Deshalb hab ich wahrscheinlich deine Beiträge schätzen und verstehen gelernt.
Das bedeutet mir was.
Deshalb hab ich wahrscheinlich deine Beiträge schätzen und verstehen gelernt.
Das bedeutet mir was.
Wieviele Beiträge hat der Thread? Ich scheine da schon einen Nerv getroffen zu haben - im Gegensatz zu meinem früheren Versuch mit der „kaputten Corona-Mathe“.
Wirkung erwarte ich mir davon nicht wirklich (siehe oben), aber es zeigt sich ein interessantes Stimmungsbild.
Ach komm. Irgendwelche Hunde im Internet, die nichts besseres zu tun haben als an einem Samstag Abend im Sommer in einem Forum eines Podcastes sich “ihr schönstes Coronaerlebnis” erzählen… das ist also Deine revolutionäre Masse, denen Du nur genug Datenmaterial “kommunizieren” musst, damit Du endlich entschädigt wirst…
Ich glaube mit “es interessiert niemanden” habe ich schon relativ genau getroffen…
Eine rechtslibertäre Quark-Schiene… ![]()
[So ganz unbewaffnet gingst du auch nicht ins rhetorische Gefecht, mein Freund. *Zwinkersmiley]
Ich würde gerne nachfragen, was der Anlass war für die polizeilichen Maßnahmen. Aber lasse es bleiben - du hättest es erwähnt, wenn es für die Öffentlichkeit wäre.
(Nicht erst) jetzt bist du es, der anderen etwas unterstellt. Irgendwie mag ich dich aber trotzdem, du desillusionierter Sack. Gute Nacht!
Aber ich schlage mich nicht mit einem imaginären Feind, sondern wenn überhaupt, mit einem echten.
Nein. Ich bin nur ein Hund im Internet.
Ich will und werde mir das nicht anhören. Da du das dankenswerter Weise schon gemacht hast, kannst du kurz umreißen wie das war?
@JakobB Ja, es ist schlimm - die These ist es wert, abgelehnt zu werden - und man kann sie dennoch immer wieder als Prüfstein nutzen. Ich hab die Textpassage rausgesucht:
(THESE! als) Substanzdiagnose: gleicher Kern, nur bessere Manieren. … die Demokratie ist dann dasselbe, ob sie je zum offensichtlichen Faschismus umkippt oder nicht (das Versteckte tritt dann nur offen hervor).
Für alle, die das nervös macht, ist es ratsam den zugehörigen Thread zu lesen, um den vollständigen Kontext zu erfassen.
Es geht nicht um eine Tatsachenbehauptung - es können Gegenthesen, Widerlegungen oder geänderte Bedingungen formuliert werden (Beispiel: Wenn man den Menschen aus der Logik als zwingend ökonomisch verwertbares Subjekt entfernt - Rollenbeispiele wurden ein paar Beiträge zuvor geschrieben). Gleichwohl können tatsächliche Ereignisse oder öffentliche Äußerungen einer Prüfung anhand dieser These unterzogen werden. Sofern sich dabei Anschlüsse finden, ist damit vor allem etwas über diejenigen gesagt, die sich Demokraten nennen, während sie solche Ergebnisse produzieren.
Wenn du mir ein bisschen Zeit dafür einräumst, gerne.![]()
Minute 35, hier geht’s um Corona. Oder, wie Lanz inzwischen sagt, die „sogenannte (!) Pandemie“:
Jan-Josef Liefers:
“Die Sensibilität und dieses Neuralgische, was Leute, die die DDR noch kennengelernt haben, manchmal haben und ich glaube ich auch, kommt daher, dass man zehn Meter gegen den Wind riecht, wenn man manipuliert werden soll, wenn man etwas glauben soll, wenn die sagen, der Kaiser hat doch, sind das nicht schöne Kleider und du siehst, er hat nichts an. Wenn zum Beispiel, wie in der Pandemie häufig passiert, sinnlose Dinge zur neuen Vernunft erklärt werden sollen, zur Ultima Ratio. Wenn in der Zeitung, ich glaube, es war sogar die Süddeutsche, ein wirklich intelligenter Journalist verzweifelt, einen Text schreibt, in dem er jetzt uns auch noch verkaufen will, dass manche Maßnahmen einfach undifferenziert sinnlos sein müssen.
Es ginge gar nicht anders. Wenn man in Zeitungen liest, was mache ich, wenn mein Hausarzt plötzlich die Pandemie verharmlost? Ja, dann also, man kann sich an die Ärztekammer wenden, oder wenn Nachbarn aufgefordert werden, die Polizei anzurufen, wenn irgendjemand sich nicht an die Regeln hält.
All dieses ganze furchtbare, schreckliche Zeug, was man auch noch im Untertan nachlesen kann, das habe ich gerade wieder auf meinen Tisch gelegt, das muss ich mir nochmal angucken, in dem Roman.
[Einwurf: Oder im Film]
Wo ich wirklich dachte, boah, das haben wir doch wirklich hinter uns gelassen. Da sind wir doch jetzt wirklich weiter. Und auf einmal wird sowas wieder hochgespült und uns als gut und lobenswert und löblich verkauft.
Und auch so geht das immer weiter. Da hat man halt, wenn man aus so einem Land kommt, wo man damit jeden Tag konfrontiert war. Es gibt diese alte Geschichte, die er gab es immer dreimal, einmal, wie man sie selbst jeden Tag erlebt hat, einmal, wie sie in der Zeitung stand und das dritte Mal, wie man sie sich vielleicht gewünscht hätte.
Und in diesem Spagat, in dieser Schizophenie, ich weiß nicht, gibt es das Wort? Keine Ahnung. In dieser Dreigespaltenheit unterwegs zu sein, ist wahnsinnig anstrengend.
Und es ist so toll, dass das weg war. Und jetzt kommt es hier und da wieder angeflogen und die Leute merken es.
Lanz:
Ich glaube, einer der Kipppunkte war, um nochmal über Corona ganz kurz nur zu sprechen, Richard, so habe ich das zum Beispiel auch in der Sendung wahrgenommen. Wir haben ja sehr ausführlich darüber berichtet und haben dann auch ein paar sehr harte Gespräche dann auch im zweiten Teil der sogenannten Pandemie geführt. Es gibt immer noch Politiker, die mich gelegentlich dann ansprechen darauf und sagen, das war damals echt nicht schön bei ihnen.
Mich hat das damals wahnsinnig empört, wie Politiker, und zwar jeder Coleur vor der Bundestagswahl, immer wieder mit dem gleichen Argument, das geht nicht allein schon aufgrund unserer Geschichte, Impfpflicht wird es bei uns nicht geben. Direkt nach der Bundestagswahl sagten, ja, Freunde, die Lage hat sich leider verändert, jetzt wollen wir eine Impfpflicht machen. Dieselben Menschen.
Und da hat, glaube ich, Politik unglaublich viel Glaubwürdigkeit verloren. So habe ich das damals wahrgenommen. Und da bin ich bei Jan Josef.
Ich würde sagen, da haben viele Menschen das Vertrauen in den Rechtsstaat verloren, weil sie gemerkt haben, die reden gerade so, wie es nötig ist. Ich unterstelle keinem böse Absicht, ich unterstelle keinem, dass er in irgendeiner Form die Bundesrepublik in ein autoritäres System verwandeln wollte. Aber das Gefühl, wir haben vorhin gerade über eine Emotion gesprochen, das ist ja das, was Trump auch gemacht hat in den USA. [Es folgt ein kleiner Monolog des USA-Kenners Markus Lanz, Corona ist schon abgehakt.]
Precht:
Das ist natürlich die Globalisierungsentwicklung, an der wir wirtschaftlich über Jahrzehnte enorm profitiert haben. Aber die hat natürlich dazu geführt, dass es kein gemütliches Deutschland mehr gibt. Sondern dass wir, für mich aus meiner Sicht, die größte Erosion von all dem, was die Menschen heute betrauern, der Verlust von Gemeinschaftsgefühl, von Solidarität untereinander, von so einem gewissen ruhigen, kuscheligen Heimatgefühl und so weiter, der größte Grund, warum sich das verändert, das ist der Kapitalismus und die Digitalisierung.
An Brussig musste ich denken, als JJL den SZ-Artikel erwähnte: „Mehr Diktatur wagen“.
Man kann das wegwischen und sagen: „Einer von 80 Millionen Corona-Bundestrainern. Heute würde er das so nicht mehr sagen.“
Was wahrscheinlich stimmt. Andererseits zeigt es: Die zivilisatorische Decke ist verdammt dünn. Höhlengleichnis, sprengt den Fettsack weg. Wir haben eine Notsituation! Die Ungeimpften sind ein Hindernis auf dem Weg in die Endemie.
Wer hat Angst vor der AfD?
Nein, ganz im Gegenteil. Es bezieht sich auf bestimmte Umstände. Und da wir dabei sind, ist die Frage, wo der Unterschied ist. Man folge der einen spezifischen Empfehlung ganz selbstverständlich. „Bitte impfen lassen“. Die andere wird als unspezifischer Allgemeinplatz abgetan. „Iss was Gesundes und geh spazieren“. Mit Lebensberatung hat entweder beides zu tun oder nichts von beidem, wenn das Ziel eine Stärkung des Immunsystems sein soll. Und das war es bei Corona mit Blick auf das Ziel des Einzelnen. Zumindest unterstelle ich das. Oder man glaubt, man sei sowieso sicher. Dann wird alles andere zum Ritual. Es mag aber durchaus andere Beweggründe als Selbst- oder Fremdschutz gegeben haben. Mal wieder Party machen, verreisen, ins Restaurant gehen. Freiheit. „Was muss ich machen, damit ich Freiraum bekomme?“ ist eine andere Frage als „Wie handhabe ich mein persönliches Risiko und das anderer in meinem Umfeld?“. Ich kenne Leute, die nach der Impfung losgezogen sind, als seien sie nun Unsterbliche.
und deswegen mein Streiflicht aus 2015 und meine beharrliche Weigerung Corona als irgendetwas “besonderes” oder “einmaliges” betrachten zu wollen.
An anderer Stelle schon der Verweis auf Foucault und die Pestbekämpfung in Paris (“Überwachen und Strafen”).
Ein Staat kann in seinem Staatsgebiet alles entscheiden was er will und über sein Staatsvolk verfügen. Der Demokratieidealist mag dann immer noch ein stolzes “Alle Macht geht vom Volke aus!” blubbern, aber nur weil er sich nicht damit auseinandersetzt, dass Demokratie nur die Legitimation des Souveräns ist. (Da muss man ja wirklich in Lachen ausbrechen, wenn Menschen mit stolz geschwellter Brust durch die Straße ziehen und “Wir sind das Volk!” rufen. Ja genau! Ihr seid das Volk, ihr haltet das aber für ein Qualitätsmerkmal!"
Die Fronten teilen sich doch hier (und bei jedem anderen Thema!) höchstens (zugespitzt) auf in : “Ich finde gut, was der Staat gemacht hat.” und “Ich finde nicht gut, was der Staat gemacht hat.” Die zivilisatorische Decke ist nicht dünn, das ist eure Decke.
Was man dem deutschen Staat im Vergleich zu anderen Staaten dann noch zu Gute halten kann ist das mit dem Bundesverfassungsgericht eine paradoxe Leistung gelungen ist: Es gibt eine Rechtsabteilung die über der Politik liegt, also einen klitzekleinen Teil der Judikative über der Legislative. Ohne das die Judikative Souverän wird und ohne das die Legislative auf den Teil der Judikative ohne weiteres durchgreifen kann. (ja auch das ist nicht “einfach so”)
zu Corona hat man höchstens mal am eigenen Leib erlebt zu welcher “wohltemperierter Grausamkeit” dieser Staat in der Lage ist, wo man dies doch sonst nur an anderen exekutiert sieht. Wer das für etwas besonderes hält, hat die Normalität noch nicht verstanden.
Wie pervers diese Normalität ist, wenn man “Fachkräftemigration” sagt und gedanklich an der Verladerampe steht und nach brauchbar/unbrauchbar sortiert. Wie pervers es ist wenn El-Mafaalani von der Familie als Schöpferin von Humanvermögen spricht, welches in der Schule zu Humankapital zu veredeln sei. Wie pervers es ist, wenn “Demokraten” darüber philosophieren wie man die Demokratie einschränken muss um sie zu retten. Wer sich irgendwelche Illusionen macht kann sich doch einfach angucken wie dieser Staat mit den unbrauchbaren umgeht und welche Gewalt er bereit ist aufzuwenden um Brauchbarkeit herzustellen. (und dann bitte keine weinerlichen Berichte aus den Pflegeheimen, den Lagern für Unbrauchbare wo keine Brauchbarkeit mehr herzustellen ist. “aber ich habe doch mein Leben lang gearbeitet! Wie kann denn nur der Pflegebereich so schlecht ausgestattet sein…” da kommt dann dieser Staat, der Souverän, der alles entscheiden kann auf seinem Staatsgebiet und sagt… “leider leider sind mir da die Hände gebunden, die Bürokratie, die EU, der Markt, die Sozialkassen sind leider etwas klamm… ich würde ja gerne etwas ändern, ich kann aber leider nicht…”)
Dieser Staat der sich selber als kompliziert, schwach, in Ketten gelegt, von ungezähmter Bürokratie zu Boden gebracht, der kranke Mann Europas! darstellt ist sich aber nicht zu blöde mit dem Gegenteil zu drohen: Wenn die AfD an die Macht kommt, dann regiert die hier durch! Dann zieht die ab Tag eins alles durch, was sie will! Ja… vielmehr Werbung kann man ja nicht machen, oder?
und dann kommt der gute Staatsbürger “aus der gesellschaftlichen Mitte” und verwechselt die Schulpflicht mit dem Recht auf Bildung, die Wehrpflicht mit dem Recht auf Selbstverteidigung, “Nie wieder Auschwitz” mit der Staatsräson, und am allerschlimmsten: Er verwechselt sich mit dem Staat.
und weil er sich mit dem Staat verwechselt ist man um den Staat zu schützen zu allerlei wohltemperierter Grausamkeit bereit. “Wir” müssen mehr arbeiten, “Wir” müssen den Gürtel enger schnallen, “Wir” müssen uns verteidigen, “Wir” müssen unsere Interessen in der Welt durchsetzen, “Wir” müssen mehr Kinder bekommen, “Wir” müssen auch mal Abstriche machen, “Wir werden uns viel zu verzeihen haben.”, “Wir” sitzen doch alle im selben Boot".
Wer über Corona reden will, muss erstmal über den Status Quo reden.
Wer über die AfD reden will, muss erstmal über die CDU reden.
Wer über “den Faschismus” reden will, muss erstmal über diese Demokratie reden.
Und wer das alles durch hat, stellt die Systemfrage? Und was ist darauf die Antwort?
Für Menschen die “an der Systemfrage” herumdenken und ihre Unbrauchbarkeit für diesen Staat herumposaunen, hat dieser Staat den Verfassungsschutz, aus dessen Perspektive macht dann z.B. auch die Hufeisentheorie Sinn: In ihrer Unbrauchbarkeit sind dann Anarchisten und Neonazis das Gleiche…
Erst mal reden hilft in akuten Situationen nicht. Wie du ja schon geschrieben hast, war 2015 aktives Helfen die beste Möglichkeit, etwas zu verbessern. Genauso macht es z.B. Sinn, von geschlossenen Spielplätzen in der Maßnahmenzeit die Absperrbänder abzureißen.
und noch eins, was untergegangen ist:
Wenn Lanz, Precht und Liefers selbstverliebt feststellen: “Mit der AfD wird es doch gar nicht so schlimm.”
Dann haben sie Recht.
Das sollte einen aber nicht beruhigen, sondern im Gegenteil, es sollten einem die Haare zu Berge stehen lassen:
Was sagt das über unsere Normalität aus?
Sich als Bock zum Gärtner machen und „Seuchenbeauftragter“ der Firma werden… ![]()
Es wird schlimm. Für die drei halt nicht.
NEIN. Es ist schlimm.