@tillsc
Die Stelle, auf die du dich mit deiner Kritik an Wolfgang beziehst, ist vermutlich diese:
Kosubek: „[…] 2021 haben sie getwittert: „Wir brauchen eine Impfpflicht. Wir brauchen einen harten Lockdown für Ungeimpfte, nicht für Geimpfte. Impfungen müssen besser organisiert werden. 2G überall, die Impfungen wirken."
Schmitt: „Ja, das habe ich getwittert, im November 2021. Ich bin dreifach geimpft und ich habe mich erst einmal sehr aufgeregt, dass - ich komme aus Rheinland-Pfalz – da die Regeln nochmal geändert wurden, dass man plötzlich zwar dreifach geimpft war, aber sich dann doch wieder überall testen sollte. Also, wenn man ein Kino betritt, sich extra noch mal einen Test mitbringen oder dort vor [Ort] testen – und das hat mich so sehr geärgert, dass ich nicht mehr dort ins Kino gegangen bin, nichts mehr gemacht habe. Ich bin immer nur noch rübergefahren nach Bonn und Köln, weil das in NRW anders war, weil ich sagte: Das mache ich nicht mit. Und auch erstmal aus dieser Wut heraus, weil ich sagte: Ja, ich bin es jetzt nicht, hätten sich mal alle geimpft.
Und das ist aber aus einer Situation heraus entstanden, wo wir falsch informiert wurden – politisch. Nämlich, man sagte uns, und ich habe es damals geglaubt, und es hat auch wirklich mein Vertrauen sehr erschüttert, dass es nicht stimmte. Ich habe damals darauf vertraut, dass die Impfung nicht nur mich, sondern auch andere schützt. Und das war aber nicht der Fall – dass man also damit nicht nur sich selbst schützen kann, sondern dass man damit auch die anderen schützt. Ja, dass man da wirklich geglaubt hat, dass jetzt diese Pandemie der Ungeimpften gerade da stattfindet.
Das hat man so gesagt, und dann hat man aber gesagt: Nein, nein, das war ja nie die Sache, sondern es ging ja einfach nur darum – wurde dann später gesagt –, dass man sich mit dieser Impfung besser schützen kann für sich selbst, und dass man, wenn man auch so eine Infektion hat, da glimpflich rauskommt. Das war das Ding. Aber das war nicht so, dass damit das Virus dann verschwindet. Das war aber damals der Stand, der medial verbreitet wurde. Und auf dieser Wissensgrundlage ist dieser Tweet von mir entstanden.
Hätte ich diese Wissensgrundlage nicht gehabt, wäre das eine andere gewesen, ja, wie sich dann danach zeigte: Die Impfungen haben eine Wirkung, aber sie haben nicht die Wirkung, wie man damals gesagt hat – obwohl man es schon besser wusste. Also das ist ja das Interessante: Obwohl es da entsprechende Stellen gab, die es schon besser wussten, hat man gesagt: Aber es läuft besser, wenn wir es anders kommunizieren."
Kosubek: „Bereuen Sie das?"
Schmitt: „In dem Sinne ist das ja kein Fehler von mir. Also, ich habe erst einmal vertraut. Was ich bereue ist, dass ich so leicht vertraut habe. Und ich kann auch sagen, das hat vieles bei mir erschüttert – deshalb, weil ich daran sehe: Man kann doch vielem nicht einfach vertrauen. Und das macht das Leben nicht unbedingt leichter, wenn man da so eine grundsätzliche Skepsis – ich versuche, das nicht zu groß werden zu lassen."
Korrekt?
„Was ich bereue ist, dass ich so leicht vertraut habe“.
Das Vertrauen sonst so kritischer Geister in Figuren wie Merkel oder Spahn war eines der erstaunlichen Phänomene der Corona-Zeit. Ein aufmerksamer Beobachteter konnte schon bei den ersten Berichten über die Fallzahlen, also positive PCR-Tests, misstrauisch werden: Die stiegen und stiegen - was aber (anfangs) nicht berichtet wurde, war die zunehmende Anzahl der Tests.
Was man bislang nicht wusste: Die Anzahl der durchgeführten Tests in Deutschland betrug in KW 11 knapp 130.000, in KW 12 aber fast 350.000. Nicht nur die Zahl der positiv getesteten Fälle hat sich also ungefähr verdreifacht, sondern auch die Menge der Tests. Die tatsächliche Steigerung der Fälle, bezogen auf die Anzahl der Tests, beträgt lediglich einen (!) Prozentpunkt: In Kalenderwoche 11 wurden knapp 6 % der Untersuchten positiv getestet, in KW 12 hingegen 7 %.
Quelle: Coronavirus: Irreführung bei den Fallzahlen nun belegt -
Das war schon im März 2020 auffällig. Auch als die Zahl der Tests im weiteren Verlauf in den RKI-Berichten veröffentlicht wurde, hielt die Aversion der Institute und Medien gegen die Quotientenbildung an. Inzidenzen wurden immer ohne die zugrundeliegende Basis berechnet - nämlich ohne die Anzahl der Tests.
Die Corona-Mathe war von Anfang an kaputt.
[Fortsetzung folgt]