Vorwurf schreibst Du. Da hat sich wohl eher jemand zugehörig gefühlt um sich als Opfer zu gerieren. Die Frage wer zu den Faschos gehört hab ich offen gelassen. Es fand sich schnell eine Freiwillige.
Und das hat dann auch gleich dazu geführt dass die Person öffentlich verfügbare Daten über mich gepostet hat und mir mit Anzeige gedroht hat und nach meinem Lachanfall diese dann “grosszügig” wieder gelöscht hat.
Das Problem liegt bei “subjektiv”. Die Betonung von “subjektiv” geht an die Geschlechtskategorien und was queer meint usw. vorbei.
Bzw. ich seh noch nicht einmal, wie Mann und Frau aus der gesellschaftlichen Wirklichkeit entfernt werden sollen.
Ja, das wurde auch angesprochen, dass dieser Begriff recht fließend ist bzw. Besitz ja ansich z.B. andere Schattierungen haben kann und eine Art Umkehrung ist ja auch möglich. Man kann da aber etwas anders rangehen als “taugt wohl nicht viel”. Wichtiger ist doch diese Annahme, dass einem das gehöre, was in bestimmten Gesten ausgedrückt wird.
Ist das freudomarxistisch? Dachte von Redecker sei eher poststrukturalistisch und dieser Phantombesitz hat für mich auch Ähnlichkeit mit “Quasi-Objekte” (oder der Umgang mit denen), wie man sie bei Latours Akteur-Netzwerktheorie findet.
Das ist super interessant, weil ich das genau andersrum gesehen hätte und mich immer noch frage, ob es sich lohnt, zwischen Phantombesitzverteidigung und Kastrationsangst (oder dem Umgang mit dieser) zu unterscheiden. Was vermutlich bedeutet, dass damit das Spannungsfeld, in dem sich Redecker bewegt, ganz gut umrissen ist.
Ich hab mich beruhigt und mache noch einen allerletzten Versuch.
Syd, TERFs sind Faschos.
Überzeug dich gerne selbst mit diesem Quiz, bei dem du raten darfst, ob Zitate aus einem der wichtigsten TERF-Foren stammen, oder aus dem Daily Stormer. TRIGGERWARNUNG. Bin gespannt auf deinen Score.
Ich empfehle dir außerdem die Videoreihe “Gender Critical” von Caelan Conrad, in der they die Ergebnisse einer monatelangen Recherche in “genderkritischen” und TERF-Facebookgruppen präsentiert, Rekrutierungstaktiken erklärt und aufbereitet, warum diese Sekte gefährlich und, ja, faschistisch ist. Das ist eine lange Serie, aber wenn du nachvollziehen willst, was hier heute los war, ist das gut investierte Zeit.
Das sind die Leute, zu denen TurtleTerf mit der Wahl ihres Usernames ideologische Nähe signalisiert. Und das sind keine einzelnen individuellen Ausreißer einer ansonsten vernünftigen Bewegung. Das ist die Bewegung. Ich kenne keine prominenten Vertreter*innen dieser Weltanschauung, die nicht öffentlich zu Gewalt aufgerufen haben oder selbst gewalttätig geworden sind.
Aber wenn dir das nicht reicht, TurtleTerfs eigenes Verhalten in den vergangen Tagen passt haargenau in diese Dynamiken. Es ist ihr, wenn überhaupt, genau einen Post lang gelungen, den Anschein von Unbedarftheit und ehrlicher Neugier aufrechtzuerhalten.
Bereits der zweite Post trieft vor Gift. Eine Stelle, um das zu illustrieren:
Die Kröte hat’s nicht hingekriegt, mehr als zehn Absätze zu schreiben, bevor sie sich nicht mehr helfen konnte und mit Hilfe grafischer sexueller Darstellung Fernandes und das, was ihr angetan wurde, verspottet. Ich möchte an der Stelle der Vollständigkeit halber festhalten, dass ihr Hohn und die Verharmlosung sexualisierter Gewalt hier eine rassifizierte Frau trifft.
Dazu kommt, dass der letzte Satz sachlich falsch ist. Verwaltigungen sind laut StGB sexuelle Handlungen, die ein Täter an einem Opfer vornimmt oder durch das Opfer an sich vornehmen lässt, die dieses besonders erniedrigen, insbesondere wenn sie mit dem Eindringen in den Körper verbunden sind. “Insbesondere” heißt nicht nur.
Aber das ist genau das Problem. Collien Fernandez, eine rassifizierte Frau, hat den Satz gesagt: “Ich wurde digital vergewaltigt”. Das können TERFs, mehrheitlich weiße cis Frauen, die einzigen Opfer in Patriarchat und weißer Vorherrschaft, die wirklich immer unser Mitgefühl verdienen, nicht akzeptieren. Wenn man Fernandes unwidersprochen zugestände, dass die Erniedrigung, die ihr angetan wurde, einem gewaltsamen Eindringen in ihren Körper gleichkam, dann wäre ja jeder und jede befähigt, zu vergewaltigen.
Ihr ganzer verkümmerter Blick auf die Welt funktioniert nur, wenn es Täter und Opfer gibt, und Täter die mit dem Penis und Opfer die mit der Vulva sind, und Vergewaltigung das Eindringen des Penis in die Vulva.
Daran muss um jeden Preis festgehalten werden, egal wie tief man dafür sinken muss. Egal, ob man eigentlich gerade dabei war, ein Podcastforum zu infiltrieren, und jetzt eigentlich für alle Welt offensichtlich sein sollte, wie man in Wahrheit drauf ist.
Ihr eigentliches Projekt ist vielleicht weniger geschmacklos, dafür aber genauso verräterisch. TERFs zehren seit Jahren von der Solidarität prominenter Männer, die jede Form von Backlash weiter in ihre Arme treibt. Graham Lineham, Ricky Gervais, Dieter Nuhr, the list goes on and on. Dass TERFs bei dieser perversen Form des coalition building die Initiative ergreifen, war mir auch neu, ist aber eigentlich nicht überraschend.
Das alles lag bereits vor und hat für diejenigen, die es sehen wollten, ein sehr klares Bild gezeichnet, bevor Florentine den Fascho-Begriff in den Raum gestellt hat.
Die Reaktion darauf war:
Stefan taggen
Mit Polizei drohen
Einschüchterungsversuch mit persönlichen Daten
Die Reaktion war nicht:
Distanzierung von Faschismus
Allein das sollte dir zu denken geben.
Ich kann mir basierend auf jahrelanger Erfahrung in queeren online Communities sehr gut vorstellen, dass Turtleterf die einzige sein mag, die hier schreibt, aber nicht die einzige ist, die hier mitliest. Eine TERF kommt selten allein. Das, was Doxxing besonders scheiße macht, ist, dass, wenn dir nicht geglaubt wird, du es entweder dabei belassen musst oder, um es zu beweisen, dich selber nochmal doxxen musst. Oft, ohne dir sicher sein zu können, wer das alles mitbekommt. Und deswegen werde ich an der Stelle auch nicht weiter ausführen, warum das sonst noch ein Problem darstellt. Ich will niemanden auf Ideen bringen. Wenn du immer noch nicht drauf kommst, schreib mir ne DM.
Die rechtliche Definition ist ja eigentlich auch egal. Bin nicht im Thema, aber ich vermute stark dass sie es nicht im Zusammenhang einer Jura Prüfung formuliert hat. Primär steht es als Aussage, wie sie es empfunden hat.
Ihr das anzusprechen derart dass es bestenfalls sexuelle Nötigung war, nach rechtlicher Definition, obwohl es nicht in einem Rechtsbegriff Diskurs stattfand, ist ein gutes Anzeichen dass du zum lachen in den Keller gehst.
@Syd Ich habe das gefunden. Nicht zum erneuten Aufwärmen, eher als Recherche-Service. Die Dynamik der letzten Tage hat für eine gewisse Unübersichtlichkeit gesorgt.
Wenn man den Verlauf der Bearbeitung ansieht, kann man die Veränderung und den ersten Wurf erkennen (Stift-Symbol klicken). Kommentieren möchte ich das nicht.
Danke für den Hinweis. Den Historien-Bleistift hatte ich bislang nur bei meinen eigenen Einträgen wahrgenommen, aber er funktioniert offenbar auch bei anderen, sofern es eine Änderung in Text gab. Gut zu wissen.