Neusprech, Doppeldenk und die Große trans Schwester / Helen Joyce: Fakten über Transgender

Du beantwortest weiterhin eine andere Frage als Kompost.

Gefragt war, wann der ursprüngliche Geschlechtseintrag in der Geburtsurkunde eine medizinisch relevante Information darstellt. Deine Beispiele zeigen, dass bestimmte körperliche Merkmale, hormonelle Einflüsse und geschlechtlich korrelierte Lebensbedingungen medizinisch relevant sein können. Das hat niemand bestritten.

Du setzt aber stillschweigend voraus, dass all diese Dinge zuverlässig im damaligen Standesamtseintrag enthalten seien. Genau das ist der Fehler.

Der Eintrag sagt nicht:

– welche Organe heute vorhanden sind,
– welche Operationen erfolgt sind,
– welche Hormone aktuell wirken,
– ob eine Schwangerschaft möglich ist,
– welche Enzymaktivität oder Körperzusammensetzung vorliegt,
– welche Medikamente eingenommen werden,
– welche konkreten Labor- oder Risikowerte bestehen.

Das Zolpidem-Beispiel zeigt einen statistischen Gruppenunterschied. Es zeigt nicht, dass eine Geburtsurkunde Medikamente abbaut.

Auch dein Hinweis auf die jahrzehntelange Vernachlässigung von Frauen beweist das Gegenteil deiner „Gleichmacherei“-These. Die Forschung war schlecht, weil der männliche Körper als allgemeiner Standard behandelt und relevante Unterschiede nicht gemessen wurden. Daraus folgt: Wir müssen genauer differenzieren. Du folgerst daraus: Wir sollten Menschen weiterhin möglichst vollständig in zwei grobe Schubladen pressen und alles andere als seltenen „Zwischenzustand“ behandeln.

Das ist keine Differenzierung. Es ist der Versuch, zahlreiche medizinisch verschiedene Konstellationen durch eine einzige binäre Ersatzvariable zu überschreiben.

Für eine Studie können Kategorien selbstverständlich sinnvoll sein. Die Kategorien müssen aber zur Forschungsfrage passen:

– Bei Gebärmutterhalskrebs interessiert das Vorhandensein eines Gebärmutterhalses.
– Bei Schwangerschaftsrisiken interessiert die Schwangerschaftsmöglichkeit.
– Bei hormonabhängigen Vorgängen interessieren Hormonstatus und Expositionsdauer.
– Bei Arzneimittelabbau interessieren die tatsächlich beteiligten physiologischen Faktoren.
– Bei sozialen Gesundheitsrisiken können Geschlechtsidentität, gesellschaftliche Behandlung und Diskriminierung relevant sein.

Man kann diese Merkmale zusätzlich nach Geschlecht auswerten. Man darf nur nicht so tun, als seien sie sämtlich identisch mit einem Buchstaben, den ein Arzt vor Jahrzehnten aufgrund äußerer Genitalien an das Standesamt gemeldet hat.

Deine eigene Sterbefallstatistik bestätigt das übrigens: Erfasst wird der aktuelle Personenstand, nicht der ursprüngliche Geburtseintrag. Damit hast du selbst ein Beispiel dafür geliefert, dass verschiedene Statistiken unterschiedliche Definitionen verwenden und man zuerst klären muss, was eine Kategorie überhaupt misst.

Die Behauptung, hier wolle jemand „männlich“ und „weiblich“ auslöschen, ist daher ein Strohmann. Niemand hat gefordert, Unterschiede nicht mehr zu untersuchen. Gefordert wurde, reale Unterschiede zu messen, anstatt sie durch zwei administrative Etiketten zu ersetzen.

Und Komposts Satz war erkennbar keine medizinische Doktrin namens „Alles Kompost“. Er machte sich über deine Weigerung lustig, die konkrete Frage zu beantworten. Aus einem Wortspiel erst eine Forschungsposition und anschließend die „Auslöschung“ von Mann und Frau zu konstruieren, ist schon eine bemerkenswerte Menge Biomasse.

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Lass das Kompost mal beantworten. Das hier…

…klingt für mich schon nach einer Art “Auslöschung”. Falls nicht, kann er/sie/es dies gerne richtigstellen.

Ich kann hier niemanden etwas beantworten lassen oder es unterbinden.
Ich kann nur selbst antworten.

Die Aussage ist daher etwas unsinnig.

Dann formuliere ich es so: Mich interessiert hier Kompostis Antwort auf meine Nachfrage. NICHT DEINE.

Magst du nicht noch ein bisschen mit Ernst spielen? Er ist mit soviel Ernst bei der Sache, es macht Spaß euch beiden zuzuschauen.

Mich interessiert einen Scheiß, wessen Antworten du dir in einem öffentlichen Thread wünschst.

Für Privatgespräche gibt es PNs. Öffentlich posten und anschließend anderen das Antworten untersagen wollen ist bloß die nächste Syd-Show.

Und womit ich mich zu deiner Unterhaltung beschäftigen soll, entscheidest du ebenfalls nicht. Geh mir nicht auf den Sack.

Oh! Sauer, weil jemand sich anschickt, dir deine (KI-generierte) Show zu stehlen? Natürlich darfst du mir antworten. Aber spar dir derlei Spam.

Also, die Frage steht weiter im Raum: Wie ernst ist es Kompost (und Gleichgesinnten) mit der hier skizzierten “Kompostierung” der Geschlechter?

Nicht alles was Du nicht verstehst ist Spam. Aber es ist schon klar, dass Du kognitive Dissonanz, einfach nicht mitzukommen ja irgendwie verstoffwechseln musst und das geht offenbar nur durch Abwertung.

Wie man in den Wald hineinruft…

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Oh, du merkst noch was? Das ist fein.

Flood the zone with shit, ha?

Mein Beitrag oben steht. Er wurde geringfügig überarbeitet, um den Punkt der statistischen Kontinuität deutlicher zu machen.

Wer will, kann die Frage am Schluss gerne beantworten. @Kompost

Reg Dich nicht so auf! Denk an dein Herz!

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Florentine hat Recht, dass das am eigentlichen Thema vorbeigeht. Aber als ene rhingisch Frohnatur, juten Jemüts noch obendrinn, jeht et mir unheimlich nahe, datt die Frage dich so follemente am Umtreiben ist. Also tu ich dir jern den Jefallen:

Es ist ein Fortschritt, dass hier zuletzt ein Umdenken stattfand und Unterschiede zwischen Mann und Frau stärker berücksichtigt werden.

Stimmt, dass die Annahme, wir könnten die Körper einer demographischen Gruppe als Norm bestimmen und Erkenntnisse über diese Gruppe einfach auf die Gesamtbevölkerung übertragen, allmählich in Frage gestellt wird, ist ein kleiner Fortschritt. Ich bin nicht dafür, diesen Fortschritt zurückzudrehen, ich will ihn nur gerne konsequent zu Ende denken.

Mein Punkt ist nicht, dass es keine Unterschiede zwischen meinem Körper und den Körpern von Leuten, denen der andere Buchstabe in die Geburtsurkunde eingetragen wurde, gibt, sondern ganz im Gegenteil. Mein Körper unterscheidet sich von jedem anderen menschlichen Körper. Mal ganz abgesehen von den Unterschieden zwischen meinem Körper gerade, meinem Körper gestern Abend, meinem Körper vor zwanzig Jahren, meinem Körper in drei Wochen oder meinem Körper in drei Wochen, sollte ich übermorgen vor nen Bus laufen.

Für mich ist das relativ unproblematisch, denn ich bin weiß, habe vier Gliedmaßen, bin normalgewichtig, so gerade an der (statistischen) Kleinwüchsigkeit vorbeigewachsen und habe keine chronischen Erkrankungen. Ich nehme nur zwei Medikamente regelmäßig und könnte auf beide verzichten. Das ist eine übersichtliche Menge, bei der ich selber als Lai*in recherchieren konnte, ob ich sie zusammen einnehmen kann, als die behandelnden Ärzte das nicht beantworten konnten.

Hoffentlich ahnst du schon, worauf ich hinauswill. Es ist schön, dass in klinischen Studien mehr und mehr neben überwiegend weißen, normalgewichtigen und normalgroßen Männern auch überwiegend weiße, normalgewichtige und normalgroße Frauen berücksicht werden, bringt dir aber leider gar nix, wenn du als AIDS-Patient aus Botswana von deinen Medikamenten durchdrehst, weil du sie anders verstoffwechselst als die meisten der Europäer*innen, an denen sie getestet wurden. Um nur mal ein Beispiel zu nennen.

Und bevor das jetzt wieder da absurdum geführt wird: Damit ist nicht der Anspruch verbunden, dass klinische Studien das vollständige Spektrum der Vielfalt menschlicher Körper abbilden. Du hast hiermit natürlich auch Recht:

Für Studien aber beispielsweise braucht man Kategorien

Ich hab nur meine Zweifel, ob wir uns einen Gefallen damit tun, bei der Auswahl der Kategorien uns einfach auf die zu verlassen, die mal irgendwo bei “dem einen fehlt ne Rippe und die andere ist aus Matsch und verflucht” angefangen haben, oder ob den Fachleuten vielleicht eine produktivere Sortierung einfallen würde, tät man sisch dat Thema nochmal janz unbefangen von vorn ansinn.

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Nicht sehr. Also, ich kann Geschlechterabolitionismus in der Theorie schon was abgewinnen, aber ohne, dass daraus ein großartiges Handlungsbedürfnis wächst.

Das Ausmaß meiner Praxis diesbezüglich begrenzt sich darauf, dass ich mir Mühe gebe, mein Neffen*Nichtenkind geschlechtsoffen zu betreuen, wenn es ab und zu zu Besuch ist. Und auch das werde ich wahrscheinlich nur durchziehen, bis es anfängt, zur Thematik selbst Stellung zu beziehen. Ist vermutlich bald so weit, der Eintritt in die Gendergaga-Indoktrinationsanstalt Kindertagesstätte steht an. Ab dann wahrscheinlich eher geschlechtersensible Betreuung. Mal gucken.

Für mehr bin ich viel zu unambitioniert.

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@Kompost

Erstmal nur ein “Danke” für die beiden Antworten. Gerade bin ich in der Stimmung, sie einfach so stehen zu lassen. Wahrscheinlich ändert sich das aber wieder… :wink:

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Et kütt wie et kütt.

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Eine Sache, die ich ungern stehen lassen würde:

Dazu sei dir wärmstens die Doku SEAHORSE ans Herz gelegt. Kostenlos verfügbar im Internet Archive, oder, wenn die Gebärdenübersetzung zu sehr ablenkt, für 4,49€ auf der offiziellen Website.

Das ein oder andere hat sich vielleicht doch verändert seit der letzten BRAVO-Lektüre.

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Die Filmdoku spare ich mir, der Fall Freddy McConnel ist ja auch auf Wikipedia gut dokumentiert.

Ja, geändert haben sich die Möglichkeiten der Endokrinologie, der Chemie sowie der Pharmakologie.

Und der bereits kompostiert geglaubte „Geschlechtsmarker in der Geburtsurkunde“ als medizinisch relevante Information feiert fröhliche Wiederauferstehung. Danke für den Hinweis.

[Oder ausformuliert: Die Natur lässt sich nicht austricksen. Sobald Leben entstehen soll, verlangt sie unerbittlich nach genau den organischen Mechanismen, die anatomisch und evolutionsbiologisch seit jeher das weibliche Geschlecht definieren. Kulturelle Mythen und Normen kann man dekonstruieren – die Evolutionsbiologie von Säugetieren nicht.]

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Langsam wird’s müßig. Du schreibst, Männer können nicht gebären. Ich zeig auf einen Mann, der gebären kann, und auf einmal geht’s irgendwie doch nicht um Männer, sondern um Leute, in deren Geburtsurkunde männlich eingetragen wurde.

Ich kann jetzt gerne die Leute raussuchen, die mit Genitalien geboren wurden, die von außen eher nach Penis aussahen, deswegen als männlich eingeordnet und als Jungen großgezogen wurden, und im Erwachsenenalter feststellen, dass sie über voll funktionsfähige Eierstöcke und Uterus verfügen, um dann erfolgreich Kinder auszutragen. Oder wir einigen uns darauf, dass die ganze Angelegenheit etwas komplizierter ist, als du auf dem Schirm hast.

Im Übrigen würde ich dir empfehlen, dir die Doku doch bei Gelegenheit mal anzugucken. Ich glaube, es täte dir ganz gut.

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…der bei Geburt keiner war, mit Hormonen ein bisschen einer wurde, dann den Rückwärtsgang eingelegt hat zugunsten einer Schwangerschaft und danach mit den Hormonen weitergemacht hat, um wieder Mann zu sein.

Intersexualität, also das, was du im Abschnitt danach beschreibst, lag bei ihm nicht vor, oder? Er war biologisch eine Frau.

Es ist deine Entscheidung ob Du die Show weiter fütterst.

Man sieht ja: Hier will jemand einfach nur weiter die Welt auf sein kleines Weltbild runter brechen.

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