Ich glaube man muss und sollte.
Ich weiß nicht, in welchen Bubbles du dich bewegst, aber definitiv weiß nicht jeder Dorftrottel oder auch der durchschnittliche Mensch, was Hegemonie ist. Ich find‘s schwierig, das so auszudrücken, weil: wenn das die meisten nicht wissen, will ich aber, dass so Begriffe und Gedanken darüber, was der Hegemon nun inhaltlich ist, bekannter und zugänglicher werden. Denn ich will ja, dass die Leute kritisch denken und wählen und mitgestalten. Das passiert aber doch nicht, wenn immer die Annahme ist, alle wüssten schon alles. Ich glaube wir müssen von einer größeren Unwissenheit ausgehen und genau so mit den Menschen sprechen (respektvoll aber). Nicht jeder muss das oder kann das in gleichem Maße, und sicherlich darf es Räume für den fachlicheren Austausch geben. Aber ich glaube es wäre eine große Chance, mal nicht so viel mit Begriffen um sich zu werfen, sondern sie auszuformulieren, und zwar einfach genug, dass auch nicht Sozial- oder Geisteswissenschaftler es verstehen. So als allgemeine Anmerkung.
Ich sage das als jemand, der vor 20 Jahren in Blockseminaren mit Sozistudenten (männlich) gesessen hat, die immer so lustig mit Namen um sich geschmissen haben und selbst in dem Seminar wussten eben nicht alle immer was gemeint ist, aber natürlich mussten alle so tun. Was abhanden geht:echte Diskussion, Ideen und Gedanken vom Gegenüber.
Und mittlerweile habe ich täglich mit Menschen verschiedenster Bildungshintergründe engen Kontakt und mir fallen auch unter den Akademikern nicht auf Anhieb 5 Leute an, die eine vage Definition parat hätten.
So gesehen ich die Nicht-Antwort (außer von Lymi) auf meine Frage…
…was @Stefan mit „HERR (!!!) Hegemon“ meinen könnte, vielleicht auch interessant und bezeichnend.
Jake B, ich weiß bei dir nie, inwieweit dein Fatalismus rein deskriptiv ist, zynisch überzeichnet oder bereits verinnerlicht ist. Kommentare wie der obige lassen mich zu Letzterem tendieren. Da machen zwei Journalisten, Jung und Jessen, endlich mal das, was ihrer Jobbeschreibung entspricht und hinterfragen Regierungsnarrative, während ihre Kollegen die Regierung eher noch vor sich hertreiben. Und du musst wieder meckern!
[Wobei der gestrige Auftritt natürlich keine Garantie dafür darstellt, dass die beiden uns nicht demnächst die Wehrtüchtigkeit einimpfen.]
und das ist dann nämlich die spannendere Diskussion, als an einer voraufklärerischen Vorstellung festzuhalten “Der Fürst hat seine Festung im Herzen seines Volkes und muss auf die Meinungen seiner Untertanen achten.”
“Die öffentliche Meinung” als Politikersatz, die man nur gewinnen müsse und dann hätte man schon Politik gemacht (deswegen rudern viele zu Gramsci rechts, wie links). “Die öffentliche Meinung” als spiegelbildliche Idealisierung des Individuums. “Die öffentliche Meinung” als “die Zivilgesellschaft”, stimmts?
Dann begibt man sich auf die zeitverschwendende Reise als Privatperson “Beweise” für politische Entscheidungen einfordern zu wollen (den Job kann man Tilo überlassen, ich hoffe er fragt immer und immer wieder), oder sich vorstellen dass 84 Millionen nur die selbe Entrüstung verspüren müssten und dann… denn das Gegenteil von “öffentlich” ist ja “privat” stimmts?
Glaubt die Chefetage von Rheinmetall an die russische Drohne? Oh Gott! Die jungen Bundeswehrsoldaten verweigern bestimmt nachträglich, wenn sie das rausfinden! Wenn erst die Beweise auf den Tisch kommen! Denn das Gegenteil von “öffentlich” ist ja “geheim”, stimmts?
(Ich empfehle an einem Freitagnachmittag in einem großen Bahnhof in einem McDonalds Kaffee zu trinken, da hört man sie sprechen… “Wie krass” die Woche war und man auf Beförderung hofft und was für ein harter Hund der Uffz ist, aber der weiß ja wovon er spricht, er war ja “in Afghanistan…” Da sitzen die kleinen Jungs, auf der Uniform hat es noch nicht mal zu einem gestickten Namensschild gereicht so frisch und so identifiziert sind sie schon. Da steht mit Edding der Name auf das Brustschild geschrieben, auf den Schulterklappen noch nicht mal ein einziger Strich und sie tauschen schon Heldengeschichten im Kreis…)
Okay, in dem Punkt war mein obiger Eindruck offenbar falsch.
Yo, und deswegen komme ich immer wieder auf Corona zurück. Da habe ich nämlich genau das getan: Als Privatperson die Grundlagen der politischen Entscheidungen hinterfragt, vom ersten Lockdown bis hin zur de-facto-Impfpflicht. Am Ende konnte ich dann, nicht irgendwie getrieben von Einflüsterungen, falschen moralischen Argumenten, glatten Lügen oder vermeintlichen Zwängen, sondern rein faktenbasiert die Entscheidung treffen, die für mich die Richtige war. Millionen andere machten es ebenso - mit dem Ergebnis, dass eine gesetzliche allgemeine Impfpflicht, obwohl sogar im April 2022 noch politisch gewollt, am Ende nicht kam.
Das war sehr zeitintensiv, ja. Aber woher nimmst du die Hybris, das als “zeitverschwendende Reise” zu bezeichnen? Suchst du eine Rechtfertigung, weil du sie nicht unternommen hast, zu faul dazu warst, zu bequem oder zu gutgläubig?
Glaubt mir, es war jede Sekunde wert. Und jede Zeile aus einem RKI-Protokoll oder einem Fauci-Tagebuch, die im Nachgang ans Licht kommt, lässt die damalige “Reise” noch wertvoller erscheinen. Spannend werden überdies die Dokumente des PEI sein, die gerade jemand einklagt. Eine Privatperson, übrigens, seit Corona auch als Journalist tätig. Die Übergänge sind da fließend.
Zugegeben, die Situation ist eine andere, wenn die Feldjäger kommen und einen in den Kleinbus verfrachten, ab an die Front. Aber so weit sind wir hierzulande noch nicht.
spannend! Deine privaten Recherchen haben das Abstimmungsverhalten von Politikern im Bundestag am 07. April 2022 (Ablehnung übrigens) bestimmt, obwohl die Impfpflicht eigentlich politisch gewollt war?
“Die öffentliche Meinung” als der “heimliche Souverän”… “Der Fürst hat seine Festung im Herzen seiner Untertanen.”
oder war es viel mehr das “I would prefer not to…” also die Weigerung sich impfen zu lassen und die Abwägung ob der Staat eine offene Anwendung von Gewalt riskieren könne… (hier kommt der Bus mit den Feldjägern ins Spiel…)
kurzgesagt: das private Herumgemeine ist nicht das entscheidende
Na komm, das ist jetzt unter deinem Niveau. Weder drücke ich mich so undeutlich aus, noch bist du des Lesens so unfähig, dass mein Beitrag so verstanden werden kann.
Ok, dann machen wir das mal nicht wieder zu Deinem Corona-Ding.
Frage: Wenn Putin morgen sagt: “Es war meine Drohne, die Nachschublinien sind legitimes Kriegsziel. Hier ist mein Befehl zum Angriff. Hier sind die Offiziere, hier sind die Bestellpapiere, hier ist ein Go-Pro-Video von den Agenten am Flughafen.”
Was sagst Du dann?
Ja, das hatten wir schon mal. Precht, “von der Pflicht” - ich bin sicher, du erinnerst dich. Einigen wir uns doch einfach darauf, dass wir in diesem grundsätzlichen Punkt entgegengesetzter Meinung sind. Dann können wir zukünftig einfach auf dieses “we agree, to disagree” verweisen und müssen das Publikum nicht weiter damit langweilen.
Dann antworte doch auf meine Frage.
Ziemlich hypothetisch, hmm? Vielleicht fällt dir noch was Naheliegenderes ein. Aber lass dir ruhig Zeit.
Falls es bei der Frage bleibt: Es ist irrelevant, was ich zu Putin sage, solange er hier noch nicht einmarschiert ist und uns regiert. Dein hypothetisches Konstrukt wird eine Reaktion von Merz und Co hervorrufen, auf die wiederum ich reagieren kann/muss. Wie sieht diese deutsche Reaktion aus? So vollständig sollte die schon Geschichte sein, um ernsthaft darüber nachzudenken.
Du baust hier Deine gesamte Argumentation zum Verhalten “Deutschlands” auf das Nichtvorhandensein oder Vorhandensein von Beweisen auf, die Dich persönlich überzeugen müssen.
Ich sage, dass dies keine Rolle spielt.
Ich frage Dich, was passieren würde, wenn die Beweise Dich überzeugen würden und Du antwortest mit… “das ist hypothetisch”.
Damit können wir es denke ich belassen.
Nö, aber ich muss jetzt auch mal ein bisschen was arbeiten. Ich melde mich.
Gibt es denn vllt auch was dazwischen??
natürlich gibt es was dazwischen, aber ich habe keine Lust mehr auf Corona.
Denn hier immer wieder über den orientierungslosen Handlungsdruck im Angesicht einer unalltäglichen Pandemie zu diskutieren ist müßig, wenn es gerade (und viel spannender) um das friktionslose Dahingleiten durch die alltägliche Normalität hybrider Kriegsführung durch dieses Land geht.
Sorry, hatte mit „Vllt gib es auch was dazwischen?“ eigentlich auf diesen Beitrag antworten wollen.
Warte. Von welcher Argumentation meinerseits sprichst du hier eigentlich? Ein Zitat könnte helfen.