Wenn die Produktionsweise und der Akkumulationsprozess in der Argumentation vollkommen abgekoppelt sind von der Kritik an der in der Tat ungeheuren Vermögenskonzentration, die hier ja dennoch meist sinnvoll und mehr oder weniger witzig in ihrer Absurdität dargestellt wird, würde ich zumindest etwas genauer hinhören. Wenn dann noch die personifizierte Elitenkritik überhand nimmt, kann, wie hier geschehen, spätestens beim Bedienen antisemitischer Klischees, die fernab dessen liegen, was die Daten so hergeben, durchaus von Antisemitismus gesprochen werden. Ich meine das hier auch nicht primär als Vorwurf, auch wenn der Stuss, den Stefan da in der letzten Folge verzapft hat, nicht verzeihbar ist, sondern als Anregung, sich mit Antisemitismus und seinen psychologischen Mechanismen, die sich von Rassismus nochmal erheblich unterscheiden, auseinanderzusetzen. Natürlich gehören die einschlägigen Protagonisten allesamt enteignet und die einzelnen Fälle des Epstein-Komplexes insbesondere im Sinne der Betroffenen aufgearbeitet und die politischen Verstrickungen skandalisiert. Wer allerdings glaubt das Kapital mit Steuerreformen, personifizierter Kritik und Verschwörungsmythen auf QAnon-Niveau einhegen zu können, ist auf dem Holzweg und sicherlich nicht auf der Seite politischer Emanzipation.
@Flo Ich bin kein Akademiker. Den Rest deiner Kommentare habe ich inhaltlich nicht verstanden. Was willst du genau ausdrücken?