Corona-Politik und Souveränität im Ausnahmezustand

Ehrlich, du laberst Scheiße, Jay Bee. Ich sollte auf deine Trollerei nicht immer reagieren.

Any comments zum (politisch) fabrizierten Ausnahmezustand?

nö, aber Du warst so alleine hier, da wollte ich dir ein wenig Gesellschaft leisten.

Du bist ja eingestiegen mit “Jakob labert Scheisse, es war kein Ausnahmezustand!”

Jetzt fragst Du mich, ob ich Kommentare zum Ausnahmezustand habe…

Da sind meine Kommentare keine Trollerei, sondern ein Pentest um zu gucken ob man mit irgendeinem Argument zu Dir vordringen kann.

So? Wo bin ich das?

………

Dat war die Frage.

Der gesunde Menschenverstand reicht doch, um das zu beantworten.

:wink:

……………………

Dass es politische Einflussnahme gab, ist banal wahr - Politik wirkt auf Fachbehörden ein, das ist ihr Job. Die eigentliche Frage ist, welche Art: bittet Politik um fachliche Einschätzung und beeinflusst damit legitim den Rahmen, verlangt sie ein bestimmtes Ergebnis das die Behörde dann liefert, oder trifft sie die Entscheidung gleich selbst unter wissenschaftlichem Deckmantel? Das sind drei komplett verschiedene Vorwürfe, und Syds Liste bündelt sie alle unter demselben Verdachtston.
Bei manchen Punkten (WHO-Kriterien 2009, Sentinel/Massentest-Umstieg) bleibt bei genauerem Hinsehen eine nachvollziehbare methodische Entscheidung mit Nebenwirkungen übrig. Bei anderen (das undokumentierte “Signal” zur RKI-Hochstufung) bleibt tatsächlich eine Lücke. Aber eine Lücke ist noch keine Antwort, welche Art von Einflussnahme sie füllt.
Und genau da liegt das Problem: Wo Unsicherheit bleibt, ist “gezielte Manipulation” die anschlussfähigste Erzählung - nicht weil sie am besten belegt ist, sondern weil sie am wenigsten Ambiguität aushält. Das lief während der Pandemie auf beiden Seiten gleich: jede Lücke wurde sofort in eine Richtung aufgelöst, statt sie offen stehen zu lassen. Deshalb bringt der Ausschlag ins Extreme nichts, in keine der beiden Richtungen.

Das hat die KI schön geschrieben. Und was denkst du, stimmst du mit der KI-generierten Einschätzung überein? @Flo

Ja, weil ich ihr das eingebläut habe. Es spiegelt exakt ab was ich dazu denke.

Um noch was eigenes dazu zu sagen (ich wiederhole mich jetzt wieder sinngemäß)

Es ist ja wie du schon festgestellt hast: Es gibt viele Indizien, die nach Lesart auswertbar sind. Eine Auswertung nach Lesart ist keine Prüfbarkeit. Gesunder Menschenverstand beschäftigt sich mit der Lesart und eben nicht der Prüfung.
Denn jeder hat einen anderen gesunden Menschenverstand. Das ist einfach keine prüfbare Größe.

Um das jetzt nochmal deutlich zu sagen:

Die Antwort ist nicht „Keine Beweise“, sondern in wie weit ist die aufgemachte Kausalkette prüfbar.

Ganz zu Anfang der Diskussion hab ich schon Vorschläge gemacht.

Wir drehen uns im Kreis.

Nein, da hast du mich offenbar falsch verstanden. Es gibt keine “Lesart”, welche die Punkte 1 und 4 anders interpretierbar macht als so: Die Pandemie erschien dem Publikum schlimmer, als sie war. Bezüglich der Aufweichung der Pandemie-Kriterien (Punkt 1 meiner Liste) durch die WHO ist das selbsterklärend; der Verzicht auf die Berücksichtigung der Testanzahl (Punkt 2) wiederum trieb bei Ausweitung der Tests die Fallzahlen in die Höhe. Da gibt es gar keine Interpretierbarkeit und: es war schlicht und einfach mathematischer Murks.

Das anlasslose Testen (Punkt 2) hat den gleichen Effekt - höhere Zahlen. Es lässt sich mit der Angst vor asymptomatischer Ansteckung aber immerhin vielleicht noch rechtfertigen. Keine Rechtfertigung wiederum gibt es für Punkt 5, wo der systematische Bug aus (2) als Feature zur Rechtfertigung von Regierungshandeln verwendet wurde. Inzidenzen - und damit Maßnahmen - waren über die Testanzahl steuerbar.

Gesunder Menschenverstand findet diese Fehler in der Systematik. Idealerweise benennt er sie dann im Rahmen seiner Möglichkeiten. Meine waren leider geringer als die eines Gerd Antes (Mathematiker und Medizinstatistiker, der diese Fehler auch gefunden und thematisiert hat; aus meiner Sicht nicht nachdrücklich genug, aber immerhin), aber sie sorgten immerhin im betrieblichen Umfeld für Erleichterung.

Da wird’s wieder undeutlich: Welche “aufgemachte Kausalkette” meinst du? Meine obigen Kritikpunkte sind jeder für sich prüfbar; die Liste ließe sich übrigens fortsetzen. Ich habe hier im Forum bislang - auch im Thread über die “kaputte Corona-Mathe” - weder eine Prüfung, noch eine Widerlegung dieser Kritik gefunden.

Ob man aus der Vielzahl dieser Kritikpunkte - verstehe ich dich so richtig? - eine Kausalkette machen kann und will, ist eine andere Frage. Ich sage soviel mit Sicherheit: Alle “Fehler”, die gemacht wurden, wirkten in die gleiche Richtung. Sie ließen die Pandemie schlimmer und die Impfung besser aussehen, als sie waren.

Ich sage nicht deine Punkte wären an sich falsch, ich sage auch nicht bring mir „den Beweis“
Ich sage (nach deiner Feststellung):

alles zusammen wirkt in die gleiche Richtung

es ist eine Lesart.

Wenn du betonst aus „gesundem Menschenverstand“, widerspreche ich dir. Denn mein gesunder Menschenverstand sagt etwas anderes. Und der von meinem Nachbarn wieder was anderes.

Dein letzter Satz suggeriert eine Absicht - was nahe liegt - aber eben den Zusammenhang herstellt, es haben Menschen absichtlich so gehandelt. Da könnte man genauso sagen mit gesundem Menschenverstand.

Das ist der Kreis in dem wir uns drehen.

aber das Gute ist: der Kreis ist so tief und fest ausgetreten, Du musst also keine Angst haben über einen neuen Gedanken zu stolpern.

Was letztlich der Aufarbeitung an sich keinen Gefallen tut. Das ist auch so eine Sperrklinke.

Aber es ist keine Lesart in dem Sinn, dass die Punkte irgendwie gegenläufig interpretiert werden können. Die Punkte wirken nicht in die Richtung, dass man sagen könnte, zumindest einer von ihnen würde die Pandemie kleiner erscheinen lassen, als sie war. Es ist unbestreitbar umgekehrt.

im Osten geht die Sonne auf, im Westen geht sie unter. Eine Richtung.

Man kann, je nach “Lesart”, darüber spekulieren, ob wir es mit einer Häufung (beispielsweise im Fall der fehlenden Quotientenbildung schrecklich dummer) Fehler zu tun haben, Nachlässigkeiten, Schlampereien oder ob das Absicht war (und wenn ja, zu welchem Zweck). Unstrittig hingegen ist die Wirkung, die diese Fehler hatten: Sie alle ließen die Pandemie schlimmer und die Impfung besser aussehen, als sie waren. Diesbezüglich gibt es keine “Lesart”. Wenn doch - kannst du sie mir zeigen?

Jeder dieser Fehler ist kritikwürdig und muss in Zukunft vermieden werden.

An wen richtest Du diese Botschaft?

Es ist völlig richtig, Schlamperei - Ignoranz könnte man vielleicht noch sagen.

Die Frage nach der Absicht hast du aber nicht beantwortet.

Welche wäre es zum Beispiel, Profitgier, oder Unsicherheit? Neutraler: Fehler passieren vielleicht? - Ist doch menschlich… Es könnte aber auch das medizinische Experiment am Volk sein…
Wie reagieren eigentlich die Menschen wenn sie zuhause eingesperrt werden? (Ich fühle mich wie Sophie Scholl)
Hat da Big Pharma etwa die Finger drin?
Inkompetenz?

Wenn Fehler nicht passieren dürfen, wie schließt man das aus? Wer schließt das aus?

Das sind für mich die eigentlich interessanten Fragen — nicht wer schuld war, sondern: welche Fehler müssen adressiert werden, und woran würden wir eine bessere Antwort beim nächsten Mal erkennen? Was ist die Referenz?

Ganz viele Fragen.

Ja. Bevor wir weiterreden: Sind die obigen sieben Kritikpunkte für dich nachvollziehbar? Gibt es welche darunter, die du nicht mitträgst? Wenn ja, warum?

Ein gewisser Grundkonsens wäre mir wichtig, um die Diskussion fortzuführen.

Ich denke schon es gibt einen Grundkonsens der sich eigentlich in den meisten Antworten von mir zeigt. Nicht nur in diesem Thread.

Ich hab die Punkte auswerten lassen:

Punkt 2 (Sentinel → anlasslose Massentestung): Methodisch unstrittig — ein Wechsel der Erfassungsmethode verändert zwangsläufig die Fallzahlen. Das ist Standard-Epidemiologie, kein Sonderargument.

Punkt 4 (Inzidenz ohne Testzahl-Bezug): Mathematisch nachvollziehbar, von anerkannter Seite (Krause) bestätigt.

Punkt 5 (Inzidenz als Rechtsgrundlage, §28b IfSG): Reine Gesetzeslage, faktisch überprüfbar.

Punkt 1 (WHO-Kriterien 2009): Dokumentiert, vom EU-Parlamentsausschuss selbst kritisiert.

Punkt 3 (RKI-Hochstufung durch undokumentiertes “Signal” von Schaade): Das ist der einzige Punkt, den Syd selbst als “Vermutung” markiert hat (“die Vermutung liegt nahe”). Eine Lücke in der Dokumentation ist noch kein Beleg für die konkrete Zuschreibung.

Punkt 6 (BVerfG-Abhängigkeit vom RKI): Stützt sich auf ein einzelnes VG-Osnabrück-Urteil von 2024 — der genaue Geltungsbereich dieses Urteils (auf welche Entscheidungen genau es sich bezieht) müsste man vor einer pauschalen Übertragung prüfen.

Punkt 7 (§28c, “Rückgabe”-Framing): Der Wortwahl-Befund ist real, aber der Sprung zur verfassungsrechtlichen Ungleichbehandlung nach Art. 3 GG ist eine juristische Abwägungsfrage, kein reiner Fakt — da gibt es tatsächlich Auslegungsspielraum, anders als bei 1, 2, 4, 5.

Was ich interessant finde, die weitere Diskussion knüpfst du an eine Bedingung:
Einen Grundkonsens.
Kommt mir gleich die Frage in den Sinn, gehts dir um die Sache oder möchtest du mich überzeugen?

Wenn ein Grundkonsens nicht besteht, was dann? Ist dir die Zeit zu schade?
Bin ich nicht ernsthaft bei der Sache?

Wenn ein Grundkonsens besteht, beantwortest du dann meine Frage nach der Absicht?

Edit:

Ich formatiere es nochmal besser wenn ich mehr Zeit habe

Ja.

…………………

Aus deiner Antwort entnehme ich, du bezweifelst, es bestünde ein Grundkonsens.

Auch gut, so spar ich Zeit.

Wenn ein Grundkonsens besteht, können wir gemeinsam über eine Absicht spekulieren, obwohl das eigentlich nicht so mein Ding ist. Ich liefere i.d.R. lieber Fakten.

Beantworten werde ich dir die Frage nach einer Absicht ohnehin nicht können. Vielleicht kann das ein zukünftiger Untersuchungsausschuss, der Zeugen zur Aussage zwingen und ggf. auch vereidigen kann, und der überdies Zugang zu noch nicht freigegebenen Dokumenten hat.