Zynische Betrachtung von Menschen die Sozialhilfe empfangen, als potenzielle Mörder

Wir finde auch kein Ende :sweat_smile:

Nein, so war es auch nicht gemeint. Aber Räume/Orte für Begegnung schaffen sicherlich mehr Verständnis für Lebenswirklichkeiten anderer. Daraus können durchaus Veränderungen stattfinden, wenn auch nur langsam und natürlich auch nicht kausal. Also natürlich nicht mehr Begegnung gleich mehr Verständnis gleich weniger Armut.

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Der Grundgedanke des Beitrags ist, die Art der Berichterstattung setzt eine Ausrichtung der Anschlussfähigkeit von Kommunikation.

Er sagt nicht, es gibt Kausalität. Wenn a gesagt wird a’ realisiert.

und dann wäre die Frage: Erzielt Simanovski jetzt eine Wirkung oder nicht und wenn ja, welche?

Mehrere.

Diese Diskussion entsteht.

Je nachdem wer den Beitrag gehört hat, können mehrere solcher Diskussionen entstehen. Je nach vorgelagerter Kommunikation im jeweiligen Diskursraum, um es Mal euphemistisch auszudrücken, entsteht unterschiedliche Anschlussfähigkeit.

Generalisiert dargestellt.

Du bestreitest, dass gezieltes operieren mit Kommunikation zu bestimmbaren Ergebnis führt. So lese ich die Ausführung zu Armut.

Die Grundannahme war aber gar nicht dass es gezielt in dem Artikel diese Intention gibt. Somit besteht keine Notwendigkeit dass diese Kausalität besteht.

Ein Feuilletonbetrag von Deutschlandfunk Kultur ist a) der leninsche Ruf zu den Waffen, oder b) Legitimationsgrundlage für Kasernierung von Arbeitslosen in Schutzhaft?

c) Aufmerksamkeit Management

d) Monetarisierung

e) herstellen von passiver Anschlussfähigkeit , ohne zu fragen, wer eigentlich die Regeln gemacht hat, die Armut erst möglich machen. Also Anschluss an Folgekommunikation über tatsächliche Ursachen des Themas.

f) der Moment, in dem klar wird: Anschlussfähigkeit bedeutet nicht, dass eine Position vernünftig ist, sondern dass sie in das bestehende Narrativ der Angst passt und damit passiv akzeptiert wird, ohne hinterfragt zu werden.

g) ein Beispiel dafür, dass die Debatte schon lange nicht mehr um Lösungen, sondern um Schuldzuweisungen geht,

h) der Moment, in dem klar wird, dass das Framing von Sozialleistungen als „Schutz vor Mördern“ keine aktive Handlungsanweisung ist, sondern passiv die Angst vor Armut schürt, und damit die eigentliche Gewalt des Systems unsichtbar macht.

Anders ausgedrückt, die Tatsache, dass es nicht ohne weiteres möglich ist durch Nutzung von Kommunikation Zustand x in der Realität zu erreichen, bedeutet nicht, dass es nicht notwendig ist unter Betracht zu ziehen welche Anschluss Optionen durch Kommunikation entstehen.

Nuja, jetzt verschieben wir die Argumentation von “Sprache schaffte Realität” zu “Soziale Systeme entstehen durch Kommunikation” und die Aufzählungen in Deiner Liste sind nebeneinanderstehende Punkte die mehr von Erkenntnis weg- als hinführen.

Das interessante an Simanovski ist doch gerade, dass er von der (seit 30 Jahren permanent und nicht nachlassenden) Beschreibung “des Armen” als parasitären Auswuchs der Gesellschaft, der sich unberechtigterweise an den Errungenschaften dieser Gesellschaft gütlich tut und den es deswegen nur hart genug zu regieren gilt das Gegenbild zeichnet: Die Menschen, die sich auf Reaktion auf die Zustände “nehmen, was Ihnen zusteht” und dies im Zweifelsfalle völlig unregierbar.

(Ein Gegenbild (und hier widersprichst Du Dir ja), dass es gerade wegen seiner Irritation schafft die gewohnte Anschlussfähigkeit zu brechen und den Unterschied zwischen der Funktion eines Sozialstaates und der romantischen Verklärung mal wieder auszusprechen.)

@FJK8193 und da gehe ich (in diesem Fall) die Totalität des Ausgangsartikels mit: Verständnis hat die letzten 30 Jahre nicht geholfen (denn der Umgang mit Arm und Reich in dieser Gesellschaft ist eben keine Folge von fehlendem Verständnis, sondern von konkretem Willen genau dieser Behandlung), wie wäre es die Gesellschaft daran zu erinnern, dass man diesen Sozialstaat aus der berechtigten Angst vor “den niederen Klassen” geschaffen hat, damit man sich den geplanten Abbau des Sozialstaates vielleicht noch mal überlegt…)

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Wie oben erwähnt, ich finde hier schließt sich der Kreis und dein Hinweis ist eigentlich genau richtig gewesen.

Reiche hassen Arme. Und wir stellen fest: man kann mit ihnen praktisch machen, was man will, es gibt keine Revolte, man versucht Salamimäßig Scheibe für Scheibe vom Sozialstaat abzuschneiden und schaut, wie weit man das treiben kann ohne das die Mistgabeln kommen.

Mit Arme sind bzw eigentlich alle unter sagen wir 5 Mio € Vermögen gemeint, und weil wir alle so schön “im Grunde gut" sind, klappt diese Strategie der Konzerne und Milliardäre auch seit Jahrzehnten super.

Gestattet mit einen fun fact ohne jedweden apellativen Charakter dazwischen zu werfen:

In den mehrheitlich puerto ricanischen Vierteln von New York gab es bis in die sechziger Jahre keine richtige Müllabfuhr und mangelnde Gesundheitsversorgung, bis Mitglieder der Young Lords Bewegung anfingen, Barrikaden aus Müllsäcken anzuzünden und einen mobilen Röntgenwagen gestohlen haben.

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Ich nehme auf jeden Fall etwas durch deine Widersprüche mit. Das hat mich dazu animiert, mittels einer Recherche den Zusammenhang zwischen Prosozialem Verhalten und interklassischer Begegnung nachzuschauen. Zwei Quellen sind dabei auf die Schnelle rum gekommen. Also zusammenfassend: Menschen höherer Klassen erhöhen ihr prosoziales Verhalten in Begegnungen schlagartig, sobald die Situation öffentlich ist oder ihr Ruf auf dem Spiel steht. Ihr Verhalten wechselt dann von “selbstorientiert” zu “status- und imagepflegend”. Also nur klassische Philanthropie nach Rockerfeller-Art.

Quellen: Batruch et al. (2026) Advancing the psychology of social class with large-scale replications in four countries & Pfiff et al. (2017) Social Class and prosocial behavior: current evidence, caveats, and questions

Wie wäre denn dein Vorgehen, um gesellschaftlich einen anderen Umgang zu erzeugen?

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Die Fortführung der Liste ist eher operativer Anschluss an den Zynismus deiner ersten beiden Punkte. Sozusagen eine spielerische Ausführung deiner Anmerkung dass sie von Erkenntnis weg führen.

Die anderen Ausführungen bleiben bestehen. Die Diskussion vermischt mindestens zwei Ebenen. Die Position, dass man sieht dass über Armut zu sprechen nichts an der Armut ändert als Nachweis für, somit ist irrelevant auf Sprache und Framing zu achten da auch in dem Kontext nichts passiert, ist für mich weiter nicht schlüssig.

Ich bin mir gar nicht sicher, ob es immer eine “konstruktive Wende” geben muss. (um 2010 herum habe ich mit einer kleineren Organisation “Tagespraktika” für gutverdienende Leitungskräfte in Institutionen der Elendsverwaltung vermittelt… mit der Hoffnung auf “Begegnung und Einsicht” und habe die selben Beobachtungen gemacht, wie Du zitierst…)

Ich bin mir nicht sicher ob nach 30 Jahren Propaganda noch die Zeit ist für “freundliche Hinweise” und die “Unschuldsvermutung” (wenn die verantwortlichen Personen doch nur wüssten, was für Auswirkungen ihr Handeln hat, dann würden sie bestimmt….).

ist dann die Frage, ob nicht gerade Simanovski mit dem “Zeigen der Mistgabeln” mehr bewirken kann, als noch ein freundlicher Hinweis und noch eine Studie, oder noch ein Fact-Checking eines Politikerinterviews, einer ISNM-”Studie”, eines Gesetzesentwurfes…

Nimm z.B.: folgenden Artikel:

Es gibt doch nichts mehr zu interpretieren: Der Zugriff auf den menschlichen Körper wird jetzt gerade zwischen Wirtschaft und Armee ausdiskutiert und wenn man da mal durch die einzelnen Argumentationspunkte durchgeht, sollte man vielleicht den letzten romantischen Gedanken über Bord werfen… warum soll ich “denen” einen konstruktiven Vorschlag machen?

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Im letzten Podcast hieß es “das knappe Gut Mensch”

Ich meine es hieß auch schon ewig human ressources bzw Humankapital …

Den Zugriff verweigern.

Interessant ist, wie sehr wir den Zugriff auf einen Teil unseres Körpers (Gehirn) die ganze Zeit in social Media erlauben.

Passt auf eure Gehirne auf, Leute.

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