum, hat der Mechanismus bereits funktioniert.

Die Einteilung desjenigen der Polarisierung festgestellt hat, hat zwischen Gut und Böse entschieden. Damit wird im Zweifel eine Schuldfrage geklärt aber nicht der Mechanismus der zur Schuldfrage führt und warum es so erleichternd ist.

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Ja, würde ich auch sagen. Kann beides sein. Man steckt da ja nicht drin.

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Danke für die Blumen. Aber Misstrauen gegen @JakobB ? Nö. Gibt fast nichts von ihm, das ich gelesen (UND kapiert, logisches „und“ bzw. &&) habe, das ich nicht unterschreiben würde.

Wichtiger Punkt, zumindest für die Logik der Artikel-Analyse. Denn wenn einer wie Altman dauernd mit „ausgelöstem Airbag“ durchs Leben geht, dann funktioniert die Analyse via „Kompartmentalisierung“ kaum noch. Was allerdings nicht bedeutet, dass sie als Medienkritik völlig wertlos sein muss.

[Es gibt so Typen, man nennt sie „notorische Lügner“. Über einen von der Sorte, „Bibi“ Netanjahu, lief neulich eine Doku in der Glotze: https://archive.ph/eSTxK

Freilich blieb auch hier unbeleuchtet, welche Strukturen so eine Type nach oben spülen. In einem Land im quasi dauerhaften Kriegszustand sind das vermutlich ganz spezielle - anderes Thema.]

Sehr interessanter Punkt! Ich kenne mich mit Luhmann-Kram nicht aus („Anschlusskommunikation“), aber im Grunde ist das ja, wie Medien funktionieren. Stichwort „Aufmerksamkeitsökonomie“.

Polarisierung zieht immer.

Übrigens auch im Forum… :smirking_face:

Der Punkt Aufmerksamkeitsökonomie soll ja gerade überwunden werden. Ich behaupte mal, jeder weiß hier wie Medien funktionieren. Nur im Affekt nicht.

Die erste unmittelbare Reaktion unterscheidet zwischen Gut und Böse. Wenn man da stehen bleibt, hat man Polarisierung als Ergebnis.

Erst mit der Frage wie verhandle ich überhaupt die Information aus Medien mit mir selbst - mit dem Wissen wie die funktionieren - kann ich einen Schritt weiter gehen. Es setzt ein Bewusstsein voraus den eigenen Affekt zu bemerken. Jeder weitere Schritt erfordert Anstrengung, die die wohlige Ebene Gut/Böse verhindern möchte.

Die Verhandlung mit mir selbst aus dem Bewusstsein heraus bemerkt zu haben, dass ich emotional affektiv reagiere, löst eine Entscheidung aus. Wie die dann ausfällt ist ein anderes Thema.

Man könnte es Medienkompetenz nennen, allerdings nicht im herkömmlichen Sinne, sondern eher im Sinne von, ich muss Widersprüchlichkeit aushalten, ich sehe Paradoxien, muss mich mit Dilemmata auseinandersetzen. Der Text von fdoemges bietet mir eine Hilfestellung sich dabei nicht zu verzetteln.

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Und verzettelt sich dabei - nicht total, aber ziemlich. :wink:

Sprich nur für Dich. Ich hab eher den Eindruck dass Du halt schlicht kein Bock hast drüber nachzudenken, denn bisher kam nur Stilkritik und Nitpicking ohne dass Du wirklich auf den Kern eingegangen bist.

Man könnte jetzt argumentieren dass mein Text klarer und verständlicher sein müsste. Da ihn aber offensichtlich mehrere Leute verstanden haben reicht mir das vollkommen

Vielleicht „verstehen“ sie ihn deshalb, weil ihnen die Stoßrichtung gefällt. So was soll vorkommen…

Ich hab meine Perspektive. Aus der schreibe ich.

Bisher gab es keinen Anlass für mich meine Perspektive zu ändern

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Fleißig spekuliert.vielleicht gefällt Dir auch die Stossrichtung nicht, weil Du sie nicht verstehst.

Dein Artikel hat auch so eine Art Immunsystem: Wer den kohärenten Agenten für (zumindest im „Normalzustand“) existent erklärt, hat das falsche Weltbild, eines, das Typen wie Altman ermöglicht.

Ist clever, kann man machen: Der Trick immunisiert gegen Kritik - leider auch gegen konstruktive.

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Ich glaube Du blickst es einfach nicht. Sorry, hab jetzt genug geholfen. Wenn jetzt auch noch eine Unterstellung nach der nächsten kommt ist es mir den Quatsch nicht wert.