Denkangebot: Was wenn der nächste Krieg nicht so aussieht wie der Letze?

Dein gesamtes Szenario baut auf der Annahme auf, man müsse “90% der Kapazitäten eines Landes zerstören”. Das ist symmetrische Kriegsführung — mein Militär gegen dein Militär, wer hat mehr übrig.

nein, es geht um jakobs frage

Wer soll wen aus welchem Interesse angreifen?

es sollen kosten verglichen werden, ohne darüber zu reden, was damit gekauft werden soll.

welche ziele haben die usa im iran und wären die ohne luftraumkontrolle durchsetzbar? von solchen fragen muss man doch ausgehen, um dann zu vergleichen, welche mittel sind billiger.

wovon sprechen wir? abseits davon, einen krieg zu gewinnen: kannst du territorium halten ohne konventionelle kräfte oder zurückerobern lediglich mit drohnen?

Erstens, Kostenaufzwingung: Iran kontrolliert keinen Luftraum, hat keine Carrier Strike Group, verliert jeden konventionellen Vergleich. Feuert trotzdem täglich hunderte Drohnen auf sechs Golfstaaten. Trifft Ölhäfen, Flughäfen, ein AWS-Datenzentrum. Nicht weil Iran 90% von irgendwas zerstören will — sondern weil drei getroffene Ölhäfen reichen damit die Versicherungsprämien für den gesamten Golf explodieren. Shahed fünfstellig, Patriot siebenstellig.

in deinen worten: iran verzichtet auf “symmetrische Kriegsführung — mein Militär gegen dein Militär”, sondern führt das kostengünstigere drohnen-zerstören-energieinfrastruktur aus. du siehst aber gerade, dass dieser schwenk neue dynamiken auslöst. es mögen nun weniger kosten für militär-kapazitäten schaffen entstehen, dafür entstehen aber zB neue politische kosten. für die länder um iran könnte eine neue bewertung entstehen, inwiefern sie den iran als bedrohung wahrnehmen, was wieder zu neuer politik führt, etwa neuen sicherheitspolitischen allianzen. und erneut: es ist nicht ausgemacht, dass länder und konzerne auf die aktuelle entwicklung nicht reagieren werden, von nun an mit neuer ausrüstung kritische infrastruktur zu schützen. die szenerie in deutschland als empirische einzelne beobachtung,

Und in Deutschland werden seit Monaten Dutzende unidentifizierte Drohnen über militärischen und zivilen Einrichtungen gesichtet, einige nachweisbar russisch. Was passiert? Artikel über die schwierige Rechtslage beim Abschuss.

kann doch nicht als allgemeines argument verwendet werden - das heißt doch nicht, dass das so bei jedem land abläuft.

Target hat drei Brüder an Front, Mutter hat zwei Söhne verloren, Familie ist lokal prominent. System kalkuliert: Eliminiere erst Bruder 1, nach 48h Bruder 2, nach einer Woche Onkel, dann Target.
Du brauchst keine 30.000 Drohnen um 90% eines Landes zu zerstören. Du brauchst sieben Drohnen um die sieben Cousins eines Ministers zu töten.

das ist nicht unbedingt neu und man könnte die these aufstellen: hat bisher auch nicht zum schnellen ergebnis geführt, wieso sollte es das jetzt, wenn auch selbstverständlich klar ist, dass da durch digitalisierung, ai usw wesentlich mehr möglich ist.

@Flo Hier wird es schwierig, weil sich alles mischt.

Die Moral wird von allen Parteien adressiert, CDU etc. machen nichts anderes mit dem “faulen Arbeitslosen” oder dem “kriminellen Ausländer”. Moral ist kein “linkes Thema”. Und die Transaktionskosten steigen doch: Der Umbau der deutschen Automobilindustrie auf Waffenproduktion ist staatliche Planwirtschaft verkauft mit nationalem Tschingderassabumm und Renditeorgasmus für Kapitalanleger.

Da vermute ich einen logischen Fehlschluss. Kooperationen haben Strukturen organisiert und das hat Transaktionskosten beeinflusst.

Aber nehmen wir den Wahlkampf der Linken, der ist ein gutes Beispiel (und woanders schrieb ich ja schon “Von Partei zu Bewegung”): Bürger schließen sich mit ihren Interessen zusammen und bilden Lobbyorganisationen als Frühphase der Parteien. Breite Mitgliederbasis (Kneipen, Clubs, Solidaritätsveranstaltungen), dann Professionalisierung und Gewinnen einer Eigendynamik in einer Parteiendemokratie. Der Rest ist bekannt und was aus der guten alten Tante SPD geworden ist, sehen wir ja. Was die Linke gerade macht, ist an alte SPD-Traditionen anzuknüpfen: Sozialberatungen, Mietwucher-App etc. (also nicht nur auf Wahlkampf beschränkt). Sie sind aber immer noch im Spiel der Parteiendemokratie gefangen…

@fdoemges

ok, ich klammere mal den Teil “floating city” und Piratenpartei aus und sage:

Rojava

Selbstverwaltung: Aufbau durch Kommunen, Räte und Kooperativen.
Kein Nationalstaat: Der Ansatz überwindet hierarchische Staatsstrukturen, ohne neue Grenzen zu schaffen.
Frauenbefreiung: Frauen spielen eine zentrale, treibende Rolle.
Ökologische Wirtschaft: Fokus auf Gemeinwohl statt Profit.
Selbstverteidigung: Zivilgesellschaftliche Verteidigung der Autonomie.

und hake damit das “Innen” ab. Jetzt kommt aber das “Außen” und das ist auf Staaten aufgebaut, die sich erhalten wollen und dementsprechend reagieren. Wenn ein staatlicher Akteur etwas dagegen hat und Kommunen oder Gebiete von Staat A sagen “Och, das sieht nett aus, da wollen wir mitmachen.” Ist das aus Sicht von Staat A ein Verstoß gegen die staatliche Souveränität und wird entsprechend handeln. Es kann dann also nur zu Sezessionskriegen oder “Terrorismus”-Semantik kommen (Weil man ist eben kein Schiff, was einfach wegsegelt.)

Wir drehen uns hier im Kreis, weil das staatliche Gewaltmonopol 1. zu einer Reduzierung von Gewalt geführt hat, aber 2. zu staatlichem Gewalthandeln geführt hat. Wenn ich staatliches Gewalthandeln “weghaben” will, erhöhe ich mein persönliches Gewalthandeln. Siehe Rojava oder “Soziale Verteidigung”. Das bedeutet permanenter Kriegszustand (Selbstverteidigung) aber mit billigen Waffen für jedermann…

“Es sollen Kosten verglichen werden, ohne darüber zu reden, was damit gekauft werden soll.”

Man hat nie unbegrenzte Mittel. Also geben die Mittel die möglichen Ziele vor, nicht umgekehrt. Das abstrakte Ziel ist sowieso immer dasselbe: Macht projizieren zur Wahrung von Interessen. Da gibt es nichts zu diskutieren. Die einzige variable Frage ist: Mit welchen Mitteln, zu welchen Kosten?

“Kannst du Territorium halten oder zurückerobern lediglich mit Drohnen?”

Hat Dschingis Khan Territorium gehalten? Größtes Landreich der Geschichte. Mobil, dezentral, optimiert auf Eskalationspotenzial statt auf Besetzung. Wer sich unterwarf, wurde in Ruhe gelassen. Wer sich widersetzte, wurde ausgelöscht — öffentlich, systematisch. Du brauchst kein Territorium zu halten wenn du Kosten aufzwingen kannst.

“Es ist nicht ausgemacht, dass Länder nicht reagieren werden, kritische Infrastruktur zu schützen.”

Denkbar, und darüber zu reden wäre produktiv. Die Frage ist nur nicht ob Staaten reagieren können, sondern ob das langfristig effizient bleibt. Wenn die Kosten für die Verteidigung jedes einzelnen Objekts schneller steigen als die Kosten für den Angriff auf ein beliebiges Objekt, dann frisst die Verteidigung irgendwann alle Ressourcen. Das ist keine Behauptung, das ist dieselbe Arithmetik wie Shahed gegen Patriot.

“Hat bisher auch nicht zum schnellen Ergebnis geführt” (zur personalisierten Elimination)

Pager-Angriff auf die Hisbollah, September 2024. Tausende manipulierte Geräte, über die reguläre Supply Chain geliefert, simultan detoniert. Die gesamte Kommunikationsinfrastruktur einer Organisation in einer einzigen Operation zerstört. Tausende Verletzte gleichzeitig. Das hat funktioniert — die Hisbollah war danach operativ massiv eingeschränkt. Skaliertes Targeted Killing über zivile Lieferketten, koordiniert aktiviert. Das Gegenbeispiel ist sechs Monate alt.

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Zum Coase-Einwand

Coase definiert keine Kausalrichtung. Firmen existieren dort wo interne Koordination billiger ist als externe — das ist eine Gleichgewichtsbeschreibung. Ob Kooperation Strukturen treibt oder Strukturen Kooperation formen ist innerhalb dieses Frameworks irrelevant. Das System findet bei gegebenen Kosten ein Gleichgewicht. Ändern sich die Kosten, verschiebt sich das Gleichgewicht.

Zur SPD-Genealogie

Die Beschreibung stimmt: Kneipen, Clubs, Solidaritätsveranstaltungen → Professionalisierung → Partei → Eigendynamik. Aber das ist exakt der Mechanismus. Im 19. Jahrhundert waren die Koordinationskosten für politische Organisation hoch — Flugblätter drucken, Versammlungen organisieren, Kandidaten sichtbar machen. Also brauchte man eine große Organisation die diese Kosten tragen konnte. Die Partei war das effizienteste Ergebnis gegebener Transaktionskosten. Heute brauchst du keine Partei mehr um ein Flugblatt zu verbreiten.

Zu Rojava und “man ist kein Schiff”

Stimmt, man ist kein Schiff. Man muss auch keins sein. Piraten brauchten Mobilität weil sie sichtbar waren. Dezentrale Akteure brauchen keine Mobilität weil sie unsichtbar sind. Die zehn Drohnenoperatoren bei Hedgehog mussten nicht fliehen — die zwei NATO-Bataillone konnten sie nicht mal finden. Rojavas Problem ist nicht die Landgebundenheit, sondern die Sichtbarkeit: Territorium, Gebäude, Bevölkerung. Die Türkei weiß wo Rojava ist.

Zum “permanenten Kriegszustand”

Deutschland unterhält 180.000 Soldaten, Kampfpanzer, Kampfjets, Fregatten. Ist Deutschland im permanenten Kriegszustand? Verteidigungsfähigkeit ist kein Kriegszustand. Wenn eine dezentrale Gemeinschaft Drohnen hat, ist das dasselbe wie wenn ein Staat eine Armee hat: Abschreckung. Der Unterschied ist nur, dass wir staatliche Gewaltfähigkeit als “Ordnung” lesen und nicht-staatliche als “Chaos” — obwohl beides strukturell identisch ist.

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Pager-Angriff auf die Hisbollah, September 2024. Tausende manipulierte Geräte, über die reguläre Supply Chain geliefert, simultan detoniert. Die gesamte Kommunikationsinfrastruktur einer Organisation in einer einzigen Operation zerstört. Tausende Verletzte gleichzeitig. Das hat funktioniert — die Hisbollah war danach operativ massiv eingeschränkt. Skaliertes Targeted Killing über zivile Lieferketten, koordiniert aktiviert. Das Gegenbeispiel ist sechs Monate alt.

ja natürlich, aber wie war denn der outcome→ gibt es die hisbollah noch oder nicht? und wie geht israel seit drei wochen im libanon vor: mit der in deinem sinne kosten-schonenden-post-klassische-kräfte-taktik - oder konventionell?

es kann außerdem nicht jeder akteur, egal ob staat oder nicht-staat, einfach so mal die gleichen kapazitäten/fähigkeiten wie die israelischen geheimdienste aufbauen. drohnen sind eine paradigmen-wechsel, aber ich sehe nach wie vor nicht, dass das paradigma so weit geht, wie du es darstellst.

Das abstrakte Ziel ist sowieso immer dasselbe: Macht projizieren zur Wahrung von Interessen.

ich habe clausewitz leider nicht gelesen, das steht auf dem zettel, aber du widersprichst da doch einer zentralen prämisse von ihm: krieg ist ein weiteres “gerät”, um politische ziele durchzusetzen. diese politischen ziele lässt du mal eben unter den tisch fallen und kommst beim klassischen realismus raus: es ginge nur um macht, was auch immer das heißen mag. lass doch mal in dieses theorie-becken springen: eine dezentrale gemeinschaft mit drohnen-capabilities würden nachbarstaaten als bedrohung wahrnehmen und das ausbalancieren, zum beispiel indem sie sich gegen die dezentrale macht verbünden und die dortigen drohnen-produktionsstätten zerstören.

Das stimmt zwar, ich hab mich mit den Linken beschäftigt. Die Frage lautet nicht wie machen das Parteien so insgesamt, sondern wo liegt die Traktionslosigkeit der Linken.

Ich hatte das in meinem Text „Macht verstehen“ formuliert. Es besteht ein großer Unterschied zwischen rechten Narrativen und linken Narrativen. Meine These ist das Rechte Narrativ dockt niederschwelliger an und hat deshalb mehr Traktion, weil kein denkerischer Umweg gegangen werden muss.

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Zur Hisbollah

Die Hisbollah ist aktuell handlungsunfähig. Iran hat die Hisbollah aufgefordert zu kämpfen — sie traut sich nicht. Das ist das Ergebnis des Pager-Angriffs plus der israelischen Operationen danach. “Gibt es die Hisbollah noch?” — als Organisation auf dem Papier ja. Als handlungsfähiger Akteur nein.

Zu den Geheimdienstkapazitäten

Der Pager-Angriff brauchte den Mossad. Aber der Pager-Angriff ist nicht das relevante Szenario — er ist das teurere Szenario. Wozu israelische Geheimdienstkapazitäten aufbauen wenn du Drohnen hast? Die zehn Operatoren bei Hedgehog brauchten keinen Geheimdienst. Die Shahed die in Kuwait sechs Soldaten getötet hat, brauchte keinen Geheimdienst. Der Pager-Angriff beweist dass skaliertes Targeted Killing funktioniert. Drohnen machen es billiger.

Zu Clausewitz

Die Diskussion macht erst Sinn wenn Vom Kriege gelesen ist. Bis dahin nur so viel: Clausewitz schreibt im Kontext des westphalischen Staatensystems. Ob seine Kategorien noch greifen wenn die Akteure keine Staaten mehr sind, ist genau die Frage die dieser Thread stellt.

Zur Koalition gegen dezentrale Akteure

Nachbarstaaten verbünden sich und zerstören die Drohnenproduktionsstätten. Welche Produktionsstätten? Rheinmetall hat eine Adresse. Tausend Garagen mit 3D-Druckern und AliExpress-Bestellungen nicht.

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An wen ist denn das jetzt gerichtet?

wie gesagt, israel geht im libanon gerade konventionell vor und es gibt eine debatte, zu welchem ziel überhaupt - folgend deiner argumentationen gibt es dabei unnötig geld aus, um “macht zu projizieren". und wozu kapazitäten im norden verbrauchen, die man östlich braucht? und zum szenario: dann wird die allianz halt die tausend garagen angreifen, wieso sollten sie nicht auf eine bedrohung reagieren? ich bin aber raus, es bringt nix. mal wieder gehst du nur auf einen teil der argumente ein und räumst nur ab, was dir nicht passt, damit deine idee stehen bleibt. al-quaida war cia - was willst du damit sagen, alquaida war auch an 9/11 cia?

ist es ziel deiner threads, dass die user am ende deiner meinung sind? ich verstehe nicht den sinn hinter allem: du postest deine ki-gestützen, total aufgeladenen, gedanklich vollgestopften aufsätze, die ein teil des forums schon irgendwie einfach nicht versteht und dann erst nochmal nachvollziehen muss - je nachdem unterstellst du diesem teil dann denkfehler, lässt schnell die KI antworten oder urteilst über die psyche wildfremder menschen, mit mottos wie “der schreibt das nur, weil er nach feierabend dampf ablassen will” oder “im gegensatz zu mir hast du Ki nicht verstanden und lebst noch im letzten jahrhundert”. yo danke aber so entsteht auf dauer keine community. ist schon eine komische stimmung, die hier teilweise immer wieder herrscht.

Ich bin im Forum weil mir die Diskussion Spaß macht.

Das hier ist kein Seminar und kein Tribunal. Es ist ein Forum. Jeder sagt seine Meinung, jeder diskutiert mit wo er Lust hat, jeder ignoriert was ihn nicht interessiert. Niemand schuldet niemandem eine bestimmte Art von Antwort. Ich gehe auf die Punkte ein die ich für produktiv halte — nicht weil ich den Rest geringschätze, sondern weil das so funktioniert wenn man das hier zum Spaß macht und nicht als Pflichtübung.

“Gehst nur auf einen Teil der Argumente ein” — ja. Das nennt man Priorisierung. Dein Ton klingt so als würde ich dir eine vollständige Antwort auf alles schulden. Tue ich nicht. Du mir auch nicht. Ich bin ja auch nicht die einzige in der Community hier. Vielleicht greift jemand anderes das Argument auf?

“Ist es Ziel deiner Threads, dass die User am Ende deiner Meinung sind?” — Nein. Ich poste eine Analyse. Wer einen besseren Punkt hat, verschiebt die Analyse. Flo hat das mehrfach getan, Kokosmilch hat das getan, du hast das getan — dein Logistik-Punkt hat mich dazu gebracht, Operation Spiderweb und die DHL-Brandsätze rauszusuchen. Das wäre ohne deinen Einwand nicht passiert. Das ist Diskussion.

Mein Ziel ist nicht Recht haben. Mein Ziel ist, eine Idee so weit durchzudenken wie es geht — und dazu brauche ich Gegenargumente. Deine waren gut. Dass ich darauf geantwortet habe statt zu sagen “stimmt, guter Punkt, lass uns in der Mitte treffen”, ist kein Zeichen von Arroganz. Es ist ein Zeichen dass ich die Argumente ernst nehme.

Zu den konkreten Punkten:

“Al-Qaida war CIA — was willst du damit sagen, Al-Qaida war auch an 9/11 CIA?” — Nein. Ich habe gesagt dass Al-Qaida als staatliches Projekt gegründet wurde und sich danach verselbständigt hat. Das ist ein Beispiel für Kontrollverlust über Gewaltakteure, nicht eine 9/11-Verschwörungstheorie.

“KI-gestützt” — ja, ich benutze KI als Werkzeug. Die Argumente stehen oder fallen trotzdem auf eigenen Beinen. Wenn sie falsch sind, zeig wo.

“Urteilst über die Psyche wildfremder Menschen” — ich analysiere Argumente und die Prämissen dahinter. Das ist kein Urteil über dich als Person.

Ich hab die Diskussion mit dir als angeregt und produktiv empfunden. Ehrlich. Wenn das bei dir anders angekommen ist, dann liegt das nicht daran dass ich dich nicht ernst nehme. Im Gegenteil.

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Es liegen mehrere Ideen von gesellschaftlicher Entwicklung vor. Ganz ehrlich, alle Beteiligten liefern jeder für seine Idee streitend wirklich produktive Beiträge. Selten so erlebt, selten so kontrovers, und dabei, ich wiederhole das, selten so produktiv.

Vielleicht ein naiver Vergleich, in welcher medialen Wirklichkeit findet sowas statt?

Ich freue mich wie ein kleines Kind, ich ärger mich auch, bin enttäuscht aber ich hab trotzdem großen Spaß dabei.

Ich will das nicht auf andere projizieren, dieser Thread hat mir wirklich und ganz brutal meiner eigenen Beschränktheit den Spiegel vorgehalten. Was ich da gesehen habe hat mir nicht gefallen.

Aber jedem geht es anders und so soll’s ja auch sein.

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so nochma janz primitv zum Thema zurück:

Targeted Killing funtioniert jetzt einfacher und leichter, genau deswegen machen dann aber dezentrale Strukturen auch nicht mehr Sinn als andere.

Denn tausend Drucker in tausend Garagen haben eben tausend (IP-)Adressen und zur Lieferstruktur: Ich kann auf meinem Handy schon jetzt den Lieferwagen auf 10 Meter genau verfolgen.

Die andere Frage nach einem “sichtbaren” Staat. Jede Struktur wird sichtbar, sonst wäre sie ja keine Struktur. Je stabiler und zuverlässiger eine Gemeinschaft oder Gesellschaft sein soll muss sie stabile und zuverlässige Strukturen aufbauen.

und zum “permanenten Kriegszustand”: Ein Staat kann das auf menschliche Drohnen auslagern. Dazu gibt es dann Patriotismus, Werbekampagnen, Orden und Heldenbegräbnisse und umsonst Bahnfahren in Uniform. Deswegen muss ich keine Waffe in die Hand nehmen. Der spannende Punkt ist ja jetzt gerade, dass es an menschlichen Drohnen mangelt, nicht an maschinellen. In Deutschland versucht man es psychisch, in der Ukraine ganz handfest mit der Busificatia.

Ole Nymoen und andere sind gerade spannend, weil sie versuchen die Produktion menschlicher Drohnen zu stören und so werden sie auch behandelt. Also als andere Form der Utopie: Entzug der einzigen Ressource über die der Privatmensch stärker verfügen kann als der Staat: den eigenen Körper. (Inklusion/Exklusion)

Hier meldet sich der Optimist vom Dienst an der Waffel zurück!

Nur weil das geht (dezentrale Kriegsführung - oder Terror, wie auch immer) heißt das ja nicht, dass das irgendwer will.

Wer will überhaupt Krieg?

Holen wir unseren lieben audiofile “Rutger Bregmann" mal ran: 99,9% der Menschen wollen keinen Krieg und würden niemals jemanden umbringen oder sonst was, nur weil man es kann, sondern ausschließlich, weil man es muss (Befehle und so).

Das schränkt für mich die Sache doch etwas ein, weil wenn jetzt Terrorgruppen sprießen dann würde ich mich prinzipiell schon eher auf einen Staat verlassen wollen, der mich verteidigen kann, als in meiner Scheune an der Anti-Drohne zu basteln.

Unter der Prämisse klingt das eigentlich v.a. nach: das Potenzial für Terror wird größer.

Die Frage ist halt: Wenn der Staat seine Bürger nicht beschützen kann, was dann? Wer macht es dann? (Temu - Defend yourself like a millionaire … )

dann wäre es doch interessant, mal nicht-staatliche Akteure anzugucken. Denn Terrorismus ist ja immer die Zuschreibung eines Staates.

Wieviel Terrorismus gäbe es ohne Staat?

(da sind ja auch Romane etc. relativ unkreativ. Der Böse ist böse, weil er Böse ist. Sogar ganz unverhohlen werden russische Soldaten als “Orks” bezeichnet, obwohl von denen auch keiner sterben will…)

Dann bin ich eigentlich direkt wieder bei “Jenseits von Gut und Böse”, will die Moralisierung über Bord werfen und mit dezentralen Tools Gemeinschaften verbessern, und keine Kriege führen.

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Kannst du nochmal beschreiben was Inklusion und Exklusion für dich in diesem Kontext bedeuten? Vielleicht hab ich es überlesen, aber es taucht immer wieder auf und es würde mir vielleicht deinen Gedankengang „zugänglicher“ machen.

Niemand will Krieg außer die, die in Gewalt eine Lösung sehen. Darum geht es ja.

Je schwieriger Gewalt einzusetzen ist, desto friedlicher wird es.

Der Ansatz sagt aus:

Es gibt die dystopische „Vision“ dass Gewalt eine Lösung ist, es gibt die utopische „Vision“ dass sich Gewalt lohnen muss.

Alle anderen Parameter sind diesem Prinzip untergeordnet.

Achso, ich dachte das hab ich erklärt.

Wenn Staaten Gewalt oder Gewaltanwendung als legitim definieren, wird sie in den Staat inkludiert (Polizei, Armee, Spezialeinheiten), wenn Staaten diese als nicht legitim definieren werden sie semantisch exkludiert (Terrorgruppe, Amoklauf, Terrornetzwerk).

Wenn man sich jetzt nicht-staatliche Akteure angucken würde (die sind ja immer welche, die man als “terroristisch” definieren kann,) frage ich mich, wieviel davon noch übrig bleibt, wenn man “Staat” wegdenkt.

Also auf die Frage von Kokosmilch: Wenn der normale Bürger einen Staat zum Schutz vor Terrorismus braucht: Wieviel Schutz vor Terrorismus bräuchte man denn tatsächlich, wenn es keinen Staat gäbe?

Danke! Hab ich überlesen. Sorry.

Das ist dann eher eine Frage wie definiere ich einen Akteur, der Gewalt als Lösung sieht.

Derjenige der Ressourcen hat, kann Schaden anrichten, egal ob es einen Staat mit dem definierten Gewaltmonopol gibt oder nicht. Du kannst diesen Akteur Terrorrist nennen. Der Hebel den er zur Verfügung hat beantwortet die Frage in wie weit Kosten/Nutzen bilanziert wird. Großer Hebel bedeutet Kosten klein Nutzen groß. Der Gegner muss sich aber die gleiche Frage auch stellen. Ein großer Hebel wäre augenscheinlich die stärkere, größere Waffe. Nur zu welchem Preis.

die Lösung für was?

Jeder von uns kann jetzt sofort Schaden anrichten. Küchenmesser und S-Bahn reichen. Tun wir aber nicht.

Was wollen nicht-staatliche Akteure lösen und warum kommen sie bei Gewalt an (das ist ja nicht der erste Lösungsversuch)?

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