September-Salon: Antifaschistische Wirtschaftspolitik, Anton und Alma und Steimles Wut

Ich sage nicht, dass man zwingend irgendwelche Grundlagen lesen soll, bevor man was postet. Meine Replik bezog sich auch nicht auf deine Einlassung, für die die MMT tatsächlich nicht relevant war. Bevor man aber irgendwas behauptet, von dem man selbst am besten wissen müsste, dass man sich damit nicht auskennt, oder z. B. die Welt in “soll” und “ist” unterteilt, wo sich einem durchaus der Verdacht aufdrängen könnte, dass das ein wenig simpel ist, kann man das immerhin mal kurz mit der KI gegenchecken, was bei solchen grundlegenden Sachen völlig ausreichend ist. Mich wundert, dass das gerade von einer gewissen Person nicht getan wird, wo doch die Nutzer des Forums sonst nicht gerade abgeneigt der KI gegenüber sind.

Das hat nichts mit Bildungselitarismus zu tun, sondern mit einer gewissen Höflichkeit den anderen gegenüber. In direktem Kontakt würde man anderen auch nicht einfach alles ins Gesicht blasen, was einem durch den Kopf fleucht. Die Anonymität des Forums scheint da die Hemmungen erheblich zu senken.

Es ist sehr schwierig aus einem Schweigegelübde doch Botschaften zu überbringen, aber ich reagiere trotzdem. Da ich einem gewissen akademischen Duktus abholt bin und ich in der Verwendung einer zierlichen Lexik einen gewisse didaktische Verkürzung erkennen kann, ohne Abstriche in der Argumentation von Thesen in Kauf nehmen zu müssen, bleibt ja die Frage ob Kommunikation Distinktionsmerkmal sein solle, oder Verständigungsmittel. Ich kann mir aber eine gewisse sprachlich-konfrontative Umgangsweise durchaus in der direkten sozialen Situation selbst bescheinigen. Aber wenn hier im Sinne Harry Frankfurts “Bullshit” vorstellig gemacht wird, werde ich diese Beobachtung ohne Ansehen der Person durchaus öffentlich teilen. (Aber Bourdieus “Homo Academicus” ist nicht nur genau beobachtet, sondern auch sehr lustig…)

(Aber jetzt gehe ich lesen, weil Mithu Sanyals “Nein” eben mit der Post kam.)

und da wir gestern eindeutig und abschließend geklärt haben, dass Demokratie gut ist, können wir uns heute ja um Bildung kümmern, da wir ja festgestellt haben, dass Bildung wichtig für die Demokratie ist.

Vorschlag für funktionale Kommunikation:1. Wie starten in der Schule. Die hat ja jeder Demokrat durchlaufen und wir sparen uns erstmal die Diskussion über den Unterschied zwischen Bildung und Ausbildung. 2. Wir reden nicht über “wie war meine Schulzeit”, oder “wenn ich Schule entwerfen würde” oder “Schule sollte so und so sein”, sondern was Schule ist. Aber Friedensangebot: Wer sich bei dem Gedanken erwischt “Ich wünsche mir Schule so und so” kann sich selber fragen: “Warum wünsche ich mir das? Was steht vor diesem Gedanken, etwas ist nicht so, wie ich es mir wünsche, was ist dieses etwas?” (mit diesem Priming kann man auch das Arte-Video angucken und sieht eine lange Beschreibung von Schule und die letzten Sekunden einen “so sollte Schule sein”-Ausblick)

Beim Morgenkaffee könnte man mit einem Video von Arte starten, dann müssen wir uns nicht durch Luhmanns “Schriften zur Pädagogik” quälen…(obwohl es jenseits von Luhmann spannend wäre zu vergleichen wie Reyer Mollenhauer kritisiert und trotzdem Pestalozzis “Brief aus Stans” um die schwierigen Stellen bereinigt, oder wie Nohl Natorp aus dem Diskurs verdrängt hat, oder was Rousseau einerseits für den “Gesellschaftsvertrag” aus dem Naturrecht argumentierte und alle die sich darauf stützen die eugenischen Gedanken aus dem “Emile” “übersehen”, oder wie Bernfelds “Grenzen der Erziehung” ignoriert wurde, oder wie weit man es mit den Marxisten treiben kann mit Peter Deckers “Demokratie die perfekte Form bürgerlicher Herrschaft” oder Freerk Huiskens “Schule - die 5. Gewalt” (in diesem Abschnitt leistet der Hund zwei Dinge, er schiebt das Autoritätsargument in den Mülleimer und bietet an: Jeder war in Schule, jeder kann ein Arte-Video hören/sehen)

vielleicht wird es dann im dritten Schritt spannend festzustellen, dass meistens (so wie hier) zwei Argumentationsstränge parallel auftauchen: “Demokratie ist eine gute Herrschaftsform” und “Bildung ist wichtig für die Demokratie”. In einem vierten Schritt könnte man dann noch beleuchten, warum ein Schulbuch über Demokratie vielleicht der am wenigsten aussagekräftige Punkt in einer Beweisführung ist.

Kurz noch dazu: Mein Respekt vor Bücherregalen und akademischen Abschlüssen war nie groß und seit Corona ist er ganz weg. Das hat viel mit der kaputten Corona-Mathe zu tun, hier kurz zur Erinnerung:

Na ja, und so weiter. Dass Drosten nicht in seinem Podcast mal die Zahl der Fälle mit dem Taschenrechner durch die Anzahl der Tests geteilt hat, um zu schauen, wie das „exponentielle Wachstum“ dann aussieht, dürfte seine Ursache nicht in mangelnder Bildung haben - ich tippe eher auf Interessenskonflikte. Dass seine preisgekrönte Podcast-Partnerin Korinna Henning ihn nicht dazu aufforderte, steht auf einem anderen Blatt und ist ein gutes Beispiel für das Totalausfall des Journalismus bei dem Thema.

[Was fehlender Journalismus für die Meinungsbildung und Kreuzchensetzung bedeutet, das mögen gerne die Demokratietheoretiker hier diskutieren.]

Ganz kurz noch dazu:

Hier macht sich einer, der offenbar Befürworter der MMT ist, Gedanken darüber, wie sie in unserem Staat funktionieren könnte. Im Grunde sagt er: Es ist noch Forschungsarbeit nötig. Und, ich zitiere:

Die Basisannahmen von MMT sind schnell erzählt:

  • Ein souveräner Staat bekommt stets sein Geld – über welche Umwege auch immer – von seiner Notenbank. Er konkurriert deswegen auch nicht mit dem privaten Sektor um Geld.
  • Die Notenbank unterliegt keinen finanziellen Beschränkungen. Sie kann beliebig viel Geld in eigener Währung schaffen.
  • Staatsanleihen dienen der vorübergehenden Aus-dem-Verkehr-Ziehung von Geld und stellen eine sichere Geldanlage dar.
  • Ein bestimmter „Schuldenstand“ eines Staates kann kein Ziel verantwortlichen staatlichen Handelns sein, er ist ein Nebeneffekt seines Tuns.

Nichts davon trifft derzeit auf Deutschland zu.

Morgen. Gelesen und wie anderweitig gewünscht die KI gefragt. Kann leider (?) an meinem ersten Post 0,0 rütteln:

Natürlich hat Deutschland keine Notenbank-Direktfinanzierung wie im Lehrbuch und keine MMT-Planungsbehörde – das behauptete ich auch nicht. Aber die Sondervermögen hat exakt die MMT-Praxis angewendet: Geld auf Knopfdruck, Engpass: Ressourcen.

Halt nur in doppelt schlecht weil schlecht geplant und falsche Ziele, wenn man deinen Artikel da mit heranziehen möchte.

DAS hat dir die KI gesagt? Welche war das?

Tatsächlich ist es leider so, dass sich Klingbeil die Kohle nicht per Knopfdruck beschafft, sondern über… tata (hier ein Tusch): die Märkte. Banken, Fonds und Investoren kaufen die Anleihen vom Staat. Und die wollen Zinsen kassieren (Rendite! Kapitalismus, you know…?) und erwarten zum Ende der Laufzeit eine Rückzahlung.

Check das bitte nochmal mit deiner KI. Manchmal sind die Biester echt bescheuert (sorry, @Olivia), aber einsichtig, wenn man nachhakt.

Ich muss feststellen, dass ich am Anfang “die Auflösung der Mitte” recht emotionslos zur Kenntnis genommen habe. In der Konfrontation mit “Mitte-Positionen” muss ich mittlerweile feststellen, dass ich mich mit Stefan wirklich darauf freue und es kaum erwarten kann…

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Der „Köter im Internet“. Er kläfft mal wieder. Wuff! Wuff!

Des Pudels Kern (angelehnt an einen Klassiker, fiktiver Griff ins akademische Bücherregal): Er ist der Geist, der stets verneint. Ein Teil von jener Kraft, die angeblich das Gute will - und gar nichts schafft.

Aber im Ernst: Welche Mitte-Positionen meinst du? Werde mal konkret, damit man sich diskursiv damit auseinandersetzen kann. Ansonsten komm damit klar, dass ich dein Gekläffe entweder ignoriere, oder mit Spott beantworte.

  • die Mitte ist gemäßigt und schützt uns vor extremistischen Positionen
  • die Mitte ist demokratisch
  • die Mitte ist das Gegenteil von Faschismus
  • “der Bürger” ist der Souverän der Demokratie
  • in “der Mitte” trifft man sich und verhandelt gemeinsam
  • “die Mitte” ist der Idealzustand einer Gesellschaft
  • “Bildung” ist Mittel gegen Armut, Faschismus und Grundlage der Demokratie

das könnte man wahrscheinlich noch ewig fortsetzen…

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Also nichts, was mit meinen Beiträgen zu tun hat. Weil deiner unter meinem auftauchte, habe ich ihn irrigerweise auf mich bezogen.

Okay, weitermachen!

och für Dich ist auch was dabei. Du arbeitest Dich ja immer an dem Gedanken ab, dass Demokratie sachgerechte Verwaltung der Realität im Sinne des Bürgers zu sein habe und erhebst Anklage gegen die kollektiv-bindenden Entscheidungen im Sinne der Volksgesundheit, die Deine persönliche Überzeugung unberücksichtigt ließ (Du schiebst “fehlende Partizipation” der “beschmutzten Repräsentation” in die Schuhe). Aber da ist das Gedankenkreisen schlicht nicht zu unterbrechen, daran habe ich mich viele Stunden erfolglos ausprobiert.

(das könnte man jetzt mit MMT fortsetzen wo “Handeln des Staates” seine Beschränkung finden müsse in “Zahlungsfähigkeit des Bürgers”…)

Ist schon was gestartet?

Leider nein. Da war die Anklage der “dysfunktionalen Kommunikation” kein Wunsch nach Gesprächsangebot, sondern Imprägnierungsargument…

(Wiederholt in den “Mitte-Positionen”)

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Planst du eine Kulturrevolution?

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Die per Knopfdruck (oder so) ausgegeben werden - nicht vorher über Steuern eingenommen

(Aber egal - das führt hier vom Thema weg)

Diesen Strang können wir veröden lassen - das hat für uns ohnehin nichts zu bedeuten, oder?

Ach, ich bin für jeden Schabernack zu haben, irgendwo muss man den Startpunkt ja setzen. Ich fand das Arte-Video einen netten Startpunkt, muss aber gar nicht, weil die “Demokratie-Theoretiker” ja ohne Grundlage ganz gut leben können…

(aber ich lache immer noch über “den Bürger” der CDU wählte um die AfD zu verhindern und feststellen muss, dass sein “Wählerwille” zur Wahl eines AfD-Landtagspräsidenten durch seine Repräsentanz führte. “Alle Macht geht vom Volke aus! Wir sind das Volk!” Fäusteschüttel! Kreuzebegutachtung! Live-Schalte! Und ich lache immer noch über die SPD- und Grünenwähler, die jetzt feststellen, dass “Israel” (als Thema, nicht als Instanz!) über angemessene Mieten entscheidet und nicht der “Wählerwille”…aber beugen wir uns doch mit Florian Schröder über die Kreuze und fragen uns, ob nicht vielleicht doch ein Antisemit ein Kreuz bei der Linkspartei gemacht hat! Dann wäre “der Wählerwille” nämlich ein antisemitischer! und man ist bereit die Staatsräson mit höherer Miete an den Immobilienbesitzer zu bezahlen und die Staatsräson an der Zapfsäule dem Mineralölkonzern auf Konto zu schieben und die Staatsräson an der Discounterkasse den reichsten Deutschen in die Familienstiftung zu überweisen und die Staatsräson in den Warteschlangen beim Arzt abzusitzen und im Namen der Staatsräson Menschen im Mittelmeer zu ersäufen und im Namen der Staatsräson Menschen zu Hackfleisch zu verarbeiten… hahahahaha wir sind ja so gebildet… )

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Mir gefällt es auch gut als Startpunkt. Grundfragen: Dient Bildung der Machtsicherung? Dient sie dem Fördern kluger Köpfe? Ist Bildung eine demokratische Idee? u.s.w.. Vielleicht benötigt der eine oder andere einfach nur ein bisschen Zeit und Gelegenheit, sich das in Ruhe anzuschauen.

Nein, es ist nicht egal. Falsche Vorstellungen führen zu Kreuzchen an der falschen Stelle des Wahlzettels und die zu einer falschen Politik (was nicht zwingend bedeutet, dass Kreuzchen an der vermeintlich richtigen Stelle eine bessere Politik zur Folge haben - Wahlversprechen werden gebrochen).

[Die falsche Vorstellung, dass wir uns nur lange und weit genug voneinander entfernen müssten, dann würden Viren verschwinden, führte zu irren Ideen wie “Zero Covid” (bei uns zum Glück nie umgesetzt), Lockdown und Schulschließungen.]

Wie auch immer, es wäre im ersten Schritt - auch im Sinne einer funktionalen Kommunikation - schon hilfreich, einfach vollständig zu zitieren:

Am Ende der Kette steht tatsächlich ein Knopfdruck, da hast due Recht, aber dazwischen sitzen eben “die Märkte”. Mein Riester (inzwischen stillgelegt) gehört da ebenso dazu wie du, falls du hobbymäßig Anleihen oder so was zockst. Und die/wir wollen eben Rendite sehen und Rückzahlung. Damit steigt die Schuldenlast des Staates und damit dessen Handlungsfähigkeit.

Ich beschreibe hier das System wie es ist. Staatsanleihen sind ein bequemer und weitgehend risikofreier Weg für Reiche, noch reicher zu werden, die Allgemeinheit zahlt dafür. Und ein bisschen profitiert sie auch - ich mit meinem Riester (inzwischen stillgelegt) und der Zocker, wenn er sich nicht ganz blöd anstellt.

Wie das System möglicherweise sein könnte - und zwar BESSER, zumindest aus Sicht der 99 Prozent - beschreibt der Artikel, den ich oben verlinkt hatte.

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Offenbar ein Missverständnis. Ich arbeite mich daran nicht ab, sondern setze das voraus - als Idealbild einer Demokratie.

Dass Ideale selten erreicht werden, ist mir durchaus bewusst. Im Falle von Corona - wenn du von “Abarbeiten” sprichst, spielst du vermutlich auf mein Lieblingsthema an - war allerdings eine völlig verzerrte Darstellung der Realität das Problem, u.a. durch eine “kaputte Mathe”. Hier zur Genüge diskutiert…

Wenn du diese Begriffe in Gänsefüßchen setzt, dann suggeriert das wörtliche Zitate. Ich habe mich aber nie dergestalt geäußert. Ergo: Abhaken. Kläff weiter.

Siehe oben: Wenn du diese Begriffe in Gänsefüßchen setzt, dann suggeriert das wörtliche Zitate; ich habe mich aber nie dergestalt geäußert. Was ich zur MMT zu sagen habe, steht in den Antworten an Kokosnuss.